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Sonntag, 15. Mai 2022

Monatsrückblick auf den April - Teil 2

Servus ihr Lieben,

 

... heute geht es gleich zügig weiter mit meinem April-Rückblick - er soll schließlich vor dem Juni fertig werden 😉. Hier geht's zum ersten Teil - danke für eure lieben Kommentare dazu 💋!

Aprilgarten - Fortsetzung:
Es folgen ein paar weitere Gartenimpressionen. In unserer Wiese blühten im April Gänseblümchen, Kriechender Günsel und Löwenzahn. Zwei Wochen lang schaffte ich es (mit Unterstützung von Regentagen), Edi am Abmähen der Blüten zu hindern ... Dann wollte mein lieber Göttergatte um jeden Preis mähen - und tat es auch. 
 
Kurz danach erfuhr ich von Brigitte, dass es ausgerechnet im Land des Englischen Rasens, in Großbritannien, einen begrüßenswerten neuen Trend gibt, der auch schon in die USA überschwappt: No Mow May - im  Mai wird der Rasen nicht gemäht, um den Lebensraum der Bienen zu erhalten. (Und natürlich auch nicht davor - der Rasenmäher wird erst im Juni aktiv.) Ich hoffe, der Trend schwappt demnächst zu uns - und kommt auch bald bei meinem Mann an 😊.
 
 
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 BERJAYA
 
Im Frühbeetaufsatz startete der Salat bereits durch (inzwischen habe ich zwei der Salatköpfe geerntet - einen bekam meine Tochter, einen haben wir verspeist); junge Zucchini- und Tomatenpflänzchen dürfen dort auch wachsen. Außerdem legte ich im April im Hochbeet ein zweites Kartoffelbeet an - schließlich steigen die Erdäpfelpreise (genauso wie alle anderen Preise) - und mittlerweile habe ich auch noch ein drittes Kartoffelbeet angelegt.

BERJAYA

Besuch meiner Freundin Gaby:
In ebendiesen Aprilgarten luden wir meine "alte" Freundin Gaby ein. (Ihr erinnert euch vielleicht noch, ich habe euch HIER erzählt, dass Brigitte und ich mit Gaby zur Schule gegangen sind. Brigitte hatte sie das letzte Mal vor etwa 30 Jahren gesehen, ich vor etwa 20 Jahren. Im vergangenen Jahr habe ich ihre Adresse mit Hilfe des Meldeamtes herausgefunden; es gab im Sommer 2021 ein Wiedersehen - und seither sind wir wieder in Kontakt.) Unten rechts seht ihr mein Lieblingsfoto von Gaby an diesem schönen gemeinsamen Tag.
 
BERJAYA
Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und konnten sogar erstmals in diesem Jahr unseren Pavillon genießen.

Mein Outfit an diesem Tag kennt ihr (mit kleinen, temperaturbedingten Abwandlungen) bereits aus meinem Italien Reisebericht - zwei Relaxtage und meine Urlaubsgarderobe: die Kombination von meinem blauen, langen Sommerkleid, dem weinroten kurzen Sommerkleidchen und meinem dünnen weinroten Seidenbolerojäckchen.

Diesmal trug ich diesen Mix mit meinem selbstgehäkelten Regenbogen-Dreieckstuch, dem Sternen-Stirnband, mit Leggings darunter und mit Stiefletten statt Sandalen.

BERJAYA

Regengarten und verstopftes WC:
Über den 22. April gibt es zweierlei zu berichten: Erstens, dass unser Garten endlich mal wieder ausgiebig "von oben" begossen wurde. Dem Blühhügel (und allen anderen Pflanzen) gefiel's! 

Zweitens hatten wir festgestellt, dass das Spülwasser bei unserer Toilette im oberen Stockwerk nicht ordentlich abfloss. Wir versuchten es mehrmals mit Hausmitteln wie heißem Wasser, Essig und Natron sowie mit einer Rohrreinigungswelle, aber letztendlich musste dann doch eine Firma kommen. Zu unserer Überraschung fuhren die Arbeiter mit einem riesigen LKW vor. Ein langes Rohr wurde durch unser Treppenhaus gezogen und in unser WC eingeführt, und die Verstopfung damit herausgesaugt. Wir waren skeptisch, aber nun funktioniert es wieder.

BERJAYA

Trauer um "Ostbahn-Kurti":
Am 24. April starb der beliebte österreichische Musiker, Sänger und Menschenrechtsaktivist Willi Resetarits alias Dr. Kurt Ostbahn bei einem Treppensturz. Ihr wisst, dass ich nur selten In-Memoriam-Beiträge über Prominente poste - ich glaube, bisher brachte mich nur J.J. Cale im Jahr 2013 dazu - doch zu Willi hatten wir einen etwas "persönlicheren" Bezug. 

Er war nicht nur einst (als er noch Anglistik und Sport studierte, mit dem Ziel, Lehrer zu werden) ein Studienkollege meines Bruders - Edi und ich standen sogar einmal mit Wilhelm auf derselben Bühne: im Jahr 2009 bei einer Live-Sendung im Wiener Radio-Kultur-Haus! HIER ist der Link zu meinem Blog-Artikel von damals; unten seht ihr eine Collage mit Bildern aus diesem alten Posting.

BERJAYA

Allerdings haben wir auf dieser Bühne nicht gesungen (ein Glück für alle Zuhörer!) - wir hatten uns an einem Wiener Mundart-Roman des Radiosenders beteiligt, und mehrere unserer eingereichten Kapitel waren tatsächlich verwendet worden. 

