
Formed in 2009, the Archive Team (not to be confused with the archive.org Archive-It Team) is a rogue archivist collective dedicated to saving copies of rapidly dying or deleted websites for the sake of history and digital heritage. The group is 100% composed of volunteers and interested parties, and has expanded into a large amount of related projects for saving online and digital history.
History is littered with hundreds of conflicts over the future of a community, group, location or business that were "resolved" when one of the parties stepped ahead and destroyed what was there. With the original point of contention destroyed, the debates would fall to the wayside. Archive Team believes that by duplicated condemned data, the conversation and debate can continue, as well as the richness and insight gained by keeping the materials. Our projects have ranged in size from a single volunteer downloading the data to a small-but-critical site, to over 100 volunteers stepping forward to acquire terabytes of user-created data to save for future generations.
The main site for Archive Team is at archiveteam.org and contains up to the date information on various projects, manifestos, plans and walkthroughs.
This collection contains the output of many Archive Team projects, both ongoing and completed. Thanks to the generous providing of disk space by the Internet Archive, multi-terabyte datasets can be made available, as well as in use by the Wayback Machine, providing a path back to lost websites and work.
Our collection has grown to the point of having sub-collections for the type of data we acquire. If you are seeking to browse the contents of these collections, the Wayback Machine is the best first stop. Otherwise, you are free to dig into the stacks to see what you may find.
The Archive Team Panic Downloads are full pulldowns of currently extant websites, meant to serve as emergency backups for needed sites that are in danger of closing, or which will be missed dearly if suddenly lost due to hard drive crashes or server failures.



1272 gerät das Heilige Römische Reich in eine prekäre Situation. Nach dem Tod Richards von Cornwall scheitert die Wahl des nächsten Königs durch die sogenannten Königswähler, einem engen Kreis von geistlichen und weltlichen Kurfürsten, daran, sich auf einen Kandidaten zu einigen.
Zu den Anwärtern gehört Přemysl Ottokar von Böhmen, der nicht nur das Herzogtum Österreich, sondern unter anderem auch die Steiermark, das Egerland und Kärnten beherrscht und über Besitzungen vom Erzgebirge bis zur Adria verfügt. Wegen dieser beeindruckenden Machtposition kann er bei der Königswahl nicht einfach übergangen werden. Přemysl Ottokar selbst mobilisiert alle Kräfte, um sich die begehrte Krone aufs Haupt setzen zu lassen. Dafür bedarf es nicht nur intensiver Verhandlungen, sondern ebenso der Unterstützung von Verbündeten.
In den vergangenen zwei Jahren hat das Herzogtum Österreich einiges miterlebt, unter anderem die zahlreichen Reibereien mit den Ungarn, die erst im Sommer zuvor mit einem Schluss eines Friedensvertrages zu einem Ende gekommen sind, zumindest vorläufig.
Přemysl Ottokar plagen zum einen Geldnöte und zum anderen die Schwierigkeiten bei der Versorgung seines Heeres. Das bekommen seine Vasallen zu spüren, weil er von ihnen höhere Abgaben fordert. Er wird immer verbissener und seine Vorgehensweise härter. Dietmar von Losenstein ist ob dieser Umstände frustriert, denn seine Treue zu Přemysl Ottokar sieht er noch nicht durch ein würdiges Amt – wie das des Grafen von Styra – belohnt.
Indes ist Dietmar nicht der einzige, der den Anspruch von Přemysl Ottokar in Frage stellt. Das Lager der Gegner des Herzogs wächst und bleibt nicht untätig. Es will einen Zeugen auftreiben, mit dessen Aussage eine mögliche Kandidatur des böhmischen Königs verhindert würde. Auserkoren für diese eindeutig gefährliche Suche ist unter anderem Arnulf von Steinbach, der als Freund Dietmars von Losenstein fest an seiner Seite steht.
Ihr größter Widersacher, Irenfried von Styra, hingegen sieht seine Stunde gekommen, sich im Dunstkreis von Přemysl Ottokar zu profilieren. Erweist er sich als treuer Vasall, hofft er auf die Chance, eine der Töchter des Herzogs zu ehelichen. Aber die ihm erteilte Aufgabe ist risikoreicher als gedacht. Der mitleidlose und zur Brutalität neigende Irenfried wäre allerdings nicht er selbst, wenn er nicht eine Lösung für sein Problem finden würde.
