Servus, ihr lieben treuen
und neuen LeserInnen, ...
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... heute mal wieder zu einem etwas ernsteren Thema, denn Frau Rostrose hat
natürlich auch noch
ein paar andere Dinge im Kopf als Lachfalten, das
Reisen oder ihre Klamotten, in denen sie für ihre
Blog-Fotos grinsend
im Garten herumhopst ;o) Wobei - Klamotten und das Reisen werden auch in
diesem
Posting in gewisser Weise vorkommen. Und ein paar Lachfalten ebenfalls.
Im ersten Teil des Fair-Play-Themenpostings -
HIER - ging es um eine
förderungswürdige Aktion
der Nähbloggerinnen, auf die ich euch alle
hinweisen wollte, und bei der Gelegenheit habe ich dann
auch gleich mal
das darin angesprochene Thema Fair Trade berührt. Als nächstes soll die
Berührung
noch ein bisserl intensiver und vor allem "querdenkerischer"
ausfallen.
Zu den begleitenden Aufnahmen von heute - sie stammen von unseren beiden Indien-Reisen [die
Links zu den Reiseberichten findet ihr unter meinem Header] und zeigen euch Handwerksbetriebe,
die - im Gegensatz zu manchen billig-produzierenden Firmen - vorbildliche Arbeitsbedingungen
für die Mitarbeiter bieten. Dass es davon viel zu wenige gibt ist mir genauso klar wie dass man uns
als Touristen wohl kaum die anderen Betriebe zeigen wird - jene nämlich, in denen die schlimmen
Verhältnisse herrschen, die ich im vorigen Post angesprochen habe.
Die Fotos wurden größtenteils von meinem Mann und mir aufgenommen
- und die eine oder andere Aufnahme möglicherweise auch von unserer Freundin Moni. (Ich
hab da ein bisserl den Überblick verloren im Lauf der Jahre ;o))
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Die nähenden Frauen arbeiten im Dastkar-Projekt, einem Selbsthilfeprojekt, das es vor allem den Frauen der Region rund
um den Rantambore-Nationalpark ermöglichen soll, mit ihren handwerklichen Fähigkeiten einen Beitrag zum Familien-
einkommen zu leisten.*)
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Die Arbeitsatmosphäre wirkte sehr entspannt, was wohl auch damit zu tun hat, dass die Frauen ihre Kinder zur Arbeit
mitnehmen dürfen. HIER kommt ihr zur Facebook-Seite von Daskar-Ranthambore, sie freuen sich bestimmt über eure
Likes (und ich glaube, man kann dort auch bestellen)! |
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Im PS des ersten Teils habe ich den deutschen Biochemiker, Systemforscher und Umweltexperten
Frederic Vester erwähnt, der u.a. auch das Umweltspiel
Ökolopoly entwickelt hat. In seiner Computer-
Variante
ecopolicy finden in manchen Schulen Deutschlands, Österreichs und auch einiger anderer
Länder
Wettbewerbe statt (vielleicht habt ihr ja davon schon mal gehört, selbst wenn euch der Name
Vester nichts sagt?)...
In seinen Büchern beschreibt F. Vester, was passieren kann, wenn man eine Sache zwar gut meint,
aber darauf vergisst,
vernetzt zu denken
- also wenn man nicht sämtliche möglichen Konsequenzen
bedenkt, die
eine Handlung haben kann. Bei dem Beispiel, das mir in besonderer
Erinnerung
geblieben ist, sollte das Leben von Menschen verbessert
werden - doch letztendlich ging der gut
gemeinte Versuch gewaltig nach
hinten los:
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In
der Sahelzone litten die Menschen darunter, dass ihre Rinder
durch Stiche der Tsetsefliege
erkrankten und zum Teil daran starben. Um
den notleidenden Menschen zu helfen, wurde die
Tsetesfliege erfolgreich bekämpft. Die Rinder blieben gesund und
vermehrten sich. Daher wurden
die
Weideflächen vergrößert und zur Trinkwasserversorgung für Mensch und
Tier wurden Brunnen
gebohrt.
Diese Maßnahmen führten in den ersten Jahren zu deutlichen
Verbesserungen der bisherigen
Situation. Alle waren froh über diese
Entwicklung. Die Menschen in der Sahelzone mussten keinen
Hunger und
Durst mehr leiden, und diese Zufriedenheit führte dazu, dass sie mehr
Kinder als vorher
in die Welt setzten. Binnen zwei
Jahrzehnten war durch die verbesserten Lebensbedigungen die
Bevölkerung in der Region fast zur doppelten Größe angewachsen, wodurch natürlich mehr
Ressourcen
benötigt wurden.
Zuletzt waren die Böden von den Rindern kahlgefressen und nicht
mehr zum Ackerbau geeignet,
die
Wasserreserven durch die Brunnen verbraucht, ...
... und die Not von Mensch und Tier größer denn je...
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In der südindischen Stadt Darasuram gibt es zahlreiche
Seidenwebereien. Hier sahen wir in einem kleinen
Familienunternehmen zu,
wie die wunderschönen und edlen Sari-Stoffe entstehen.
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Übrigens habe auch ich mir in Indien einen Seidensari gekauft - und wenn ihr bis zum Schluss dranbleibt,
dann zeige ich euch, wie ich darin aussehe ;o)) |
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Seht ihr schon, worauf ich hinauswill?
