Ein bisschen schade ist es schon, dass wir hier im Norden keinen wirklichen Winter hatten.
Dienstag, 30. Januar 2018
Trostlos...
Ein bisschen schade ist es schon, dass wir hier im Norden keinen wirklichen Winter hatten.
So sieht die Natur etwas trostlos und trübe aus.
Denn Schnee würde das Ganze beleben.
Natürlich kann sich der Winter doch noch für einen Besuch entscheiden, warten wir es ab...
Montag, 29. Januar 2018
Kiss. Play. Love.
Im Grunde braucht Simon Traxel, millionenschwerer Besitzer einer Kette von Computerläden, nicht arbeiten. Aber er hat Spaß daran, Computer zu reparieren, und ist auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Er genießt das Leben, und doch hat er ein Problem. Sobald Frauen herausfinden, wer er ist und wie viel Geld er hat, beschließen sie, ihn als ihren Geldautomaten und dadurch Schlüssel für einen verschwenderischen Lebensstil zu betrachten, weswegen er diesbezüglich Vorsicht walten lässt und feste Beziehungen meidet.
Eines Tages stolpert Cassie Michaels in einen seiner Läden und bringt ihren in Wein ertränkten Computer in Hoffnung vorbei, dass dieser gerettet werden kann. Simon ahnt nicht, dass sie mehr praktische Hilfe benötigt, als er sich vorstellt.
Ihr Leben lang hat sich die Bodenanalystin Cassie neben ihren grazilen Schwestern Missy und Lisa wie ein Holzklotz gefühlt. Sie ist intelligent und hat promoviert, aber sie ist langweilig und zurückhaltend, denn sie mag nichts von dem, was ihre Schwestern schätzen: Sie kümmert sich nicht darum, die richtige Mode zu tragen, eine hinreißende Gastgeberin zu sein oder gar den perfekten Mann zu finden und natürlich zu heiraten. Um sich interessanter zu machen und ihr Image aufzupolieren, erfindet Cassie Geschichten über ihre wilden sexuellen Abenteuer, die sie zu diversen Gelegenheiten in lebhaften Einzelheiten zum Besten gibt.
Cassie gerät jedoch in die Bredouille. Anlässlich einer Party will sie all die Lügen aufschreiben, um sich vorzubereiten. Ihr Versuch, eine Sammlung ihrer zehn größten erotischsten „Erfahrungen“ zu katalogisieren, geht gründlich schief, als sie Wein auf ihrem Laptop verschüttet und aus diesem Grund in Simons Laden inklusive ihrer auf dem Bildschirm „eingefrorenen“ Sex-Liste landet.
Simons Interesse ist geweckt, da die junge Frau einerseits überhaupt nicht ahnt, wen sie vor sich hat und folglich nicht hinter seinem Geld her ist. Zudem strahlt sie selbst mehr das Image von Bleib-mir-vom-Leib als Komm-her aus. Darum macht er ihr den Vorschlag, mit ihr gemeinsam ihre Liste „abzuarbeiten“, und nach kurzem Zögern stimmt Cassie zu, weil sie Simon als sympathisch und charmant empfindet, ihre Sexphantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Angefangen bei „Sexposition namens Lochschaufler (klingt wie etwas, das man nur einmal tun sollte)“ bis „Unanständige Spielchen im Spa eines superedlen Hotels für reiche Arschlöcher. Schaumbad, Massage und wilde Zeiten im Frauenumkleideraum“…
![Kiss. Play. Love. von [Fenske, Tawna]](/makepkg/implementing-https-web.archive.org/web/20231222043534im_/https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51kvzMM6x1L.jpg)
Tawna Fenske erzählt mit „Kiss- Play. Love“ eine gleichermaßen ausgeflippte wie aufregende und romantische Geschichte, die vielleicht ein bisschen zu kurz geraten ist, dennoch mit gut entwickelten liebenswürdigen und gescheiten Protagonisten aufwartet. Zwischen Cassie und Simon stimmt die Chemie. Das Geplänkel der beiden ist ausgesprochen amüsant und unterhaltend. Außerdem gelingt es der Autorin, die erotischen Abenteuer prickelnd in Szene zu setzen. Die beiden haben Spaß und kein Problem damit, zu experimentieren und scheinbar unmögliche Praktiken auszuprobieren. Sie sind nicht physisch, sondern auch intellektuell gut aufeinander abgestimmt. Je mehr Zeit sie zusammen verbringen, desto deutlicher wird es, dass sie, während sie ihr sexuelles Beisammensein genießen, sich mehr voneinander ersehnen.
Doch einfach macht Tawna Fenske es ihren Figuren nicht. Während Cassie offen und ehrlich zu Simon ist, hält dieser sich zurück. Er ist unfähig, seine Ängste zurückzudrängen. Vielmehr lässt er sie in dem Glauben, in diesem Computerladen zu arbeiten und vermeidet alles, was sein tatsächliches Leben offenbaren würde. Zur Wahrheit gehört nämlich, dass er sich nicht nur rührend um seine Schwester Junie kümmert, sondern Menschen, die wie Junie das Down-Syndrom haben, in Rahmen eines speziellen Arbeitsbefähigungsprogramms in seinem Unternehmen eine Chance gibt.
Allerdings ist Junie auch der Grund, warum er gegenüber Cassie schweigt. Denn Simons Schwester neigt dazu, sich der Frau, mit der er eine Beziehung hat, dermaßen zuzuwenden, dass sie im Falle einer Trennung schwer damit umgehen kann, diejenige nicht mehr zu sehen. Und ganz der große Bruder möchte er vermeiden, dass Junie sich aufregt.
