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Woiwodschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
BERJAYA
Woiwodschaften in deutscher Übersetzung (Stand: 1. Januar 2009)

Eine Woiwodschaft oder Wojewodschaft ist ein polnischer Verwaltungsbezirk als oberste Stufe der territorialen Gliederung in der Republik Polen (ISO 3166-2-Ebene, siehe ISO 3166-2:PL) und liegt in der Statistikebene NUTS-2. Nächstkleinere Selbstverwaltungseinheit ist der Powiat (Landkreis). Derzeit gibt es in Polen 16 Woiwodschaften.

Das Lehnwort Woiwodschaft, polnisch województwo (deutsch: Provinz) ist abgeleitet von Woiwode (deutsch: Heerführer, Herzog). Dieser Titel steht in der polnischen Geschichte in Kontrast zum Titel Książę, der etymologisch vom germanischen Wort kuningaz abgeleitet ist, aber ebenfalls zumeist mit Herzog übersetzt wird. Historisch ersetzten die Województwa als Verwaltungseinheiten eines geordneten Staatswesens zunehmend die stammesgeschichtlich und dynastisch entstandenen Księstwa (Fürsten- oder Herzogtümer).

Am 1. Januar 1999 entstanden die heutigen 16 Woiwodschaften, die größtenteils in etwa historische Gebiete darstellen. Ursprünglich waren 12 Woiwodschaften geplant; allerdings gab es politische Diskussionen, die zu einer Vergrößerung der Anzahl auf 16 führten. Die zusätzlichen vier Woiwodschaften waren Heiligkreuz, Oppeln, Lebus und Kujawien-Pommern.[1] Politische Überlegungen führten auch dazu, dass die Woiwodschaft Kujawien-Pommern zwei offizielle Hauptstädte hat, ebenso die Woiwodschaft Lebus.

Da Polen ein Einheitsstaat ist, weisen die Woiwodschaften im Gegensatz zu den deutschen Ländern keine Staatsqualität auf.

Jede Woiwodschaft besitzt als Selbstverwaltungsorgan eine Volksvertretung (Sejmik województwa, Woiwodschaftsversammlung, Woiwodschaftstag), die einen Vorstand (zarząd województwa, Woiwodschaftsvorstand) wählt und einen Vorsitzenden (marszałek województwa, Woiwodschaftsmarschall, Woiwodschaftspräsident) nominiert.

Der Woiwode (etwa Präfekt) ist hingegen der Vertreter der polnischen Zentralregierung, zuständig für Kontrolle der Selbstverwaltung der Woiwodschaften, Landkreise (Powiat) und Gemeinden (Gmina).

Liste der Woiwodschaften

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FlaggeWoiwodschaftHauptstadt der WoiwodschaftEinwohnerFläche
km²
Einw./km²Kfz-
Kenn­zeichen
ISO
BERJAYAWojewództwo dolnośląskie
Woiwodschaft Niederschlesien
Wrocław (Breslau)2.900.16319.947145DPL-02
BERJAYAWojewództwo kujawsko-pomorskie
Woiwodschaft Kujawien-Pommern
Bydgoszcz (Bromberg)
und
Toruń (Thorn)
2.072.37317.971115CPL-04
BERJAYAWojewództwo lubelskie
Woiwodschaft Lublin
Lublin2.108.27025.12284LPL-06
BERJAYAWojewództwo lubuskie
Woiwodschaft Lebus
Gorzów Wielkopolski (Landsberg a.d. Warthe)
und
Zielona Góra (Grünberg)
1.011.59213.98872FPL-08
BERJAYAWojewództwo łódzkie
Woiwodschaft Lodsch
Łódź (Lodsch)2.454.77918.219135EPL-10
BERJAYAWojewództwo małopolskie
Woiwodschaft Kleinpolen
Kraków (Krakau)3.410.90115.183225KPL-12
BERJAYAWojewództwo mazowieckie
Woiwodschaft Masowien
Warszawa (Warschau)5.423.16835.558153WPL-14
BERJAYAWojewództwo opolskie
Woiwodschaft Oppeln
Opole (Oppeln)982.6269.412104OPL-16
BERJAYAWojewództwo podkarpackie
Woiwodschaft Karpatenvorland
Rzeszów2.127.16417.846119RPL-18
BERJAYAWojewództwo podlaskie
Woiwodschaft Podlachien
Białystok1.178.35320.18758BPL-20
BERJAYAWojewództwo pomorskie
Woiwodschaft Pommern
Gdańsk (Danzig)2.343.92818.324128GPL-22
BERJAYAWojewództwo śląskie
Woiwodschaft Schlesien
Katowice (Kattowitz)4.517.63512.333366SPL-24
BERJAYAWojewództwo świętokrzyskie
Woiwodschaft Heiligkreuz
Kielce1.233.96111.710105TPL-26
BERJAYAWojewództwo warmińsko-mazurskie
Woiwodschaft Ermland-Masuren
Olsztyn (Allenstein)1.422.73724.17359NPL-28
BERJAYAWojewództwo wielkopolskie
Woiwodschaft Großpolen
Poznań (Posen)3.498.73329.826117PPL-30
BERJAYAWojewództwo zachodniopomorskie
Woiwodschaft Westpommern
Szczecin (Stettin)1.696.19322.90574ZPL-32