An diesem Tag im Jahr 2009 wurde der frisch gedruckte Hörer-Roman im Radio präsentiert - und außerdem ein von Edi und mir zusätzlich verfasster Epilog verlesen: Willi Resetarits las damals unseren Text gemeinsam mit den beiden Schriftstellern Andreas Pittler und Stefan Slupetzky (die das Werk betreut und redigiert hatten) in verteilten Rollen. Und er tat uns sogar kund, dass wir mit dieser "Fleißaufgabe" einen Herzenswunsch seiner seligen Mutter erfüllt hätten, die sich nach einem Film oder Roman immer zu erfahren gewünscht hatte, wie die Schicksale der Protagonisten weiter verliefen. 

BERJAYA

Für den Sommer 2020 hatten wir Karten zu einem Ostbahn-Kurti-Konzert in Podersdorf am Neusiedlersee gekauft. Dieses Konzert wurde wegen Covid-19 auf 2021 verschoben. Aber im August 2021 gab es immer noch massive Covid-Einschränkungen, und so verschob man das Konzert auf den August 2022...

Daraus wird nun nichts mehr - leider werden wir Willi nie mehr live singen hören. Und nicht nur wir werden ihn vermissen, auch alljene, denen er Gutes tat - denn Willi Resetarits engagierte sich jahrzehntelang für Menschenrechte, gründete unter anderem das Integrationshaus Wien und war Mitbegründer der Organisationen Asyl in Not und SOS Mitmensch. Am Samstag - nur wenige Stunden vor seinem Tod, moderierte er noch den Flüchtlingsball im Wiener Rathaus - ein Projekt, das ihm sehr am Herzen lag. 

Ruhe sanft? Nein, lass es weiterhin krachen, Willi aka Kurti, und lass dir nix gefallen!

BERJAYA
Eine Walking-Runde im April

Besuch meiner Freundin Daniela:
Am 29. April besuchte uns meine ehemalige Arbeitskollegin Daniela, eine der wenigen "Büro-Freundinnen", die ich während der letzten 20 Berufsjahre gefunden habe. (Sie war an diesem speziellen Arbeitsplatz mein persönliches "Licht im Dunkel".) Abermals hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten unser Wiedersehen im Pavillon feiern.

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Es folgt ein genauerer Blick auf mein schrankgeshopptes Outfit dieses Tages. Auch davon kennt ihr bereits ähnliche Kombinationen - z.B. eine, die ich HIER gezeigt habe. Das Kleid habe ich vor einigen Jahren von schwarz-weiß auf schwarz-orange umgefärbt, die Jacke von beige auf lila - und die Kombination von Orange- und Lilatönen liebe ich seitdem heißer denn je!

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Calexico-Konzert:
Am letzten Tag im April konnten wir erstmals seit fast drei Jahren ein Konzert besuchen - Calexico, unsere Lieblingsband, gastierte wieder in Wien - im MuseumsQuartier (kurz MQ). Auch an diesem Tag war mir nach der oben genannten Farbkombination - aber weil ich bei Konzerten gerne tanze (oder bei wenig Platz zumindest mit dem Hintern wackle 😉) bevorzuge ich da Kleider oder Röcke. Und so wurde es an diesem Abend mal wieder mein beschwingter Schmetterlingsrock, den ich 2018 aus Thailand mitgebracht habe.

Vor dem Konzert hatten wir noch Zeit für ein kleines Abendessen, das wir in einem der gemütlichen Outdoor-Restaurants beim MQ genossen. Rund um die Kunsthallen hat sich eine tolle junge Lokalszene entwickelt, in der auch wir "nicht mehr ganz so Jungen" uns sehr wohl fühlten 😊.
 
BERJAYA
 
Weil wir gerade bei Calexico gern in der ersten Reihe stehen, gingen wir sehr frühzeitig zum Einlass - und dort begegneten uns gleich einige Calexico-Fans, die wir schon bei früheren Konzerten dieser Band getroffen hatten. Durch das Plaudern mit ihnen verging die Wartezeit recht schnell. Auch wenn Calexico seit dem Hit "Crystal Frontier" zu den einigermaßen bekannten Bands zählt, herrscht sowohl innerhalb der Fangemeinde als auch mit der Band eine irgendwie "familiäre" Stimmung. Und wenn Joey Burns sich mit einer seiner Gitarren direkt vor uns in Foto-Pose wirft, macht er das stets mit einem sehr sympathische Augenzwinkern.
 
BERJAYA
Und seht mal, auch die Band hüllte sich farblich zeitweise in Lila-Orange-Töne 😊.

Katze und Flieder
Nun möchte ich euch noch ein paar Fotos von unserer lieben Katze Nina bieten. Die Fotos sind zwar vom 5. Mai - da hatte Nina ihren 19. Geburtstag - und passen daher nicht wirklich in den April-Rückblick, aber zusammen mit dem April-Flieder und dem Zierlauch von Anfang Mai fügen sie sich doch ganz gut in die oberen Lila-Laune-Bilder ein. 
 
BERJAYA

Und einige von euch haben sich nach ihr erkundigt wegen des Problems, dass Ninas Lieblingsnachbarn (unsere Nachbarn zur Linken) ihren Teich erneuern und wir Nina daher nicht allein in den Garten lassen können. Diese Frage will ich nicht zu lange unbeantwortet lassen.

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Ich kann euch verraten, dass es keine leichte Aufgabe ist, eine Katze, die unbedingt nach draußen will - selbst wenn sie so blind ist wie unsere Nina - nicht nach draußen zu lassen. Nina schreit in diesem Fall sowohl bei uns als auch bei den Nachbarn, und zwar lauthals (und an besonders schwerigen Tagen stundenlang). 

Wir haben versucht (und versuchen immer noch), es so gut wie möglich durchzustehen, und Nina wird entweder von uns oder den Nachbarn hin- und hergetragen oder nur dann aus dem Haus gelassen, wenn die Arbeiter noch nicht oder nicht mehr im Garten zugange sind. Jasmin hat für unser "Gemeinschaftskätzchen" außerdem schon einen "Weg" aus Steinen gelegt und mit ihr "abgegangen" (wie den Schulweg mit einem jungen Schulkind 😊), damit Nina nicht in die neu ausgehobene (erweiterte) Teichgrube fällt und damit sie den Weg von einem Garten zum anderen besser finden kann.