Wie so oft, haben auch hier Lügen kurze Beine, und es stellt sich die Frage, ob Simon und Cassie es wirklich schaffen, aus Kiss und Play Love werden zu lassen…
Sonntag, 28. Januar 2018
Neues vom Pferdehof - Warm eingepackt
Unsere Pferde auf dem Reiterhof sind in der Regel bei Wind und Wetter draußen.
Allerdings braucht die Zuckerschnute wegen ihres Alters eine warme Decke.
Auch Lantan ist nicht mehr der Jüngste und kühlt schnell aus.
Er weiß genau, wo es Leckerli zu holen gibt und ist zügig zur Stelle.
Resada lässt sich da mehr Zeit.
Sie ist sich zwar sicher, dass Leckerli auf die warten...
... doch eine alte Dame ist halt kein D-Zug.
Freitag, 26. Januar 2018
Sugar & Spice zum Ersten - Glühende Leidenschaft
Nadia Spiceland ist attraktiv, reizend, sympathisch und talentiert.
Nicht zu vergessen: Ihr Name und ihr Gesicht sind berühmt. Denn einst
hatte sie einen Kochwettbewerb im Reality-TV gewonnen und ihre eigene
Fernsehsendung erhalten. Unvorbereitet auf diese Art der Bekanntheit
hatte sie immer öfter zu Medikamenten gegriffen und war abhängig
geworden.
Dank eines eisernen Willens ist es ihr in den letzten Jahren Schritt für Schritt gelungen, ihre Tablettensucht zu überwinden, aus ihren Fehlern zu lernen und nach vorne blickend die hässliche Vergangenheit hinter sich zu lassen. Inzwischen führt sie zusammen mit ihrer Freundin Siobhan „Sugar“ Malloy erfolgreich das Café „Sugar & Spice" und überrascht ihre Kunden mit (meist) süßen Köstlichkeiten.
Und dann sind da noch ihre Freundinnen Vanessa und Audie. Jeden Dienstag treffen sich die vier und besprechen, was ihnen auf der Seele brennt. Das Besondere an diesem Viererkleeblatt: Jede von ihnen hat irgendein Problem, und alle müssen damit irgendwie klarkommen. Einige schaffen es besser als andere. Manchmal läuft es gut, und manchmal eben nicht.
Nadia will nach ihrem Zusammenbruch und ihrer Enttäuschung vor vier Jahren lieber keine Beziehungen. Aber Sex? Jederzeit. Je wilder, desto besser.
Objekt der Begierde ist Kaname Sullivan, „Professor Sex“, klug, ehrgeizig, zielgerichtet, kontrolliert und mit siebenunddreißig immer noch nicht unter der Haube. Kane arbeitet als Berater für Sexualverbrechen und liebt seine Tätigkeit als Dozent für Sexualpsychologie. Es bereitet ihm Vergnügen, seine Studenten zu fesseln und herauszufordern, ihren Horizont zu erweitern und ihre Einstellung zur Welt zu verändern. Außerdem ist er als Autor erfolgreich, das Honorar für drei Sachbücher bietet ein ausreichendes finanzielles Polster.
Nadia und Kane gehen ohne Hemmungen aufeinander zu und lassen sich auf ein Spiel ohne Verpflichtungen ein. Doch so einfach und unkompliziert wie gedacht, ist das letzten Endes nicht...
Mit ihrer Reihe „Sugar & Spice“ erzählt Seressia Glass die
Schicksale der vier Freundinnen Nadia, Siobhan, Vanessa und Audie, denen
sie einen ernsten und sinnvollen Hintergrund verpasst. Denn sie bietet
einen Einblick in das Verhalten von Menschen mit einer Sucht, den Kampf,
diese zu überwinden und sich damit auseinanderzusetzen. Dabei werden
Probleme aufgegriffen, ohne in die erdrückende Tiefe zu gehen, denn
vorherrschend ist und bleiben die Darstellungen in „Sugar & Spice“
erotische Liebesgeschichten.
Darauf baut auch „Glühende Leidenschaft“ auf. Die Geschichte von Nadia und Kane lässt sich entspannt lesen, weil sie nahe an der Realität, authentisch und nachvollziehbar ist. Die Autorin erfüllt die Erwartung, mit einem gewissen Anspruch zu unterhalten, ohne das Wesen des Genres zu unterlaufen.
Während der Handlung wird das Wachsen der Charaktere und ihre Veränderung sichtbar. Zu Beginn ihrer „Beziehung“ steht für Nadia und Kane beispielsweise das Ausprobieren von Positionen aus dem Buch „Der duftende Garten“ - einem orientalischen Werk über die Liebeskunst von Scheik Nefzaui - und damit die eigene Lust im Vordergrund, im Verlauf des Geschehens nehmen andere Dinge an Wichtigkeit zu.
Nadia entdeckt, wie sehr sie Kane vertraut. Nach den ganzen Erfahrungen ihres früheren Lebens fällt ihr das verständlicherweise nicht mehr allzu leicht. Etwas an Kane und einer ruhigen, aber bestimmenden Art und seiner Fähigkeit, kontrolliert zu handeln, vermittelt ihr jedoch, dass sie ihm vertrauen kann. Er führt sie über ihre Grenzen hinaus und gibt ihr dennoch die notwendige Sicherheit.
Kane hat keine Probleme mit der Tatsache, dass Nadia in einer Entzugsklinik gewesen ist. Vielmehr ist er von Anfang an fasziniert von ihr und erkennt, dass er jemanden wie sie braucht. Jemanden, der ihn den Druck, der auf ihn als Professor ausgeübt wird, vergessen lässt, ebenso wie das Deprimierende an seiner Beratertätigkeit. Jemand, der bereit ist, auf sexueller Ebene mit ihm herumexperimentieren, ohne es für schmutzig oder pervers zu halten.
