Hello, ihr lieben treuen und neuen LeserInnen!
۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩
So vieles geht jetzt schön langsam aber sicher dem Ende entgegen: Die Adventzeit, das
Jahr 2015, die Aktion
"Rettet die Lachfalte" - und auch mein Irland-Reisebericht. In diesem
Sinne: Herzlich willkommen zum heutigen - letzten - Kapitel unserer virtuellen Reise über
die Grüne Insel!!!
Am Ende meines vorigen Irland-Kapitels erzählte ich euch, dass wir die Nacht vom 13. auf den
14. Tag in der Nähe der Stadt Letterkenny verbracht haben - und weil dieses Quartier mitsamt
seinen Leuten unter vielen netten und gemütlichen irischen B&Bs so ganz besonders reizend
war, möchte ich ich hier ein bisserl Werbung für das
Mountainview B&B machen. Die
"Herbergsmutter" dort ist nämlich wirklich wie eine liebevolle Mutter zu ihren Gästen, und
auch die Zimmer sind so freundlich gestaltet - wir haben uns dort extrem wohl gefühlt!
Es ist noch dazu äußerst praktisch gelegen, wenn man in der Republik Irland übernachten möchte,
aber von hier aus Ausflüge nach Nordirland plant, denn die Grenze ist nicht all zu weit entfernt.
Hier unten seht ihr den Gesamtübersichtsplan von Irland mit unserer Route der kommenden zwei
Tage sowie eine Nordirland-Karte mit zwei der drei Höhepunkte, die wir uns dort herausgepickt
hatten.
Die Autokennzeichen sind anders, die Währung ist es ebenfalls, Entfernungen werden in
Meilen gemessen und nicht in Kilometern und es gibt mehr Industrie. Das waren für uns die
augenfälligsten Unterschiede, zumal wir uns nicht an Orten aufhielten, die auch heute noch an
bis 1998 (doch die Ursprünge wurden bereits viel, viel früher gelegt). Und in Städten wie Derry
oder Belfast ist davon noch einiges zu sehen.
trotz aller Verlockungen und landschaftlichen Schönheiten, die es dort ebenfalls gibt, einen
Bogen um dieses Land. Wir wollten weder unsere Kinder noch uns selbst in Gefahr bringen.
Inzwischen hat man einen
langwierigen und keineswegs unkomplizierten
Friedensprozess begonnen, doch auch heute
grünes Gras gewachsen ist, aber das Gras ist nicht unbedingt an allen Stellen über den Konflikt
gewachsen...
Vielleicht hat dieses Wissen verhindert,
dass Herr Rostrose und ich uns länger als einen Tag in Nordirland aufhalten wollten und - trotz
auch keinen Zwischenstopp in dieser oder einer anderen der größeren Städte einplanten.
Auch hier also war es die Natur, die uns anzog, und nicht das von Menschenhand Geschaffene.
Dennoch war es ein Kunstwerk, das wir uns in Norirland ansehen wollten - eines aus Basaltgestein,
monumental und faszinierend - bei dem allerdings kein Bildhauer je Hand angelegt hat... jedenfalls
kein menschlicher:
der ‚Damm des Riesen‘!
 |
| In dem Vintage-Bus, der in Richtung Giant's Causeway fuhr, war mutmaßlich eine Hochzeitsgesellschaft unterwegs... |
Es gibt mehrere Irische Legenden, die allesamt erzählen, dass dieser "Damm" vom Riesen Fionn
Mac Cumhaill (auch als Finn McCool bekannt) errichtet wurde und dass er bis nach Schottland
reiche. Die einzelnen Varianten der Legende und einiges mehr über den Giant's Causeway könnt ihr
euch
HIER durchlesen. Fest steht jedenfalls, dass es auf der unbewohnten schottischen Insel Staffa
Die etwa 60 Millionen Jahre alten Basaltsäulen, die Geologen zufolge durch sehr langsame und
gleichmäßige Abkühlung heißer Lava entstanden sein sollen, sind demnach nicht absolut einzigartig
in der Welt *), doch handelt es sich hier um eine Basaltsteinfläche von sehr großer Ausbreitung und
von besonderer Schönheit... Immerhin sind es hier beinah 40.000 Säulen, von denen etwa die Hälfte
hexagonal geformt ist; es treten jedoch auch solche mit vier-, fünf-, sieben- oder achteckigem
Querschnitt auf. Im Jahr 1986 wurde das "8. Weltwunder Irlands" zum UNESCO-Welterbe
erhoben.
weltweit findet ihr HIER. Nicht überall stehen sie allerdings unter Schutz, mancherorts wird Basaltstein als Baumaterial
abgebaut.
