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Ingeborg Bachmann

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Ingeborg Bachmann 1960 in Hamburg, Fotografie: Fritz Peyer Signatur

Ingeborg Bachmann, gelegentliches Pseudonym Ruth Keller, (* 25. Juni 1926 in Klagenfurt; † 17. Oktober 1973 in Rom, Italien) war eine österreichische Schriftstellerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr zu Ehren wird seit 1977 jährlich der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen.

Kindheit, Jugend und Studium

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Karte von Kärnten um 1930 mit wichtigen Orten aus Ingeborg Bachmanns Kindheit

Ingeborg Bachmann war das erste Kind des Ehepaars Olga Bachmann, geborene Haas (1901–1998), und Matthias Bachmann (1895–1973).[1.1] Die Mutter stammte aus einer Familie Heidenreichstein in Niederösterreich, die dort eine Strickwarenmanufaktur führte. Olga Bachmann war schon als Kind sehr musikalisch, konnte ihre Familie aber nicht für ihren Berufswunsch Opernsängerin gewinnen. Ingeborg Bachmanns Vater kam aus einer evangelischen Bauernfamilie in Hermagor, Ortsteil Obervellach im Kärntner Gailtal. Er war anfangs Lehrer, später Direktor an der Hauptschule in Klagenfurt.[2][2.1]

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Elternhaus in Klagenfurt, heute Ingeborg Bachmann Haus

Kurz vor Ingeborg Bachmanns Geburt zog das Ehepaar nach Klagenfurt. 1928 wurde Tochter Isolde geboren, 1939 der Sohn Heinz. Der Nationalsozialismus war in der Familie präsent: Matthias Bachmann verkörperte einerseits einen hohen moralischen Anspruch, unterstützte aber andererseits den Nationalsozialismus. Er trat als junger Lehrer zunächst in die Sozialistische Partei ein, war dann aber ab dem 11. Juni 1932 bei der österreichischen NSDAP/AO. Nach Einschätzung von Heinz Bachmann erhofften sich seine Eltern wohl vom „Anschluss Österreichs“ wirtschaftliche und politische Vorteile und begrüßten ihn.[3] Die Mutter Olga Bachmann erinnerte sich an regelmäßige Besuche von BDM-Führerinnen, die ab 1940 versuchten, Ingeborg zu einer Mitgliedschaft zu bewegen. Doch diese gab dem Druck bis zuletzt nicht nach.[4]

Ingeborg besuchte die Volksschule und von 1936 bis 1944 das Ursulinengymnasium. Dort lernte sie Latein, Englisch und Französisch, dazu vom Vater in Privatstunden Italienisch, verfasste erste Texte und komponierte Lieder.[2.1][5] Obwohl die Schule nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 Teil des nationalsozialistischen Bildungssystems wurde, ermöglichten die Ordensschwestern den Schülerinnen den Zugang zu damals verbotener Lektüre.[2.2] Im Elternhaus wurde das selbständige Denken und Lesen unterstützt.[2.3] Matthias Bachmann wurde 1939 zum Kriegsdienst einberufen. 1944 flüchtete sich Bachmanns Mutter mit den beiden kleineren Kindern in das ehemalige Austragshaus ihrer Schwiegereltern ins Gailtal. Ingeborg blieb in Klagenfurt, um ihre Matura ablegen zu können.[2.4] Den Sommer 1945 verbrachte sie mit Mutter und Geschwistern auf dem Bauernhof und verliebte sich in den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh, einen emigrierten Wiener Juden.[2.5]

Im Wintersemester 1945/1946 nahm Bachmann an der philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck, die als eine der ersten nach dem Krieg öffnete, das Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte auf. Matthias Bachmann war zu dieser Zeit wegen seiner frühen Mitgliedschaft in der NSDAP/AO noch vom Schuldienst ausgeschlossen. Um die Tochter bis zum Ende des Studiums unterstützen zu können, musste eine Hypothek aufgenommen werden.[2.6] Zum Sommersemester 1946 wechselte sie nach Graz, behielt Philosophie als Hauptfach und wählte Germanistik als Nebenfach. Darüber hinaus besuchte sie für ein Semester als ordentliche Hörerin juristische Vorlesungen mit dem Schwerpunkt Staatswissenschaft. Als zum Wintersemester 1946/1947 auch an der Universität Wien das Studium möglich wurde, wechselte Ingeborg Bachmann dorthin.[2.7] Ihr Verhältnis zu Wien bezeichnete die Autorin wenige Monate vor ihrem Tod als lebenslange „Haßliebe“.[6]

Unter Bachmanns wichtigsten akademischen Lehrern waren der Psychologieprofessor Hubert Rohracher und der auch über Österreich hinaus anerkannte Pionier in der Psychotherapie Viktor E. Frankl. Er war unter den Ersten, die die nationalsozialistischen Konzentrationslager ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückten. Im Bereich Philosophie machte der wertkonservative Alois Dempf Bachmann mit theologischen Themen vertraut. Gegensätzliche Lehrmeinungen vertrat Victor Kraft, der letzte Vertreter des in den 1930er Jahren aus Wien vertriebenen Wiener Kreises. Er lehnte die Metaphysik ab und begriff Philosophie in der Tradition Wittgensteins als logisch-analytische Wissenschaft. Leo Gabriel führte Bachmann in die Existenzialphilosophie Martin Heideggers ein. Zu ihrem Doktorvater wählte sie Victor Kraft, Zweitgutachter war Hubert Rohracher. Am 9. Januar 1950 wurde ihre Dissertation Die kritische Aufnahme der Existentialphilosophie Martin Heideggers[7] angenommen.[2.8] Sie hatte diese zwar als Abkehr von dem Philosophen konzipiert, vertrat aber dennoch später in zahlreichen Texten wie etwa den Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemenster 1959/1960 Heideggers Ansicht, dass Kunst und Literatur „die eigentliche Ausdrucksform menschlicher Erfahrung“ seien. Bachmann galt als Wittgenstein-Expertin und wollte ursprünglich parallel zu ihren literarischen auch philosophische Werke veröffentlichen, gab diesen Plan aber aus Zeitmangel in den 1950er Jahren auf.[2.9]

Bereits zur Zeit ihrer Promotion hatte sie Beziehungen aufgebaut, die auch für ihr Leben als Autorin Bedeutung erlangten. Zum einen verfügte sie über ein Netz von arrivierten Unterstützern: Von Graz aus hatte sie Kontakt zu dem Journalisten Rudolf Felmayer aufgebaut. Kaum in Wien, war sie ab Herbst 1947 regelmäßig bei den Schriftstellertreffen im Café Raimund.[2.10] Von 1947 bis 1951 hatte Bachmann eine offene Beziehung mit dem Theater- und Literaturkritiker und Schriftsteller Hans Weigel, mit dem sie eine Ehe in Erwägung zog.[8.1][9] Weigel war gerade erst aus dem Schweizer Exil nach Wien zurückgekommen.[8][8.1] Er verhalf ihr 1951 zu einem sechsmonatigen Stipendium für die Vollendung ihres Romanentwurfs Stadt ohne Namen.[2.11] Eine Veröffentlichung dieses Werks gelang jedoch nicht, der Text ging verloren.[2.12] Als Weigel 1951 die österreichisch-jüdische Schauspielerin Elvira Hofer heiratete, ohne mit Bachmann vorher darüber zu sprechen, endete die Beziehung.[8.1] In dieser Zeit begannen für Bachmann auch zwei sehr wichtige, langjährige Beziehungen: Im März 1948 lernte sie den Lyriker Paul Celan kennen. Die schwierige Liebesbeziehung der beiden dauerte mit Unterbrechungen bis 1958. Bachmann freundete sich auch mit der jüdischstämmigen Ilse Aichinger an. In ihr fand die junge Generation erstmals zur Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.[2.13]

Literarische Anfänge und Durchbruch

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Matthias Bachmann hatte sich schon ab 1942 bei seinem Bekannten Josef Friedrich Perkonig für eine Veröffentlichung der Texte seiner Tochter eingesetzt.[2.14] Am 31. Juli 1946 erschien als erste Bachmann-Veröffentlichung die Erzählung Die Fähre in der Kärntner Illustrierten.[10][5] Hermann Hakel, der sich für den österreichischen PEN um die jungen Autorinnen und Autoren annahm, veröffentlichte im Januar 1949 vier von Bachmanns Jugendgedichten in der ersten Ausgabe seiner Zeitschrift Lynkeus.[2.15] Bereits zwischen April und September 1949 druckte die Wiener Tageszeitung im Feuilleton eine Serie von acht Bachmann-Erzählungen. Bachmann hatte damit einen Platz in der Wiener Literaturszene.[2.15] Ihre persönliche und finanzielle Lebenssituation war aber nach wie vor unsicher.[2.16] Ältere Schriftsteller wie Alexander Lernet-Holenia und Heimito von Doderer fanden, Bachmanns Scharfsinn und Auftreten sei den tradierten Normen von „Wiener Weiblichkeit“ nicht angemessen, weswegen von Doderer auch konsequent von „dem Bachmann“ sprach.[11] Hier waren nicht wie in Deutschland Kahlschlag oder Stunde Null die Leitbilder, sondern Kontinuität. Man versuchte eine Anknüpfung an die im Nationalsozialismus verbotene österreichische Moderne von Robert Musil, Arthur Schnitzler, Joseph Roth, Karl Kraus, Georg Trakl, Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke.[2.17] Auch später beschäftigte Bachmann sich immer wieder mit Musil. So bearbeitete sie etwa sein Theaterstück Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer für den Rundfunk und verarbeitete Musils Liebesutopie in ihrem Utopiebegriff.[8.2]

1951 bot sich Bachmann die Gelegenheit einer Anstellung im Sekretariat des Amerikanischen Nachrichtendienstes (AND) in Wien, der den Aufbau des Rundfunks betrieb. Von September 1951 bis 1953 lektorierte und bearbeitete sie dann beim Rundfunksender Rot-Weiß-Rot Theaterstücke und schrieb bald erfolgreich eigene Hörspiele und Filmkritiken.[2.18] Franz Werfels Erzählung Der Tod des Kleinbürgers wurde in Bachmanns eigenständiger Hörfunkbearbeitung bereits im November 1951 gesendet, ihr erstes Hörspiel Ein Geschäft mit Träumen folgte am 28. Februar 1952.[2.19] Außerdem verfasste sie elf Folgen der Unterhaltungsserie Die Radiofamilie und je zwei weitere in Zusammenarbeit mit Jörg Mauthe bzw. Peter Weiser.[12][13]

Ab November 1951 strebte Bachmann danach, literarische Verbindungen nach Deutschland zu knüpfen. Es gelang ihr, die Bekanntschaft von Hans Werner Richter zu machen und von ihm eine Einladung für sich selbst und Paul Celan für die Tagung der Gruppe 47 in Niendorf im Mai 1952 zu bekommen.[2.20] Dort hinterließ sie durch ihre Kombination eines auf Eleganz ausgerichteten Aussehens und demonstrativer Schüchternheit nachhaltigen Eindruck und knüpfte zielgerichtet literarische Kontakte.[2.21] 1953 erhielt sie für Gedichte aus ihrem ersten Lyrikband Die gestundete Zeit den Preis der Gruppe 47. Der Erfolg bestärkte sie in dem Entschluss, als freie Schriftstellerin zu leben. Die Zeit von August 1953 bis August 1957 verbrachte sie überwiegend in Italien. Mit Marie Luise Kaschnitz, die Bachmann in ihrer ersten Zeit in Rom 1953–1954 kennenlernte, verband sie eine lebenslange Freundschaft.[1.2] Schon damals schrieb diese in ihren Tagebüchern immer wieder von Ängsten und Depressionen bei Bachmann.[1.2] In dieser Zeit entstanden Libretti für Werke des Komponisten Hans Werner Henze. Bachmann verfasste außerdem den zweiten Gedichtband Anrufung des Großen Bären (1956), der mit dem Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen ausgezeichnet wurde. Diese beiden hochrangigen Preise innerhalb von nur drei Jahren begründeten und förderten ihren Ruf als Dichterin in der Öffentlichkeit.

