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Kursk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stadt
Kursk
Курск
Flagge Wappen
BERJAYA
Flagge
BERJAYA
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Kursk
Stadtkreis Kursk
Bürgermeister Nikolai Owtscharow
Erste Erwähnung 1032
Stadt seit 1779
Fläche 190 km²
Bevölkerung 415.159 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 2185 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 250 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 4712
Postleitzahl 305000–305048
Kfz-Kennzeichen 46
OKATO 38 401
Website www.kurskadmin.ru
Geographische Lage
Koordinaten 51° 43′ N, 36° 11′ OKoordinaten: 51° 43′ 0″ N, 36° 11′ 0″ O
Kursk (Europäisches Russland)
Kursk (Europäisches Russland)
BERJAYA
Lage im Westteil Russlands
Kursk (Oblast Kursk)
Kursk (Oblast Kursk)
BERJAYA
Lage in der Oblast Kursk
Liste der Städte in Russland
BERJAYA
Die Snamenski-Kathedrale in Kursk
BERJAYA
Die Leninstraße im Zentrum von Kursk
BERJAYA
Schukow-Denkmal
BERJAYA
Kursker Süßwarenfabrik

Kursk (russisch Курск) ist eine Stadt im europäischen Teil Russlands.

Kursk ist Hauptstadt der Oblast Kursk und liegt rund 500 km südlich von Moskau nahe der Grenze zur Ukraine. Die Stadt, die vom Seim durchflossen wird, hat 415.159 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Westlich der Stadt befindet sich ein Meteoritenkrater mit 5,5 Kilometern Durchmesser, siehe Krater Kursk.

Stadtgliederung

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Stadtkreis
(Administratiwny okrug)
Russischer Name Einwohner
(14. Oktober 2010)[1]
Bemerkung
Schelesnodoroschny Железнодорожный 67.394 Name von Schelesnaja doroga (Eisenbahn), bis 1994 Kirowski rajon
Seimski Сеймский 147.419 Name vom Fluss Seim, bis 1994 Promyschlenny rajon (Industrie-Rajon)
Zentralny Центральный 200.346 Name bedeutet Zentralrajon, bis 1994 Leninski rajon
Kursk
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
42
 
-6
-12
 
 
33
 
-5
-11
 
 
37
 
1
-5
 
 
42
 
12
3
 
 
52
 
19
9
 
 
72
 
23
12
 
 
76
 
24
14
 
 
55
 
23
13
 
 
51
 
17
8
 
 
43
 
10
3
 
 
52
 
2
-3
 
 
55
 
-3
-8
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: Roshydromet
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kursk
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) −5,7 −4,5 0,8 11,6 19,4 22,5 23,7 23,1 17,3 9,7 2,0 −2,6 9,8
Mittl. Tagesmin. (°C) −11,8 −10,9 −5,4 2,8 9,1 12,4 13,9 12,9 8,2 2,6 −2,8 −7,7 2
Niederschlag (mm) 42 33 37 42 52 72 76 55 51 43 52 55 Σ 610
Regentage (d) 10 8 9 8 8 10 9 7 8 7 10 11 Σ 105
Quelle: Roshydromet

Kursk wurde etwa 980 als Festung der Kiewer Rus gegründet und 1032 das erste Mal urkundlich erwähnt, Ausgrabungen deuten jedoch auf eine Besiedlung zumindest seit dem 5. Jahrhundert vor Christus hin. Die Stadt war ein befestigtes Handelszentrum.

1237 wurde sie von den Truppen der Goldenen Horde unter der Führung von Batu Khan völlig zerstört. Danach war die Stadt von mehreren kleinen russischen Fürstentümern umkämpft. 1285 wurde sie erneut von den Mongolen unter Nogai Khan verwüstet und niedergebrannt. 1362 wurde Kursk vom Großfürstentum Litauen erobert, 1500 folgte die Eroberung durch das Großfürstentum Moskau. Mitte des 16. Jahrhunderts haben krimtatarische Überfälle zur Verwüstung der Stadt geführt. 1586 wurde Kursk als Festung neugegründet und war bis zum 17. Jahrhundert den Angriffen Polen-Litauens (1611/12; 1634) und des Khanates der Krim ausgesetzt, konnte sie jedoch immer wieder abwehren. Die militärische Bedeutung der Stadt sank nach der Errichtung der Belgoroder Linie südlich von ihr.

1708 wurde Kursk dem Gouvernement Kiew zugeschlagen. 1727 fand ihre Aufnahme in das neugebildete Gouvernement Belgorod statt. 1779 erhielt sie Stadtrechte. 1797 wurde das neue Gouvernement Kursk geschaffen. In den 1860er-Jahren wurde die Stadt zu einem Knotenpunkt im neu errichteten Eisenbahnnetz, was einen Industrialisierungsschub zur Folge hatte. Nach der Auflösung des Gouvernements Kursk 1928 gehörte die Stadt zunächst zur Oblast Zentrale Schwarzerde. 1934 wurde die bis heute bestehende Oblast Kursk gebildet.

Zweiter Weltkrieg

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Im Zweiten Weltkrieg war Kursk vom 4. November 1941 bis zum 8. Februar 1943 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Während der Besatzung wurden ca. 3.000 Einwohner erschossen und etwa 10.000 als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich verschleppt. Bekannt ist die Schlacht bei Kursk (auch Schlacht am Kursker Bogen) von Juli und August 1943 als größte Panzerschlacht in der Geschichte der Kriegsführung.