Auch das Dorf Raming wird von den Forderungen Přemysl Ottokars nicht verschont. Angetrieben vom rücksichtslosen Irenfried sollen die Männer Holz für die zahlreichen Waffenschmieden liefern. Als die Baumstämme auf der zu viel Wasser führenden Enns geflößt werden, geschieht ein großes Unglück.
Das bringt bei Claus, Knecht auf dem Hof des Meiers Rudwin, der letztlich ohne auf die Ratschläge erfahrener Männer hören wollte, die Anweisung zum Flößen der Stämme gegeben hatte, das Fass zum Überlaufen.
Rudin hasst Claus, weil dieser klüger ist als er. Zugleich hat er Angst, dass die anderen Bauern herausfinden, dass die Vorschläge zur Bearbeitung der Felder von Claus zwar besserwisserisch klingen, gleichwohl ehrlich und bedacht sind und Veränderungen zum Wohle der Bauern in Raming schaffen würden.
Ännlin, die fern von den Menschen groß geworden und völlig ahnungslos von der Welt außerhalb des Waldes gewesen ist, fühlt sich nach wie vor einsam und niemandem zugehörig, obwohl das Schicksal sie mit Euphemia von Eberstorf zusammengebracht hat, der sie bei einem Raumüberfall das Leben rettete und die sie als Zofe in ihre Dienste nahm. Die junge Frau hat so etwas wie eine Heimat gefunden. Euphemia ist freundlich zu ihr und einer der wichtigsten Menschen im Ännlins Leben. Sie bietet ihr Unterkunft und Schutz. Aber dann verliebt sich Ännlin, und sie fühlt sich hin und her gerissen.
Euphemia wiederum wollte Nonne werden, damit sie schreiben und lesen lernen kann, denn Bücher üben eine enorme Faszination auf sie aus. Doch im Gegensatz zu Ännlin ist Euphemia wesentlich unfreier, in ihren Entscheidungen oder gar in der Liebe. Nach ihrer Wut und Trauer über ihre überstürzte Hochzeit mit Dietmar von Losensteinhat sie ihr Los angenommen, ihre Aufgabe, eine anständige Ehefrau zu sein, Kinder zu gebären und sich um die Ordnung im Haushalt ihres Ehemannes zu kümmern, zu erfüllen. Und plötzlich stellt sich auch bei ihr unerwartet die Liebe ein.
Vor einem historischen Hintergrund, der viel Zündstoff bietet, liegt nicht allein „Die Welt im Nebel“. Viele der Beteiligten geraten in konfliktreiche Auseinandersetzungen und Verschwörungen.
„Graue Wolken, so weit das Auge reichte. Die Welt liegt im Nebel, dachte Claus, hier in Raming ebenso wie im Rest des Römischen Reiches … Überhaupt schien ihm sein ganzes Dasein vernebelt. Nirgends konnte er einen Weg erkennen, der ihn zu einem zufriedenen Leben an der Seite einer Frau führte, die er liebte.“ (Seite 391)
Mit der Handlung in „Die Welt im Nebel“, dem zweiten Band ihrer Österreich-Saga, knüpft Ana Pawlik nahtlos an das Geschehen des ersten Bandes an. Dank immer wieder eingestreuter Rückblenden gelingt ein Einstieg in die Geschichte auch für Leser, die sich die Freude an der Lektüre von „In den Klauen der Macht“ versagt haben und darum keine Vorkenntnisse besitzen.
Ana Pawlik hat die Einarbeitung historischer Hintergründe und Begebenheiten intensiviert. Geschickt verbindet sie die von ihr hervorragend recherchierten geschichtlich nachweisbaren Ereignisse in einer politisch aufgeladenen Phase des Umbruchs im Herrschaftsgefüge des Heiligen Römischen Reichs mit einem fiktiven Geschehen. Dadurch wirkt die Handlung sehr authentisch.
Mittels prägnanter Veranschaulichung der Gegensätze zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, insbesondere der Lebensumstände der einfachen Bevölkerung, der Bauern, Knechte und Mägde, eröffnet sich uns eine intensive Sicht auf ein alltägliches Dasein, die zum Mitfiebern, Mitleiden und Mitfreuen einlädt. Hierbei fehlt es nicht an einer Schilderung des Umfeldes, in denen sich der niedere Adel bewegt. Die Autorin macht deutlich, dass auch diesbezüglich eine deutliche Art von Unfreiheit herrscht und Glück und Erfolg gleichermaßen erkämpft werden müssen.
Treu bleibt die Autorin auch den wechselnden Perspektiven, in denen sie die Ereignisse erzählt. Zu keiner Zeit verliert sie den Faden. Auch der zweite Band hält die Spannung wirklich hoch und ist in der Beschreibung der Schauplätze sehr visuell.
Stärken und Begeisterung zeigt Ana Pawlik ebenfalls in der Figurenentwicklung. Ihre Charaktere agieren kraftvoll, herausfordernd und emotional, wirken leidenschaftlich und glaubwürdig und wecken Gefühle in uns, demzufolge wir unsere Sympathie und Antipathie verteilen.
Im zweiten Band ist ein Personenregister vorangestellt, das den Überblick über die Protagonisten erleichtert. Daneben verschafft eine Landkarte die Möglichkeit der Orientierung. Zu guter Letzt klärt die Autorin im ausführlichen Nachwort, was Fiktion und was historische Wahrheit ist. Erwähnt werden soll außerdem das individuelle, von der Künstlerin Lenka Fiala entworfene Cover, das sich von der Masse abhebt und ausgezeichnet zu einem wesentlichen Inhalt der Geschichte passt.
Ana Palik beweist mit „Die Welt im Nebel“, dass sie ihre Fähigkeit nach ihrem Debüt „In den Klauen der Macht“ wiederholt: Sie hat einen eindrucksvollen historischen Roman verfasst, bei dem die hochwertige Erzählkunst in seiner Gesamtheit überzeugt und folglich anerkannt und bewundert werden muss. Aus diesem Grund steht die Autorin mit ihrem Werk unzweifelhaft zurecht um zweiten Mal in Folge auf der Shortlist für den Goldenen HOMER.
Ich grüße dich, Christine, und freue mich, dass du anlässlich des Erscheinens deines neuen Buches "Die Birken der Freiheit" Zeit für ein Interview gefunden hast.
Danke! Und ich bin gespannt auf Deine Fragen
Zum zweiten Mal nimmst du uns nach Estland, wie wir es heute kennen. Was macht für dich die Faszination dieser baltischen Republik aus?
In den „Birken der Freiheit“ ist es – zumindest was die politische und gesellschaftliche Ordnung angeht – noch nicht das Estland, wie wir es heute kennen. Ich entführe die Leser ja in die Vergangenheit und lasse sie teilhaben an historischen Entwicklungen und Wendepunkten, die Voraussetzungen dafür waren, dass diese baltische Republik heute unabhängig ist und selbstbewusst ihre Traditionen, Kultur und Besonderheiten hochhält.
Dabei finde ich – insbesondere beim Strang, der 1914 einsetzt – die enge Verflechtung mit der deutschen Geschichte faszinierend. Vor allem aber hat es mich tief beeindruckt, wie unerschrocken dieses Volk sich immer wieder gegen übermächtige Gegner zur Wehr gesetzt hat und sich auch in finsteren Zeiten der Unterdrückung seine Identität nicht hat nehmen lassen.
Da Estland zu 50 Prozent bewaldet und der häufigste Laubbaum in den dortigen Wäldern die Birke ist, finde ich den Titel (erneut) passend gewählt. War es deine Idee, diesem Baum, der nicht nur viel besungenes Motiv vieler Lieder und Volksdichtungen und ein nationales Symbol des Landes ist, so ein kleines "Denkmal" zu widmen?
Ja, dass Birken eine Rolle spielen, war mir wichtig. Nicht zuletzt, weil ich diese Bäume liebe. Sie sind anmutig und zugleich zäh und widerstandsfähig.
Du schreibst mit enormer Detailverliebtheit, so dass es hervorragend möglich ist, sich in die Gegebenheiten vor Ort hineinzuversetzen. Stell dir vor, wir würden dieses wunderschöne Fleckchen Erde gemeinsam erkunden, welche Route würden wir nehmen?
Da Estland kein sehr großes Land ist, könnten wir in relativ überschaubarer Zeit eine schöne Rundreise machen und dabei einen umfassenden Eindruck der abwechslungsreichen Landschaft sowie der kulturellen Highlights und Baudenkmäler gewinnen.
Deine Romane sind stets auf zwei Zeitebenen angesiedelt. Dieses Mal begeben wir uns in die Jahre 1914 und 1989. Welches Jahr hast du bei der Recherche als intensiver für dich empfunden?