Es folgten literarische und philosophische Essays und das Hörspiel Die Zikaden (1955). Unter Bachmanns Pseudonym Ruth Keller erschienen 1954/1955 Römische Reportagen. Ein Zeichen für Bachmanns Erfolge in dieser Zeit ist auch die ihr gewidmete Titelstory im Nachrichtenmagazin Der Spiegel vom 18. August 1954 mit ihrem Foto auf der Titelseite, die sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte.[14]

Nach Jahren des Lebens als freie Schriftstellerin war Bachmann von September 1957 bis Mai 1958 beim Bayerischen Fernsehen in München als Dramaturgin angestellt. Dort verfasste sie das letzte ihrer drei Hörspiele, Der gute Gott von Manhattan. Dazu schrieb ihr Max Frisch eine begeisterte Nachricht. Die beiden lernten sich daraufhin am 3. Juli 1958 kennen und begannen eine wechselvolle Beziehung, die fast fünf Jahre dauerte.[15.1] Im November 1958 zog Bachmann nach Zürich und lebte mit Max Frisch von Februar 1959 bis Ende 1962 abwechselnd in Zürich (Uetikon am See) und Rom zusammen. In diesen Jahren entstanden u. a. die Erzählungen des Bandes Das dreißigste Jahr (1961), ihre Übertragungen von Gedichten des italienischen Lyrikers Giuseppe Ungaretti (1961) sowie die Frankfurter Vorlesungen Probleme zeitgenössischer Dichtung, mit denen Bachmann im Wintersemester 1959/60 als erste Gastdozentin die Reihe eröffnete. Die Vorlesungen begründeten eine neue Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Literatur und gaben Bachmann Gelegenheit, die Nachkriegsliteratur literaturgeschichtlich zu verorten und dies mit ihren poetischen Grundsatzüberlegungen zu verbinden.[1.3] Auch in dieser Zeit lernte Bachmann Menschen kennen, mit denen sie in Verbindung blieb: Im Umfeld der Frankfurter Poetik-Vorlesungen machte sie die Bekanntschaft des Philosophen Theodor W. Adorno.[1.4] Seit Juni 1959 stand Ingeborg Bachmann mit dem Literaturwissenschaftler Peter Szondi in Kontakt, der sie im April 1968 auch in Rom besuchte.[1.5] Den soeben aus der DDR übersiedelten Schriftsteller Uwe Johnson lernte sie im Oktober 1959 bei einer Tagung der Gruppe 47 auf Schloss Elmau kennen.[1.6] Es entwickelte sich eine intensive Beziehung: Als Bachmann 1964 wegen eines Nervenzusammenbruch nach der Trennung von Frisch drei Monate in einem psychiatrischen Krankenhaus in Berlin war, besuchte er sie täglich.[8.3] Im Januar 1967 besuchte sie ihn in Berlin, für eine Beratung zum Roman Malina schickte Bachmann ihm im Herbst 1970 einen Durchschlag des Manuskripts.[1.7] Johnson schrieb nach Bachmanns Tod die Erzählung Eine Reise nach Klagenfurt.

1961 war Bachmann häufig unterwegs: So ging sie im Frühjahr auf eine mehrwöchige Lesereise durch Westdeutschland, nahm an der Tagung der Gruppe 47 bei Lüneburg teil, reiste zur Verleihung des Literaturpreises der Deutschen Kritiker nach Berlin und mit Max Frisch zur Aufführung von Biedermann und die Brandstifter nach London.

Am 20. September 1962 begann Max Frisch eine Liebesbeziehung mit seiner späteren Ehefrau, der Studentin Marianne Oellers. Im Oktober 1962 erfuhr Bachmann davon und machte daraufhin eine psycho-physische Krise durch. Diese hatte mehrere Klinikaufenthalte zur Folge.[14] Wegen gynäkologischer Probleme riet Bachmanns Gynäkologe ihr im September 1962 zu einer Gebärmutterentfernung, die Bachmann Ende Januar 1963 vornehmen ließ.[8.4]

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Ingeborg Bachmanns Gedicht Wahrlich (1964) auf einer Häuserfront in Leiden. Vers 1 müsste heißen: Wem es ein Wort nie verschlagen hat.

Nach ihren ersten Besuchen in Deutschland Anfang der 1950er Jahre hatte Bachmann über einen Umzug dorthin nachgedacht. Anfang Dezember 1962 erhielt sie eine Einladung der Ford Foundation für einen Aufenthalt in Berlin, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen erst Anfang April 1963 für knapp drei Jahre dorthin ziehen.[1.8] Ausschlaggebend für den Umzug war wohl das Jahresstipendium von 60.000 DM plus Krankenversicherung. Während des Aufenthalts in Berlin verschlechterte sich ihr Verhältnis zu Deutschland. Noch im Mai 1973 sagte sie in einem Interview, Deutschland sei für Österreicher sehr schwer zu verstehen: „Unser Denken ist anders, weil unsere Sprache anders ist.“[16]

Während ihrer ersten Zeit in Berlin 1963 freundete Bachmann sich mit ihrem Mitstipendiaten Witold Gombrowicz an.[1.8] Nicht eindeutig geklärt ist das Verhältnis der Autorin zu dem jüdischen Philosophen und ersten Judaisten der Bundesrepublik Jacob Taubes; als gesichert gilt ein gemeinsames Interesse an Inhalten der Kabbala, nicht aber die von Taubes 1981 behauptete Liebesbeziehung.[17][18]

Als sie der junge österreichische Schriftsteller Adolf Opel am 5. Januar 1964 in Berlin aufsuchte, begannen beide eine Liebesbeziehung, die im Verlauf des Jahres zu gemeinsamen Reisen nach Prag, Ägypten, in den Sudan und nach Wien führte. Die neue Situation brachte Bachmann aus ihrer Schaffenskrise heraus.[8.5] Doch ihre psychische Gesundheit verschlechterte sich wieder, als sie im Dezember 1964 aus Taormina zurückkam. Dorthin war sie zur Verleihung des Premio Etna-Taormina an Anna Achmatova geflogen, der sie das Gedicht Wahrlich gewidmet hatte.[8.6][1.9]

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Rom, Via Giulia 66 – Ingeborg Bachmanns letzte Wohnung

Nach zahlreichen Reisen im Jahr 1965 zog Bachmann Ende November wieder nach Rom.[1.9] Mit der Betreuung ihres Werkes durch den Piper-Verlag war sie zunehmend unzufrieden. Der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld hatte sie schon seit den 1950er Jahren für seinen Verlag zu gewinnen versucht. Zum Bruch mit Piper und Wechsel zum Suhrkamp-Verlag kam es 1967, als der Piper-Verlag sich als Übersetzer des Gedichtzyklus Requiem von Anna Achmatowa gegen den von Bachmann empfohlenen Paul Celan und für den früheren NS-Dichter Hans Baumann entschieden hatte.[1][1.5] 1967 schlug sie Unseld mehrmals Texte in Italienisch und anderen Sprachen für deutsche Ausgaben vor.

Im Juli 1967 lernte sie beim London Poetry Festival die Dichter Yehuda Amichai, Anthony Hecht und Allen Ginsberg kennen und traf Erich Fried.[1.5] Den Schriftsteller und Lektor Roberto Calasso lernte Ingeborg Bachmann spätestens im Dezember 1966 in Rom kennen und reiste im August 1968 mit seiner Frau Fleur Jaeggy und ihm nach Klagenfurt.[1][1.10][1.11] Ende November 1968 traf Ingeborg Bachmann in Wien Hilde Spiel und Thomas Bernhard.[1.7] Mit Bernhard freundete sie sich an und schrieb 1969 einen Essay über sein erzählerisches Werk, der zu ihren Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde.[1.7]

Nach dem Erscheinen von Malina unternahm Bachmann 1971 Lesereisen in zahlreiche deutsche Städte und nach Wien.[1.12] 1971 traf sie in Tübingen den Philosophen Ernst Bloch. Auf ihrer Lesereise im selben Jahr kam es auch zu einer Zusammenkunft mit Jürgen Becker.[1.12] Der Erzählband Simultan erschien 1972. Als Bachmann einen Umzug nach Wien in Erwägung zog, erhielt sie 1972 von der österreichischen Regierung ein Wohnungsangebot und der Direktor des Burgtheaters äußerte den Wunsch nach einem Theaterstück; doch Bachmann blieb in Rom.[1.12]

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Grabstätte auf dem Zentralfriedhof Annabichl, Klagenfurt, 2026

Der Tod ihres Vaters im März 1973 war für Bachmann ein schwerer Verlust. Im Mai folgte sie einer Einladung des österreichischen Kulturinstituts Warschau zu einer zehntägigen Reise nach Polen, die auch Lesungen einschloss. Der Besuch der Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau hinterließ einen tiefen Eindruck bei ihr.[1.12] In ihrer Wohnung zog sich Bachmann in der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 schwere Verbrennungen zu. Daran und an den Folgen von Medikamentenentzug starb sie im Krankenhaus Sant’Eugenio am 17. Oktober 1973. Begraben wurde sie im engsten Familienkreis am 25. Oktober 1973 im Familiengrab auf dem Friedhof Annabichl in Klagenfurt.[1.13]

Beziehungen Ingeborg Bachmanns im literarisch-künstlerischen Kontext

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Andrea Stoll bezeichnet die Liebesbeziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan als eine der „dramatischsten und folgenreichsten Begebenheiten der deutschen Literaturgeschichte nach 1945“.[2.22] Die beiden lernten sich am 16. Mai 1948 bei einem gemeinsamen Bekannten, dem Maler Edgar Jené, kennen.[2.22] Vier Tage später begann die Liebesbeziehung.[19][19.1] Schon am 23. Mai 1948 widmete Celan Bachmann das Gedicht In Ägypten, das neun Gebote der Liebe und des Schreibens nach der Shoah enthält, und schickte es ihr zum 22. Geburtstag.[2.11] Im Briefwechsel legten die beiden Ängste und Hoffnungen offen und versuchten vor dem Hintergrund der Shoah „private Verständigung und poetisches Verstehen“ und Widerstand gegen das Schweigen.[2.23] Ende Juni 1948 reiste Celan nach Paris. Bachmanns Pläne, ihn im August 1948 zu besuchen, zerschlugen sich. Sie gestand ihm, dass sie zwar Beziehungen zu anderen Männern habe, diese jedoch an seiner Bedeutung für sie nichts änderten.[2.24] Den Aufbau ihrer Existenz in Wien gab sie für ihn nicht auf, fuhr aber Mitte Oktober 1950 doch nach Paris. Wirtschaftliche Probleme und Schwierigkeiten durch die Nähe zu Celan führten dazu, dass Bachmann im Dezember 1950 nach London weiterreiste.[2.25] Ein weiterer Parisaufenthalt im Februar/März 1951 brachte keine Verbesserung.