Auch wenn es auf den meisten unserer Fotos so aussieht, als ob wir allein auf den Steinen
herumgeklettert wären, war das natürlich nicht der Fall. Giant's Causeway ist die Touristen-
attraktion schlechthin in Nordirland. Wir haben beim Fotografieren einfach darauf geachtet,
möglichst wenige Fremde im Bild zu haben. In der folgenden Collage seht ihr allerdings
einige andere Besucher, die genau wie wir diesen traumhaften Flecken Erde besichtigt haben.
Ganz in der Nähe des Causeways gibt es ein paar andere Touristenziele - zum Beispiel die
Ziel herausgepickt, das für mich eine Novität bot ... und gleichzeitig eine Möglichkeit, mal
wieder einen Kampf gegen die Geister der Höhenangst zu bestehen:
Carrick-a-Rede ist eine kleine nordirische Felsinsel, die genau auf dem Wanderweg der Lachse
zu ihren Laichplätzen liegt. Da der Seegang bei der Insel eine
Bootsüberfahrt häufig verhinderte,
errichteten Fischer schon vor rund 350 Jahren eine Hängebrücke, um vom Festland auf Carrick-
a-Rede zu gelangen. Ursprünglich war hier der Lachsfang
die wichtigste Einnahmequelle. In den
frühen 1960ern wurden noch täglich etwa 300 Fische gefangen, zu Beginn des aktuellen Jahrtausends
waren es gerade mal ca. 300
in der gesamten Saison! Mittlerweile ist die Hängebrücke ein mit
beidseitigem Handlauf und
seitlichen Netzen abgesichertes Modell und dient eher touristischen
Zwecken als der Unterstützung des Fischfangs.
Die Insel ist klein, und um die steilen Pfade gehen zu können, sollte man halbwegs gut zu
Fuß sein, doch der Weg lohnt sich - vor allem bei so feinem Wetter, wie wir es hatten. Man kann
dort Unmengen von Seevögeln beobachten, zwischen den Felsen wachsen Blumen und Moose,
das Meer leuchtet türkisblau und die Aussicht ist einfach atemberaubend schön.
Für Herrn Rostrose war die Hängebrücke ein Klacks, er ist schon in Vancouver auf einer viel
längeren und viel höher über dem Abgrund schwankenden "Rope Bridge" gegangen - nämlich dieser
hier:
KLICK - für mich aber war es die erste Hängebrücke meines Lebens. Noch vor ein paar Jahren
hätte man mich vermutlich über die Brücke prügeln müssen ... oder mich k.o. schlagen und dann
ohnmächtig drübertragen. Nein, vermutlich hätte ich vor ein paar Jahren einfach dieses Ziel nicht
ausgewählt - doch
Höhenangst ist nichts, das man nicht in den Griff bekommen könnte. Das heißt
keineswegs, dass ich den "Sog der Tiefe" nicht mehr spüre, aber ich lasse mich von ihm nicht
mehr so sehr beeindrucken. Ich habe beschlossen, mir möglichst keine Erlebnismöglichkeiten
mehr durch irrationale Ängste verderben zu lassen, sondern mich stattdessen quasi innerlich
zurückzulehnen und zu genießen! Und so hatte ich mir fest vorgenommen, mich auf der Carrick-
a-Rede-Rope-Brigde (von der es gerade mal 30 Meter in die Tiefe geht) "freihändig" fotografieren
zu lassen und außerdem selbst in die Tiefe zu fotografieren. Ja, ich gebe zu, ich stand ein wenig
wackelig da - aber ich habe meine Pläne durchgezogen! Beweisfotos siehe obere und
untere Collage ;o))
Nur wenige Meilen von Carrick-a-Rede entfernt gibt es ein weiteres beeindruckendes
Landschaftselement zu besichtigen, das wir uns nicht entgehen lassen wollten:
- das (wie auch der Giant's Causeway) zu den am meisten fotografierten Naturphänomenen in
Nordirland zählt... Wobei "Naturphänomene" vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck ist -
schließlich wurde die beeindruckende Buchen-Allee im achtzehnten Jahrhundert von der Familie
Stuart auf dem Zufahrtsweg zu ihrem georgianischen
Herrenhaus, Gracehill House, gepflanzt.