BERJAYA

Wir alle wollen es unserer kleinen Maus gerne noch so lange wie möglich schön machen, denn als wir neulich bei der Tierärztin waren, um Nina eine kräftigende Infusion und Vitamine geben zu lassen, wurde uns bestätigt, was wir ohnehin schon befürchtet haben: Dass die harte, allmählich wachsende Geschwulst an Ninas rechter Seite aller Wahrscheinlichkeit nach bösartig ist... 

Wie lange Nina noch hat, kann uns niemand sagen. Eine Operation kommt für uns jedenfalls bei einer so alten Katze nicht in Frage. Sowohl wir als auch unsere Nachbarn werden versuchen, ihr einfach noch eine gute Zeit zu verschaffen - und ab und zu bekommt sie jetzt eben Infusionen und Vitaminspritzen, denn danach ist sie bei besserem Appetit...

BERJAYA

Tja, ihr Lieben, das war's also mit den Ups and Downs des Monats April. Ich danke euch sehr für euer Interesse - lieb dass ihr mich besucht habt, obwohl ich zur Zeit viel unterwegs bin und daher eher selten zu Gegenbesuchen komme. Aber ich bemühe mich auch jetzt, immer wieder mal den einen oder anderen Blogbesuch zu unternehmen. Und nächste Woche geht es (endlich!) mit einem Italien-Reiseberichts-Kapitel weiter.

 

Bis bald und alles Liebe,

💗 eure   T r a u d e 💗



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Sonntag, 8. Mai 2022

Monatsrückblick auf den April - Teil 1

Servus ihr Lieben,

... ich hoffe, ihr habt die ersten Mai-Tage gut verbracht! Vielen Dank für all eure tollen Kommentare zu meinem Wanderlust-Post und auch zu meinem vorangegangenen Reisebericht über Lucca - freut mich, dass euch der so gut gefallen hat! Nun ist es aber höchste Zeit für einen Rückblick auf den April 2022!

April-Wetter:
Dass der April ein Monat der Wetterkapriolen ist, zeigte er gleich von Beginn an; bei manchen von euch gab es schon am ersten Tag einen Aprilscherz in Form von Schnee. Erst am 2. April schneite es auch bei uns ein wenig (der Schnee blieb hier zum Glück jedoch nicht lange liegen). Es gab aber ebenso Sonnenschein, jede Menge Wind oder Sturm und endlich (den im März so heiß ersehnten) Regen 🌦️☔🌨️
 
In den vergangenen Jahren war der April bei uns oft wärmer als der Mai, teilweise mit sommerlichen Temperaturen - im April 2022 war das anders, wir kamen aus den warmen Jacken nur an wenigen Tagen heraus (was ziemlich unpraktisch ist, wenn man sich gerade in einer Zeit hoher Heizkostenpreise befindet. Aber ich will nicht jammern, immerhin können wir noch heizen. Und ein heißer April fühlt sich hierzulande sowieso seltsam an.) 
 

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Was hier wie eine "Himmels-Leiter" aussieht ist die Leiter unserer immer noch renovierenden neuen 
Nachbarn an unserem Gartenzaun. (Angeblich wollen sie jetzt Ende Mai einziehen.)

 
Frühlings-Erwachen: 
Der April zeigte auch, das er ein Monat des Erwachens ist. Unten seht ihr beispielsweise mein vor zwei Jahren angelegtes Terrassen-Beet, genannt "Blüh-Hügel". Anfang April blühten hier jedoch bloß ein paar Narzissen und Hyazinthen (siehe obere Reihe der folgenden Collage). Zwei Wochen später sah das schon ganz anders aus (siehe großes Foto von Mitte April). Die Tulpen, deren Zwiebel mir meine Freundin Brigitte im Vorjahr geschenkt hat, sind voll durchgestartet und wunderschön:
 
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Der blühende Felsenbirn-Baum sah bei jeder Witterung zauberhaft aus.

 
Umweltbesprechung:
Zu einer weiteren Umweltbesprechung im Rathaus unserer Gemeinde zog ich mein zwölf Jahre altes koffertaugliches Viskosekleid an - denn was passt besser zu einem Umweltthema als nachhaltige, schrankgeshoppte Kleidung? Vielleicht noch die Trendfarbe GRÜN als Ergänzung? Zum Glück besitze ich ein (ebenfalls mehrere Jahre altes) grünes Jäckchen und eine grüne Kette. (Eine andere Kombination des Kleides seht ihr weiter unten.)
 
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Country Overshoot Day:  
Der Earth Overshoot Day gibt an, wann die Weltbevölkerung die natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat, die sich innerhalb eines Jahres regenerieren könnten. Dieses Datum wird alljährlich vom Global-Footprint-Netzwerk errechnet - und es gibt auch Berechnungen für die einzelnen Länder dieser Welt. Der Country Overshoot Day für Österreich fiel im Jahr 2022 auf den 6. April.
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Grafik von HIER
 
 
Das bedeutet: Würden alle Bewohner der Erde so leben wie die Einwohner Österreichs, wären die Welt-Ressourcen für dieses Jahr bereits am 6. April verbraucht! Ich muss sagen, ich geniere mich für unser Land - damit sind wir nämlich die "Looser im deutschsprachigen Dreiländereck": Der Erschöpfungstag 2022 für Deutschland war der 4. Mai (übrigens ebenso wie der von Israel); jener der Schweiz ist der 13. Mai. (Auch kein Renommee, aber immerhin besser als wir...)
 