Im November 1951 war Ingeborg Bachmann auf der Basis ihrer vielversprechenden neuen Rolle beim Rundfunk in der Hoffnung auf ein gemeinsames Leben mit Celan bereit, vorläufig ihre dichterischen Ziele ruhen zu lassen.[2.26] Doch er hatte inzwischen seine spätere Frau, die Malerin Gisèle Lestrange, kennengelernt, die ihm finanzielle Unabhängigkeit bieten konnte. Erst im Februar 1952 schrieb er Bachmann wieder und wies ihre Pläne zurück.[2.26] Nach vier Jahren ohne Kontakt begegneten Bachmann und Celan einander im Oktober 1957 zufällig auf einer Tagung in Wuppertal, trafen sich am Tag danach in Köln und nahmen ihre Beziehung wieder auf. Gisèle Lestrange wusste davon.[19.2] In den folgenden Monaten stellten Bachmann und Celan gemeinsam die Texte für den deutschen Teil der italienischen Zeitschrift Botteghe Oscure zusammen, doch wurde die Beziehung nach mehreren Treffen am 2. Juli 1958 in Paris wieder beendet.[1.14] Am Tag darauf begann Bachmann die Liebesbeziehung zu Frisch.[8.7]

Als Claire Goll 1960 Paul Celan vorwarf, seine Gedichte seien Plagiate der Lyrik ihres Mannes Ivan Goll, trat Ingeborg Bachmann dieser Anschuldigung zusammen mit Marie Luise Kaschnitz und Klaus Demus in der Neuen Rundschau entschieden entgegen.[1.4] Der Briefwechsel endet mit Celans letztem Brief vom 30. Juli 1967, in dem er sich für Bachmanns Empfehlung als Übersetzer der Gedichte Anna Achmatowas bedankte.[19.3]

Bachmann und Celan waren nicht nur biografisch, sondern auch in ihrem Schreiben verbunden. Literarisch bezogen sich die beiden auf unterschiedliche Art und Weise aufeinander: Celans Lyrik enthält vor allem Anspielungen auf Begegnungen, Gespräche und auch auf Differenzen mit Bachmann.[20] Etwa 20 der Gedichte in Mohn und Gedächtnis widmete er nachträglich durch den handschriftlichen Zusatz f. D. Ingeborg Bachmann.[21] Bachmann dagegen bezieht sich nicht so sehr auf biografische Ereignisse, sondern vor allem auf Celans Texte.[20] Es gibt Bezüge zwischen den Gedichten der beiden.[22] Indem sie dieselben Motive verwenden, eröffnet sich für sie ein „Freiraum, in dem sich Dichtung nach Auschwitz konstituieren kann“.[23] Celans Gedichte waren für Bachmann sowohl in ihrem Gedichtband Die gestundete Zeit als auch in Anrufung des Großen Bären Bezugstexte, aus denen sie zitierte.[24] Auch nach seinem Tod hatte Celan einen Platz in Bachmanns Werk: In Malina finden sich Zitate aus Celans Werk, Celans Suizid um den 20. April 1970 traf zeitlich mit einer späten Arbeitsphase an dem Roman zusammen.[25][19.4] In die Reinschriftfassung fügte die Autorin im Sommer 1970 mit der Legende Die Geheimnisse der Prinzessin von Kagran und dem sogenannten Traumkapitel eine Hommage an Celan ein.[1.15] Über die persönliche Beziehung hinaus setzte die Begegnung mit Celan bei Bachmann in der Auseinandersetzung mit dem Erleben der Shoah eine „tiefgreifende Verwandlung ihres Denkens und Schreibens durch die Begegnung mit dem Dichter, der vom Eingedenken an das Geschehene, die Judenvernichtung, nicht loskam“ in Gang.[26] Das hieraus abgeleitete Ethos wird Bachmann später so formulieren: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“[27] Es gibt bei Bachmann zwar immer wieder größere zeitliche Lücken ohne Celan-Bezüge, doch „[...] die utopische Kraft ihrer Empfindung und die reale Unmöglichkeit einer zu lebenden Liebe sind bedeutende Topoi ihres Werkes geworden“.[28][2.27] Über die Gemeinsamkeiten der Poetologie der beiden sind die Ansichten unterschiedlich: Sigrid Weigel sieht nur eine „feine Differenz“[29], Hans Höller dagegen größere Unterschiede: Bei Bachmann existierten Liebe und Literatur nebeneineinander, während Celan persönliche Geschichte zu Literatur nach Auschwitz mache.[30] Andrea Stoll meinte, Bachmann habe in Jack Hamesh, Hans Weigel und später Paul Celan eine Art „lockende Fremdheit“ gespürt, diese aber erst bei Celan in einer existentiellen Weise gefunden: Die Beziehungsproblematik zwischen „Täterkind und Shoah-Opfer“, die Suche nach Erlösung vom „schuldlos Schuldiggewordensein“ ihrer Generation ziehe sich als roter Faden durch.[2.28]

Hans-Werner Henze

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Die Freundschaft zu dem Komponisten Hans-Werner Henze nimmt eine Sonderstellung ein. Im Herbst 1956 schrieb Bachmann ihm: „Mir ist völlig klar, dass die Freundschaft mit Dir die wichtigste menschliche Beziehung ist, die ich habe, und das soll sie auch bleiben.“[31], in der Zeit der Trennung von Max Frisch: „Du bist mir der kostbarste Mensch.“ Die beiden hatten im Oktober 1952 auf einer Tagung der Gruppe 47 in Schloss Berlepsch kennengelernt und einen Briefwechsel begonnen. Zunächst auf Ischia, dann bei Henze in Neapel, verbrachten Bachmann und er ab 1953 mehrmals einige Monate zusammen, auch im Sommer 1958 nach dem Kennenlernen von Bachmann und Max Frisch. Nach der Trennung von Frisch besucht sie Henze im Oktober/November 1963 in Castel Gandolfo und arbeitete dort an der ersten Szene von Henzes komischen Oper Der junge Lord.[1.16][8.8] Ihre Beziehung hatte zum einen eine private Seite: Zwischen 1953 und 1958 schmiedeten Bachmann und der homosexuelle Henze mehrmals ernsthaft Pläne für eine Ehe, gedacht als „Pakt gegen die bedrohlich dumme Welt“.[32] Die Vorhaben scheiterten unter anderem an Eifersucht. im Frühling 1957 schrieb Bachmann an Henze, ihre Liebe zu ihm sei „rein und brüderlich“.[33] In einem späteren Brief von Bachmann heißt es, auch wenn sie zeitweise eine Ehe gewünscht hätte, so wisse sie nun, dass solch ein Schritt „mein Gesetz verletzt oder mein Schicksal“.[34]

Ganz wesentlich handelte es sich bei dem Verhältnis der beiden aber auch um eine Arbeitsbeziehung: In den folgenden Jahren tauschten sie ihre Arbeiten aus und stärkten einander. Trotz höchst unterschiedlicher Arbeitsweise wurden zwischen 1953 und 1965 sechs gemeinsame Werke vollendet. Bei einigen schrieb Bachmann Libretti zu Werken von Henze (Ballett Der Idiot), Libretti zu der viel beachteten Oper Der Prinz von Homburg (1958) und der erfolgreichen komischen Oper Der junge Lord (Uraufführung 1965), bei anderen existierte Bachmanns Text vor der Musik (Hörspiel Die Zikaden; 1954), Nachtstücke und Arien nach Bachmanns Gedichten (1957), Vertonung von Bachmanns Gedichtzyklus Lieder von einer Insel.[32] Thematische Linien wie das Undine-Motiv verbanden Bachmanns gleichnamige Erzählung und Henzes Ballett. Gemeinsam besuchten sie Opern-Aufführungen in der Mailänder Scala, Bachmann reiste zu den Premieren von Henzes Opern.[1.17] Die beiden verband auch Politisches: die Auseinandersetzung mit Nazideutschland, die Ablehnung der restaurativen Elemente in der Zeit danach und die Unterstützung der jungen Sozialdemokratie. So nahmen sie zusammen mit Günter Grass im September 1965 an einer Wahlveranstaltung der SPD teil.[1.2]

Die Liebesbeziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch begann bereits bei ihrem ersten Treffen am 3. Juli 1958 in Paris, Anfang Oktober fiel die Entscheidung für eine gemeinsame Wohnung in der Schweiz. Im März 1960 schlossen die beiden auf einer Reise nach Venedig den sogenannten Venedig-Vertrag: Beide sollten sexuell frei sein und nur dann über Außenbeziehungen sprechen, wenn sie für einen selbst wesentlich seien und sich durch sie im Verhältnis zueinander etwas Grundsätzliches ändern würde.[8.9][15.1] Dennoch spielten Beziehungen zu dritten Personen eine entscheidende Rolle für das Ende der Beziehung zwischen Bachmann und Frisch. Für Sommer 1959 hatten Bachmann und Frisch eine Reise nach Rom geplant, doch Frischs Hepatitis machte einen längeren Krankenhausaufenthalt in der Schweiz erforderlich. Er drängte Bachmann, mit Hans Magnus Enzensberger, der mit seiner Familie in der Nähe von Rom lebte, vorauszufahren. Auf dieser Fahrt begann die Liebesbeziehung dieser beiden, von der Frisch am 2. August 1959 erfuhr.[8.10] Am 6. März 1962 lernten Bachmann und der Germanist Paolo Chiarini sich kennen und begannen kurz darauf eine Beziehung, die sowohl Bachmann als auch Frisch als wesentlich im Sinne des Venedig-Vertrags ansahen und Bachmann als gleichwertig zu der Beziehung mit Frisch einstufte.[15.1] Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen. Frisch bat Bachmann im Mai 1962 dringend um eine Entscheidung, woraufhin Bachmann und später auch Chiarini das Ende der Beziehung ankündigten. Die beiden blieben jedoch bis in die 1970er Jahre hinein in Kontakt.[8.11] Zu einer Trennung von Bachmann und Frisch kam es nicht. In ihren Briefen blieben sie einander zugewandt und fuhren im August 1962 gemeinsam in Urlaub. Im Oktober erfuhr Bachmann, dass Frisch und Marianne Oellers am 20. September 1962 eine Liebesbeziehung begonnen hatten. Bachmann unterstützte diese zunächst brieflich, erst in der Neujahrsnacht 1962/1963 schrieb sie aus einer Krise heraus, sie wolle die Trennung.[15.1] Nach Frischs Rückkehr aus den USA kam es in einem Gespräch im März 1963 zur Trennung, die Frisch vergeblich gütlich zu gestalten versuchte.[15][15.2] Darauf folgten mehrere Krankenhausaufenthalte Bachmanns. Bei der letzten Begegnung der beiden am 20. Juni 1963 in Rom erfuhr Frisch, dass Bachmann am 3. März 1963 in ihrer gemeinsamen Schweizer Wohnung sein Tagebuch aus einer verschlossenen Schublade genommen, gelesen und verbrannt habe, weil sie sich vom Inhalt tief verletzt gefühlt habe.[8.12] Es bestand vor allem aus Aufzeichnungen, die Frisch 1959 während seiner Hepatitis-Erkrankung in der Klinik verfasst hatte.