Hier hat er in Nadia die richtige Partnerin gefunden. Nadia raubt ihm jede Selbstbeherrschung, und Kane verliert langsam die Kontrolle über sein Leben, was ihm nicht unbedingt gefällt. Sein Leben und seine Karriere fußen auf harter Arbeit und Willenskraft, darauf, dass er stets die Oberhand behält. Obwohl er eine Schwäche für abenteuerlustige Frauen hat, wird das erotische Spiel immer nach seinen Regeln durchgeführt und endet auch danach.
Allerdings macht das Gesamtpaket aus sexueller Neugier, Hingabe, Geschicklichkeit, Intelligenz und Schönheit Nadia zu einer außergewöhnlichen Frau, obwohl sie sich selbst nicht so sieht. Aber wer etwas Vergleichbares wie sie erlebt hat und gestärkt daraus hervorgegangen ist, muss Rückgrat haben. Und so bewundert er sie. Und er begehrt sie. Liebt er sie auch?
Neben ihren Hauptfiguren gelingt es Seressia Glass, die anderen Protagonisten zu positionieren, ohne tiefgründig zu werden. So bleiben deren Entwicklung ihren eigenen Geschichten in den Folgebände vorbehalten.
„Glühende Leidenschaft“ hat Feuer, ist temporeich und verfügt durchaus über eine gewisse „Schärfe“, die der Titel verspricht. In der Sprache ist die Schilderung mehr als deutlich und langweilt zu keinem Zeitpunkt.
Dank eines eisernen Willens ist es ihr in den letzten Jahren Schritt für Schritt gelungen, ihre Tablettensucht zu überwinden, aus ihren Fehlern zu lernen und nach vorne blickend die hässliche Vergangenheit hinter sich zu lassen. Inzwischen führt sie zusammen mit ihrer Freundin Siobhan „Sugar“ Malloy erfolgreich das Café „Sugar & Spice" und überrascht ihre Kunden mit (meist) süßen Köstlichkeiten.
Und dann sind da noch ihre Freundinnen Vanessa und Audie. Jeden Dienstag treffen sich die vier und besprechen, was ihnen auf der Seele brennt. Das Besondere an diesem Viererkleeblatt: Jede von ihnen hat irgendein Problem, und alle müssen damit irgendwie klarkommen. Einige schaffen es besser als andere. Manchmal läuft es gut, und manchmal eben nicht.
Nadia will nach ihrem Zusammenbruch und ihrer Enttäuschung vor vier Jahren lieber keine Beziehungen. Aber Sex? Jederzeit. Je wilder, desto besser.
Objekt der Begierde ist Kaname Sullivan, „Professor Sex“, klug, ehrgeizig, zielgerichtet, kontrolliert und mit siebenunddreißig immer noch nicht unter der Haube. Kane arbeitet als Berater für Sexualverbrechen und liebt seine Tätigkeit als Dozent für Sexualpsychologie. Es bereitet ihm Vergnügen, seine Studenten zu fesseln und herauszufordern, ihren Horizont zu erweitern und ihre Einstellung zur Welt zu verändern. Außerdem ist er als Autor erfolgreich, das Honorar für drei Sachbücher bietet ein ausreichendes finanzielles Polster.
Nadia und Kane gehen ohne Hemmungen aufeinander zu und lassen sich auf ein Spiel ohne Verpflichtungen ein. Doch so einfach und unkompliziert wie gedacht, ist das letzten Endes nicht...
Darauf baut auch „Glühende Leidenschaft“ auf. Die Geschichte von Nadia und Kane lässt sich entspannt lesen, weil sie nahe an der Realität, authentisch und nachvollziehbar ist. Die Autorin erfüllt die Erwartung, mit einem gewissen Anspruch zu unterhalten, ohne das Wesen des Genres zu unterlaufen.
Während der Handlung wird das Wachsen der Charaktere und ihre Veränderung sichtbar. Zu Beginn ihrer „Beziehung“ steht für Nadia und Kane beispielsweise das Ausprobieren von Positionen aus dem Buch „Der duftende Garten“ - einem orientalischen Werk über die Liebeskunst von Scheik Nefzaui - und damit die eigene Lust im Vordergrund, im Verlauf des Geschehens nehmen andere Dinge an Wichtigkeit zu.
Nadia entdeckt, wie sehr sie Kane vertraut. Nach den ganzen Erfahrungen ihres früheren Lebens fällt ihr das verständlicherweise nicht mehr allzu leicht. Etwas an Kane und einer ruhigen, aber bestimmenden Art und seiner Fähigkeit, kontrolliert zu handeln, vermittelt ihr jedoch, dass sie ihm vertrauen kann. Er führt sie über ihre Grenzen hinaus und gibt ihr dennoch die notwendige Sicherheit.
Kane hat keine Probleme mit der Tatsache, dass Nadia in einer Entzugsklinik gewesen ist. Vielmehr ist er von Anfang an fasziniert von ihr und erkennt, dass er jemanden wie sie braucht. Jemanden, der ihn den Druck, der auf ihn als Professor ausgeübt wird, vergessen lässt, ebenso wie das Deprimierende an seiner Beratertätigkeit. Jemand, der bereit ist, auf sexueller Ebene mit ihm herumexperimentieren, ohne es für schmutzig oder pervers zu halten.
Hier hat er in Nadia die richtige Partnerin gefunden. Nadia raubt ihm jede Selbstbeherrschung, und Kane verliert langsam die Kontrolle über sein Leben, was ihm nicht unbedingt gefällt. Sein Leben und seine Karriere fußen auf harter Arbeit und Willenskraft, darauf, dass er stets die Oberhand behält. Obwohl er eine Schwäche für abenteuerlustige Frauen hat, wird das erotische Spiel immer nach seinen Regeln durchgeführt und endet auch danach.