Das schlechteste Beispiel weltweit gibt Katar ab (10. Februar!), knapp gefolgt von Luxemburg (14. Februar), mit etwa einem Monat Abstand folgen Canada, USA und Vereinigte Arabische Emirate (alle: 13. März) und Australien (23. März) ... Wir alle liegen damit im vordersten Drittel der Verschwender - wie der Großteil der wohlhabenden Länder dieser Erde.  
 
HIER kommt ihr zur gesamten Länder-Aufstellung (in englischer Sprache) sowie HIER zu einigen interessanten Erläuterungen (in deutscher Sprache). 

BERJAYA

Fest steht: Weltweit steigt der Verbrauch, anstatt endlich reduziert zu werden. Es ist höchste Zeit, dass wir alle die Reißleine ziehen - also unseren Konsum einschränken, auf die Ernährung achten (bio, regional) und viel weniger Fleisch essen, keine Lebensmittel verschwenden, vermehrt auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen (oder Fahrrad fahren, zu Fuß gehen), Strom und Wasser sparen, auch an kalten Tagen die Heizung um 1 Grad herunterdrehen und einen Pullover mehr anziehen, generell mehr über die Auswirkungen und Folgen nachdenken bei allem, was wir tun. Denn auch die nächsten Generationen wollen noch auf dieser Erde leben können.

Ich glaube, es ist machbar, die Balance zu finden zwischen einer guten Lebensqualität und der Schonung der Umwelt, wenn wir ein bisschen und unser eigenes Verhalten hinterfragen und korrigieren.

BERJAYA
 
Familienzeit:
Apropos "die nächsten Generationen": Natürlich war im April auch wieder Zeit, um meine Tochter und meinen Enkelsohn zu treffen 😍. 

Jana bereitet für Jamie inzwischen die verschiedensten Gemüsebreie zu (richtig vorbildlich - aus Biogemüse mit dem Thermomix), und  wie man sieht, schmeckt's ihm 😊. 

Am 20. April wurde unser kleiner Sonnenschein Jamie 5 Monate alt. Jana gestaltet zu jedem "Monats-Geburtstag" ein Bild von ihm mit seiner Geburtstagszahl und schreibt ein paar Zeilen dazu - diesmal zum Beispiel: "Mittlerweile robbe ich mich schon fleißig vorwärts und arbeite weiter an meinen Krabbel-Künsten."

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Auch meine drei Enkel-Katzen kommen nicht zu kurz: Jana bastelte für Yommee, Chiller und "Findelkind" Nala ein neues Spielhaus aus Windel-Verpackungskartons. Vor allem Nala, die Jüngste, konnte es kaum erwarten, in das Haus einzuziehen 😻. Währenddessen durfte Omi sich um Jamie kümmern 😉😍...

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Wir trafen uns während der Osterferien auch noch mit anderen Familienmitgliedern - Marie-Claire, die Frau meines Cousins Norbert, kam mit den zwei jüngeren ihrer drei Kinder zu uns. Wir besuchten gemeinsam einen großen Spielplatz und hatten dort jede Menge Spaß. Auch die "alte Tante Traude" musste unbedingt rutschen 😆 - und Edi wurde zum Fangenspielen eingeteilt 😉:

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Osterdeko:
In diesem Jahr habe ich nur sparsam dekoriert: In eine handgetöpferte Schale legte ich ein paar nostalgisch verzierte Ostereier und einen Stoffhasen - alles schon lange in meinem Deko-Koffer - in einer Vase arrangierte ich Palmkätzchen-Zweige, die ich schon seit Jahren verwende (man muss die ja nicht wegwerfen, solange sie noch halbwegs gut aussehen), blühende Zweige von unserer Forsythie (die ich innerhalb der Vase in ein Wasserglas stellte) sowie einen großen Keramikhasen. Dazu kamen noch ein paar kleine Porzellanhäschen und zwei Tulpen-Teelichthalter, die mir meine Tochter Jana mal geschenkt hat.

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Kino-Abend:
Am 20. April machten wir uns einen schönen Abend mit Kino und essen gehen in Baden. Zu dem Zweck peppte ich mein Kleid, das ihr oben schon gesehen habt, mit ein paar roten Elementen auf - passend zur Zierquitte, siehe letzte Collage 😉. Ich finde, die Wirkung des Kleides verändert sich sehr stark durch die unterschiedlichen "Farbbeigaben". So lässt sich jedes Kleidungsstück immer wieder verwandeln.

BERJAYA

Als große Freunde des Potter-Universums "mussten wir natürlich" den neu erschienenen 3. Teil der Filmreihe Phantastische Tierwesen - Dumbledores Geheimnisse - sehen. Es war dies der erste Kinobesuch seit 2019 und wir haben ihn entsprechend genossen, ebenso wie die Schoko-Palatschinken, die es nachher für mich gab *); der Salat mit gebackenen Hühnerstreifen war für Edi. 

*) Im April habe ich nämlich damit begonnen, ein paar mehr vegetarische Tage als bisher einzulegen; begonnen habe ich mit einer ganzen Veggie-Woche, und seither ziehe ich (als Minimum) drei vegetarische Tage pro Woche durch. Edi macht manchmal mit, manchmal nicht...

Das Restaurant, in dem wir gegessen haben, war übrigens schon mal in meinem Blog zu sehen - das ist allerdings bereits neun Jahre her - und das Lokal trug im Jahr 2013 auch noch den Namen "Café Damals". Inzwischen heist es Krennmayers Restaurant und wurde in manchen Räumen (leider) modernisiert, aber das Essen schmeckt uns noch immer gut ...

BERJAYA
Filmplakat oben und Szenenfoto rechts Mitte aus dem Internet

... und ein paar nostalgische Details gibt es im Lokal nach wie vor zu sehen.  So zum Beispiel das Schild, das ich euch in der folgenden Collage zeige: "Radfahren 1. Lektion - Hilfestellung bei lernenden Damen". Auf einem derart hohen Stahlross hätte ich vermutlich auch eine massive Hilfestellung benötigt 😄. 