Zwar sagte Max Frisch in Interviews nach Bachmanns Tod mehrfach, sie hätten auf schriftstellerischer Ebene nicht zusammengearbeitet, doch inzwischen ist aus dem Bachmann-Frisch-Briefwechsel Gegenteiliges bekannt:[35] So gab Bachmann 1958 Ratschläge zum Titel von Frischs Theaterstück Andorra. Hinweise von Frisch hat Bachmann in die Druckfassung ihres Hörspiels Der gute Gott von Manhattan von 1958 und die Erzählung Ein Wildermuth aus dem Band Das dreißigste Jahr aufgenommen.[15.3] Eine besondere Rolle für die Zusammenarbeit der beiden spielt der Roman Mein Name sei Gantenbein. Die literarischen und biografischen Bezüge zu Bachmann in Frischs Werk reichen über ihren Tod hinaus. Besonders deutlich wird dies in der stark autobiografischen Erzählung Montauk, in der Frisch von seiner „Hörigkeit“ gegenüber Bachmann und seiner Eifersucht auf Hans Magnus Enzensberger spricht.[36][36.1]

Nicht zuletzt hat auch der Briefwechsel literarischen Rang. 2011 war bekannt geworden, dass sich im Max-Frisch-Archiv in Zürich rund 250 Briefe Bachmanns an Frisch befinden, ebenso Kopien seiner Briefe.[37] Der Briefwechsel „Wir haben es nicht gut gemacht.“ kam im November 2022 als Buch heraus.[38]

Literarische Dimensionen des Werks / Themen

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Poetische Topografie / Heimat

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Die Nähe Kärntens zu Italien und Slowenien prägte Ingeborg Bachmanns Kindheit.

Auf dem großväterlichen Bauernhof im Gailtal verbrachte die Familie in Ingeborg Bachmanns Kindheit ihre Ferien und erlebte dort persönliche Freiheit im Gegensatz zur städtischen Enge Klagenfurts. Als Grenzgebiet und Schnittpunkt der drei großen europäischen Sprachfamilien, der germanischen, slawischen und romanischen, war dieser Raum prägend für Bachmanns Schaffen.[39]

Reitani vertritt die These, dass Bachmanns poetische Topografie in der Dialektik zwischen Exil und Heimat fassbar wird, die auch eine Projektion von Kindheit als utopischem Zustand beinhaltet.[40][40.1] Den Anfang der Entwicklung in diese Richtung sieht er in den frühen vierziger Jahren in Gedichten, „die durchaus der Konvention der Heimatliteratur verpflichtet sind“: Die Natur steht in engem Bezug zum lyrischen Ich und bestätigt dessen Identität.[40.1] Eine entscheidende Veränderung folgt in den fünfziger Jahren: In Bachmanns Lyrik taucht immer wieder das Motiv der Ausfahrt (so der Titel des ersten Gedichts aus Die gestundete Zeit), des Verlassens, der ständigen Bewegung auf.[40.1] Das Abfahren und Heimkommen wird immer wieder inszeniert (z. B. im Kapitel Heimkehr nach Galicien in Der Fall Franza und in Drei Wege zum See).[40.2][40.3] Kärnten als Grenzregion wird zu einem poetischen Raum: Der Heimatbezug ist die Bindung an einen vielgestaltigen, mehrsprachigen Kulturraum, in dem die Gemeinsamkeiten im Vordergrund stehen, nicht die Trennung der Länder.[40.4] Das Fernweh hat seinen Ursprung in der Bindung an die Heimat, „ein Fernweh freilich auf dem Grund eines sicheren Gefühls für geheime Orte und unseren Einklang mit ihnen, für Erfüllungen da und dort, Zugehörigkeiten unsres Geists in einer wachen und unablässigen Erinnerung.“[41]

Eine Reihe von Bachmanns Figuren kommen aus der Provinz, sind in der Großstadt beruflich erfolgreich und weit gereist. Die Bachmann-Biografin Andrea Stoll urteilte, die Protagonistinnen bekämen in der „Begegnung mit der Kindheitslandschaft“ „jene Würde zurück, die sie im erbittert geführten Kampf um Liebes- und Lebensbindungen verloren haben.“[42] In den Augen von Luigi Reitani dagegen steht Heimat für die Figuren als Ort für Rückzug und Geborgenheit nicht mehr zur Verfügung, etwa in Drei Wege zum See. Heimat fände die Hauptfigur dort nicht an einem realen Ort, auch nicht etwa in einer unkritischen Übernahme des habsburgischen Mythos, sondern in einer literarischen Tradition.[43]

Das Motiv der Wahrheit

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Durch Bachmanns Werk zieht ein hoher moralischer Anspruch. Besonders deutlich wird dies im Motiv der Wahrheit. Es findet sich unter anderem in den Gedichten Was wahr ist und Wahrlich, in der Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden (1959), ihren Erzählungen und dem Todesarten-Zyklus. Die Begegnung mit Celan als Überlebendem des Holocaust bestärkte ihr literarisches Ethos, das sie in der Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden so ausdrückte: „Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar“.[5][44]

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

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Die Grenzerfahrung in einer von Krieg und Gewalt geprägten Zeit fand Eingang in Bachmanns Werk. Sie hatte das friedliche Zusammenleben von Slowenen und Österreichern erlebt und sah ihre Welt durch den Nationalsozialismus in Gefahr.[45] Mit ihrer Kindheit verband sie die gelebte Utopie eines Vielvölkerstaats, musste aber auch den Folgen von dessen Zerschlagung ins Auge sehen.[46] „Es hat einen bestimmten Moment gegeben, der hat meine Kindheit zertrümmert: Der Einmarsch von Hitlers Truppen in Klagenfurt.“[47] Inzwischen ist jedoch bekannt, dass Bachmann zu diesem Zeitpunkt nicht in Klagenfurt war.[48] Der Satz lässt sich als „verdichtende Rückprojektion aus späterer Perspektive als Begründung eines Schreibens nach Auschwitz“ verstehen.[49]

Über Freiheit und Verantwortlichkeit arbeitete Bachmann während des Nationalsozialismus an historischen Stoffen. So entstand – vermutlich im Sommer 1943 – die Erzählung Das Honditschkreuz über den Aufstand gegen die napoleonische Besatzung im Gailtal.[50]

Die gesellschaftliche Thematisierung der NS-Zeit begann um die Wende zu den 1960er Jahren und führte zu grundlegenden Werken wie Die Unfähigkeit zu trauern (1967) von Alexander und Margarete Mitscherlich. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung begann Bachmann im Sommer/Herbst 1965 mit der Arbeit am Roman Das Buch Franza und bald danach an der Erzählung Ein Requiem für Fanny Goldmann. Sie setzte sich nun mit der Beziehung zwischen dem Denken Einzelner und den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinander und sah die „strukturelle Beziehung zwischen Faschismus, Patriarchat, Ethno- und Logozentrismus.“[51] Offen thematisierte die Autorin das Ausgeliefertsein ihrer Jugend an „[d]ie Erwachsenen, die Herren "Erzieher", die uns umbringen lassen wollen“[52] erst in Malina, als „Friedhof der ermordeten Töchter“[53]: eine dunkle Gaskammer, in der ein Vater seine Tochter zurücklässt. Bachmann, so Andrea Stoll, habe in Malina „dem Drama der Töchter im 20. Jahrhundert zu einer unverwechselbaren Stimme verholfen und in ihrer Radikalität die literarisch tradierten Vater-Sohn-Konflikte weit hinter sich gelassen“.[54] Im Traumkapitel des Romans gelangte Bachmann zu einer neuen Art der Darstellung faschistischer Verhältnisse im Alltag der Zeit nach 1945. Dabei wurde die Figur des Vaters als „Tor zur Geschichte“ interpretiert, „die 'im Ich' […] ihre Wirkung getan hat“.[55]

Andrea Stoll sieht die Monate, die Ingeborg Bachmann gegen Kriegsende allein in Klagenfurt verbrachte, als prägend für ihre Dichtung an:[56] Die Erinnerung an die Utopie, das Lesen von in der NS-Zeit verbotenen Schriftstellern und vor allem das eigene Schreiben gaben ihr in der bombardierten Stadt Sicherheit. Die Bedeutung von Sprache kristallisierte sich heraus: „Mein Wort, errette mich!“[57] Es entstanden erste Erzählfassungen und Tagebucheinträge. In ihrer Lyrik dieser Zeit schlägt sich die Todesnähe nieder: „Ich bin das Immerzu-ans-Sterben-Denken.“[58] Joachim Eberhardt unterscheidet in Bachmanns Sprachreflexion einen ästhetischen und einen poetischen Ansatzpunkt.[59][59.1] Ausgehend von Bachmanns Dissertation ist für die Dichterin in den 1940er und 1950er Jahren der ästhetische Ansatz maßgeblich, der gewöhnliches und literarisches Sprechen gegenüberstellt: Letzteres vollzieht sich in schöner Sprache.[59.1] Das poetische Sprechen kann über das wissenschaftliche hinausgehen. Bachmann verbindet hier Ludwig Wittgenstein und Robert Musil und gelangt über „Sprachskepsis“ und „Sprachhoffnung“ zum Begriff des „Utopischen“, das in den Frankfurter Vorlesungen (1959/1960) als Richtung der Literatur gesetzt wird.[60][59.1] In diesem Jahrzehnt verwendet Bachmann für das literarische Sprechen biblisch-christliche Sprachbilder und solche aus dem Bereich der Musik.[59.1]

Für die Zeit nach 1957 ist der Zusammenhang zwischen neuer Erfahrung und neuer Sprache charakteristisch: Figuren aus den Erzählungen in Das dreißigste Jahr (1961) (etwa Alles) versuchen, über eine neue Sprache eine neue Welt zu schaffen, scheitern aber an der falschen Reihenfolge.[59.2] Ab 1960 gewinnt für die Autorin die Erkenntnis an Bedeutung, dass Sprache nicht nur abbildet, sondern auch beeinflussen und prägen, also das Denken bestimmen kann.[59.2] Dies hat Bachmann etwa in ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises (1972) formuliert.[59.2]

Geschlecht und Körper

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In Bachmanns Texten ist der Anteil männlicher Monologe und Perspektiven vergleichsweise hoch. Die männliche Erzählinstanz hat dabei – wie etwa in den Erzählungen Alles und Ein Wildermuth sowie dem Roman Malina – „eine Deutungshoheit über die Frau“.[61][61.1] Wiederholt wird das Weibliche durch männliche Protagonisten bedroht und ins Verstummen getrieben. Daher lag es nahe, dass in den 1980er Jahren die Literaturwissenschaft Bachmann-Texte feministisch und genderbezogen interpretierte, was in der Folge aber kritisch gesehen wurde.[61.1]

Die Figuren suchen nach Möglichkeiten, auf neue Weise wahrnehmen und ihre Empfindungen ausdrücken zu können, doch Sehen, Hören und Sprechen sind häufig gestört: Schon in den Gedichten in Die gestundete Zeit (1953) wird die Metapher des Sehens für Erkenntnis, des Nichtsehens für Unwissenheit verwendet.[61.2] Auch in der Erzählung Ihr glücklichen Augen aus dem Band Simultan ist die Beziehung von Sehen und Wahrheit zentral.[61.2] Fehlleistungen auf der akustischen Ebene finden sich in Das Gebell.[61.2] Doch einen deutlich größeren Raum in Bachmanns Lyrik, Prosa und auch Poetik nehmen die drei Bereiche Stimmverlust, Suche nach der persönlichen Stimme und Verweigerung derselben ein.[61.2] Das Verstummen wird dabei nicht nur negativ, sondern auch als Möglichkeit gesehen, in einem eigenen inneren Raum die neue Sprache zu finden, die Bachmann immer wieder thematisiert.[61.3] Die Erfahrung von Körperlichkeit drückt sich bei Bachmann häufig in Schmerz und Leiden aus. Dies führte dazu, dass die Forschung oft eine Beziehung zwischen Schmerz, Erkenntnis und Wahrheit herstellte.[61.3] Das Thema Krankheit findet sich schon im Frühwerk, wird aber im Spätwerk zentral. Fast immer sind dort männlichen Figuren ursächlich für die Krankheit der weiblichen.[61.4] Liebesbeziehungen werden nicht erotisch oder gar pornografisch geschildert, sondern sehr subtil, sodass Sexualität in Kontrast zur Sexuellen Revolution sehr unbestimmt bleibt.[61.4]

Rezeption durch die Literaturkritik

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Die Bachmann-Rezeption schlug im Lauf ihrer über siebzigjährigen Geschichte unterschiedliche Richtungen ein.