Emotional hat mich das Eintauchen in die späten 1980er Jahre mehr berührt, die ja auch für uns Deutsche (Stichwort Fall der Mauer) einen bedeutsamen Wandel brachten. Bei der Recherche bin ich oft über eigene Erinnerungen „gestolpert“ und tief in „meine“ Zeit damals abgetaucht.
Aber auch die Zeit vor und im 1. Weltkrieg fand ich spannend, vor allem die Geschehnisse im Osten, die ich zuvor nicht so auf dem Schirm hatte. Da habe ich viele interessante Zeitzeugenberichte gelesen, die mich sehr berührt haben.
Die Handlungsstränge und Personenführung bedürfen sicher eines klaren Konzepts. Wie gelingt es dir, dies einzuhalten? Gab es im Verlauf des Schaffungsprozesses von "Die Birken der Freiheit" Abweichungen?
Wie wichtig ist dir die Gestaltung und Entwicklung deiner Figuren? Gibt es eine, die du im Roman besonders ins Herz geschlossen hast?
Mit
den Figuren – allen voran natürlich den Protagonistinnen – steht
und fällt für mich die Handlung, weil ich diese ja vor allem aus
deren Perspektive verfolge. Beiden, also Merike und Luise, bin ich
dabei sehr nahegekommen und kann nicht sagen, welche ich lieber habe.
In der Geschichte tauchen einige estnische Gerichte bei den Mahlzeiten auf. Mir ist das Brot sepik in Erinnerung geblieben. Hast du vielleicht das ein oder andere Rezept selbst ausprobiert, um ein persönliches Geschmackserlebnis zu haben, damit du es uns besser vermitteln kannst?
Ich
habe kama ausprobiert, das sich in Estland beim Frühstück
oder auch bei Desserts als wichtige Zutat großer
Beliebtheit erfreut. Es ist ein Gemisch aus geröstetem
Gersten-, Roggen-, Hafer- und Erbsenmehl, das z.B. mit Dickmilch,
Quark verrührt oder als Creme mit Beeren gereicht
wird.
Und estnische Milchkekse habe ich gebacken, die sind auch köstlich!
Als Pferdeliebhaberin freut es mich immer, wenn Pferde - wenn auch - kleine Rollen in Geschichten spielen. Wie ist deine Beziehung zu diesen wunderschönen Tieren, und dürfen wir im (hoffentlich) nächsten Buch ein wenig mehr über die Toris und ihre Freunde erfahren?
Pferde habe ich schon als Kind sehr geliebt und mir nichts sehnlicher gewünscht, als ein eigenes zu besitzen. Dieser Traum hat sich leider nie erfüllt, aber die Faszination ist geblieben.
Das ist wirklich schade. Ich finde, dass es wichtig ist, den auch weniger bekannte Länder in den Mittelpunkt von Geschichten zu stellen.
Zu guter Letzt würde ich gern noch Folgendes wissen: Jeder kennt sie, die Tage, an denen nichts läuft. Gerade in dieser angespannten Zeit ... Wie motivierst du dich, wenn dich die Schreibunlust überfällt?
Von Schreibunlust würde ich weniger sprechen. Ich habe an Tagen, an denen „nichts geht“, eher das Gefühl, festzustecken. Manchmal hilft schon ein Spaziergang, um wieder klarer zu sehen und weiterschreiben zu können. In anderen Situationen bringt mich weitere Recherche auf die zündende Idee, die zuvor gefehlt hatte. Und manchmal brauche ich einfach eine kleine Auszeit, um Abstand zu gewinnen.
Da stimme ich dir auf jeden Fall zu und danke dir dafür, dass du dir Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen hast.
Oldenburg, 1914: Luise reist nach Estland, wo die adelige Wilhelmine einen jungen deutschbaltischen Baron heiraten soll. Nicht wissend, dass es sich um den Zukünftigen ihrer Herrin handelt, trifft Luise auf Julius und verliebt sich in ihn. Die beiden Frauen fassen einen verwegenen Plan, aber ihr Glück steht auf Messers Schneide, denn schon bald bricht der Erste Weltkrieg aus.
Estland, 1989: Bislang hat sich Merike stets ihrem tyrannischen Großvater gefügt, doch jetzt schließt sie sich gegen seinen Willen nicht nur der Unabhängigkeitsbewegung an, sondern kommt auch hinter streng gehütete Geheimnisse der Familie – und entdeckt ihre deutschen Wurzeln.
Vor der wildromantischen Kulisse Estlands beschreiten drei Frauen neue Wege auf der Suche nach Freiheit und Liebe (Quelle: Verlag)
