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Madesimo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Madesimo
BERJAYA
Madesimo (Italien)
Madesimo (Italien)
BERJAYA
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Sondrio (SO)
Koordinaten 46° 26′ N,  21′ OKoordinaten: 46° 26′ 0″ N,  21′ 0″ O
Höhe 1550 m s.l.m.
Fläche 85 km²
Einwohner 507 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Isola, Montespluga, Pianazzo
Postleitzahl 23024
Vorwahl 0343
ISTAT-Nummer 014035
Bezeichnung der Bewohner Madesimini
Schutzpatron San Pietro und San Paolo (29. Juni)
Website Gemeinde Madesimo
BERJAYA
Lage der Gemeinde Madesimo in der Provinz Sondrio

Madesimo (Aussprache: /maˈdɛzimo, maˈdezimo/, Dialetto chiavennasco Madesan) ist eine italienische Gemeinde (comune) im nördlichen Teil des Val San Giacomo (deutsch St. Jakobstal) der Provinz Sondrio, Region Lombardei. Die Gemeinde ist 1983 aus der Umbenennung und Neuorganisation der vormaligen Gemeinde Isolato (bis 1863 Isola) hervorgegangen.[2][3]

Lage und Einwohner

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Madesimo liegt rund 83 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Sondrio, am Fuß des Pizzo Groppera an der Splügenpassstraße im Val San Giacomo. Die im äußersten Nordwesten der Provinz gelegene Gemeinde grenzt an drei Seiten an den Schweizer Kanton Graubünden. Zur 507 Einwohner (Stand 31. Dezember 2024) zählenden Gemeinde gehören die Fraktionen Isola, Montespluga und Pianazzo, wo sich die Gemeindeverwaltung befindet. Auf dem Gemeindegebiet liegen die beiden Stauseen Lago di Montespluga und Lago di Isola.

Die Nachbargemeinden sind Campodolcino, Ferrera (CH-GR), Mesocco (CH-GR), Piuro, Splügen (CH-GR) und Sufers (CH-GR).

Bevölkerungsentwicklung

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Die Region Lombardei veröffentlicht für die Jahre 1859 lediglich 780 Einwohner und 1871 nur 468 Einwohner.[3]

Verkehrsanbindung

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Vom 14 km entfernten Splügenpass ist das Dorf Madesimo über die Staatsstraße 36 (Strada statale 36 del Lago di Como e dello Spluga) erreichbar. Der Splügenpass ist im Winter aber geschlossen. Nach dem südlich gelegenen Chiavenna sind es 20 Kilometer. Dort kann man weiter ins Schweizer Bergell und über den ganzjährig offenen Malojapass nach St. Moritz. Die Staatsstraße 36 verläuft weiter Richtung Lecco und Mailand. Beim 45 Kilometer entfernten Colico zweigt die Straße zur Staatsstraße 38 ab in Richtung Sondrio und Bozen.

Mit Haltestellen am Splügenpass (Italienischer Zoll) und in Montespluga, im Dorf Madesimo und in Isola, hat die Gemeinde Madesimo (Stand 2026) Anschluss an das Schweizer Postauto-Liniennetz Thusis mit dem Kurs 561 zwischen Splügen und Chiavenna im Geltungsbereich des Schweizerischen Generalabonnements. Fahrkarten können beim Fahrer, aber auch online bei der SBB und Postauto erworben werden.[4] Diese Busverbindung wird vom regionalen Busunternehmen Società Trasporti Pubblici di Sondrio (STPS) betrieben.[4][5] In Chiavenna besteht (Stand 2026) Anschluss an das Schweizer Postauto-Liniennetz Oberengadin/Bergell mit den Kursen 604 zwischen Chiavenna und Pontresina und 631 zwischen St. Moritz und Lugano.[4] In Chiavenna findet sich auch der Bahnhof der Bahnstrecke Colico–Chiavenna mit Anschluss an die Veltlinbahn.

Ab 1512 bis 1797 war das gesamte St. Jakobstal als Teil der Grafschaft Cleven Untertanenland der Drei Bünde. 1797 wurde es Teil der Cisalpinischen Republik und teilte fortan das Schicksal der Lombardei. Talgemeinde mit allen Dörfern und Weilern war die gleichnamige Gemeinde St. Jakobstal. 1816, nun zum Königreich Lombardo-Venetien gehörig, erfolgte die Aufteilung dieser Talgemeinde in die drei neuen Gemeinden San Giacomo, Campodolcino und Isola.[6] Die Aufteilung erfolgte, um eine noch mögliche Bindung der Talschaft an die Drei Bünde zu schwächen. Die neue Gemeinde Isola umfasste auch die Ortsteile Pianazzo und Madesimo. 1853 hatte die Gemeinde Isola 602 Einwohner.[7] Nach der vorübergehenden Zugehörigkeit zum Königreich Sardinien und der 1861 erfolgten Gründung des Königreich Italien (1861–1946) behielt die Gemeinde bis 1863 den Namen Isola und nahm danach mit königlichem Dekret Nr. 1426 vom 28. Juni 1863 den Namen Isolato an.[3]

In Madesimo fanden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die ersten Skirennen in den Alpen statt. Die Gemeinde besitzt heute ein Skigebiet mit 48 Kilometern Piste. Die höchste Bergstation des Gebietes befindet sich auf dem Pizzo Groppera (2948 m ü. M.). In dieser Bergstation richtete Roger Schawinski die erste Sendeanlage von Radio 24 ein, unerreichbar für die schweizerischen Radioaufsichtsbehörden.

Madesimo hatte seine Blütezeit als Ferienstation Mitte der 1960er-Jahre; damals erlebte der Ort einen Bauboom. Städter insbesondere aus Mailand erwarben hier Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern oder bauten Ferienhäuser. Inzwischen ist es in Madesimo ruhiger geworden.

Sehenswürdigkeiten

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  • Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo, Architekt Pietro Clerici.
  • Kirche San Francesco im Ortsteil Montespluga mit Gemälde San Francesco von Johann Pock.

Persönlichkeiten

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Die Dichter Giosuè Carducci (1835–1907) und Giovanni Bertacchi (1869–1942)[8] verbrachten in Madesimo viele Jahre ihre Ferien.

Der wohl bekannteste Abkömmling Madesimos ist Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827). Einer seiner direkten Vorfahren zog von dort im 16. Jahrhundert nach Zürich, um zu studieren, und ließ sich dort nieder.

Commons: Madesimo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
  2. Comune di Madesimo. Abgerufen am 7. Juli 2026.
  3. 1 2 3 Caterina Antonioni: Comune di Isolato, 1859 - [1971]. In: Lombardia Beni Culturali. Regione Lombardia, Mailand, 9. Januar 2007, archiviert vom Original; abgerufen am 7. Juli 2026 (italienisch).
  4. 1 2 3 Mit dem Bus über den Splügenpass nach Italien. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  5. Valchiavenna - Bus Verbindung. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  6. Giordano Sterlocchi: Die Gemeinde St. Jakobstal und der Straßenunterhalt im Spiegel der Dokumente. In: Georg Jäger (Hrsg.): Der Splügenpass: zur langen Geschichte einer kurzen Transitroute = Il Passo dello Spluga: La lunga storia di una breve via di transito. 1. Auflage. Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 2016, ISBN 978-3-905342-54-3, S. 78–79.
  7. Saverio Almini: Comune di Isola, 1816 - 1859. 9. Januar 2007, archiviert vom Original am 26. April 2025; abgerufen am 8. Juli 2026 (italienisch).
  8. Giovanni Bertacchi