Allerdings macht das Gesamtpaket aus sexueller Neugier, Hingabe, Geschicklichkeit, Intelligenz und Schönheit Nadia zu einer außergewöhnlichen Frau, obwohl sie sich selbst nicht so sieht. Aber wer etwas Vergleichbares wie sie erlebt hat und gestärkt daraus hervorgegangen ist, muss Rückgrat haben. Und so bewundert er sie. Und er begehrt sie. Liebt er sie auch?
Neben ihren Hauptfiguren gelingt es Seressia Glass, die anderen Protagonisten zu positionieren, ohne tiefgründig zu werden. So bleiben deren Entwicklung ihren eigenen Geschichten in den Folgebände vorbehalten.
„Glühende Leidenschaft“ hat Feuer, ist temporeich und verfügt durchaus über eine gewisse „Schärfe“, die der Titel verspricht. In der Sprache ist die Schilderung mehr als deutlich und langweilt zu keinem Zeitpunkt.
Donnerstag, 25. Januar 2018
Winter oder schon Frühling?
Nachdem die Temperaturen nun wieder (fast) frühlingshaft sind, wollte ich euch doch noch zeigen, dass wir zumindest in der Hauptstadt einen Hauch von Winter, sprich Schnee hatten. Und zwar in der letzten Woche, für ein paar Stunden...
Montag, 22. Januar 2018
Mit Sehnsucht verfeinert - mit Herz erzählt
Auch
mit ihrem vierten Band ihrer Reihe „Taste of Love“ vermag es
Poppy J. Anderson, uns mit einer lebendigen und mitreißenden
Geschichte zu unterhalten. Wir treffen dabei in dezentem Maße alte
Bekannte und werden recht schnell mit den neuen Helden vertraut. Der
Autorin ist es gelungen, sympathische Charaktere zu
entwickeln, mit denen wir auf Tuchfühlung gehen können.
Hailey
und Scott.
Einst ein Traumpaar, sehr verliebt, kurz vor der Hochzeit,
himmelhochjauchzend glücklich. Doch dann geschieht etwas, Hailey
trennt sich, verlässt Boston und jettet durchs Land und um die Welt.
Nun
ist sie zurück, selbstbewusste Souschefin im Bonfire,
fokussiert auf ihre Arbeit. Stress und Hektik, die in einer
Restaurantküche an der Tagesordnung sind, belasten sie in keinster
Weise. Schließlich hat sie ein hohes Ziel: eines Tages will sie
Küchenchefin sein. Ihr Ehrgeiz, ihre Ambitionen und
Durchsetzungskraft sprühen aus jeder Pore ihres Körpers. Sie macht
es sich nicht leicht, obwohl sie es könnte. Schließlich ist ihr
Vater Bill vermögend. Nein, Hailey ist versessen darauf, ihren Weg
ohne – zumindest finanzielle – Unterstützung zu gehen.
Daneben zeigt sich Scott zunächst als schwer einschätzbar. Was vor allem daran
liegt, dass wir ihn aus Hailey Sicht erleben. Und die scheint äußerst
getrübt zu sein. Als sie auf der Eröffnungsparty des Bonfire
nach drei Jahren wieder treffen, empfindet Hailey Scotts Lächeln als
aufgesetzt und stellt fest, dass seinen Augen der humorvolle Schimmer
von früher fehlt. Er wirkt auf Hailey härter, ernster,
geschäftsmäßiger, ja emotionslos und kalt. Doch schnell wird
deutlich, dass Hailey sich ein falsches Bild zurechtgelegt hat. Ist
das möglicherweise ein Entschuldigungsversuch für das, was drei
Jahre zuvor geschehen ist?
Denn
tatsächlich ist Scott witzig,
cool und hartnäckig – hierbei jedoch rücksichtsvoll. Vielleicht hat
er sich früher einiges (besonders
von Hailey) gefallen
lassen. Das
ist vorbei, inzwischen
ist er
fähig, sich durchzusetzen. Und ihr damit ungemein ähnlich.
Unverkennbar ist, dass beide noch Gefühle füreinander haben und aufeinander
„abfahren“. Scott sieht in Hailey immer noch die Frau seines
Lebens, hat es nie aufgegeben, daran zu glauben, dass sie eines Tages
zu ihm und einer gemeinsamen Zukunft zurückkehrt, ist bereit, um sie
zu kämpfen. Aber hier haben wir den Knackpunkt des Ganzen:
Hailey ist stur und kein Mensch, der zu Kompromissen neigt, wenn sie
meint, verletzt worden zu kein. Ihr fällt es schwer, jemandem zu
verzeihen.
Nur
gibt es etwas zu verzeihen, und wenn ja, wird es den beiden
gelingen?
Poppy
J. Anderson schreibt mit Enthusiasmus und Emotionalität und
versprüht einen wunderbaren Humor, der sich allerdings nicht
durchgängig durch die Handlung zieht. Denn „Mit Sehnsucht
verfeinert“ liest sich teilweise angespannter als seine Vorgänger, was
darin begründet ist, dass das thematisierte Geschehen, von dem wir nach und
nach in Rückblenden erfahren, mit einem gewissen Grad an
Ernsthaftigkeit versehen wurde. Das ist gut, und es verleiht der
(Liebes)Geschichte einen besonderen Reiz. Und wenngleich es nur ein
Ende für Hailey und Scott geben KANN, kommt dieses überraschend
schnell und wirkt leider etwas kurz abgehandelt.