Mittig seht ihr ein Plakat, das auf den nächsten Termin des wunderbaren, informativen Foto-Festivals La Gacilly-Baden hinweist, über das ich euch in meinem Blog schon mehrmals erzählt habe (z.B. HIER). Am 9. Juni geht es wieder los - das Thema ist diesmal "Nordwärts".

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In der unteren Reihe seht ihr abermals etwas Leckeres - es handelt sich dabei um unseren Versuch, den von Ela vorgestellten Croissant Auflauf nachzubacken. Elas Auflauf sah zugegebenermaßen besser aus, was vielleicht auch daran lag, dass wir Tiefkühlbeeren und (palmölfreien) Nougataufstrich verwendet hatten - geschmeckt hat er jedenfalls sehr gut 😋! (Ich esse allerdings an meinen Veggie-Tagen nicht nur Süßes, sondern durchaus auch Gemüse 😉).
 
Neues vom Art-Journal:
In meinem Rückblick auf den restlichen Februar und den halben März erzählte ich euch unter anderem, dass ich mein altes, im Jahr 1986 begonnenes "Freudenbuch" in ein Art-Journal umzuwandeln begonnen habe.:Ich picke mir eine Doppelseite heraus und gestalte aus den damals eingeklebten Inspirations-Bildern oder -Texten etwas Neues. Eine dieser Doppelseiten habe ich euch bereits in meinem März-Beitrag gezeigt - hier kommen ein paar weitere, die zwischen Mitte März und Ende April entstanden sind:

BERJAYA

Ich handhabe das also nicht wie bei einem wirklichen Tagebuch, sondern gestalte diese Seiten nach Lust und Laune, wenn gerade Zeit ist. Und mir ist aufgefallen, dass ich dabei ein sehr starkes Bedürfnis nach blumigen Gestaltungen und freudigen oder optimistischen Texten habe. Ich glaube, das ist der aktuellen Weltlage geschuldet - in meinem Art-Journal aka Freudenbuch lebe ich mein Bedürfnis nach einer heilen, bunten Welt aus... und spüre, dass mir das gut tut.

BERJAYA

Bei der Frau in den gerüschten Kleidern oben handelt es sich um die New Yorker Performance-Künstlerin Colette. Ich habe in den 80er-Jahren einen Cosmopolitan-Artikel über sie gelesen, fand es wunderbar, dass sie (im Gegensatz zu mir) ihren künstlerischen Lebenstraum auszuleben schafft, schnitt den Artikel und die Fotos von ihr aus und klebte mir das alles in mein Freudenbuch - geleitet von der der Hoffnung, die viele andere auch haben: Dass ich vielleicht eines Tages den Absprung aus dem ungeliebten (aber wirtschaftlich notwendigen) Büroleben schaffe und fortan vom Malen oder Schreiben leben kann (oder von anderen künstlerischen Dingen, die mit Farben, Formen, Buchstaben oder Natur zu tun haben) ...

 BERJAYA

Nun, wie ihr wisst, ist mir das nicht gelungen; ich blicke auf diese Träume heute milde zurück. Aber seit geraumer Zeit genieße ich mein Pensionistendasein... und habe mich verrückterweise (trotz der bedenklichen Weltlage inklusive Covid, Umweltverschmutzung und Klimawandel, trotz der auf uns zukommenden Einschränkungen, trotz meiner "voranschreitenden Jugend" - manche nennen es auch Alterungsprozess 😉 ...) noch nie zuvor in meinem Leben so frei und zufrieden gefühlt wie in den letzten beiden Jahren.  

Daran lässt sich gut erkennen: Zufriedenheit hat nicht zwangsläufig mit dem Außen zu tun - das Gefühl entsteht im Inneren. Es hat nichts damit zu tun, ob man erreicht hat, was man sich einst erträumte. Und es bedeutet auch nicht, dass man, um zufrieden sein zu können, alles Unangenehme verdrängen und die Augen verschließen muss - ich engagiere mich z.B. für den Umweltschutz (und ein bisschen auch für Menschenrechte) und bekomme täglich Mails von entsprechenden Organisationen, die mir zeigen, wie vieles im Argen liegt. 

Es hilft allerdings, wenn man sich nicht permanent mit den Schattenseiten der Welt und der Menschheit beschäftigt, sondern immer wieder neue Kräfte tankt, indem man Dinge tut, die man liebt und die Freude erzeugen

BERJAYA
Die Japanische Zierquitte hüllte sich im April in ein attraktives rotes Kleid.
 
 
Das war's mit der ersten Hälfte meines April-Rückblicks, den zweiten Teil bekommt ihr demnächst zu lesen. (Ich weiß noch nicht, ob ich vorher ein weiteres Italien-Kapitel fertigstellen kann oder nicht - in den nächsten Tagen werden nämlich ziemlich oft unterwegs sein... (Seid mir daher bitte auch nicht böse, wenn es mit meinen Blogbesuchen und Kommentaren in diesem Monat ein Weilchen dauert.)

 

Herzliche Rostrosengrüße

 🍰🌷💖 und an alle, die heute den Muttertag begehen, 

alles Liebe und Gute und viel Spaß beim Feiern! 💖🌷🍰

eure   T  r  a  u  d  e




Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

beim Mosaic Monday, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 

 


Montag, 25. April 2022

Italien Reisebericht - Lucca (Toskana)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.


Ciao ihr Lieben!