Wenn wir die Lebensumstände eines Volkes zu wenig kennen,
kann der
Versuch, an einem Rädchen zu drehen (oder nur an einem
Rädchen zu drehen), fatal enden.
Auch beim Versuch, die Händler und
Großhändler dieser Welt dazu zu zwingen, nur noch "fair" und
nachhaltig
produzierte Waren anzubieten, kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen
kommen.
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In
meinem nächsten Posting zum Thema will ich euch ein bisschen über die
Arbeitswelt in Indien,
so wie wir sie erlebt haben, erzählen. Heute nur
so viel: Mir ist in Indien klar geworden, dass es nicht
unbedingt die beste Lösung für die Ärmsten der Armen sein kann, wenn wir etwas übers Knie brechen
und einfach nur
dafür sorgen, dass keine Ausbeuter-Fabriken mehr existieren.
Denn - wie es u.a.
Julia - Vintage with Laces in ihrem Kommentar auf den Punkt gebracht hat -
"
Viele der Arbeiterinnen hätten dann gar keinen Job mehr,
um ihre Familien über Wasser zu halten."
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In der Region Chettinad besuchten wir eine der traditionellen Fliesen-Manufakturen, wo uns vorgeführt wurde,
wie hier jede einzelne Fliese von Hand angefertigt wird. |
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Und wenn
ihr euch die Sahelzonen-Geschichte und Frederic Vesters "vernetztes
Denken" vor Augen
ruft, werdet ihr vielleicht auch ahnen, dass es ebenso keine gute
Lösung sein kann, diese Menschen
einfach nur finanziell zu unterstützen
... bzw. auf andere Weise einfach nur für eine bessere Lebensqualität,
für mehr Wohlstand zu sorgen, ganz ohne begleitende Maßnahmen ... Das würde zwar unser allfällig
vorhandenes schlechtes Gewissen
beruhigen, jedoch der Welt einen noch größeren Schaden zufügen,
als wenn
man gar nichts macht.
Wobei "nichts machen" natürlich nicht die Lösung sein kann. Ihr seht aber bereits, das Thema ist
nicht nur so komplex und schwierig, dass Politiker, Wissenschafter und sonstige schlaue Köpfe
dieser Welt bisher daran gescheitert sind - es ist auch komplex genug, um mich dazu zu bringen, den
einen oder anderen weiteren Beitrag dazu zu schreiben. Denn ich glaube, das war genug Text für
heute - und ich bin längst noch nicht am Ende angekommen.
Ich hoffe,
einige von euch hat es interessiert, auch wenn es mit den euch bekannten Rostrosenthemen
nur am Rande zu tun hat ... Soweit kommt's eben, wenn Frau Rostrose mal dem Grübeln
freien Lauf
lässt. Und jetzt ahnt ihr vielleicht auch, warum ich
manchmal lieber einfach nur grinsend in
irgendwelchen Klamotten herumhopse ;o))
Und das mache ich hier und heute also auch noch schnell für euch - in meinem grünen Sari aus
edler indischer Seide *) - womit ich natürlich bei
Ines Meyroses "nur natur" im August dabei bin,
außerdem bei
Tinas Freitags-Outfit und bei
Sunnys Um Kopf und Kragen. (* Übrigens ist das grüne
Shirt darunter auch wieder eines aus Bio-Seide und stammt aus derselben Quelle wie mein Seiden-
bolero aus dem ersten Fair-Play-beitrag -
klick).
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Uiuiui, es war eine ziemliche Herausforderung, das Ding zu wickeln. Nach gefühlten 100 Anläufen sah es dann so aus ;o))
Und mit diesem an mir seltsam aussehenden Outfit verlinke ich mich auch gleich wieder bei Rettet die Lachfalte #8! |
Zum Abschluß möchte ich euch noch herzlich DANKE sagen für eure lieben Reaktionen auf mein
natürlich auf eure weitere rege Beteiligung! Ebenfalls gefreut habe ich mich über eine Post-
sendung die quasi schon "nach Redaktionsschluss" hier ankam, aber für die ich mich dennoch
gern kurz bedanken möchte: Von OBI erhielt ich nämlich als kleines Dankeschön für meine
Beteiligung an deren
Frühjahrsaktion eine Packung Düngestäbchen für meine Topfflanzen. Das
kann ich immer brauchen!
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Alles Liebe und bis bald, eure rostrosige Traude
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*) Übrigens ist auch die Dastkar Ranthambore-Initiative ein Symbol dafür, wie wichtig es ist,
vernetzt zu denken. Denn als der Ranthambore-Nationalpark zum Schutz der letzten Tiger Indiens
gegründet wurde - was für sich genommen ein sehr begrüßenswertes Projekt war - wurde leider
zunächst auf die Menschen in der Umgebung vergessen. Sie verlorenen durch die Nationalpark-
Gründung nämlich ihren Zugang zu Holz, Wasser und Ackerland. Erst durch ein paar Selbstmorde
von völlig verzweifelten Menschen, die ihre Familien nicht mehr ernähren konnten, wurde klar,
dass man etwas unternehmen musste. Und so wurde in späten 1980er Jahren Dastkar gegründet.