Unabhängig
davon hat die Autorin ein Händchen für ihre Protagonisten. Es ist
wohltuend erfrischend, auf welche Weise sie deren Gefühlswelt schildert und darstellt, dass diese normal und durchaus fehlerhaft
sind und sich ihren Platz im Leben suchen. Nicht allein das im
Mittelpunkt stehende Pärchen profitiert davon, auch die Nebenrollen
wie beispielsweise Haileys Vater Bill machen die Geschichte rund.
Poppy
J. Andersons „Mit Sehnsucht verfeinert“ ist mit Herz erzählt und
verzaubert den Alltag.
4,5 Sterne
P. S. Wie jeder Band der Reihe enthält auch dieser Rezepte, von denen ich eins mit kleinen Abwandlungen ausprobiert habe.
P. S. Wie jeder Band der Reihe enthält auch dieser Rezepte, von denen ich eins mit kleinen Abwandlungen ausprobiert habe.
Sonntag, 21. Januar 2018
Futtergäste
Wie in jedem Jahr versorgt Herr Schwanenweiß im Winter die Vögel. Angesichts der Tatsache, dass es immer weniger von ihnen gibt, ist das auch sehr wichtig.
Unser Spatzentrupp, der in der Regel in den Schlehenbüschen sitzt, ist auf ungefähr 30 "Mitglieder" angewachsen
und gibt lautstark zu erkennen, ob es allen gut geht. Wenn dann die
Sonne und der Himmel strahlen - was heute leider nicht der Fall ist -
genießen sie, so scheint es, das Beisammensein besonders.
Mittwoch, 17. Januar 2018
Zwei an einem Tag: Ein Platz in deinem Herzen
Die sechsunddreißigjährige Grace McAllister hat sich für ein Leben
ohne Kinder entschieden. Dann jedoch begegnet sie dem gutaussehenden charismatischen
Gastronomen Victor, und sie fühlt, dass die Beziehung anders
ist als ihre vorherigen. Diese Annahme ist berechtigt, denn dieser Mann ist etwas Besonderes: Victor hat zwei Kinder - Ava und Max. Aber da die Kinder bei ihrer Mutter Kelli
leben, entscheidet sich Grace, das Wagnis einzugehen. Trotzdem gestaltet sich das Dasein als
Teilzeiteltern nicht einfach, da Grace als Freundin des
Vaters nicht unbedingt akzeptiert wird.
Als Kelli unter mysteriösen Umständen stirbt, sieht sich
Grace von einem Tag auf den anderen damit konfrontiert, dass die Kinder nunmehr
bei ihrem Vater wohnen und sie sich in der Rolle der „Stiefmutter“ zweier
trauernder Kinder befindet.

„Ein
Platz in deinem Herzen“ ist ein leiser Roman. Amy Hatvany
gibt darin drei sehr unterschiedlichen Frauen eine Stimme: Grace, Kelli und der
dreizehnjährigen Ava.
Da ist zunächst Grace, eine selbstbewusste Frau, die einfach nicht den Wunsch nach
eigenen Kindern verspürt. Als sie Victor kennenlernt, muss sie auch seine zwei
Kinder akzeptieren, wenn sie mit ihm zusammen sein will.
Amy Hatvany stellt Grace erfreulicherweise nicht als
klassische kinderlose Karrierefrau dar. Vielmehr ist Grace ohne prägende Mutterfigur mit einem jüngeren Bruder aufgewachsen,
weshalb sie auf eigene Kinder verzichtet. Sie ist weder herzlos noch auf sich bezogen,
sondern auch in schwierigen Zeiten offen und ehrlich zu sich selbst, engagiert
sich für misshandelte Frauen und hilft diesen, ihre zerstörten Leben
aufzubauen.
Die neue Situation verunsichert und überfordert Grace. Es
ist schwer für sie, sich in die Rolle einer Stiefmutter hineinzufinden, weil sie
nicht weiß, ob es ihr gelingt. Zudem ist Victor so beschäftigt mit seiner
Arbeit, dass er nicht in der Lage ist, zwischen seiner neuen Partnerin und den
Kindern zu vermitteln. Von Anfang an lässt er es an der notwendigen
Unterstützung mangeln, Grace an die für sie schwierigen Gegebenheiten
heranzuführen. Denn Victor hat seinerseits Angst, Ava und Max kein guter Vater zu sein, zu
schwach, um ihnen beizustehen und ihnen über ihren Kummer hinwegzuhelfen.
Doch Grace ist niemand, der einfach wegläuft und Menschen im
Stich lässt, nur weil dies leichter wäre. Vielmehr stellt sie sich der Aufgabe.
„Vielleicht war Muttersein ja längst nicht so beängstigend,
wie ich immer geglaubt hatte.“ (Seite 204)
Leider werden ihre Bemühungen nicht anerkannt. Trotzdem sie
sich sehr zurücknimmt und Victor als Vater alle Entscheidungen überlässt,
bekommt sie vor allem zu Amy sehr schwer Zugang.
Die Dreizehnjährige ist ein komplizierter Charakter und
offenbart viele Schichten. Reif für ihr Alter musste sie nicht nur mit ansehen,
wie die Ehe ihrer Eltern in die Brüche ging, sondern außerdem, wie ihre emotional
instabile Mutter immer öfter in Depressionen versank.
Amy wurde so in die Rolle
der Verantwortlichen gedrängt, die sich um den Bruder und um die täglich
anfallenden Dinge kümmerte. Und um die Mutter, die sie über alles liebte und um
derentwillen sie all das tut. Weil sie im tiefsten Inneren niemals die Hoffnung
aufgegeben hat, dass der Vater zurückkehrt und die Familie wieder zusammen ist.