Der Artikel über Ingeborg Bachmann im Spiegel vom August 1954 machte die Autorin einem größeren, überwiegend westdeutschen Publikum bekannt. Bachmann war darin als Person, vor allem in ihrer „erotisierten Weiblichkeit“ genauso präsent wie als Schriftstellerin. Constanze Hotz analysierte, wie hier Literarisches und Gesellschaftlich-Politisches in einer Legende kombiniert wurden: Die hoch begabte Dichterin Ingeborg Bachmann als Ikone des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, die Deutschland internationale Anerkennung verschaffen sollte.[62][62.1] Nach dem Erscheinen der Gedichtbände Die gestundete Zeit (1953) und Anrufung des Großen Bären (1956) wurde Bachmann als „führende poetische Stimme ihrer Generation“ eingestuft. Wegen des metaphorischen Stils konnten ihre Gedichte unterschiedlich gedeutet und von verschiedenen politischen Standpunkten aus geschätzt werden.[62.2] Die Verlagerung ihres Schwerpunkts von der Lyrik zur Prosa Ende der 1950er Jahre brachte das Bild der Kritik ins Wanken. Nicht wenige Kritiker, darunter Marcel Reich-Ranicki, hielten daran fest, dass Bachmanns Genialität vor allem in der Lyrik zum Ausdruck käme. Dennoch verkaufte sich Das dreißigste Jahr (1961) besser als die Gedichtbände und stand sogar auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.[62.2]

Als 1964 unter dem Titel Gedichte, Erzählungen, Hörspiel, Essays eine Auswahl aus Bachmanns Werk erschien, wurden in der Folge vor allem die Essays als Schlüssel für das Gesamtwerk gesehen. Auch diese Veröffentlichung führte die Spiegel-Bestsellerliste an. Zwar blieben einzelne Rezensenten weiterhin bei ihrer Meinung, dass Bachmann nur als Lyrikerin Meisterschaft erreicht habe, doch andere sahen gleichwertige Leistungen in verschiedenen Gattungen.[62.2] Ein Rezeptionsschwerpunkt lag in den 1970er Jahren auf der Sprachthematik und den Bezügen zu Martin Heidegger und Ludwig Wittgenstein.[63]

Als 1971 der Roman Malina erschien, stand er im Widerspruch zur herrschenden Meinung über die Funktion von Literatur. Seine Konzentration auf das persönliche, weibliche Privatleben und der Verzicht auf gesellschaftliche Fragestellungen wurden daher kontrovers diskutiert, ebenso wie die Erzählungen des Bandes Simultan (1972).[62.3] Letztere wurden als „leichter zugänglich, konkreter und präziser“ als Malina wahrgenommen, und der Humor in den Texten wurde als eine neue Dimension bei Bachmann hervorgehoben. Auch wurde von der Kritik die „österreichischen Dimensionen“ betont. Die Rezeption von Simultan markiert einen Wendepunkt in der Bachmann-Literaturkritik: Ingeborg Bachmann wurde nun, auch über ihren Tod hinaus, als Schriftstellerin gesehen, die in unterschiedlichen literarischen Genres Bedeutendes schuf und die sowohl als westdeutsche als auch als österreichische Autorin gelten konnte.[62.3]

Das Erscheinen der Werkausgabe in vier Bänden (1978) ermöglichte unter Einbeziehung von Nachlassfragmenten einen ersten Überblick über Bachmanns Gesamtwerk und bewirkte in der Bachmann-Rezeption eine Verlagerung der Schwerpunkte von der Lyrik zur Prosa. Parallel wurde 1978/1979 Bachmanns Beschäftigung mit der Position der Frau im Patriarchat deutlich und führte zur „Entdeckung der anderen (feministischen) Bachmann“.[62.4] Malina galt als „Kultbuch“, die Texte des Todesarten-Projekts erregten in der Öffentlichkeit großes Interesse.[62.4] Dabei wurde zunächst kritisiert, dass die Frauenfiguren zu sehr in ihrer Opferrolle verharrten und nicht genug zur Veränderung der Gesellschaft beitrügen. In den 1980er Jahren aber wurde dieser Anspruch an die Literatur nicht mehr erhoben. Stattdessen ging es darum, männliche Gewalt gegen Frauen aufzudecken. Unter Bezug auf den französischen Poststrukturalismus fand man in Bachmanns Texten die weibliche Stimme, die sich im Patriarchat gegen Widerstände Gehör verschaffte.[62.5] Ende der 1980er Jahre standen feministische Analysen im Zentrum der Bachmann-Forschung und beeinflussten auch den Blick auf andere Autorinnen.[62.6] Doch nicht überall wurde der neue Ansatz als ernsthafte Richtung wahrgenommen: Bei Andreas Hapkemeyer wurde er 1990 noch nicht erwähnt, während er in der Darstellung von Peter Beicken (1988) bereits als selbstverständlich betrachtet wird.[64][65] Die feministische Interpretationsrichtung fand sich zwar auch in den 1990er Jahren noch, doch wurden zunehmend weitere Gender-Studies-Perspektiven und postkoloniale Ansätze einbezogen.[62.6]

Die Rezeptionsansätze seit den 1990er Jahren diskutieren zum einen erneut das Verhältnis von Bachmanns Leben und Werk. Zum anderen bestätigen internationale Tagungen und Veröffentlichungen zur Präsenz Bachmanns in der literarischen, künstlerischen und musikalischen Welt auch des 21. Jahrhunderts die Stellung Ingeborg Bachmanns als „zentrale Autorin der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts“.[62.7] Drittens erregen die intertextuellen Bezüge über das Bachmann-Werk hinaus Aufmerksamkeit,[62.8] etwa die poetischen Bezüge zwischen den Werken von Bachmann und Celan.[66] Bachmanns Beziehung zur Musik ist ein eigener Forschungsbereich geworden.[62.9] Schon seit den 1980er Jahren wird die Auseinandersetzung der Autorin mit Geschichte, vom Nationalsozialismus bis zur Sozialgeschichte der Gewalt, immer wieder untersucht.[62.10] Die Briefwechsel, die seit der Jahrtausendwende erschienen sind, sind Grundlage für die Würdigung von Bachmanns zentraler Rolle im kulturellen Leben ihrer Zeit, etwa in Italien, und begünstigen eine Abkehr vom „tragischen Bachmannbild“, das Leiden und Krankheit in den Vordergrund stellte.[62.11]

Rezeption und Wirkung in der Literatur

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In Hans Weigels Roman Unvollendete Symphonie, einem 1951 erschienenen Roman über seine Beziehung zu Bachmann, wird diese erstmals eine Figur im Werk eines männlichen Autors.[67] Auch Paul Celan und Max Frisch bezogen die Autorin in ihr Werk ein. Nach Bachmanns Tod erschienen zahlreiche Nachrufe aus der literarischen Welt und die inhaltlichen Bezüge weiteten sich stark aus. Beispiele hierfür sind Eine Reise nach Klagenfurt (1974) von Uwe Johnson und Der Stimmenimitator von Thomas Bernhard. In Bernhards Roman Auslöschung geht die Figur der Maria auf Ingeborg Bachmann zurück, die Figur der Joana in Holzfällen wird ebenfalls mit der Dichterin in Verbindung gebracht.[36.2]

Auch Autorinnen und Autoren, die Bachmann nicht persönlich gekannt hatten, bezogen und beziehen sich auf sie – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So hat etwa Christa Wolf wesentlich zur Bachmann-Rezeption in der DDR und der BRD beigetragen.[36.3] In Kindheitsmuster (1976), ihrer Büchnerpreis-Rede (1980) und der letzten ihrer vier Frankfurter Poetik-Vorlesungen (1982) wird deutlich, wie sich Christa Wolfs Blick auf Bachmann verändert hat.[36.4] Auf die Verwandtschaft der Texte von Anne Duden und Ingeborg Bachmann wurde bereits mehrfach hingewiesen:[36.4] Angst wird von den Figuren beider Autorinnen als Grundzug der weiblichen Existenz wahrgenommen, ein Rückzug in einen inneren Zufluchtsraum ist die Folge. Die weiblichen Figuren sind häufig sprachlos und drücken sich über ihren Körper aus, während Männer über Sprache herrschen.[36.4] Das Judasschaf (1985) wurde bereits als „Fortsetzung des Todesarten-Projekts“ interpretiert.[36.4] In Ulla Hahns erstem Roman Ein Mann im Haus (1991) sah Susanne Baackmann einen Bezug zu Bachmanns Undine geht (1961) und Malina;[68] Gemeinsamkeiten mit diesem finden sich auch mit Birgit Vanderbekes Erzählung Das Muschelessen (1990), für die die Autorin den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt.[36.4] Hervorzuheben sind die zahlreichen Bachmann-Bezüge im Werk der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek. Ein Aspekt ist dabei die Frau als Opfer des Mannes, ein anderer die Macht der sozialen und politischen Strukturen über die weiblichen Figuren, wie etwa in Jelineks Roman Die Klavierspielerin (1983). Dessen Protagonistin Erika lässt sich als Intensivierung des Ich in Malina oder der weiblichen Figuren in Simultan verstehen: Die Frauen sind unglücklich, glauben aber häufig, ihr Schicksal selbst lenken zu können und durchschauen nicht, dass sie von der Gesellschaft an Erkenntnissen über die Ursachen ihres Leids gehindert werden.[36.5] Elfriede Jelinek schrieb auch das Drehbuch zur Malina-Verfilmung von Werner Schroeter (1991).