Durch ihren knorrigen Wuchs jedoch haben sie sich im Lauf der Jahrhunderte zu einem spektakulär
und sehr fotogen aussehenden Tunnel entwickelt. Auch in der HBO-Serie Game of Thrones
wurden die Dark Hedges als Drehort verwendet.
Eine Allee, die so geheimnisvoll -
ja fast gespenstisch - aussieht wie diese, benötigt natürlich auch einen passenden Geist.
Und tatsächlich gibt es hier die Geschichte der grauen Lady - ein Gespenst, das man mit etwas
Glück die Brenagh Road entlanggleiten sehen kann. Kaum ist sie bei den letzten beiden Bäumen
hindurchgeschwebt, so heißt es, verschwindet sie aus dem Blickfeld. Es gibt mehrere Theorien
darüber, um welche unglückliche Seele es sich bei dem Gespenst handelt - einige meinen, die
graue Dame sei Peggy, eine Tochter der Stuarts, andere wiederum, sie sei ein Dienstmädchen
gewesen, das vor Jahrhunderten unter mysteriösen Umständen gestorben ist. Uns begegnete
jedenfalls weder Peggy noch das Dienstmädchen oder eine andere arme Seele - doch die Allee
beeindruckte uns auch ganz ohne Geister-Erscheinungen.
Nach diesem dritten "Fotostop" in Nordirland fuhren wir wie geplant ohne weiteren Aufenthalt
wieder in die Republik Irland zurück. Unser nächstes Quartier war das
Keernaun House
in Dundalk, einer Ortschaft knapp nach der Grenze in Richtung Dublin.
Unser Abendessen nahmen wir dort in einem senfgelb gestrichenen Pub ein - und auf dem
Rückweg begenete uns diese hübsche schwarz-weiße Katze, die sich gerade anschickte, eine breite
und stark befahrene Straße zu überqueren. Vermutlich hat sie das ja schön häufiger gemacht und
überlebt, aber wir wollten ihr bei dieser gefährlichen Unternehmung nicht zusehen und riefen sie
stattdessen zu uns. Und tatsächlich ließ sich das Kätzchen von uns anlocken und begeistert streicheln
- und anschließend schlüpfte es durch einen Gartenzaun - hoffentlich dorthin, wo es zuhause und in
Sicherheit war!
Am nächsten Morgen ging es nach einem feinen Frühstück unserem letzten irischen Tag entgegen.
Allerdings war dieser Tag nicht gerade von besonderem "touristischen Erfolg" gekrönt. Das
Beaulieu House, das über besichtigenswerte Räumlichkeiten und außerdem über schöne Gärten
sowie ein Car-Museum verfügt, hatte an diesem Tag nämlich leider geschlossen. (Ich hatte
übersehen, dass das Haus nur im Juli und August auch an Wochenenden für Besucher geöffnet ist
- und selbst da erst ab 13 Uhr... Die Uhrzeit war aber sowieso egal, denn wir schrieben gerade mal
Sonntag, den 28. Juni und standen somit vor verschlossenen Türen. Sehr schade! So mussten wir
uns damit bescheiden, ein paar Fotos durch den Zaun zu knipsen...
Von da an war bei uns dann irgendwie die Luft raus. Unweit von Drogheda befindet sich zwar die
berühmte Hügelgrabstätte
Newgrange, aber die wollten wir ursprünglich eigentlich links liegen
lassen, da wir in der Nähe von Sligo die weit weniger touristischen Hügel- und Dolmengräber von
Carrowmore gesehen hatten. Mag sein, dass man die beiden nicht miteinander vergleichen kann,
aber so richtig groß war unsere Lust auf eine weitere urzeitliche Grabanlage eigentlich nicht.