Eine Menge, ein Zuviel für ein junges Mädchen. Sie verliert
ihre Mutter und hat das Gefühl, mutterseelenallein zu sein. „Meine Mama war fort. Nie wieder würde sie mich in den Arm
nehmen, mir nie wieder sagen, wie klug ich wäre und wie hübsch.“ (Seite 147) - Dann ist da noch die Angst, dass auch der Vater sterben könnte.
Während Grace und Ava in der Gegenwart erzählen, erfährt
der Leser von Kellis Schicksal durch
Rückblenden in die Vergangenheit. Dieses, geprägt von Lügen und Verdrängung,
ruft unweigerlich Beklemmung und Bedauern hervor.
Denn Kelli ist die schwächste und traurigste Person in der
Geschichte. Niemand kennt ihr Inneres wirklich, ihr Leben ist voller
Geheimnisse. Geprägt von einer schwierigen Kindheit in einem strengen
Elternhaus hat sie bereits in frühster Jugend gelernt, sich in zwei
verschiedene Personen aufzuspalten – die, als die die anderen sehen wollen, und
die andere, die sie wirklich ist.
An das Glück mit Victor hängt sie sich mit Hingabe, in ihrer
Mutterschaft geht sie auf. „Erst als Mutter weißt du, was Liebe wirklich
bedeutet. Es ist ein überwältigendes Gefühl, das man nur verstehen kann, wenn
man selbst ein Kind hat. Es wiegt alle Schwierigkeiten auf und ist jede Minute
wert.“ (Seite 143) - Doch sie klammert, und unweigerlich führt das zum Scheitern
der Ehe.
Amy Hatvany hat emotional starke Charaktere geschaffen, die
sich mit den Höhen und Tiefen des Lebens befassen müssen. Es gelingt ihr, durch
die unterschiedlichen Sichtweisen die Empfindungen der Beteiligten
offenzulegen. Diese sind nicht perfekt, sondern fehlbar, und sie müssen lernen,
sich gegenseitig zu vertrauen und gemeinsam daran zu arbeiten, das Geschehene
zu verarbeiten. Die Autorin macht es ihren Protagonisten nicht leicht und
bietet keine einfache Lösung an. Dadurch wird ihre Schilderung realistisch.
„Ein Platz in deinem Herzen“ ist ein ergreifendes und
hoffnungsvolles Porträt über ganz normale Menschen, die nach dem Verlust eines
nahe stehenden Familienmitglieds versuchen, das Richtige zu tun, und die sich auf
der Suche nach Liebe und Akzeptanz den Herausforderungen stellen.
4,5 Sterne
4,5 Sterne
Erschienen ist der Roman im Blanvalet Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.
Zwei an einem Tag: Frauen, Rosen und Schokolade
Anna ist ein Dresdner Schokoladenmädchen. Sie liebt
Schokolade, und mit ihren zweiunddreißig Jahren hat sie sich etwas flirrend
Mädchenhaftes bewahrt. Als Erbin einer alteingesessenen Dresdner
Schokoladendynastie tritt sie in die Fußstapfen ihres Großvaters und kreiert
feinste Schokoladenprodukte. Denn Anna besitzt den erlesenen Geschmackssinn ihres Großvaters.
Gleichzeitig schlägt ihr Herz für Rosen. Und sie träumt von einer Familie, einem Mann, Kindern, doch noch ist ihr das Glück nicht hold gewesen. Bis auf die letztgenannten Dinge könnte es ansonsten nicht besser laufen. In der Altstadt ihrer sächsischen Heimat hat sie ihr zweites Geschäft eröffnet und zugleich die ehemalige Familienvilla zurückgekauft. Deren Garten soll wieder das werden, was er einst war. Ein Paradies für Rosen. Anna will, dass die Rosenvilla im alten Glanz erstrahlt.
Gleichzeitig schlägt ihr Herz für Rosen. Und sie träumt von einer Familie, einem Mann, Kindern, doch noch ist ihr das Glück nicht hold gewesen. Bis auf die letztgenannten Dinge könnte es ansonsten nicht besser laufen. In der Altstadt ihrer sächsischen Heimat hat sie ihr zweites Geschäft eröffnet und zugleich die ehemalige Familienvilla zurückgekauft. Deren Garten soll wieder das werden, was er einst war. Ein Paradies für Rosen. Anna will, dass die Rosenvilla im alten Glanz erstrahlt.
„Ich möchte… das Gestern in das
Heute einladen und sehen, wie die beiden sich vertragen.“ (Seite 25)
Während der ersten Arbeiten wird im Garten eine vergrabene Schatulle gefunden,
die neben einer zerrissenen Perlenschnur, Babyhärchen und einer Spiegelscherbe
unter anderem ein Bündel verblasster Briefe, die Fotografie
einer Frau, die Anna wie aus dem Gesicht geschnitten, ihr aber völlig unbekannt
ist, und unzählige lose, wie aus einem Tagebuch herausgerissene Blätter offenbart.
Anna lässt sich in die Vergangenheit entführen und entdeckt bei ihren Recherchen mit Hilfe ihrer
Freundin Hanka bislang achtsam gehütete Geheimnisse ihrer
Familie, die bis ins Jahr 1892 zurückreichen und deren vorhandenen Verbindungen
erst nach und nach sichtbar werden und damit selbst Einfluss auf Anna und ihr
Leben nehmen.
Teresa Simon schreibt in „Die Frauen der Rosenvilla“ mit
Leidenschaft über Schokolade und Rosen und verlockt einen, das Buch nicht ohne
eine süße Nascherei zu lesen, um danach im Garten den Duft der Rosen zu
genießen. Eine zauberhafte sinnenfreudige Kombination, die gelungen und
glaubhaft ist, weil nicht nur die Begeisterung der Autorin für Rosen deutlich wird, sondern sie ebenfalls besondere Mühe bei der Beschreibung der
Pralinenherstellung gegeben hat. Als Bonbon wartet das Buch am Ende mit sechs
Pralinenrezepten und der Anleitung für einen selbst gemachten Eierlikör auf.
„Anna schloss die Augen und schmeckte nach. Ja, so konnte Schokolade eben sein, wenn sie mit Wissen und Liebe zubereitet wurde: mild und sinnlich, dunkel und üppig, seidig und glatt, himmlisch und luxuriös. Ruin oder Glück, Vergnügen oder Ekstase – und vor allem Trost. Und sie half beim Denken.“ (Seite 88)
„Anna schloss die Augen und schmeckte nach. Ja, so konnte Schokolade eben sein, wenn sie mit Wissen und Liebe zubereitet wurde: mild und sinnlich, dunkel und üppig, seidig und glatt, himmlisch und luxuriös. Ruin oder Glück, Vergnügen oder Ekstase – und vor allem Trost. Und sie half beim Denken.“ (Seite 88)
Die Autorin schildert die Geschichten der Frauen der
Rosenvilla in Zeitsprüngen. Neben Anna im Jahre 2013 sind es drei Frauen, die
ihre „Gefühle und Gedanken in freudigen und schlimmen Zeiten“ von 1892, 1919
und 1938 zu Papier bringen – Helene, Emma und Charlotte. Und obwohl – dank
unterschiedlicher Schriftarten – immer zu erkennen ist, welche Frau erzählt, ist der ständige und oft unvorhergesehene Wechsel eine Herausforderung, weil so
die gerade aufgebaute emotionale Verbindung zur jeweiligen Protagonistin
unweigerlich unterbrochen wird und dann erst einige Seiten weiter wieder eine
Verknüpfung erfährt. Zwar folgen die
Zeitsprünge keinem nachvollziehbaren konsequenten Rhythmus, so dass sich
erst nach einer Weile Zusammenhänge erschließen, doch das Geschehen zieht einen letztlich trotzdem in
den Bann.
Daneben schafft es die Autorin nicht nur, die jeweiligen
historischen Hintergründe – sei es die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts
oder die Situation beider Weltkriege – detailliert darzustellen und mit dem
Schicksal der Schokoladenfabrik und ihrer Besitzer sowie der Menschen zu verbinden,
sondern auch die Stadt Dresden in die Handlung einzufügen, so dass die Lust auf
einen Besuch der sächsischen Hauptstadt wächst. Hierin zeigen sich Teresa Simons Stärken.
„Manchmal hasse ich diese Rosen beinahe, weil sie so schön und unberührbar sind. Sie blühen und vergehen. Nichts kümmert sie. Auch nicht, was mit uns Menschen geschieht.“ (Charlotte 1938, Seite 107)
Ebenso untermauert die Autorin hinsichtlich ihrer Protagonisten ihre Fähigkeit, dass sie deren Charaktere mit Einfühlungsvermögen in Szene setzen kann. So weisen ihre Heldinnen Formate auf, die einen deren vergangenes und gegenwärtiges Schicksal und den Reigen aus Liebe und Hass, Leidenschaft und Verlangen, Freundschaft und Respekt, Neid und Missgunst, Hoffnung und Vergebung mitempfinden lassen.
Erschienen ist der Roman im Heyne Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.
„Manchmal hasse ich diese Rosen beinahe, weil sie so schön und unberührbar sind. Sie blühen und vergehen. Nichts kümmert sie. Auch nicht, was mit uns Menschen geschieht.“ (Charlotte 1938, Seite 107)
Ebenso untermauert die Autorin hinsichtlich ihrer Protagonisten ihre Fähigkeit, dass sie deren Charaktere mit Einfühlungsvermögen in Szene setzen kann. So weisen ihre Heldinnen Formate auf, die einen deren vergangenes und gegenwärtiges Schicksal und den Reigen aus Liebe und Hass, Leidenschaft und Verlangen, Freundschaft und Respekt, Neid und Missgunst, Hoffnung und Vergebung mitempfinden lassen.
Erschienen ist der Roman im Heyne Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.
Freitag, 12. Januar 2018
Frühling im Winter
Ich hatte euch ja bereits hier den Frühling im Herbst präsentiert.
Aber Frühling gibt es auch im Winter.
Denn die Aurikelchen geben sich alle Mühe, den Temperaturen zu trotzen.
Ich habe manchmal den Eindruck,
dass die Natur ziemlich durcheinander ist.
Donnerstag, 11. Januar 2018
Wiedersehen in Dorset
1939
wird die dreizehnjährige Poppy Brown aus London evakuiert und aufs Land nach Dorset geschickt. Sie ist eine von drei Millionen Menschen, die während des zweiten
Weltkrieges die Hauptstadt und anderen Großstädten verlassen, um den Bombardierungen
zu entgehen, und findet Aufnahme auf Squire's Knapp, dem großen Anwesen der wohlhabenden
Familie Caroll.
Poppy
teilt nun das Los vieler anderer Kinder: Allein und weit weg von ihren Eltern, mit
nur wenig Hab und Gut, leidet sie unter der Trennung und weiß nicht, ob sie
ihre Familie im Londoner Stadtteil West Ham jemals wieder sieht. Sie ist verängstigt, und die
Bewohner des Hauses, insbesondere die unterkühlte Mrs. Carroll, machen das Leben nicht unbedingt
leichter für sie.
Einer
der Lichtblicke ist jedoch Guy Carroll. Poppy schwärmt von Anfang an hingebungsvoll
für ihn, wenngleich er für sie unerreichbar scheint. Denn da ist zum einen seine Herkunft, zum anderen Amy, Guys
Verlobte. Ungeachtet der Umstände nimmt diese Poppy unter ihre Fittiche und wird zu ihrer
Verbündeten. Poppy hängt an ihr und hebt sie auf ein Podest. Umso größer ist
ihre Enttäuschung, als Amy, die Person, die sie immer für einen Engel gehalten
hat, vor der drohenden Gefahr außer Landes flieht und damit Guy ebenfalls im Stich
lässt, der in den Krieg zieht.
Auch
Poppy muss nach London zurückkehren, weil sie dort gebraucht wird. Während die Jahre
vergehen, der Krieg kein Ende zu nehmen scheint, wächst sie zu einer hübschen
jungen Frau heran, die sich neuen Herausforderungen stellt und an ihrem Ziel
arbeitet, Krankenschwester zu werden.
Was
hält das Schicksal noch für sie bereit, und wird sie Guy eines Tages
wiedersehen?
![Wiedersehen in Dorset von [Baxter, Lily]](/makepkg/implementing-https-web.archive.org/web/20231222043534im_/https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51KBGVUHRyL.jpg)
Lily
Baxter hat sich bei Poppys Geschichte in "Wiedersehen in Dorset" von den Erlebnissen ihrer eigenen Mutter
inspirieren lassen, die das Los jener Kinder teilte, die wegen der
Bombardierungen fernab ihrer Familie aufs Land geschickt wurden. Es ist zu
spüren, dass die Autorin daneben zudem eigene Kindheitserinnerungen in die Handlung einfließen lassen hat. Diese
liest sich mit Leichtigkeit, der Schreibstil fordert den Leser aber auch nicht. Das eine oder andere Mal fehlt es zudem an Ausdruckskraft, und mit Hinweis auf die Übersetzung ist es eher fraglich, ob ein Wort wie „schnieke“ im
Englischen Verwendung findet.
Zwar
wartet das Geschehen mit ein paar Wendungen auf, ist hingegen im Ganzen nicht
überraschend. Vielmehr überfrachtet Lily Baxter das Schicksal von Poppy und
driftet dadurch - wenn auch nur im geringen Maße - ins Sentimentale ab. Etwas weniger
Dramatik wäre hier von Vorteil gewesen.
Auflockernd
für den Erzählfluss ist das Auftauchen bestimmter Produkte der damaligen Zeit. So
gibt es unter anderem Pralinen von Rowntree's und Cadbury's Nussschokolade,
Brylcreem-Pomade und Gibbs-Zahnpasta, es werden Woodbines und
Kensitas-Zigaretten geraucht und „Run, Rabbit, Run“, „Any Old Iron“ und „Knees
up Mother Brown“ gehört.
Hinsichtlich
der Figuren hat die Autorin ein Augenmerk auf ihre Hauptfigur gelegt. Im Wesentlichen
gelingt es der Autorin gut und in einem soliden Rahmen, Poppys Entwicklung vom unsicheren und zurückhaltenden 13-jährigen Mädchen aus der Arbeiterklasse zur selbstbewussten jungen
Krankenschwester im historischen Kontext der Kriegsjahre darzustellen sowie ihre charakterlichen Eigenschaften deutlich zu machen. Gleichfalls überzeugt sie mit der Beschreibung der Empfindungen
ihrer Protagonistin.
Poppy
hat das Herz am rechten Fleck. Da sie aus ihrem vertrauten Umfeld
herausgerissen wird, ist sie zunächst verunsichert, zumal sie, die eigentlich
immer viel Trubel um sich hatte, nunmehr allein und sowohl ohne Familie als
auch Freunde dasteht und sich behaupten muss. Dies ist von Erfolg gekrönt, so dass Poppy mehr
und mehr Verantwortung übernimmt, ihre positiven Züge wie Großherzigkeit und Hilfsbereitschaft
verstärken sich. Auch verliert sie nie die Freude an den einfachen Dingen.
Die
Liebesgeschichte wird angenehm zurückgenommen erzählt. So spielt auch der Part
von Guy eine kleinere Rolle, füllt diese aber entsprechend den Vorgaben aus. Gleichwohl
entspricht das Bild von Guy dem eines britisch unaufgeregten jungen Mannes
seiner Kreise, der geradlinig und ehrenhaft handelt, seine Pflicht gegenüber
dem Vaterland erfüllt.
Daneben
fügen sich die Nebenfiguren mehr oder weniger intensiv ein und
beleben das Geschehen.
Die
Geschichte unterhält mit einem manierlichen Plot, der im Ansatz, das Schicksal
einer jungen Frau in Kriegszeiten zu schildern, durchaus positiv zu werten ist.
Allerdings vermag sie es letzten Endes nicht, den Leser durchgängig zu
begeistern und so nachdrücklich in Erinnerung zu bleiben.
Erschienen ist das Buch bei beHeartbeat. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares über NetGalley.
Dienstag, 9. Januar 2018
Wasser marsch!
Der heimische Klosterbach ist - wie es der Name schon sagt - eher ein kleines Gewässer.
Nun hat der viele Regen auch hier für einen reichlichen Wasserlauf gesorgt.
Man fühlt sich wie in einer Flusslandschaft...
Donnerstag, 4. Januar 2018
Glück aus einem Topf - Zweierlei-Bohnen-Topf mit Hack
Das Buch ist ein Weihnachtsgeschenk.
Der Große hat es durchgesehen und 22 Rezepte auf einer Karteikarte notiert, die nachgekocht werden können, wenn er zu Hause ist.
Das erste Gericht gab es noch am letzten Tag des Jahres: sehr tomatenlastig und wegen des Kreuzkümmels etwas ungewohnt
Aber selbst Herrn Schwanenweiß, der sich sonst mit "fremden" Gewürzen etwas schwer tut, hat es gut geschmeckt.
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