Worauf Sie beim Router-Kauf achten sollten
Vielleicht haben Ihnen auch schon Bekannte oder Kollegen von einem Internet-Router vorgeschwärmt. Hier erfahren Sie, wozu ein Internet-Router dient und auf welche Sicherheitsmerkmale Sie beim Kauf achten sollten.
Vereinfacht ausgedrückt, können Sie sich einen Internet-Router als eine Art Kreuzung mit einer Ampel zwischen der Bundesstraße und den lokalen Straßen ihres Wohnortes oder Stadtviertels vorstellen. Technisch formuliert, verbindet ein Router – ein kleines, separates Gerät – die Computer ihres lokalen Netzwerks zu Hause mit dem globalen Internet (dazu werden Ihre PCs mit dem Router in einem Netzwerk verbunden, wahlweise per Kabel oder per Funk).
Diese Aufgabe kann auch die Funktion „gemeinsame Nutzung der Internet-Verbindung“ eines Ihrer Windows XP-PCs oder eine andere, adäquate Software-Lösung erledigen. Allerdings muss der betreffende PC, der die Brücke zum Internet schlägt, dann dauerhaft in Betrieb sein. Andernfalls kann keiner der anderen Computer in Ihrem lokalen Netzwerk auf das Internet zugreifen. Zwar ist ein Router ebenfalls ständig eingeschaltet, doch verbraucht dieses Gerät in der Regel deutlich weniger Energie als ein PC, was Ihnen ihre Stromrechnung danken wird.
Wichtige Vorteile von Internet-Routern
Dies ist aber nicht der einzige Vorteil, den der als eigenständiges Gerät agierende Internet-Router aufweist. Beispielsweise brauchen Sie bei Verwendung eines Routers ihre Internet-Zugangsdaten nur ein einziges Mal angeben. Auf allen anderen Computern, die per Kabel oder Funk mit dem Router zu einem lokalen Netzwerk verbunden sind, bleiben Ihnen weitere Konfigurationsarbeiten erspart (dort genügt es dann schon, „LAN“ oder „Netzwerk“ als Verbindungsart anzugeben). Haben Sie den Internet-Router einmal richtig konfiguriert, brauchen Sie das Gerät meist nicht weiter betreuen.
Für den Einsatz eines separaten Internet-Routers sprechen weitere Argumente – insbesondere solche, die Ihre Online-Sicherheit betreffen. Allein aufgrund der Tatsache, dass nun der Router und nicht mehr Ihr Computer (wie bei der Verwendung der gemeinsamen Nutzung der Internet-Verbindung eines Windows XP-PCs erforderlich) die ganze Zeit angeschaltet und mit dem Internet verbunden ist, verringern Sie die Gefahr, dass jemand Ihren Computer ausspioniert oder davon Daten stiehlt. Denn auf einem Router sind beispielsweise keine Dokumente gespeichert. Des Weiteren „trennt“ ein Router in gewisser Weise Ihre Computer vom Internet: Alle Kommunikationsvorgänge laufen nun exklusiv über dieses Gerät. Ihr PC ist daher nicht mehr direkt mit dem Internet verbunden, was Angriffe auf den Computer erschwert. Gleichzeitig beinhalten viele Router Firewall-Funktionen, die ebenfalls zur Verbesserung der Sicherheit Ihrer heimischen Computer beitragen.
Modellvielfalt
Schnell stellen Sie bei der Suche nach einem passenden Internet-Router fest, dass es ein fast unüberschaubares Angebot an Geräten gibt. Viele Geräte haben gleich einen Verteiler (Hub bzw. Switch) integriert, um mehrere Computer auf einmal an den Internet-Router anstöpseln zu können. Einige Modelle gestatten den Anschluss von Drucker oder Festplatte, die sich dann gemeinsam von allen Ihren Computern verwenden lassen. In andere Internet-Router sind komplette kleine Telefonanlagen eingebaut, über die Sie auch per Internet telefonieren können.
Preissuchmaschinen liefern Ihnen sowohl Modelle, die lediglich knapp 20 Euro kosten, als auch Exemplare, für die Sie mehrere 1000 Euro bezahlen müssen. Die Geräte für unseren Verwendungs-zweck, nämlich dem Einsatz zu Hause, sind meist in der Preisklasse zwischen 50 und 200 Euro angesiedelt. Manche Internet-Service-Provider stellen Ihnen einen Router sogar kostenlos oder gegen einen geringen Obolus zur Verfügung, wenn Sie bei Ihnen einen Zugangsvertrag abschließen. Was Sie für einen Router bezahlen müssen, hängt also davon ab, welche individuellen Ansprüche Sie an das Gerät stellen – denn in das Internet bringen Sie alle Modelle.