Als das Züricher Projekt Schriftwechsel – Frauen und Literatur sich 1993 Ingeborg Bachmann widmete, zeigte sich, dass auch in der Schweiz junge Autorinnen ihr überwiegend „mit Respekt, ja Ehrfurcht begegnen“. Die Beschäftigung mit Bachmann unterstütze sie dabei, Probleme ihrer eigenen Subjektivität und ihres Schreibens in Texten zu reflektieren. Bachmanns Beispiel wurde aber im Unterschied zu früheren Jahrzehnten nicht mehr als Referenzpunkt benutzt, um die literarische Thematisierung der Verletzung von Frauen durch Männer zu rechtfertigen. Politische Bezüge zu gegenwärtigen Konflikten waren die Ausnahme; nur Mariella Mehr stellte in ihrem Text eine Verbindung zwischen der Sehverweigerung der Protagonistin Miranda aus der Erzählung Ihr glücklichen Augen mit dem Verdrängen der Verbrechen in Solingen, Mogadischu, Sarajevo und anderswo her.[36.6]

Zwar findet sich also bis in die Gegenwart hinein eine produktive literarische Auseinandersetzung mit dem Werk Ingeborg Bachmanns. Doch im Bewusstsein von jüngeren Autorinnen und Autoren des 21. Jahrhunderts – selbst denen, die beim Ingeborg-Bachmann-Preis in den letzten Jahren ausgezeichnet wurden – ist Bachmann kaum noch als „Traditionslinie oder Referenzpunkt“ präsent. Eine Ausnahme stellt Nora Gomringer mit ihrem Text zur Dichtungssprache (2011) dar.[36.7]

Rezeption in Fernsehen und Film

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Ingeborg Bachmann war schon früh im Fernsehen präsent, was zu ihrer Bekanntheit und Ikonisierung beitrug. Gezeigt wurde sie unter anderem 1964 bei der Entgegennahme des Georg-Büchner-Preises, 1968 bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises und mehrfach in Dokumentationen zur Gruppe 47.[69][69.1] In Filmporträts, die sich gezielt der Autorin widmeten, wurden Biografie und Werk oft stark vermischt und Bilder ohne Darstellung des Entstehungszusammenhangs eingebaut. In dem Bemühen, objektivere Darstellungen zu schaffen, wurden häufig Statements von Menschen aus Bachmanns Umfeld in die Filme eingebaut. Gerda Haller, seit 1973 freie Mitarbeiterin des ORF für Fernseh- und Filmproduktionen, schuf 1969, 1973 und 1974 einflussreiche Filmporträts. 1980 entstand der viel beachtete Film Der ich unter Menschen nicht leben kann von Peter Hamm, in dem unter anderem verschiedene Vermutungen zu Bachmanns Tod zu hören sind. 2005 wurde das Feature Bachmann gegen Frisch von Peter Beringer über die Beziehung von Bachmann und Frisch ausgestrahlt, 2006 Partitur einer Freundschaft von Norbert Beilharz über Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze.[69.1]

Pläne für Verfilmungen von Bachmanns Werken gab es zwar schon 1959, doch sie wurden nicht umgesetzt. Ohne Beteiligung Bachmanns wurden 1970 als erster Fernsehfilm Blaues Wild auf der Basis der Erzählung Unter Mördern und Irren gesendet sowie 1972 im ZDF eine Verfilmung von Der gute Gott von Manhattan mit Matthieu Carrière, der 1991 die Titelrolle in der Verfilmung von Malina übernahm[69.2]. Dieser mehrfach preisgekrönte Film von Werner Schroeter nach einem Drehbuch von Elfriede Jelinek mit der Hauptdarstellerin Isabelle Huppert hatte nicht nur eine große Öffentlichkeitswirkung, sondern beeinflusste auch die Bachmannrezeption und -forschung stark. Zum Streitgegenstand wurde dabei die Frage nach dem autobiografischen Gehalt von Roman und Film. Schroeter, Jelinek und Huppert stellten in Interviews mehrfach die Beziehung des Films zu Bachmanns Leben heraus, während Bachmann selbst den Text nur als „geistige, imaginäre Autobiografie“ bezeichnet hatte.[69.3] Die Forschung sieht Verfilmungen inzwischen nicht mehr als Umsetzungen in einem anderen Medium, sondern als „eine besondere Form des Zitierens innerhalb eines neuen medialen Kontexts“. Diese setzt literarische Texte in einen neuen, ungewohnten Zusammenhang und fordert das Publikum heraus.[70]

In den letzten Jahren nahm die Beschäftigung mit Ingeborg Bachmann im Bereich Film wieder zu. 2016 kam Die Geträumten der österreichischen Regisseurin Ruth Beckermann in die Kinos. Darin lesen Anja Plaschg und Laurence Rupp als „Spiel im Spiel“ Briefe von Ingeborg Bachmann und Paul Celan für eine Radioproduktion ein.[71] Grundidee ist es, „die jungen Schauspieler von heute mit den jungen Dichtern von damals zu konfrontieren.“ und mit Elementen von Experimental- und Spielfilm zur Lektüre anzuregen.[71][69.4] Im Jahr 2023 entstand unter der Regie von Margarethe von Trotta der Spielfilm Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste mit Vicky Krieps in der Titelrolle. Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war von Regina Schilling mit Sandra Hüller ist als Eröffnungsfilm für das DOK.fest München 2026 vorgesehen. Er beschäftigt sich mit Bachmanns Leben und Werk und enthält Spielszenen, Archivmaterial und Bachmann-Texte.[72][73]

Würdigungen (Auswahl)

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Ingeborg Bachmann Haus, Klagenfurt

Bachmanns Nachlass befindet sich seit 1979 in der Österreichischen Nationalbibliothek.[77] 2025 wurde die Ingeborg-Bachmann-Bibliothek in der Universitätsbibliothek Klagenfurt eröffnet. Sie umfasst die persönliche Bibliothek Bachmanns sowie Originalausgaben ihrer Werke.[78]

1976 wurde von der Stadt Klagenfurt der Ingeborg-Bachmann-Preis gestiftet, der seit 1977 jährlich während der mehrtägigen Tage der deutschsprachigen Literatur verliehen wird und als einer der bedeutendsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum gilt.

Seit 2025 ist das Klagenfurter Elternhaus der Schriftstellerin als Ingeborg Bachmann Haus für die Öffentlichkeit zugänglich.[79]

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Ingeborg Bachmann Kuppel.jpg

Die von Armin Guerino entworfene Ingeborg-Bachmann-Kuppel ging aus einer Ausschreibung des Kärntner Kulturfonds hervor und wird seit 2021 jedes Jahr an einem anderen Standort aufgebaut, so bereits in Klagenfurt, Wien und Nova Gorica. Verbunden mit einem Kunstfestival sollen im Sinne Bachmanns „neue Ideen und innovative Formate“ im öffentlichen Raum geschaffen werden.[80]

Werke (Auswahl)

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  • Die Werke und Briefe Ingeborg Bachmanns (Salzburger Edition). Herausgegeben von Hans Höller bzw. Uta Degner und Irene Fußl unter Mitarbeit von Silvia Bengesser und Martin Huber. München, Piper; Berlin, Suhrkamp.[81]
    • »Male oscuro« Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit. Traumnotate, Brief- und Redeentwürfe. Herausgegeben von Isolde Schiffermüller und Gabriella Pelloni. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2017, ISBN 978-3-518-42602-9.
    • Das Buch Goldmann. Herausgegeben von Marie Luise Wandruszka. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2017, ISBN 978-3-518-42601-2.
    • »schreib alles was wahr ist auf« Der Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Hans Magnus Enzensberger. Herausgegeben von Hubert Lengauer. München, Berlin, Zürich: Piper, Suhrkamp 2018, ISBN 978-3-518-42613-5.
    • Das dreißigste Jahr. Herausgegeben von Rita Svandrlik unter Mitarbeit von Silvia Bengesser und Hans Höller. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2020, ISBN 978-3-518-42607-4.
    • »halten wir einander fest und halten wir alles fest!« Der Briefwechsel mit Ilse Aichinger und Günter Eich. Herausgegeben von Irene Fußl und Roland Berbig. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2021, ISBN 978-3-518-42617-3.
    • Anrufung des Großen Bären. Gedichte. Herausgegeben von Luigi Reitani. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2022, ISBN 978-3-518-42605-0.
    • »über Grenzen sprechend«. Die Briefwechsel mit Marie Luise Kaschnitz, Hilde Domin, Nelly Sachs. Herausgegeben von Barbara Agnese. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2022, ISBN 978-3-518-42609-8.
    • Die gestundete Zeit. Gedichte. Herausgegeben von Irene Fußl. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2023, ISBN 978-3-518-42604-3.
    • „Wir haben es nicht gut gemacht.“ Der Briefwechsel Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Herausgegeben von Hans Höller, Renate Langer, Thomas Strässle und Barbara Wiedemann. Piper, München; Suhrkamp Berlin 2022, ISBN 978-3-518-43069-9.
    • »Senza casa«. Autobiographische Skizzen, Notate und Tagebucheintragungen. Herausgegeben von Isolde Schiffermüller, Gabriella Pelloni und Silvia Bengesser. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2024, ISBN 978-3-518-43157-3.
    • Ein Ort für Zufälle. Herausgegeben von Martina Wörgötter. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2025, ISBN 978-3-518-43186-3.
    • Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll. „Was machen wir aus unserem Leben?“ Der Briefwechsel. Herausgegeben von Renate Langer. Köln, Kiepenheuer & Witsch; München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2025, ISBN 978-3-518-42606-7.
    • Malina. Herausgegeben von Renate Langer und Caroline Scholzen. München, Piper; Berlin, Suhrkamp 2026, ISBN 978-3-518-43286-0.

Essays und Reden

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  • Die kritische Aufnahme der Existentialphilosophie Martin Heideggers. Dissertation (1949)
  • Versuch über Heidegger (1952)
  • Der Mann ohne Eigenschaften (1952)
  • Ludwig Wittgenstein. Zu einem Kapitel der jüngsten Philosophiegeschichte (1953)
  • Die Welt Marcel Prousts. Einblicke in ein Pandämonium (1958)
  • Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden (1959)
  • Probleme zeitgenössischer Dichtung. Frankfurter Poetikvorlesungen (1959/1960)
  • Reflexionen über Berlin (1963)
  • Ein Ort für Zufälle. Rede zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises (1964)
  • Thomas Bernhard. Ein Versuch (1969)
  • Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises (1972)
  • Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze: Briefe einer Freundschaft (2004)
  • Ingeborg Bachmann und Paul Celan: Herzzeit – Der Briefwechsel (2008)
  • Ingeborg Bachmann: Kriegstagebuch. Mit Briefen von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann (2010)

Weitere Briefwechsel in der Salzburger Edition

  • Ingeborg Bachmann: Wir müssen wahre Sätze finden. Gespräche und Interviews (1991)
  • Ingeborg Bachmann: Ein Tag wird kommen (2005)

Adaptionen (Auswahl)

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Theateraufführungen

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  • Frieder W. Bergner: Schwarzer Walzer
  • Moritz Eggert: Avec ma main brulée (nach Malina) für 12 Performer, heute für 12 Sprecher, Böhmische Hymne für gurgelnde Stimmen (1997)
  • Hans Werner Henze:
    • Nachtstücke und Arien für Sopran und Orchester (1957)
    • Lieder von einer Insel für Kammerchor, Posaune, 2 Violoncelli, Kontrabass, Portativ, Schlagwerk und Pauken (1964)
    • Paraphrasen über Dostojewski für Sprechstimme und 11 Instrumente (1990)
  • Manfred Heyl: Drei Lieder
  • Dieter Kaufmann: Evocation – Oratorium gegen die Gewalt nach Gedichten von Ingeborg Bachmann (UA 17. November 1968, ORF-Funkhaus Klagenfurt)
  • Annette Schlünz: Rosen für Mezzosopran und Klavier (1988)
  • Wolfgang Schoor: Welch Wort, in die Kälte gerufen. für Sopran und Orchester (1988)
  • Julia Tsenova: A Song Cycle für Sopran und Klavier (2001)
  • Birgitta Trommler, Moritz Eggert: Gegenwart – ich brauche Gegenwart. Tanztheater über Ingeborg Bachmann (1997)
  • Adriana Hölszky: Der gute Gott von Manhattan. Nach einem Hörspiel von Ingeborg Bachmann. UA Schwetzingen 2004
  • Matthias Bonitz:
    • Es könnte viel bedeuten für Sopran und Orchester UA Recklinghausen 1992
    • Erklär mir, Liebe für Sopran und Orchester UA Recklinghausen 1992
    • Psalm für Bass, Violoncello und Klavier 2019
    • Thema und Variation für Sopran und Klavier 2018
    • Geh, Gedanke für Bass und Klavier 2018
  • Tim van Jul: Bachmann Loops, 2020[84]
  • Laut Fragen: Meine Schreie (Ingeborg Bachmann-Tracks)[85] 2021
  • Kerstin Wahl:
    • Aria 1 für Mezzosopran, mehrstimmiger Gesang und Gitarre (2023)
    • Die Welt ist weit für Mezzosopran, Klavier, Violine/Viola (2023)[86]
    • Nord und Süd für Mezzosopran und Gitarre (2023)[86]
    • Wie soll ich mich nennen für Mezzosopran und Gitarre, (2005/2022)