Aufgrund unseres "Beaulieu-Flops" beschlossen wir, Newgrange doch eine Chance zu geben.
Schon am dortigen ziemlich großen und ziemlich überfüllten Parkplatz fragten wir uns allerdings,
ob diese Idee wirklich so gut gewesen war. Im Visitors Center erfuhren wir dann auch noch, dass
es nicht möglich ist, das Monument individuell zu besichtigen. Nur im Rahmen von geführten
Touren könne die Grabkammer besucht werden, doch die Wartezeiten betrügen etwa anderthalb
Stunden...
Wir begnügten uns schließlich damit, eine (gratis) Fotoausstellung im Foyer des Vistitors Center
anzusehen und in einem angeschlossenen Buchladen zu stöbern, dann fertigten wir noch rasch zwei
Fotos vom Hügelgrab aus einiger Entfernung an und verließen die Gegend endgültig in Richtung
Hier also schloss sich der Kreis nach zwei Wochen; wir kehrten an den Ort zurück, von dem aus
wir am nächsten Morgen (oder eher zu nachtschlafener Stunde) wieder nach Hause fliegen würden.
Großartige Lust auf touristische Unternehmungen hatten wir jedoch nicht mehr, wir hatten Dublin
zu Beginn unserer Reise erforscht und genossen, nun wollten wir uns bloß noch ausruhen, unsere
Reise Revue passieren lassen und uns z.B. in einem hübschen Dubliner Pub (von dem es ja jede
Menge entdeckenswerte Exemplare gibt! ;o)) etwas Ess- und Trinkbares gönnen.
Und so landeten wir schließlich im
Madigan's in der Earl Street mit der nostalgisch-schönen
Deckenbeleuchtung und der prägnanten Zwischenwand, unter deren Uhr die weisen Worte
Tempus fugit stehen - die Zeit flieht ...
Ja, schnell war sie dahin, unsere Zeit in Irland, und doch so prallvoll und reich an Erlebnissen!
Manche von euch meinten, dass es durch unsere Reiseberichte so wirkt, als ob wir monatelang
oder gar für ein Jahr unterwegs gewesen wären. Ach nein - wir sind nur einfach gut darin, unsere
Reisen mit Erlebnissen zu füllen ;o)) - und ich freue mich, wenn ich danach möglichst lange
so richtig intensiv von diesen Erlebnissen zehren kann, indem ich die Fotos bearbeite, Collagen
daraus bastle und Reiseberichte schreibe... Als nächstes wird ein Fotobuch angefertigt werden,
das dauert natürlich auch wieder ein bisschen und verlängert die "Urlaubszeit" noch um ein
Stückerl ;o))
۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩
Für euch jedenfalls steht nun in meinem Blog eine Möglichkeit bereit, so oft ihr wollt auf
Kurzurlaub nach Irland zu reisen, indem ihr auf meinen Link mit den gesammelten Reise-
berichts-Kapiteln klickt (direkt unter meinem Header - oder
HIER).
Ich danke euch noch einmal sehr für euer Interesse und für all
die lieben, interessierten und motivierenden Zeilen, die ihr mir dazu hinterlassen habt!!!
Und außerdem hoffe ich natürlich, dass ihr auch noch die Möglichkeit zur
Lachfalten-
Rettung nützt - es gibt zwar schon ein paar hübsche Verlinkungen, doch eigentlich herrscht
dort eine gewisse Vorweihnachts-Flaute... Dabei könnt ihr doch bestimmt über Schönes und
Erfreuliches aus der Vorweihnachtszeit erzählen, das euren Lachfalten gut getan hat! Ich
verlinke dieses Reiseberichts-Kapitel ebenfalls dort, denn die viele schöne Natur war
wahnsinnig gut für unser Wohlgefühl und unser Lächeln! Mit
Pippa verlinke ich mich auch.
Und bei
Gabrieles Streifzug am Mittwoch!
Vor Weihnachten möchte ich mich noch einmal bei euch melden - und bis dahin lasse ich
euch ganz, ganz liebe Adventgrüße da!
Fotos: Herr und Frau Rostrose