(Sicherheits-) Checkliste für Ihren Router-Kauf
Um Ihnen die Auswahl eines geeigneten Modells zu erleichtern, bei dem Ihre Online-Sicherheit nicht zu kurz kommt, haben wir an dieser Stelle für Sie eine kleine Checkliste für den Router-Kauf zusammen-gestellt. Dabei sagen wir Ihnen auch, was es mit NAT, SPI und weiteren Begriffen auf sich hat, die Hersteller gerne ins Feld führen, wenn es um die eingebauten Schutzfunktionen geht. Wenn Sie diese Übersicht zurate ziehen, finden Sie in dem riesigen Angebot von Geräten leichter das Modell, das zu Ihnen passt.
| • |
NAT und die NAT-Firewall-Mär Eine Angabe, die Sie häufig finden, ist die Bezeichnung „NAT-Firewall“. Allerdings hat die so genannte „Network Address Translation“ (NAT) wenig mit einer Firewall zu tun. Vielmehr ist dieses Verfahren primär dazu gedacht, mehreren Computern in einem lokalen Netzwerk eine Internet-Verbindung zu ermöglichen, obwohl Ihnen dafür der Internet-Service-Provider nur eine einzige IP-Adresse zuteilt. NAT übernimmt dann die Aufgabe, die IP-Adressen ihrer privaten Computer in eine IP-Adresse für das öffentliche Internet zu übersetzen. Gleichzeitig „versteckt“ NAT die privaten IP-Adressen Ihrer Computer vor dem öffentlichen Internet. Da somit die einzelnen PCs nicht direkt über die öffentliche IP-Adresse aus dem Internet erreichbar sind, sprechen einige Router-Hersteller werbewirksam von einer NAT-Firewall. Um eine Firewall-Funktion im eigentlichen Sinne, die nur bestimmte Datenpakete passieren lässt, handelt es sich dabei jedoch nicht.
|
| • |
SPI-Firewall Ausgefeiltere Schutzmaßnahmen dürfen Sie dagegen von einem Router erwarten, der über eine so genannte „SPI-Firewall“ verfügt. Dabei überprüft die im Gerät enthaltene Firewall mithilfe der „Stateful Packet Inspection“ (SPI) ein- und ausgehende Datenpakete – und zwar anhand ihrer Quell- und Zieladresse sowie daran, in welchem Zeitraum die Antwort eintrifft, wenn Sie beispielsweise eine Webseite besuchen. Antwortet diese externe Webseite nun Ihrem internen Computer, überprüft die SPI-Firewall, ob Sie die Daten wirklich angefordert haben. Nur, wenn diese Überprüfung positiv ausfällt, werden die Informationen durchgelassen. Unaufgefordert eintreffende Datenpakete hingegen werden direkt vom Router blockiert, was sich etwa bei Hackerangriffen als schützend erweist.
|
| • |
Weitergehende Schutzmaßnahmen Über den Funktionsumfang einer SPI-Firewall hinausgehend, warten höherwertige Router mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen auf. Hierzu können die Blockade von ActiveX-Elementen oder bösartigem Java-Code gehören. Einige Modelle schützen Sie zudem vor so genannten „Denial-of-Service“ (DoS) -Angriffen, bei denen es darum geht, die Sicherheit oder Stabilität Ihrer Computer zu beeinträchtigen, indem bestimmte Dienste durch Überlastung außer Kraft gesetzt werden.

Aktiver Jugendschutz: Mit den URL- und Content-Filtern geeigneter Internet-Router können Sie für Ihre Kinder den Zugriff auf ungeeignete Inhalte blockieren.
| • |
Aktiver Jugendschutz Manche Router kennen eine Option zur Filterung von Inhalten (neudeutsch „Content-Filtering“), mit der Sie Ihren Jüngsten den Zugriff auf unerwünschte Internet-Inhalte verweigern können. Hierbei ist zwischen der „URL-Filtering“ und einem „Keyword-Filter“ zu unterscheiden: URL-Filter, die Sie bereits an Bord von preisgünstigen Router-Modellen finden, unterbinden den Aufruf von Web-Adressen anhand einer Wörterliste, die Sie selbst erstellen. Haben Sie dort etwa das Wort „Sex“ hinterlegt, blockiert der Router den Zugriff auf alle Internet-Seiten, in deren Adresse dieses Wort vorkommt. Bessere, leider meist auch teurere Router, bieten ein Content-Filtering. Diese Funktion gestattet es, auch den Inhalt der angeforderten Internet-Seiten auf die hinterlegten Schlüsselwörter zu prüfen. Wichtig dabei: Ändern Sie bei Ihrem Router das vorgegebene Konfigurations-Kennwort und teilen Sie das neue nicht Ihren Kindern mit, denn sonst könnten diese eigenmächtig Ihre Wörterliste ändern oder die Filterung komplett deaktivieren.
