Notfall
Als Notfall, Notfallsituation oder Notlage gilt jede Situation, in der eine drohende Gefährdung für Menschen, Tiere oder Sachen besteht. Notfälle können zum Beispiel durch große Überschwemmungen, Großbrände, Flugzeugabstürze oder andere Ereignisse verursacht werden, in denen unter anderem die körperliche Unversehrtheit von Menschen (plötzlich) gefährdet ist. Notfälle werden nach ihrem Schweregrad eingestuft. Im Notfall für Hilfe zu sorgen, gehört auch zu den Aufgaben der Feuerwehr.[1][2]
Notfallarten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt verschiedene Notfallarten, die sich jeweils an den Umständen des Notfalls oder an der Umgebung des Notfalls oder an möglichen Folgen des Notfalls orientieren. Für einige Notfallarten sind entsprechende Notsignale und besondere Rettungsdienste und der Katastrophenschutzfachdienst bekannt. Bekannte Notfallarten, Notsignale und zuständige Stellen sind:
- Allgemeine Notfälle zur Gesundheit, zu Bränden, zu Unfällen oder zur Wasserrettung mit Benachrichtigung über Rufnummer 112 mit Euronotruf
- Allgemeine Notfälle zu anderen Bedrohungen, Nötigungen und Unfällen und Benachrichtigung der Polizei über Rufnummer 110 mit Notrufsystem 73
- Alpine Notfälle (Bergnot) und Benachrichtigung des Bergrettungsdienstes und Alpine Notsignale
- Gefährliche Ereignisse im Bahnbetrieb und Benachrichtigung des Notfallmanagers der Deutschen Bahn
- Grubenunglück und Benachrichtigung der Grubenwehr
- Seenotfall und Seenotsignal mit Benachrichtigung der Seenotrettung
- Notfälle in unterirdischen Hohlräumen und Benachrichtigung der Höhlenrettung
- Katastrophen sind Notfälle größerer Art bei denen teilweise Katastrophenschutz und Bevölkerungsschutz notwendig wird und verschiedene Alarme genutzt werden können
Medizinischer Notfall
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Bei der notfallmäßigen Versorgung sind fünf medizinische Notfallkategorien zu berücksichtigen:[3]
- Alltagsnotfall,
- Arbeitsunfall,
- ambulante Akutversorgung,
- die Katastrophe,
- der Seuchenfall
Als medizinische Notfälle gelten im Rettungswesen insbesondere solche Fälle, bei denen es zu einer bedrohlichen Störung der Vitalparameter Bewusstsein, Atmung und Kreislauf oder der Funktionskreisläufe Wasser-Elektrolyt-Haushalt, Säure-Basen-Haushalt, Temperaturhaushalt und Stoffwechsel kommt. Ohne sofortige Hilfeleistung sind erhebliche gesundheitliche Schäden oder der Tod des Patienten zu befürchten. Im Mittelpunkt der Ersten Hilfe steht die Sicherstellung der Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung und Kreislauf).
Im weiteren Sinne fasst man auch psychische Notsituationen wie beispielsweise Selbsttötungsabsichten oder Psychosen sowie Gewalt unter den medizinischen Notfall-Begriff (siehe auch: Psychiatrische Krise).
Notfallmanagement
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Arbeitsschutz und Katastrophenschutz und andere Bereiche betreiben Notfallplanungen. Ein wesentlicher Bestandteil der Gefahrenabwehr ist die Rettungskette, ein anderer die individuelle (betriebsspezifische) Notfallplanung.[4][5]
Rettungskette
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wichtig ist in Notfällen die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten der Rettungskette, Ersthelfer, Rettungsdienst etc., um keine Zeit zu verlieren. Für den Notruf steht in allen Staaten der EU sowie der Schweiz die Notruf-Telefonnummer 112 zur Verfügung, über die man umgehend mit einer Leitstelle des Rettungsdienstes verbunden wird.

Die optimale Versorgung eines von einem medizinischen Notfall betroffenen Menschen lässt sich mit dem Schema der Rettungskette beschreiben, die je nach Darstellung aus vier bis sechs Gliedern besteht.
Das Stadt-Landgefälle der medizinischen Versorgung kann aufgrund von Krankenhausschließungen zu einer Unterbrechung der Rettungskette und damit zu einer Notfallkrise auf dem Land führen.[6]
Sicherheitstechnik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gebäudesicherheit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Vorsorge bei Notfällen können Gebäude beispielsweise mit Sicherheitsausgängen, Sprinkleranlagen, Feuerschutztüren oder Fluchttreppen ausgerüstet sein.
Not-Abschaltung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Viele Maschinen und technische Einrichtungen können im Notfall durch eine Not-Halt-Abschaltung die Energiezufuhr unterbrechen (z. B. Rolltreppe oder Ölheizung) oder eine Zwangsbremsung auslösen (z. B. Notbremse in Zügen).
Technische Notausrüstung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In vielen gefährdeten Bereichen ist das Bereitstellen bestimmter Ausrüstungen für Notfälle vorgeschrieben, beispielsweise Verbandkasten im Auto, Feuerlöscher in Gebäuden, Augenduschen in Laboratorien, Notfallkoffer in Rettungsmitteln oder Rettungsboote auf Schiffen. Nicht vorgeschrieben, jedoch durchaus nützlich bei Aufenthalten in unbekanntem Terrain sind, neben dem Mobiltelefon, eine gute Karte, ein Satelliten-GPS oder gar ein Notfallpositionsmelder.[7]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Notfalldose
- Notfallplan für Reisende
- Notband, Notfälle im weiteren Sinn
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Notfall im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Aufgaben der Feuerwehr. Abgerufen am 28. April 2026 (deutsch).
- ↑ Saarland: Übersicht Gefährdungsgrade und Notfallarten (PDF), gesichtet am 10. Dezember 2013.
- ↑ Barbara Baur: Zur Organisation der notfallmäßigen Versorgung am geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg. In: anwalt24.de. 29. November 2013, abgerufen am 10. Dezember 2013.
- ↑ Gesine Hofinger, Günter Horn: Notfallplanung. Aufgaben, Anforderungen, Anregungen. 2002 (PDF) gesichtet am 10. Dezember 2013.
- ↑ Günter Horn: Notfallplanung – Grundlagen des Notfallmanagements. (PDF), gesichtet am 10. Dezember 2013.
- ↑ Gabriele Klaus, Frank Klaus, Karl F. Masuhr: Die Notfallkrise auf dem Land. Rhein-Mosel-Verlag Bullay, 2026, ISBN 978-3-89801-711-4.
- ↑ Barbara Barkhausen: Junge Belgierin tot im australischen Busch: Mutter warnt vor „Handy-Falle“. 23. April 2026, abgerufen am 28. April 2026.