 

Wie in meinem vorigen Blogbeitrag versprochen, nehme ich euch heute mit nach Lucca. Diese Stadt, deren antike Wurzeln bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. (bis in die vorrömische Zeit der Etrusker) zurück reichen, hatten Edi und ich auch schon bei unseren beiden vorangegangenen Toskana-Urlauben besucht. Weil es uns dort so gut gefallen hat, wollten wir sie gern ein weiteres Mal sehen. Und auch unsere Freunde Brigitte und Peter interessierten sich für Lucca und seine Sehenswürdigkeiten.

Stadtmauer von Lucca:
Allein schon die vollständig erhaltene Stadtmauer besitzt einen besonderen Reiz; sie gilt als das besterhaltene Beispiel für eine neuzeitliche Befestigungsanlage in Europa. Im 12./13. Jahrhundert ersetzte sie die römische Mauer; in der heute bekannten Form wurde sie zwischen 1504 und 1648 ausgebaut. Interessanterweise wurde die Stadtmauer nie zur Verteidigung Luccas gebraucht, doch sie bewahrte die Stadt im Jahr 1812 vor einem Hochwasser
 
Dass man auf ihr auch spazierengehen oder radeln und auf diese Weise Lucca umrunden kann, zeige ich euch später. Zuerst mussten wir die Mauer durchqueren. Verwinkelte Gänge, die teilweise farbig beleuchtet werden, führen vom öffentlichen Parkplatz in die Stadt hinein.
 

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BERJAYA

Durch Lucca kann man wunderbar bummeln, es gibt hier viele autofreie Bereiche. Einige mittelalterliche Kirchen und Türme sowie schöne Stadthäuser aus der Renaissance prägen den Charakter des historischen Stadtkerns. Dazu kommt typisch südländisches Flair mit Wäsche, die vor den Häusern im lauen Wind flattert, Vespas, Rosenduft, belebte Marktplätze, Heiligenbilder und Statuen...

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Auch Luccas Schaufenster wirken sehr einladend. Und was ich schon in Florenz beim Blick in die Auslage manch eines Modeshops festgestellt hatte, traf hier ebenfalls zu: Es gab vieles, das in mein Beuteschema gepasst hätte - tolle Herbstfarben, schöne Muster und Schnitte. Was ebenfalls auffallend war: zahlreiche Animal-Prints, vor allem (aber nicht nur) Leo-Muster. Aber auch Homer Simpson im Leonardo-Look war verfügbar 😁. Und Deko fürs Zuhause sowie gut abgehangener Schinken...

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In einer kleinen Galerie wurden nicht nur Bilder von Katzen im coolen Piraten- oder Boho-Look angeboten, sondern auch Früchte aus Carrara-Marmor, die teilweise täuschend echt aussahen. Aber 14 € für eine Orange oder Feige, die man nichtmal essen kann? Der silbern glänzende Kaffeeautomat in einem Lokal gefiel uns sehr. Im Fenster eines Barbier-Ladens war zu lesen "Sorry Ladies, only for men."

BERJAYA BERJAYA

Ab und zu warfen wir beim Bummeln einen Blick in eins der Gebäude oder ihre Höfe - so z.B. (angelockt durch den Blick auf hohe Bäume) in den Hof des

Palazzo Ducale (= Herzogspalast):
Das Gebäude wurde 1401 erbaut; es war im Laufe der Jahre Residenz mehrerer Adelsfamilien und beherbergte zwischenzeitlich auch wichtige öffentliche Einrichtungen. Heute ist es unter anderem Sitz der Provinzverwaltung.

Der Palast ist groß und verdankt sein heutiges Aussehen der Restaurierung im Jahre 1578 durch Bartolomeo Ammannati, einem berühmten Architekten und Bildhauer seiner Zeit. Unter anderem befindet sich im Palazzo Ducale die Kapelle Santa Maria della Misericordia, in der das Museum “Paolo Cresci per la storia dell’emigrazione italiana” eingerichtet wurde (siehe Schild unten rechts). Das Museum erzählt die Geschichte der italienischen Emigration von 1860 bis 1960 mittels Briefen, Tagebüchern und Fotografien.

BERJAYA

Santa Maria Forisportam:
Der Name der Kirche geht auf "Foris Portam" zurück, was "vor dem Stadttor" bedeutet, denn ursprünglich befand sie sich außerhalb der ehemaligen (römischen) Mauern direkt vor dem östlichen Stadttor. Wegen ihrer weißen Marmorverkleidung wird sie von den Einheimischen auch Santa Maria Bianca genannt. Uns beeindruckten hier ganz besonders die drei kunstvoll verzierten Portale - sie machten uns neugierig, deshalb gingen wir in die Kirche hinein.

Ein Pergament aus dem Jahr 768 bezeugt die Existenz dieses Gotteshauses bereits im 8. Jahrhundert; im 12. bis 13. Jahrhundert wurde es im Stil der Luccheser Romanik umgebaut, ein Glockenturm wurde erst 1619 hinzugefügt. Wie ich außerdem erfahren habe, ist das Kirchengebäude seit seiner Entstehung etwa 1,5 Meter in die Erde gesunken.

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Doch eigentlich zog es uns zu einem ganz anderen Gebäude hin - zur

dem Wahrzeichen von Lucca. Von Edi und mir wird er übrigens "Turm mit Frisur" genannt 😊 - und ich denke, man kann gut erkennen, wie es zu diesem Spitznamen kam: Das Aussehen des 44,25 Meter hohen Geschlechterturmes wird geprägt von sieben windzerzausten Steineichen, die aus seiner Spitze ragen.
 
Es ist nicht genau bekannt, wann dieser Garten in luftiger Höhe angelegt wurde, aber auf einem Bild aus dem 15. Jahrhundert kann man sehen, dass unter den damals noch zahlreich vorhandenen Türmen von Lucca einer steht, der mit Bäumen gekrönt ist. (Die heute vorhandenen Steineichen wurden jedoch im Laufe der Zeit neu gepflanzt.) Im Mittelalter gab es mehrere Hundert Geschlechtertürme in Lucca, doch im 16. Jahrhundert wurden viele von ihnen abgerissen oder gekürzt, und somit ist der Guinigiturm einer der wenigen erhaltenen innerhalb der Stadt - und durch seine "Frisur" der auffälligste. 