|
| • |
Demilitarisierte Zone Eine demilitarisierte Zone (DMZ) ist ein Netzbereich, der durch Firewalls von anderen Netzen separiert ist, beispielsweise von dem Internet und dem Heimnetzwerk (LAN): Ein Computer in der DMZ kann daher Dienste im Internet anbieten, wäre aber vom restlichen Heimnetzwerk weitestgehend getrennt. Hierdurch kann das Risiko einer Gefährdung des Heimnetzwerkes minimiert werden, falls über das Internet der Computer in der DMZ erfolgreich angegriffen würde. Preiswerte Router für den Heimgebrauch werben oftmals mit dem Leistungsmerkmal "Demilitarisierte Zone", ohne diese jedoch zu implementieren. Vielmehr implementieren diese Geräte in der Regel lediglich einen sogenannten "Exposed Host".
Exposed Host Diese potenziell riskante Funktion wird bei preiswerten Internet-Routern oftmals auch als "Demilitarisierte Zone" bezeichnet, was aber nicht zutreffend ist. Bei einem Exposed Host trägt man die private IP-Adresse eines Computers (des Hosts) im Heimnetzwerk (LAN) in das zugehörige Konfigurationsfeld des Internet-Routers ein. Dann werden vom Router alle eingehenden Datenpakete ungeprüft an den betreffenden Host weitergeleitet, sofern diese nicht zu ausgehenden Verbindungen anderer Computer im Heimnetzwerk gehören. Der betreffende Computer wird also im Internet exponiert, er ist quasi vollständig "sichtbar". Ein Exposed Host muss daher wie in unserem Basis Check beschrieben geschützt werden, sonst ist er sehr leicht angreifbar. Im Gegensatz zu einem Computer in einer DMZ ist ein Exposed Host jedoch nicht weiter vom Heimnetzwerk getrennt. D.h. von dem Exposed Host aus kann auf jede andere Ressource im Heimnetzwerk zugegriffen werden. Daher ist diese Funktion potenziell riskant und sollte - wenn überhaupt - dann nur kurzfristig genutzt werden, z.B. wenn etwa die SPI-Firewall (Stateful Packet Inspection) im Internet-Router bei Verwendung bestimmter Anwendungen Probleme bereitet. Besser ist es in diesem Fall, nach der Ermittlung der Ursache mit dedizierten Port-Weiterleitungen für die benötigten Applikationsprotokolle zu arbeiten, da sich hierdurch die Angriffsfläche auf den Computer im LAN verringert. Auch diese Port Weiterleitungen sollten dennoch zeitlich auf die Nutzung der betroffenen Applikation beschränkt werden.
|
| • |
Hausaufgaben statt spielen Ein Router kann Sie nicht nur vor Bedrohungen von außen schützen. Manche Modelle sind auch dazu in der Lage, bestimmten Computern – etwa die PCs Ihrer Kinder – nur zeitweise den Zugriff auf das Internet einzuräumen. Diese auch als „Scheduling“ bezeichnete Funktion erlaubt es Ihnen beispiels-weise, den Internet-Zugang für Ihre schulpflichtigen Kinder nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr zu sperren, damit die lieben Kleinen auch wirklich Hausaufgaben machen und im fraglichen Zeitraum keinen Online-Spielen nachgehen.

|
Kontrolliertes Surfen: Per Scheduling-Funktion gestatten es einige Routern, den Internet-Zugriff zu bestimmten Zeiten zu unterbinden.
Weitere Router-Trends
Unter Sicherheitsaspekten ist für Sie eventuell auch ein anderes Merkmal interessant: Manche Router-Hersteller offerieren in Zusammenarbeit mit Antivirensoftware-Anbietern Geräte, die automatisch prüfen, ob der Virenschutz des jeweiligen Computers noch auf dem aktuellsten Stand ist. Trifft dies nicht zu, verweigern sie dem PC den Internet-Zugang und leiten ihn auf die Update-Seite des Antivirensoftware-Herstellers um. Da es sich hierbei um eine relativ junge Technik handelt, ist das Angebot an entsprechenden Geräten aber begrenzt.
Wesentlich verbreiteter sind Internet-Router mit integriertem „Wireless LAN“ (WLAN). Solche Geräte können vor allem dann für Sie interessant sein, wenn Sie zu Hause keine Kabel vom Router zu den einzelnen Computern verlegen wollen – oder ab und an mit dem Notebook vom Garten oder der Terrasse aus surfen möchten.
Und damit sind wir beim Thema für die kommende Woche: Was Sie im Hinblick auf WLAN-Funknetzwerke und ihre Sicherheit wissen sollten, zeigen wir Ihnen in der nächsten Fokus-Ausgabe.
|