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Francis Marindin

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BERJAYA
Sir Francis Marindin (1892)

Sir Francis Arthur Marindin (* 1. Mai 1838 in Weymouth, Dorset; † 21. April 1900 in London) war eine Persönlichkeit des englischen Fußballs, die insbesondere als Präsident der Football Association zur Etablierung der Sportart beigetragen hat.

Der schottischstämmige Marindin diente als Pionier bei den Royal Engineers der British Army unter anderem während des Krimkriegs. Ab 1875 war er als Inspekteur für das Board of Trade tätig, dabei war er die Untersuchung zum Eisenbahnunfall auf der Firth-of-Tay-Brücke im Dezember 1879 involviert. Er war Knight Commander des Order of St Michael and St George.

1863 initiierte Marindin die Gründung des Royal Engineers AFC als Armeesportgruppe der Royal Engineers und war sechs Jahre später maßgeblich am Beitritt zur Football Association beteiligt. Die Mannschaft, die zu den Pionieren bei der Etablierung des Passspiels im Fußball gehört, erreichte im Wettbewerb um den FA Cup 1871/72 das Endspiel. Mit Marindin in der Defensive wurde das erste Finale in der Geschichte des traditionsreichen Wettbewerbs gegen den Wanderers FC nach einem Treffer von Morton Betts mit 0:1 verloren. Bei der nächsten Finalteilnahme zwei Jahre später war er wieder auf Verliererseite, der Oxford University AFC setzte sich mit 2:0 durch. Als die Mannschaft im Wettbewerb um den FA Cup 1874/75 den Titel gewann, erzielte Henry Renny-Tailyour beim 2:0-Sieg über die Old Etonians in Abwesenheit Marindins beide Tore.

Ab 1874 stand Marindin der Football Association als Präsident vor. Nachdem mit dem FA Cup noch unter seinem Vorgänger Ebenezer Cobb Morley ein grundsätzlich landesweiter Wettbewerb mit einheitlichen Regeln geschaffen wurde, gelang unter seiner Leitung ein Kompromiss mit der Sheffield Football Association zu den populären, jedoch teilweise abweichenden Sheffield-Regeln. 1877 wurde ein gemeinsames Regelwerk entwickelt und damit der Vorrang der FA für das Regelwerk etabliert. Später wurde das 1886 formal geschaffene International Football Association Board initiiert, um im Spielverkehr mit der Scottish Football Association, der Football Association of Wales und der Irish Football Association eine gemeinsame Regelauslegung zu etablieren. 1890 wurde Arthur Kinnaird sein Nachfolger.

In den Anfangszeiten des FA Cups galten insbesondere Präsidiumsvertreter der Football Association als besonders regelkundig, so dass diese oftmals als Finalschiedsrichter eingesetzt wurden. Im Wettbewerb um den FA Cup 1879/80 leitete Marindin dabei erstmals das Endspiel. Nach zwischenzeitlichen Endspielleitungen durch Charles J. Hughes und Charles Clegg pfiff er durchgehend die Finalspiele zwischen 1893 und 1890 – mit neun Einsätzen als Finalschiedsrichter ist er unangefochten Spitzenreiter in dieser Kategorie.

Gegen Ende seiner Präsidententätigkeit für die FA agierte Marindin als Schlichter im Rugby nach dem Disput zwischen dem bis dato die Regeln festlegenden englischen Verband Rugby Football Union einerseits und den Verbänden aus Irland (Irish Rugby Football Union), Schottland (Scottish Rugby Union) und Wales (Welsh Rugby Union) andererseits, die als Folge den Entwicklungen im Fußball folgend mit dem International Rugby Football Board einen separaten internationalen Verband für ein einheitliches Regelwerk gegründet hatten. Als Ergebnis der Vermittlung wurden die Streitigkeiten beigelegt und der englische Verband trat 1890 dem IFRB bei.