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Von der Via Sant’Andrea 45 aus gibt es einen Zugang zum Turm - der Eintritt kostet aktuell pro Person 5 €. Bei den vergangenen beiden Lucca-Besuchen habe ich dankend darauf verzichtet, nach oben zu gehen, doch mittlerweile habe ich meine Höhenangst so weit im Griff, dass ich es wagte (nein, nicht nur wagte - ich wollte es unbedingt!) und die 25 Treppenabsätze mit insgesamt 230 Stufen gemeinsam mit den anderen erklomm.

Der Aufstieg hat es durchaus in sich, denn während die Stufen am Anfang noch schön breit sind, wird es gegen Ende zu sehr eng. Doch ich muss sagen, es hat sich richtig gelohnt - der Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Berge ist einfach fantastisch, und auf dieser mit Bäumen bewachsenen Plattform zu stehen, die ich bisher immer nur von unten gesehen hatte, fühlte sich für mich ausgesprochen gut an. Dank der Zugangsbeschränkungen wegen Covid war der Dachgarten erfreulicherweise auch nicht  überlaufen.

BERJAYA
Unten mittig seht ihr die Kathedrale San Martino, den Dom von Lucca

Tiere in Lucca:
Während wir noch darauf warteten, dass wir auf  den Turm hinauf konnten, begegnete uns dieser nette "Wasserträger-Hund". Er wirkte sehr auf seine Aufgabe konzentriert. Die beiden Straßenkater sahen wir in einem anderen Winkel der Stadt, sie waren gemeinsam unterwegs - der rote Bursche zeigte uns die Zunge, aber ich denke, das lag wohl nicht daran, dass er uns frech kommen wollte - vielleicht fehlen ihm schon einige Zähne? Dann passiert es angeblich manchmal, dass Katzen die Zunge aus dem Maul rutscht. In einem Gewässer nahe der Stadtmauer entdeckten wir einen Silberreiher*), der aber leider zu weit weg für ein besseres Foto war. 
 
*) Korrektur, mein vogelkundiger Blogfreund David M. Gascoigne hat mich darüber aufgeklärt, dass es sich nicht um einen Silberreiher, sondern um einen Kuhreiher handelt. Ich bin fasziniert, dass man den Unterschied bei diesem Foto überhaupt feststellen kann..., aber möglicherweise ist es für Kenner ganz eindeutig?

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Wenn man viel unterwegs ist, verlangt der Körper irgenwann nach Nahrung. In Lucca gibt es (wie in fast jeder italienischen Stadt) verlockende Ristorantes an jeder Ecke, und wie ihr seht, gab es Pasta für jeden Geschmack und sowohl für größeren als auch für kleineren Hunger. Die gelben Häuser mit den grünen Fensterläden stehen auf einem ganz besonderen, elipsenförmigen Platz in Lucca, der Piazza dell'Anfiteatro. Die Form ist auf die ursprüngliche Bestimmung des Platzes zurückzuführen, er wurde nämlich auf den Grundmauern eines römischen Amphitheaters errichtet. (Wenn ihr auf DIESEN Link klickt, könnt ihr euch eine hübsche Luftaufnahme der ovalen Piazza ansehen.) Entzückend fanden wir das kleine gelbe Gefährt der örtlichen Postzusteller.

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San Michele in Foro:
Genau im Zentrum von Lucca befindet sich die Kirche San Michele in Foro, die an der Stelle des alten römischen Marktplatzes erbaut wurde. Sie ist nach dem Dom (den wir nur vom Guinginiturm aus fotografiert haben) die zweite bedeutende Kirche in Lucca und stammt aus dem 11. Jahrhundert. 

Kann es sein, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon etwas übersättigt oder überfordert von den prunkvollen Kirchen Italiens waren? Denn welchen Grund könnte es sonst haben, dass wir von der Sankt-Michaels-Kirche, die für ihre spektakuläre Fassade berühmt ist, nur Seitenansichten fotografiert haben?*) Zum Glück könnt ihr sie euch HIER in Wikipedia ansehen. Diese Fassade ist im Vergleich zum Kirchenbau dahinter wesentlich größer und höher: Ursprünglich war nämlich ein höheres Mittelschiff geplant, das dann aber nicht erbaut wurde. Der Marmor ist mit Hunderten von Fabelwesen, eingemeißelten Gesichtern und Blumenmustern geschmückt. Gekrönt wird die Kirche von einer riesigen Statue des Erzengels Michael, der einen Drachen tötet (auch davon haben wir nur Seiten- bzw. Rückansichten zu bieten 😕).

*) Nun vielleicht war einer der Gründe auch, dass wir an diesem Tag noch einen besonderen Garten besichtigen wollten und deshalb alles andere in den Hintergrund rückte?

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Palazzo Pfanner und sein Garten:
Sowohl Brigitte und Peter als auch Edi und ich hatten uns vor unserer Reise einige Fernsehberichte über die Toskana angesehen; in einem davon wurde der Garten des Palazzo Pfanner in Lucca gezeigt - und uns war klar, dass wir dorthin mussten. Zum einen, weil es bei diesem Stadtpalast einen Bezug zu unserem Heimatland Österreich gibt, aber vor allem, weil dieser Garten einfach wunderschön ist. Unsere Freunde nahmen ein Kombiticket und sahen sich auch die Räume im Palazzo an - hier unten seht ihr einige von Brigittes Fotos. Edi und ich nahmen uns nur ein Ticket für den Garten.