Alle Angaben von 2019.[2][3]

Historische Woiwodschaften

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Woiwodschaften im 14. bis 18. Jahrhundert

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Woiwodschaften und (rosa) lehensabhängige Gebiete 1619

Schon bald nach der Überwindung des Polnischen Partikularismus wurde das Königreich Polen 1308–1339 in Woiwodschaften eingeteilt. Deren Hauptstädte lagen oft nicht in der Mitte, sondern recht nahe bei dem der Königsstadt Krakau zugewandten Ende:

In Großpolen und Kujawien:

In Kleinpolen:

Zu der Zeit war Masowien nur durch die Zugehörigkeit zum Erzbistum Gnesen mit Polen verbunden. Mit seiner Integration in das polnische Staatswesen wurde es später ebenso in Woiwodschaften eingeteilt wie das Großfürstentum Litauen (und dessen ruthenische Länder, die unter die polnische Krone kamen) sowie das Königliche Preußen. Ausgenommen von diesem System waren die königlichen Freistädte (Danzig, Thorn, Elbing und Riga bis 1621).

Woiwodschaften 1816–1837 (Kongresspolen)

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Kongresspolen 1831

In den Jahren 1816 bis 1837 bestanden auch in Kongresspolen Woiwodschaften, diese wurden danach in Gouvernements umbenannt und mehrfach reorganisiert.

Woiwodschaften in der Zweiten Republik 1921–1939

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Woiwodschaften der Zweiten Republik

Da Polen schon seit der Vereinigung des Königreichs Polen mit dem Großfürstentum Litauen die Staatsbezeichnung Rzeczpospolita trug, wird die polnische Republik zwischen den Weltkriegen als Zweite Republik bezeichnet.

Woiwodschaften 1945–1975

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Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1975 war Polen zunächst in 16, ab 1950 in 17 Woiwodschaften gegliedert, als die Woiwodschaft Schlesien (1945–1950) in zwei geteilt wurde.

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Woiwodschaften 1950–1975

Woiwodschaften 1975–1998

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1975 wurde die Zahl auf 49 erhöht, offiziell um die Landesverwaltung zu optimieren, die Behörden in den Regionen zu stärken und die Missverhältnisse in den wirtschaftlichen Entwicklungen zwischen den Regionen auszugleichen. Keines der genannten Ziele wurde erreicht, stattdessen wurde, erwartungsgemäß, der Einfluss der Zentralregierung erhöht.[4]

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Woiwodschaften 1975–1998

Einzelnachweise

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  1. Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Republik Polen. 1989 bis 2005. Harrassowitz, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-05925-1, S. 59.
  2. Ludność. Stan i struktura ludności oraz ruch naturalny w przekroju terytorialnym (stan w dniu 31.12.2019), Główny Urząd Statystyczny
  3. Rocznik Statystyczny Województw 2019, Główny Urząd Statystyczny
  4. Iwona Sagan: Polnische Regional- und Metropolenpolitik. In: Polen-Analysen. Nr. 103, 21. Februar 2012, ISSN 1863-9712, S. 1–12, Digitalisat (PDF; 795 KB).