Literatur (Auswahl)

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Biografien
Weitere Literatur zum Leben Ingeborg Bachmanns
  • Adolf Opel: „Landschaft, für die Augen gemacht sind.“ Ingeborg Bachmann in Ägypten. Deuticke, Wien 1996, ISBN 3-216-30201-6.
  • Adolf Opel: „Wo mir das Lachen zurückgekommen ist…“ Auf Reisen mit Ingeborg Bachmann. Langen Müller, München 2001, ISBN 3-7844-2830-4.
  • Monika Albrecht: Man muss überhaupt ein Buch auf verschiedene Arten lesen können. Ingeborg Bachmann: Historischer Kontext, Biographical Turn, und ein kritisches Korrektiv zum Thema Max Frisch. In: Transkulturelle Hermeneutik I. Vorträge auf Einladung des Walter Benjamin-Lehrstuhls für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Herausgegeben von Michael Fisch und Christoph Schmidt. Weidler, Berlin 2020, ISBN 978-3-89693-750-6, S. 47–100 (= Beiträge zur transkulturellen Wissenschaft. Band 12).
  • Fleur Jaeggy: Die letzten Tage von Ingeborg. Suhrkamp, Berlin 2026, ISBN 978-3-518-43329-4
Filme zu Ingeborg Bachmann
  • Zu Gast bei Ingeborg Bachmann. Fernsehdokumentation, Rom, Mai 1969[1.7]
  • Ingeborg Bachmann in Rom. Film von Gerda Haller, Rom, Juni 1972[1.13]
Sammelbände
Monographien
  • Hans Höller: Ingeborg Bachmann – Das Werk. Von den frühesten Gedichten bis zum Todesarten-Zyklus. Athenäum, Frankfurt am Main 1987, ISBN 978-3-610-08912-2.
  • Hartmut Spiesecke: „Ein Wohlklang schmilzt das Eis.“ Ingeborg Bachmanns musikalische Poetik. Klaunig Verlag, Berlin 1993.
  • Ariane Huml: „Silben im Oleander, Wort im Akaziengrün.“ Zum literarischen Italienbild Ingeborg Bachmanns. Wallstein, Göttingen 1999, ISBN 3-89244-330-0.
  • Joachim Eberhardt: „Es gibt für mich keine Zitate“. Intertextualität im dichterischen Werk Ingeborg Bachmanns. Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-18165-6.
  • Joseph McVeigh: Ingeborg Bachmanns Wien 1946–1953. Insel Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-458-17645-9.
  • Hans Höller, Arturo Larcati: Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag. Piper, München 2016, ISBN 978-3-492-97467-7.* Lina Užukauskaitė: Das Schöne im Werk Ingeborg Bachmanns. Zur Aktualität einer zentralen ästhetischen Kategorie nach 1945 (= Probleme der Dichtung. Studien zur deutschen Literaturgeschichte. Band 55). Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-8253-4820-5.

Bibliografien und andere Hilfsmittel

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  • Karl F. Stock, Rudolf Heilinger, Marylène Stock (Hrsg.): Bachmann-Bibliografien. Selbständige und versteckte Bibliografien zu Leben und Werk der Dichterin Ingeborg Bachmann. Graz, Stock & Stock 2016, ISBN 978-390-081858-6
  • Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2020, ISBN 3-476-01810-5.
Commons: Ingeborg Bachmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Leben und Werk im Überblick - eine Chronik. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2., erweiterte Auflage. J. B. Metzler, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 3–23.
    1. Seite 2
    2. 1 2 3 Seite 8
    3. Seite 12/13
    4. 1 2 Seite 13
    5. 1 2 3 Seite 19
    6. Seite 12
    7. 1 2 3 4 Seite 20
    8. 1 2 Seite 15
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    12. 1 2 3 4 Seite 21
    13. 1 2 Seite 22
    14. Seite 11
    15. Seite 20/23
    16. Seite 16
    17. Seite 9
  2. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0.
    1. 1 2 Seite 42
    2. Seite 46
    3. Seite 45
    4. Seite 51
    5. Seite 59
    6. Seite 76, 108
    7. Seite 66/67
    8. Seite 76/77
    9. Seite 78/79
    10. Seite 86
    11. 1 2 Seite 98
    12. Seite 110
    13. Seite 90
    14. Seite 70
    15. 1 2 Seite 92
    16. Seite 97
    17. Seite 89
    18. Seite 11
    19. Seite 112/114
    20. Seite 115
    21. Seite 117
    22. 1 2 Seite 101
    23. Seite 102
    24. Seite 106
    25. Seite 109
    26. 1 2 Seite 113
    27. Seite 108
    28. Seite 83/84
  3. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 46.
  4. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 48.
  5. 1 2 3 Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Bachmann, Ingeborg. In: Deutsche Biographie. 1. Juli 2023, abgerufen am 27. April 2025.
  6. Ingeborg Bachmann im Gespräch mit Karol Sauerland. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum (Hrsg.): Wir müssen wahre Sätze finden. Gespräche und Interviews. München/Zürich 1983, S. 141. Zitiert nach: Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 89.
  7. Katalogzettel Universitätsbibliothek Wien (Memento vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive)
  8. Hans Höller, Renate Langer, Thomas Strässle, Barbara Wiedemann (Hrsg.): Ingeborg Bachmann, Max Frisch. „Wir haben es nicht gut gemacht.“ Der Briefwechsel. 1. Auflage. Piper Verlag und Suhrkamp Verlag, München / Berlin / Zürich (Piper) und Berlin (Suhrkamp) 2022, ISBN 978-3-518-43069-9.
    1. 1 2 3 Seite 927, Stellenkommentar zu Brief 283
    2. Seite 911, Stellenkommentar zu Brief 265
    3. Seite 918, Stellenkommentar zu Brief 272, S. 528
    4. Seite 967
    5. Seite 923, Stellenkommentar zu Brief 278, S. 538
    6. Seite 927
    7. Seite 948
    8. Seite 912, Stellenkommentar zu Brief 265, Seite 513
    9. Seite 727, Stellenkommentar zu Brief 100
    10. Seite 953
    11. Seite 783, Stellenkommentar zu Brief 149
    12. Seite 968/969
  9. Helmut Böttiger: Seitensprünge, Nachlass-Angst. In: www.sueddeutsche.de. 14. Februar 2016, abgerufen am 21. März 2026.
  10. Kärntner Illustrierte / Kärntner Illustrierte Zeitung Gestaltung. Abgerufen am 13. April 2025.
  11. Nachwort Hans Weigel: Unvollendete Symphonie. Nachwort. Graz, Wien, Köln 1992, S. 197. Zitiert nach: Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 81
  12. Ingeborg Bachmann: Die Radiofamilie. Hrsg. Joseph McVeigh. Suhrkamp, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-42215-1, S. 402 f.
  13. Ina Hartwig: "Die Ingeborg hat ein Ei gelegt". In: Die Zeit. 26. Mai 2011, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. April 2026]).
  14. 1 2 Bachmann, Ingeborg - Deutsche Biographie. In: https://www.deutsche-biographie.de/. Abgerufen am 11. Juli 2025.
  15. Thomas Strässle, Barbara Wiedemann: Gegenseitiges Verhängnis. In: Ingeborg Bachmann, Max Frisch. „Wir haben es nicht gut gemacht.“ Der Briefwechsel. Piper und Suhrkamp, München, Berlin 2022, S. 585–609.
    1. 1 2 3 4 Seite 599
    2. Seite 600
    3. Seite 601
  16. Ingeborg Bachmann: Mai 1973. Interview von Alicija Walecka-Kowalska mit Ingeborg Bachmann. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum (Hrsg.): Ingeborg Bachmann. Wir müssen wahre Sätze finden. 2. Auflage. Piper Verlag, München / Zürich 1983, ISBN 3-492-02724-5, S. 130–134;132.
  17. Henning Ritter: Pressespiegel: Ingeborg Bachmann - Jacob Taubes - Höllenfahrt. Eine neue Archivphantasie. In: www.ingeborg-bachmann-forum.de. 20. April 2005, abgerufen am 21. März 2026.
  18. Ina Hartwig: Wer war Ingeborg Bachmann? Eine Biographie in Bruchstücken. 2. Auflage. S. Fischer Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-10-002303-2, S. 282, Anmerkung 114.
  19. Ingeborg Bachmann, Paul Celan: Herzzeit. Der Briefwechsel. Hrsg.: Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll, Barbara Wiedemann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-46115-0, S. 362.
    1. Seite 362
    2. Seite 351
    3. Seite 159, 344
    4. Seite 373
  20. 1 2 Sigrid Weigel, Bernhard Böschenstein: Paul Celan - Ingeborg Bachmann. Zur Rekonstruktion einer Konstellation. In: Bernhard Böschenstein, Sigrid Weigel (Hrsg.): Poetische Korrespondenzen. Vierzehn Beiträge. 2. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, S. 716;11.
  21. Paul Celan: Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. Mit den zugehörigen Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange. Hrsg.: Barbara Wiedemann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-518-42797-2, S. 671704.
  22. Sigrid Weigel, Bernhard Böschenstein: Paul Celan - Ingeborg Bachmann. Zur Rekonstruktion einer Konstellation. In: Bernhard Böschenstein, Sigrid Weigel (Hrsg.): Poetische Korrespondenzen. Vierzehn Beiträge. 2. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, S. 716;8.
  23. Marion Schmaus: Eine Poetologie des Selbst/Mordes. Überlegungen zur Wahlverwandtschaft zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Über die Zeit zu schreiben: literatur- und kulturwissenschaftliche Essays zu Ingeborg Bachmanns Todesarten-Projekt. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, ISBN 3-8260-1418-9, S. 114.
  24. Barbara Wiedemann, Bertrand Badiou: Laß uns die Worte finden. Zum Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan. In: Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll, Barbara Wiedemann (Hrsg.): Herzzeit. Ingeborg Bachmann - Paul Celan. Der Briefwechsel. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-518-42033-1, S. 215223;217.
  25. Ingeborg Bachmann: Todesarten-Projekt. Hrsg.: Dirk Göttsche, Monika Albrecht. 3.2., Malina. Piper, München, Zürich 1995, ISBN 3-492-04994-X, S. 799, 855.
  26. Hans Höller: Ingeborg Bachmann. Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 3-499-50545-2, S. 59.
  27. Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum, Clemens Münster (Hrsg.): Ingeborg Bachmann. Werke. 2. Auflage. Band 4. Piper, München 1982, ISBN 3-492-02774-1, S. 275277;275, 277.
  28. Monika Albrecht: Literarische Kontexte, Dialoge und Lektüren: Deutschsprachige Literatur nach 1945. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2., erweiterte Auflage. J. B. Metzler, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 340350;341.
  29. Sigrid Weigel: Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses. Paul Zsolnay, Wien 1999, ISBN 3-552-04927-4, S. 429430.
  30. Hans Höller: Ingeborg Bachmann. Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 3-499-50545-2, S. 63.
  31. Ingeborg Bachmann, Hans Werner Henze: Briefe einer Freundschaft. Hrsg.: Hans Höller. Piper, München / Zürich 2004, ISBN 3-492-04608-8, S. 123.
  32. 1 2 Ab die Post. Große Briefwechsel - «ein pakt gegen die bedrohlich dumme welt» | Cicero Online. In: https://www.cicero.de/. 2013, abgerufen am 12. Juli 2025.
  33. Ingeborg Bachmann, Hans Werner Henze: Briefe einer Freundschaft. Hrsg.: Hans Höller. Piper, München / Zürich 2004, ISBN 3-492-04608-8, S. 154.
  34. Ingeborg Bachmann, Hans Werner Henze: Briefe einer Freundschaft. Hrsg.: Hans Höller. Piper, München / Zürich 2004, ISBN 3-492-04608-8, S. 244 ff.
  35. Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2002, ISBN 3-476-01810-5, S. 3–23;14
  36. Jonas Nesselhauf, Sara Lennox: Literarische Rezeption und Wirkung. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 50–57.
    1. Seite 50
    2. Seite 51
    3. Seite 52
    4. 1 2 3 4 5 Seite 53
    5. Seite 54
    6. Seite 55
    7. Seite 55/56
  37. Schätze der Selbstkontrolle. In: Der Spiegel, 27. Juni 2011.
  38. Helmut Böttiger: Die Briefe von Ingeborg Bachmann und Max Frisch. In: Süddeutsche Zeitung Online. 19. November 2022, abgerufen am 19. November 2022.
  39. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 40.
  40. Luigi Reitani: Heimkehr nach Galicien. Heimat im Werk Ingeborg Bachmanns. Mit einem bisher unveröffentlichten Brief von Jean Améry an Ingeborg Bachmann. In: Barbara Agnese, Robert Pichl (Hrsg.): Topographien einer Künstlerpersönlichkeit. Neue Annäherungen an das Werk Ingeborg Bachmanns. Internationales Symposium Wien 2006. Königshausen & Neumann, Würzburg 2009, ISBN 978-3-8260-3711-5, S. 3146;33.
    1. 1 2 3 Seite 33
    2. Seite 37
    3. Seite 45
    4. Seite 36
  41. Ingeborg Bachmann: Kritische Schriften. Hrsg.: Monika Albrecht, Dirk Göttsche. Piper, München / Zürich 2005, S. 7.
  42. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 39.
  43. Luigi Reitani: Heimkehr nach Galicien Heimat im Werk Ingeborg Bachmanns. Mit einem bisher unveröffentlichten Brief von Jean Améry an Ingeborg Bachmann. In: Barbara Agnese, Robert Pichl (Hrsg.): Topographien einer Künstlerpersönlichkeit. Neue Annäherungen an das Werk Ingeborg Bachmanns. Königshausen & Neumann, Würzburg 2009, ISBN 978-3-8260-3711-5, S. 3146;4144.
  44. Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum, Clemens Münster (Hrsg.): Ingeborg Bachmann Werke. 2. Auflage. Band 4. Piper, München, Zürich 1982, ISBN 3-492-02774-1, S. 275277;277.
  45. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 49.
  46. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 5051.
  47. Ingeborg Bachmann im Gespräch mit Gerda Bödefeld. 24.12.1971. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum (Hrsg.): Wir müssen wahre Sätze finden. Gespräche und Interviews. München und Zürich, 1983, S. 111. Zitiert nach: Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 50
  48. Hans Höller: Ingeborg Bachmann. Reinbek bei Hamburg, 1999, S. 18.
  49. Dirk Göttsche: Ein 'Bild der letzten zwanzig Jahre'. Die Nachkriegszeit als Gegenstand einer kritischen Geschichtsschreibung des gesellschaftlichen Alltags in Ingeborg Bachmanns Todesarten-Projekt. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Über die Zeit schreiben. Literatur- und kulturwissenschaftliche Essays zu Ingeborg Bachmanns Todesarten-Projekt. Würzburg 1998, 161–202; 166
  50. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 53.
  51. Siegrid Weigel: Die andere Ingeborg Bachmann. In: Text + Kritik. 6: Ingeborg Bachmann. Sonderband, Gastredaktion Sigrid Weigel, S. 5–6;5. Zitiert nach: Monika Albrecht: Nationalsozialismus In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2., erweiterte Auflage, J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, S. 269–278; 275
  52. Ingeborg Bachmann: Kriegstagebuch. Mit Briefen von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann. Suhrkamp, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-42145-1, S. 14.
  53. Ingeborg Bachmann: Malina. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum, Clemens Münster (Hrsg.): Ingeborg Bachmann Werke. Band 3. München / Zürich 1978, S. 175.
  54. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 61.
  55. Kurt Bartsch: Ingeborg Bachmann. 2. Auflage. Stuttgart, 1997, S. 147. Zitiert nach: Monika Albrecht: Nationalsozialismus In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2., erweiterte Auflage, J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, S. 269-278;275
  56. Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10123-0, S. 52.
  57. Ingeborg Bachmann: Rede und Nachrede. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum, Clemens Münster (Hrsg.): Ingeborg Bachmann Werke. Bände 1-4,. Band 1. München, Zürich 1978, S. 117.
  58. Ingeborg Bachmann: Hinter der Wand. In: Christine Koschel, Inge von Weidenbaum, Clemens Münster (Hrsg.): Ingeborg Bachmann Werke. Bände 1-4,. Band 1. München, Zürich 1978, S. 15.
  59. Joachim Eberhardt: Sprachphilosophie und poetologische Sprachreflexion. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 299–302.
    1. 1 2 3 4 Seite 299
    2. 1 2 3 Seite 300
  60. Peter Fehl: Sprachskepsis und Sprachhoffnung im Werk Ingeborg Bachmanns. Dissertation. Mainz 1970, zitiert nach: Joachim Eberhardt: Sprachphilosophie und poetologische Sprachreflexion. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung., 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin, 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 299.
  61. Jonas Nesselhauf: Gender- und Körperdiskurs. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 372–377.
    1. 1 2 Seite 372
    2. 1 2 3 4 Seite 373
    3. 1 2 Seite 374
    4. 1 2 Seite 375
  62. Monika Albrecht, Dirk Göttsche, Sara Lennox: Rezeptionsgeschichte. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 31–49.
    1. Seite 31 mit weiteren Nachweisen
    2. 1 2 3 Seite 32
    3. 1 2 Seite 33
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    8. Seite 39
    9. Seite 40
    10. Seite 41
    11. Seite 43
  63. Monika Albrecht: Literarische Kontexte, Dialoge und Lektüren: Deutschsprachige Literatur nach 1945. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2., erweiterte Auflage. J. B. Metzler, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 340350;340.
  64. Andreas Hapkemeyer: Ingeborg Bachmann. Entwicklungslinien in Werk und Leben. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1759-0.
  65. Peter Beicken: Ingeborg Bachmann. C. H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32277-8, S. 15.
  66. Monika Albrecht: Literarische Kontexte, Dialoge und Lektüren: Deutschsprachige Literatur nach 1945. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2., erweiterte Auflage. J. B. Metzler, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 340350;340.
  67. univie.ac.at (Memento vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF)
  68. Susanne Baackmann: Erklär mir Liebe. Weibliche Schreibweisen von Liebe in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Hamburg 1995, S. 189 ff., zitiert nach: Jonas Nesselhauf, Sara Lennox: Literarische Rezeption und Wirkung. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung., 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin, 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 50–57; 53.
  69. Andrea Kresimon: Rezeption in Film und Fernsehen. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2. Auflage. J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 5862.
    1. 1 2 Seite 58
    2. Seite 59
    3. Seite 60 mit weiteren Nachweisen
    4. Seite 60
  70. Jasmin Luise Hermann: Literaturverfilmung und die Grammatik der Transformation. Über Erzählstrukturen, filmische Äquivalenzen und Intertextualität. Hamburg, 2005, S. 13. Zitiert nach: Andrea Kresimon: Rezeption in Film und Fernsehen. In: Monika Albrecht, Dirk Göttsche: Bachmann-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. 2. Auflage, J. B. Metzler Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05666-5, S. 58-62;61
  71. 1 2 Süddeutsche Zeitung: Das Knistern des Zigarettenpapiers. 15. Februar 2016, abgerufen am 31. Oktober 2023.
  72. INGEBORG BACHMANN - JEMAND, DER EINMAL ICH WAR. In: https://www.dokfest-muenchen.de/. 2026, abgerufen am 4. April 2026.
  73. Weltkino Filmverleih | Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war. In: https://weltkino.de/. 2026, abgerufen am 4. April 2026.
  74. Ingeborg Bachmann: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" - Ingeborg Bachmanns berühmte Dankesrede zum Hörspielpreis der Kriegsblinden - artmix.galerie. In: https://www.br.de/. BR, 10. Juli 2021, abgerufen am 14. Juli 2025.
  75. Ingeborg Bachmann: Podcast: Ingeborg Bachmann - Büchnerpreisrede 1964. In: https://www.ardsounds.de. 27. Oktober 1964, abgerufen am 19. April 2026.
  76. Liste der Wildganspreisträger iv.at
  77. Ingeborg Bachmann: Nachlaß Ingeborg Bachmann. In: https://search.onb.ac.at. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 19. April 2026.
  78. Forschungskommunikation: Ingeborg-Bachmann-Bibliothek (IBB) wird am 28. November an der Universität Klagenfurt feierlich eröffnet. In: Universität Klagenfurt. 18. November 2025, abgerufen am 28. November 2025 (deutsch).
  79. Ingeborg Bachmann Haus Klagenfurt. In: https://landesmuseum.ktn.gv.at/. Landesmuseum für Kärnten Sammlungs- und Wissenschaftszentrum, abgerufen am 14. Mai 2026.
  80. Armin Guerino, Gerhard Fresacher: Die Kuppel. In: https://www.bachmann-kuppel.at. Kulturverein Kupplung-Sklopka-Accopiamento, 2021, abgerufen am 14. Mai 2026.
  81. Die von den Verlagen Suhrkamp und Piper herausgegebene „Salzburger Edition“ ist die erste Gesamtausgabe der Prosa, Gedichte und Essays, der Hörspiele, Libretti sowie der Korrespondenzen Ingeborg Bachmanns. Die auf circa 30 Bände angelegte Ausgabe macht darüber hinaus sämtliche unbekannten Texte aus dem Nachlass zugänglich.
  82. Mitteilung zur Inszenierung (Memento vom 4. Mai 2013 im Internet Archive); abgerufen am 6. August 2014.
  83. Malina | berliner-ensemble. 25. Juni 2026, abgerufen am 2. Mai 2026.
  84. Bachmann Loops, by Tim van Jul. Abgerufen am 21. Januar 2025.
  85. Meine Schreie, by Laut Fragen. Abgerufen am 18. Juni 2021.
  86. 1 2 Kerstin Ira Wahl. Abgerufen am 21. Januar 2025 (englisch).
  87. Ingeborg Bachmann und die Philosophie. Abgerufen am 25. Juni 2024.