18 km östlich von Kursk liegt die deutsche Kriegsgräberstätte Kursk-Bessedino (auch Besedino, 51° 42′ N, 36° 31′ O) mit etwa 26.070 Kriegstoten (2009), die am 17. Oktober 2009 eingeweiht wurde. Nach Ende der Umbettungen sollen rund 40.000 Kriegsopfer hier bestattet sein.[2][3][4][5]

In Kursk bestand das Kriegsgefangenenlager 145 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[6]

Nach dem Krieg wurde die Stadt wieder aufgebaut und es wurden neue Industriebetriebe angesiedelt.

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr Einwohner
189775.721
192698.780
1939119.977
1959204.712
1970284.162
1979375.345
1989424.239
2002412.442
2010415.159
2021440.052

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur

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Heute ist Kursk eine bedeutende Verwaltungs- und Industriestadt. Die Eisenverarbeitung, die chemische und die Lebensmittelindustrie sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. Daneben ist auch die Landwirtschaft von Bedeutung, da Kursk in der fruchtbaren Schwarzerdregion liegt.

Von besonderer Bekanntheit ist die Kursker Magnetanomalie (KMA), das weltgrößte bekannte Eisenerzbecken mit durchschnittlichem Eisengehalt zwischen 35 und 60 %.

In der Oblast Kursk liegt in der Nähe der Stadt Kurtschatow das Kernkraftwerk Kursk. Dort werden vier graphitmoderierte Reaktoren des Typs RBMK-1000 betrieben, der auch im Kernkraftwerk Tschernobyl im Einsatz war. Die Reaktoren gingen zwischen 1977 und 1986 in Betrieb.

Weiterführende Bildungseinrichtungen

  • Fakultät der Staatlichen Handelsuniversität Moskau
  • Filiale des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie
  • Geisteswissenschaftlich-technisches Institut
  • Abteilung Kursk der Regionalakademie für Staatsdienst Orel
  • Filiale Kursk des Juristischen Instituts Orlow des Innenministeriums Russlands
  • Institut für Business, Ökonomie und Management Kursk
  • Natur-/Geisteswissenschaftliches Institut Kursk
  • Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Kursk
  • Staatliche Medizinuniversität Kursk
  • Staatliche Technische Universität Kursk
  • Staatliche Universität Kursk

Kursk ist mit der russischen Hauptstadt Moskau über die Fernstraße M2 Krym verbunden. Gleichzeitig ist die Stadt Ausgangspunkt der Abzweigung R298, die in östlicher Richtung über Woronesch nach Borissoglebsk führt.

Im Zuge des Russischen Überfalls auf die Ukraine war der Bahnhof von Kursk am 20. August 2023 Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs, wobei das Empfangsgebäude beschädigt wurde, dessen Dachstuhl in Brand geriet.[7]

Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Awangard Kursk vertreten. Die Stadt war einer der Austragungsorte der Bandy-Weltmeisterschaften 1965. In Kursk ist das Damen-Basketballteam Dynamo Kursk beheimatet.

Söhne und Töchter der Stadt

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Städtepartnerschaften

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Kursk listet folgende 24 Partnerstädte auf:[8]

StadtLandseit
Bar BERJAYABERJAYA Montenegro2008
Belgorod BERJAYABERJAYA Russland2019
ChichesterBERJAYA South East England, Vereinigtes Königreich2006
Dębno BERJAYABERJAYA Westpommern, Polen2001
Donezk BERJAYABERJAYA Ukraine2008
Drochia BERJAYABERJAYA Moldau2017
Feodossija BERJAYABERJAYA Autonome Republik Krim, Ukraine2002
Gagarin Rajon, Sewastopol BERJAYABERJAYA Autonome Republik Krim, Ukraine2001
Gjumri BERJAYABERJAYA Schirak, Armenien2016
Homel BERJAYABERJAYA Wizebsk, Belarus2004
Jewpatorija BERJAYABERJAYA Autonome Republik Krim, Ukraine2015
Nawapolazk BERJAYABERJAYA Wizebsk, Belarus2014
Niš BERJAYABERJAYA Serbien2006
PizundaBERJAYA Abchasien, Georgien2008
Polazk BERJAYABERJAYA Wizebsk, Belarus2014
Sewerodwinsk BERJAYABERJAYA Archangelsk, Russland2001
Sochumi BERJAYABERJAYA Abchasien, Georgien2009
Speyer BERJAYABERJAYA Rheinland-Pfalz, Deutschland1989
Tczew BERJAYABERJAYA Pommern, Polen2007
Tiraspol BERJAYABERJAYA Transnistrien, Republik Moldau2003
Užice BERJAYABERJAYA Zlatibor, Serbien1967
Veria BERJAYABERJAYA Zentralmakedonien, Griechenland2016
Widjajewo BERJAYABERJAYA Murmansk, Russland2001
Witten BERJAYABERJAYA Nordrhein-Westfalen, Deutschland1990

Von 1998 bis 2014 existierte auch ein Abkommen mit BERJAYA Sumy in der BERJAYA Ukraine.[9]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Beschreibung Kriegsgräberstätte Kursk-Besedino
  3. Schreiben des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. an seine Mitglieder und Spender vom 24. März 2010
  4. Gedenkstätte (PDF; 662 kB)
  5. Friedliche Begegnung in Kursk, S. 11 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2026. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  6. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  7. jh: Drohnenangriff auf russischen Bahnhof. In: Eisenbahn-Revue International 10/2023, S. 468.
  8. Партнерские связи ǀ Администрация города Курска. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Juli 2016; abgerufen am 27. Dezember 2021.
  9. Суми розірвали партнерські відносини з Російським містом Сєвєродвінськ. Abgerufen am 27. Dezember 2021 (ukrainisch).
Commons: Kursk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Kursk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen