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Jason Collins

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Basketballspieler
Basketballspieler
Jason Collins
Collins beim Aufwärmen 2014
Spielerinformationen
Voller Name Jason Paul Collins
Geburtstag 2. Dezember 1978
Geburtsort Northridge, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Sterbedatum 12. Mai 2026
Größe 213 cm
Gewicht 116 kg
Position Center
College Stanford
NBA Draft 2001, 18. Pick, Houston Rockets
Vereine als Aktiver
2001–2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten New Jersey Nets
000002007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis Grizzlies
2007–2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Minnesota Timberwolves
2009–2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta Hawks
2012–2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Boston Celtics
000002013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington Wizards
000002014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Brooklyn Nets

Jason Paul Collins (* 2. Dezember 1978 in Northridge, Kalifornien; † 12. Mai 2026) war ein US-amerikanischer Basketballspieler, der von 2001 bis 2014 in der NBA aktiv war. Er starb im Alter von 47 Jahren an den Folgen eines Glioblastoms.[1]

Er war der erste Profisportler in den vier großen US-Profiligen (NBA, Major League Baseball, National Football League, National Hockey League), der noch während seiner Karriere seine Homosexualität bekannt gab.

Collins war der Zwillingsbruder von Jarron Collins, der ebenfalls NBA-Profi war.

Frühe Jahre und College

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Collins kam als Sohn von Paul und Portia Collins zur Welt; sein Zwillingsbruder Jarron wurde acht Minuten nach ihm geboren.[1] Die Brüder besuchten die private Harvard-Westlake School in Los Angeles und führten deren Basketballmannschaft zu zwei kalifornischen Staatsmeisterschaften in der Division III.[1] Anschließend spielten beide an der Stanford University, bevor sie in die NBA wechselten.[1] Jason Collins traf in seiner Collegezeit knapp 61 Prozent seiner Würfe aus dem Feld, was weiterhin als Schulrekord geführt wurde.[2] Im Jahr 2001 wurde er von Associated Press als honorable mention in die All-America-Auswahl aufgenommen.[2]

Collins wurde im NBA-Draft 2001 von den Houston Rockets an 18. Stelle ausgewählt. Die Rockets tauschten ihn aber direkt mit seinen künftigen Teamkollegen Richard Jefferson (13. Pick) und Brandon Armstrong (23. Pick) an die New Jersey Nets, um Eddie Griffin (7. Pick) zu verpflichten. Im Team von Byron Scott, das von Point Guard Jason Kidd angeführt wurde, spielte sich Collins als Backup des Centers Todd MacCulloch und des Power Forwards Kenyon Martin in die Rotation.

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Collins als Spieler der Nets, 2014

Die Nets erreichten sowohl 2002 als auch 2003 jeweils die NBA Finals, scheiterten jeweils aber gegen die Los Angeles Lakers und die San Antonio Spurs. Gegen die Spurs startete Collins in allen sechs Spielen, konnte aber seinen Gegenspieler Tim Duncan nicht stoppen. In den Folgejahren etablierte sich Collins als Stamm-Center, ohne aber statistisch aufzufallen: bei den Nets erzielte er Spitzenwerte von 6,4 Punkten, 6,1 Rebounds und 0,9 Blocks pro Spiel und war hauptsächlich wegen seiner soliden Defensivarbeit gefragt. Über seine gesamte NBA-Laufbahn kam er auf 3,6 Punkte und 3,7 Rebounds pro Spiel.[2]

2007 wechselte Collins zu den Memphis Grizzlies, konnte sich dort aber nicht gegen Pau Gasol und Darko Miličić durchsetzen und wurde nach nur 31 Spielen zu den Minnesota Timberwolves getauscht, die ihn bald an die Atlanta Hawks abgaben.

Im Team um Swingman Joe Johnson etablierte sich Collins als Backup von Center Zaza Pachulia und spielte dort drei Jahre, bis er 2012 zu den Boston Celtics kam, die ihn nach 32 Spielen an die Washington Wizards tauschten.

Im Februar 2014 kehrte Collins zu den Nets zurück, die nun in Brooklyn beheimatet sind. Dort unterschrieb er zunächst einen 10-Tages-Vertrag,[3] welcher danach um 10 Tage verlängert und anschließend in einen Vertrag bis zum Saisonende umgewandelt wurde. Mit seinem Einsatz für Brooklyn wurde Collins der erste offen schwule Athlet, der in einer der vier großen US-Profiligen in einem Spiel eingesetzt wurde.[4]

BERJAYA
Aktivist Brian Ellner (links) mit Collins’ Trikot zusammen mit NBA-Commissioner David Stern

Zur folgenden Saison bekam Collins keine Vertragsangebote mehr und erklärte nach 13 Profijahren seinen Rücktritt vom Leistungssport.[5]

Öffentliches Wirken

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Am 29. April 2013 machte Collins seine Homosexualität bekannt; damit wurde er der erste Profisportler in den vier großen US-Profiligen (NBA, Major League Baseball, National Football League, National Hockey League), der sich während seiner Karriere outete.[6][7] Zu diesem Zeitpunkt war Collins vertragslos, sodass offen blieb, ob seine Karriere nach der Veröffentlichung fortgesetzt werden würde.[1] Als Anstoß für die Entscheidung nannte er später unter anderem, dass sein früherer Stanford-Zimmergenosse Joe Kennedy an einer Pride-Parade in Boston teilgenommen hatte, während Collins sich selbst öffentlich noch nicht als homosexueller Mann zeigen konnte.[1]

Sein Coming-out wurde überwiegend positiv aufgenommen: Sein Bruder Jarron, US-Präsident Barack Obama, NBA-Präsident David Stern, NBA-Stars wie Kobe Bryant, Dwyane Wade oder Steve Nash, damalige Wizards-Teamkollegen wie John Wall, Emeka Okafor oder Martell Webster, ehemalige Weggefährten wie Jason Kidd, Zaza Pachulia und Doc Rivers lobten Collins für seinen Schritt.[8][1] Nach dem Coming-out telefonierte Collins mit Barack Obama, nahm 2014 als Gast von Michelle Obama an der Rede zur Lage der Nation teil und wurde in den President’s Council on Fitness, Sports and Nutrition berufen.[1] Collins enthüllte zudem, dass seine Trikotnummer #98, die er seit 2012 trug, ein Andenken an Matthew Shepard darstellte, der 1998 einem schwulenfeindlichen Mord zum Opfer fiel.[9]

Nach dem Ende seiner Laufbahn trat Collins als öffentlicher Redner und politischer Aktivist auf und arbeitete zudem als Botschafter der NBA.[1][2] NBA-Commissioner Adam Silver würdigte Collins nach dessen Tod als Persönlichkeit, deren Einfluss über den Basketball hinausgereicht und die NBA, die WNBA und die größere Sportgemeinschaft inklusiver gemacht habe.[4] Im Mai 2026 erhielt Collins beim Green Sports Alliance Summit den erstmals vergebenen Bill Walton Global Champion Award; weil er zu krank war, nahm Jarron Collins die Auszeichnung für ihn entgegen.[10]

Privatleben, Erkrankung und Tod

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Collins war acht Jahre lang in einer Beziehung mit der Basketballerin Carolyn Moos und verlobte sich mit ihr, ehe er 2009 die Beziehung beendete.[11] Seit Mai 2025 war er mit dem US-amerikanischen Filmregisseur Brunson Green verheiratet.[12]

Im Jahr 2025 wurde bei Collins ein Glioblastom diagnostiziert, ein aggressiver Tumor des Gehirns; er berichtete später, der Tumor sei entdeckt worden, nachdem er Konzentrationsprobleme bemerkt hatte.[4] Collins wurde unter anderem mit Avastin behandelt und reiste für eine gezielte Chemotherapie nach Singapur.[4] Seine Familie teilte im Mai 2026 mit, er sei nach einem achtmonatigen Kampf gegen die Krankheit gestorben.[2] Neben seinem Ehemann hinterließ Collins seine Eltern und seinen Bruder Jarron.[1] Er wurde 47 Jahre alt.

Commons: Jason Collins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sopan Deb: Jason Collins, First Active N.B.A. Player to Come Out as Gay, Dies at 47. In: The New York Times. 12. Mai 2026, abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 Associated Press: Jason Collins, NBA’s first openly gay player, dies at 47 of brain tumor. In: CNN. 12. Mai 2026, abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
  3. Nets Sign Jason Collins to 10-Day Contract.
  4. 1 2 3 4 Sareen Habeshian: Jason Collins, NBA's first openly gay player, dies aged 47. In: BBC News. 13. Mai 2026, abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
  5. Jason Collins to retire from NBA. ESPN, 21. November 2014, abgerufen am 6. Dezember 2014 (englisch).
  6. Jason Collins says he's gay. In: ESPN, 30. April 2013 (englisch).
  7. Erster aktiver US-Profi bekennt sich zu Homosexualität. In: Spiegel Online, 29. April 2013.
  8. Reaction to Jason Collins' announcement. In: ESPN, 30. April 2013 (englisch).
  9. Jason Collins, Franz Lidz: Why NBA center Jason Collins is coming out now In: Sports Illustrated, 29. April 2013. Abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch). 
  10. Uwa Ede-Osifo und Agenturen: Jason Collins, NBA's first out gay player, dies aged 47 of brain tumor. In: The Guardian. 13. Mai 2026, abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
  11. NBA’s Jason Collins’ former fiancée Carolyn Moos says gay announcement ‘a lot to process’. In: The Toronto Star, 5. Mai 2013 (englisch).
  12. Brittany Miller: First openly gay NBA player Jason Collins marries partner of 10 years. In: The Independent. 28. Mai 2025, abgerufen am 29. Juni 2025.