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Der Palazzo wurde um 1660 ursprünglich für die wohlhabende Handelsfamilie Moricani konstruiert; schon im Jahr 1680 war die Familie jedoch durch ihre Insolvenz gezwungen, das Gebäude  zu verkaufen. Danach folgten wechselnde Besitzer, die verschiedene Umbauten vornahmen, wie z.B. eine monumentale Treppe oder die Umgestaltung der Gartenanlage im 17. Jahrhundert. Kommt mit, wir wollen hier ein wenig lustwandeln!

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Ein Traum, nicht wahr? Wir waren jedenfalls absolut hingerissen!

Und wie ist das nun mit dem "Österreich-Bezug"? Felix Pfanner (1818-1892), ein Bierbrauer aus Hörbranz am Bodensee, mietete im Jahr 1846 Teile der Anlage und richtete hier eine Brauerei, eine Produktionsstätte und einen Biergarten ein. Er war damit der erste Bierhersteller des Herzogtums Lucca und einer der ersten in Italien, und somit wurde die Brauerei Pfanner zu einem Anziehungspunkt für Einheimische und Ausländer. Im Laufe der Zeit konnte Felix Pfanner dank der Einnahmen seiner Brauerei den gesamten Palazzo kaufen. Er verbrachte sein restliches Leben hier, heiratete und hatte sieben Kinder. 

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Die Brauerei existiert inzwischen zwar nicht mehr (sie wurde 1929 nach jahrzehntelanger Tätigkeit geschlossen), das Grundstück gehört aber immer noch der Familie Pfanner. Sie lebt in einem Teil des Gebäudes, die weiteren Räumlichkeiten und der Garten wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und immer wieder werden hier Veranstaltungen organisiert.

Auch während unseres Besuches gab es in einem Bereich der Gartenanlage eine Veranstaltung - eine Ausstellung wundervoller Classic-Cars!

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Einige von euch wissen vielleicht noch, dass Herr Rostrose und ich einige Jahre lang bei den Oldtimer-Rallyes in unserem Bezirk als Fotografen mit dabei waren - leider werden diese Rallyes mittlerweile nicht mehr veranstaltet - HIER einer meiner Beiträge von damals. Wir waren also begeistert und voll in unserem Element.

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Stadtmauer-Promenade:
Der Pfanner-Garten liegt neben der Stadtmauer und man kann auch direkt von einem Hinterausgang auf diese Mauer hinaufgehen. Der einstigen Herzogin von Lucca - Maria Luisa von Bourbon-Spanien - haben wir es zu verdanken, dass sich auf der Mauer eine von Bäumen gesäumte Promenade befindet. Diese umgibt das Stadtzentrum wie eine grüne Oase, und auch die Bastionen und Außenbereiche sind begrünt. Diese Bereiche werden gern für Veranstaltungen genützt und auf der Promenade sieht man stets zahlreiche Jogger, Farhrradfahrer und Spaziergänger.

Nachdem wir den Palazzo bzw. seinen Garten besichtigt hatten, zog es uns auf diesen angenehm schattigen Mauer-Spazierweg hinauf - dort waren wir auch bei unseren früheren  Lucca-Besuchen schon gern unterwegs gewesen. Man hat von hier einen herrlichen Blick in die Umgebung, und die sieht an einem so blauhimmeligen Tag natürlich ganz besonders gut aus.

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Natürlich muss man nicht die gesamte 4,2 km lange Stadtmauer entlang gehen - es gibt zwischendurch immer wieder Auf- und Abgänge. Und so zog es uns nach einiger Zeit wieder in die Stadt zurück. Unter anderem sammelten Brigitte und ich da unterwegs noch einige Schilder für Artis Schilderwald...

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Das Schild mit dem Adler darüber erinnert an den in Lucca geborenen Flugpionier Carlo Del Prete (1897–1928).

 

... und wir brachten außerdem für Nova jede Menge Tore (und Tor-Details) mit. Von der ehemaligen, mittelalterlichen Stadtmauer sind noch zwei Stadttore erhalten - eines davon seht ihr in der folgenden Collage, zweite Reihe Mitte - die Porta San Gervasio :

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Folgende Collage: Der Torbogen in der ersten Reihe und das Schild mit dem Adler (schon wieder 😉) in der zweiten Reihe gehören zur ehemaligen Tabakfabrik von Lucca. Am Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigte diese große Fabrik Hunderte von Menschen. Die Zigarrenherstellerinnen von Lucca waren berühmt für ihre Fähigkeit, die beliebte "Stortignaccolo"-Zigarre herzustellen. Es handelt sich dabei um eine "krumme" Zigarre, die eigentlich durch einen Fehler entstanden war, aber sich großer Beliebtheit erfreute. Mittlerweile werden die Zigarren in einer modernen Fabrik in einem Vorort von Lucca produziert.

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Ihr Lieben, das war's von unserem Rundgang durch Lucca. Diese schöne Stadt hat noch um einiges mehr zu bieten, nicht nur all die Kirchen, die wir diesmal zum Teil nur von oben oder von der falschen Seite fotografiert haben 😉, sondern z.B. für Opernliebhaber das Giacomo Puccini-Museum, das in seinem Geburtshaus untergebracht ist. (Für unsere Freundin Moni war dieses Museum seinerzeit der Hauptgrund, um Lucca zu besuchen.) 

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Doch wir hatten viel gesehen und genossen, nun zog es uns wieder zurück in unser Feriendomizil, wo wir uns einerseits am Blick auf den Abendhimmel erfreuten und uns andererseits ein typisch italienisches Abendessen - bestehend aus Mozarella mit Tomate und einigen feinen Antipasti - gönnten. HACHJA, bella Italia! Angesichts all dieser Bilder bekomme ich schon wieder richtig Sehnsucht nach dem Süden...

 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

  T  r  a  u  d  e

 


Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

beim Mosaic Monday, Froh und kreativ, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid