Freitag, 27. Dezember 2019
Neues vom Pferdehof - Toto hat Spaß!
Den Strick kenne ich ja noch gar nicht.
Darf ich damit spielen?
Oh, Mensch, das macht Spaß!
Den würde ich jetzt gern behalten.
Aber bewegen muss er sich schon.
Eh, wohin will er denn nun?
Na gut, bis zum nächsten Mal...
Mittwoch, 25. Dezember 2019
Frohe Weihnachten
Ihr Lieben,
ich wünsche euch
wundervolle, entspannte und harmonische Feiertage
mit vielen Momenten zum Innehalten.
Sonntag, 22. Dezember 2019
Die Schuld jenes Sommers
Ein
Augusttag vor 24 Jahre ist der Wendepunkt in Fances' Leben gewesen. Er beendet abrupt die Freundschaft der
achtjährigen Mädchen Frances und Wyn, als letztere spurlos
verschwindet. Doch eine Nacht des Jahres 1942 ändert alles: Die
Deutschen bombardieren Bath, und am Morgen danach vermisst Frances den
kleinen Davy, auf den sie aufpassen sollte. Sie hatte ihn in die
Obhut eines Ehepaares gegeben, weil sie am Geburtstag von Wyn einen
Moment ihrer Freundin gedenken wollte.
Ist auch Davy im Bombenhagel umgekommen? Die Spuren sprechen dagegen, und die junge Frau ist sicher, dass Davy überlebt hat. Belastet von massiven Schuldgefühlen, die noch von Davys Mutter Carys verstärkt werden, begibt sie sich auf die Suche. Hierbei wird sie scheinbar von der Vergangenheit eingeholt. Denn außerdem werden in den Trümmern die sterblichen Überreste von Wyn gefunden. Immer mehr Hinweise offenbaren, dass die Wahrheit über deren Tod erschreckender ist als bisher gedacht. Und mit jeder tiefer gehenden Erinnerung verstärkt sich Frances' Überzeugung, dass für das damalige Verbrechen nicht die richtige Person zur Rechenschaft gezogen wurde und wie wichtig es ist, endlich zu wissen, was 1918 tatsächlich passiert ist?
Ist auch Davy im Bombenhagel umgekommen? Die Spuren sprechen dagegen, und die junge Frau ist sicher, dass Davy überlebt hat. Belastet von massiven Schuldgefühlen, die noch von Davys Mutter Carys verstärkt werden, begibt sie sich auf die Suche. Hierbei wird sie scheinbar von der Vergangenheit eingeholt. Denn außerdem werden in den Trümmern die sterblichen Überreste von Wyn gefunden. Immer mehr Hinweise offenbaren, dass die Wahrheit über deren Tod erschreckender ist als bisher gedacht. Und mit jeder tiefer gehenden Erinnerung verstärkt sich Frances' Überzeugung, dass für das damalige Verbrechen nicht die richtige Person zur Rechenschaft gezogen wurde und wie wichtig es ist, endlich zu wissen, was 1918 tatsächlich passiert ist?
Katherine
Webb siedelt ihren Roman „Die Schuld jenes Sommers“ in zwei
Zeitebenen an: Es sind zum einen die letzten Monate des ersten
Weltkrieges von 1918 und zum anderen das Jahr 1942, und sie verknüpft beide
auf nahtlose Art und Weise. Sie schildert in stimmigen und
detaillierten Bildern den Alltag der Menschen im von Traditionen
geprägten Bath mit jenen Ereignissen, die eine solche Gemeinschaft
ausmachen, und packt das Schicksal ihrer Figuren in eine fesselnde
und teilweise mysteriöse Handlung, die tiefe Einblicke in die Seele
besonders ihrer Heldin Frances ermöglicht.
Dabei
ist die Grundstimmung nicht nur in den Rückblenden des Jahres 1918
düster und oft sehr drückend. Während Frances in einer liebevollen
Familie und ohne massive Entbehrungen aufwächst, sind Wyn und ihre
Geschwister den Launen und Schlägen des Vaters ausgesetzt. Davon
gibt es reichlich, die Mahlzeiten sind hingegen eher spärlich.
Die lichten Momente der Freundschaft der beiden
Mädchen verschaffen dem Geschehen für Augenblicke Frohsinn, der
Frances auch Jahre später noch mit Wyn verbindet. Allerdings ist
Frances' Erinnerung lückenhaft, ja ihr Geist wehrt sich sogar, einzelne Begebenheiten abzurufen. Lediglich unklare Bilder, oft in Albträumen, zeigen sich. Erst nach und
nach kristallisiert sich heraus, dass nicht jener geflohene Kriegsgefangene Wyn getötet haben kann, mit dem sich „die kleinen Schwestern“ anfreundeten und mit Nahrung versorgten.
Indes
sind die Menschen nicht gewillt, dem Drängen von Frances
nachzugeben, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Sie
klammern sich an das Offensichtliche, Greifbare. Daher stößt Frances
auf Unverständnis und Widerwillen und findet wenig Unterstützung
in ihrem Bestreben, das Dunkel zu erhellen. Zudem muss sie sich
mit ihren verschütteten und verdrängten Kindheitserinnerungen
auseinandersetzen und diese in einen entsprechenden Kontext bringen.
Frances
leidet unter dem Tod von Wyn, ebenso belasten sie Carys Vorwürfe. Das Fatale: Carys ist nicht nur Davys Mutter, sondern auch die
ältere Schwester von Wyn. Seit Jahren trinkt sie und vernachlässigt
ihre Kinder. Im Gegensatz zu Frances gibt es für sie keine ungeklärte Wahrheit über den Tod ihrer Schwester. Die Vergangenheit ist abgeschlossen, und die Fragen und
Nachforschungen von Frances sind ihr mehr als unangenehm.
Katherine
Webb meistert die emotionale Herausforderung ihrer Protagonistin mit
hoher Ausdruckskraft und vermag es ausgezeichnet, die Verlustängste, die
Verzweiflung, die Selbstbezichtigungen sowie den einhergehenden
geistigen und körperlichen Schmerz spürbar werden zu lassen.
Auch
dadurch wird „Die Schuld jenes Sommers“ zu einem komplexen
historischen Roman, der mit einer durchdachten und tiefgreifenden
Handlung aufwartet, die einen bewegt und mitempfinden lässt.
4,5 Sterne
4,5 Sterne
*Werbung*
Erschienen ist der Roman im Diana Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.
Dienstag, 17. Dezember 2019
Die Fütterung der Raubtiere...
... erfolgt hier, könnte man meinen, wenn man unseren Spatzentrupp beobachtet, nachdem das Vogelhäuschen aufgefüllt wurde. Tatsächlich aber ist die Gemeinschaft der Spatzen sehr sozial und wechselt sich ab mit dem "Futter fassen".
Sonntag, 15. Dezember 2019
Diebe in Berlin
Zwei
Tage Schneefall haben Berlin eine weiße Decke beschert, so dass
Elli, Idi und ihre Freunde Phlip und Henriette endlich einmal
Schlitten fahren können und sich auf den Weg zur Kiesgrube im Grunewald begeben. Besonders Elli ist begeistert und findet
sich mit fast 13 auf keinen Fall zu alt dafür.
Am Grunewaldsee entdeckt Lou, Henriettes Beagle, im Schilf einen Hundewelpen. Wo kommt der denn her, und wer bitte setzt
überhaupt einen Welpen aus? Vor allem einen so wertvollen. „Ronny“ ist nämlich eine Rassehund, und zwar ein
Rhodesian Ridgeback.
Verfolgt von miesen Typen, stellt sich ziemlich schnell heraus, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Offensichtlich treibt eine Diebesbande ihr Unwesen in der Stadt, an deren Spitze „Die Chefin“. Und mit der scheint nicht gut Kirschen zu essen, wie die Freunde bald begreifen müssen...
Verfolgt von miesen Typen, stellt sich ziemlich schnell heraus, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Offensichtlich treibt eine Diebesbande ihr Unwesen in der Stadt, an deren Spitze „Die Chefin“. Und mit der scheint nicht gut Kirschen zu essen, wie die Freunde bald begreifen müssen...
Mit
„Diebe in Berlin“ lässt Sibylle Luig die jungen Leser zum
dritten Mal an den Abenteuern der Hexen-Zwillinge Elli und Idi
teilhaben. „Magie hoch zwei“ wird hier großgeschrieben.
Von
Vorteil wäre es, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen, da sich
mit den Vorkenntnissen aus vorherigen Geschehnissen manche
Hintergründe schneller erfassen lassen. Aber auch
ohne dieses Wissen ist die Lektüre unzweifelhaft möglich, weil die Autorin mit den im Verlauf der Handlung
eingestreuten Informationen dazu beiträgt, entsprechende Lücken zu
schließen.
Elli,
eigentlich Elektra und Idi, Merida, kennen sich noch nicht
so lange. Erst mit zehn Jahren begegnen sie sich und bemerken, dass sie Zwillinge sind. Im Grunde sind sie „Das
doppelte Lottchen“ 2.0, nur unterscheiden sie sich von ihren literarischen Vorbildern durch ihre
magischen Fähigkeiten. Und die haben es in sich. Zaubern können die
beiden sehr gut, wenn sie zusammen sind. Genauso wie ihre Mutter
Matea und deren Schwester Eva. Oder Oma Mathilda und Großtante
Esther. Wobei die beiden eine Geschichte für sich sind (nachzulesen
im zweiten Band).
Die Zwillinge versuchen, in ihrem Famlienverbund normal zu leben. Etwas ist jedoch augenscheinlich: Elli
kann ganz allein Zauber wirken, was ihr Angst macht. Manchmal ist sie
unsicher, und mit Anflügen von Eifersucht quält sie sich ebenfalls. Und zeigen sich bei ihr Anzeichen von Verliebtheit, wenn sie Mark sieht?
Obwohl
Elli, Idi und ihre Freunde inzwischen etwas älter sind, kann der
Leseempfehlung für acht- bis zehnjährige gefolgt werden. „Diebe
in Berlin" ist altersgerecht und wird Kinder auf jeden Fall begeistern
und mitfiebern lassen, wenn die Mädchen und Jungen außergewöhnliche und aufregende Erlebnisse und auch Gefahren meistern müssen.
Sibylle
Luig hat eine Abenteuergeschichte und einen Kinderkrimi in einem
geschrieben. Darin setzt sie gekonnt Berlin mit prägnanten Bildern
in Szene und spricht wichtige Themen wie den illegalen Tierhandel und
verbotene Hunderennen an, ohne dass es zu einer Überforderung ihrer jungen Leser kommt.
Bedeutsam sind ebenso die Werte, die die Autorin vermittelt: die
Unterstützung und der Zusammenhalt in der Familie und unter
Freunden.
Nicht
nur ihre Sprache ist zeitgemäß und schnörkellos. Sibylle Luig hat
den abwechslungsreichen Ereignisse neben der sich steigernden Dynamik
viele amüsante und heitere Momente hinzugefügt. Besonders „Die
fiesen Omas“ zeigen sich wieder von ihrer unglaublichen Seite. Nicht zu
vergessen ist der Zauber, der dem Ganzen inne wohnt und zur Lesefreude beiträgt.
Das
Cover und die ansprechenden Illustrationen, die im Buch dezent
verteilt sind, stammen von Ulrike Barth-Musil. Diesbezüglich gibt es
lediglich einen Kritikpunkt: Die Handlung spielt hauptsächlich im
Winter. Dazu passt das fast eher frühlingshaft anmutende Cover nicht optimal.
Ansonsten
können sich kleine und große Leser auf eine unterhaltsame
Geschichte freuen, die mit lebhaften und auch nachhaltigen
Höhepunkten gefüllt ist.
4,5 Sterne
4,5 Sterne
*Werbung*
Erschienen ist das Buch im Verlag Monika Fuchs, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.
Erschienen ist das Buch im Verlag Monika Fuchs, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.
Samstag, 14. Dezember 2019
Alle Jahre wieder...
... bereiten wir Frauen von der Adventskalender-Kooperation uns gegenseitig Freude mit unseren Beiträgen für einen Adventskalender. Nun sind es nur zehn bis zum Heiligen Abend.
Ich war auch fleißig und hatte Päckchen für meine vier Kooperationspartnerinnen vorbereitet, von denen nun fast alle geöffnet worden sein dürften...
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Merry Christmas, Cowboy
Von
einem Tag auf den anderen wird
Hannah Montgomery ihren Traumjob bei einem Buchverlag in New York los.
Die ausgemalten Zukunftsaussichten sind also alles andere als rosig,
und das vor Weihnachten. Muss sie nun demütig wieder zurück auf die Farm ihrer Eltern in Shaftsbury, jenem Städtchen in Vermont, in dem sie sich einst total eingesperrt fühlte. Soll sie dort ihr Scheitern in der Großstadt eingestehen? Auf keinen Fall. Hannah entschließt sich, das Angebot
anzunehmen, für einige Monate als Assistentin einer
der Top-Autorinnen
des Verlages zu arbeiten.
Allerdings nicht in New York, sondern irgendwo auf einer Ranch in Texas. Hier trifft sie auf
einen kleinen Jungen und seinen Vater.
Travis
Fuller ist Cowboy und ein exzellenter Vormann auf der Ranch seiner Eltern.
Er trägt schwer am Verlust seiner geliebten Frau, ja er gibt sich
sogar die Schuld an ihrem Tod. Seit zwei Jahren kümmert er sich fürsorglich um seinen Sohn Jonah und ersetzt ihm die Mutter. Mehr oder weniger erfolgreich. Zudem übersieht er dabei völlig sein Herz und
verliert sein eigenes Glück aus den Augen. Oder gibt es für ihn
noch eine Chance?
Lita
Harria ist eine junge Autorin, die mit Leidenschaft schreibt und für
ihre Protagonisten brennt. Das ist ihrem neuen Werk „Merry
Christmas, Cowboy“ anzumerken. Dabei ist es völlig unerheblich,
dass die Mischung aus einem einsamen, traurigen Kind, dem genauso trauernden Vater und
letztlich einigen Tieren sowieso per se ans Herz klopft.
Nein,
es sind der aufrichtige Erzählton
und die gelungene Figurenkomposition,
die der Geschichte ihren besonderen Klang geben. Natürlich steht die Liebe im Mittelpunkt, und folglich
sind romantische, emotionale, berührende Momente zu erwarten. Die
werden auch geboten, aber immer
wohltuend nahe der Realität. Denn die Menschen in „Merry Christmas,
Cowboy“ leben, arbeiten, lieben, hoffen, träumen, bangen, kämpfen,
streiten und versöhnen sich, haben und machen Fehler und bringen sie
wieder in Ordnung. Sie bemühen sich zumindest.
Hannah
hat anfänglich ein völlig verschobenes Bild von sich selbst,
zweifelt oft und nimmt sich zurück, weil ihr ehemaliger Chef sie als
unscheinbar und nicht durchsetzungsfähig bezeichnet. Vielleicht ist
sie das zunächst wirklich. Letztlich ist ihre Natürlichkeit jedoch einer
ihrer größten Vorteile. Außerdem ihre Intelligenz, ihr
Ideenreichtum, ihre Begeisterungsfähigkeit. Auch wenn sie über alles gründlich nachdenkt und eigentlich keine Entscheidungen
aus dem Bauch heraus trifft, geht sie kurz entschlossen nach Texas. Hannah kann sich den Menschen zuwenden und
besitzt Einfühlungsvermögen, was sie gleich bei ihrer ersten
Begegnung mit Jonah beweist. Obwohl sie die Situation völlig
überrollt, versucht sie, das Beste daraus zu machen und sich in
etwas Neues hineinzufinden. Dabei entwickelt sie außerordentliche Fähigkeiten und
eine Energie, die andere mitreißt. Nicht nur den kleinen Jonah.
Travis kann sich dem ebenfalls nicht entziehen. Der Cowboy ist
pflichtbewusst, selbstkontrolliert und glaubt, alles im Griff zu haben. Ihn drückt
die vermeintliche Schuld, und oft übermannen ihn die Erinnerungen.
So verfängt er sich in seiner Trauer, seinem Schmerz, und die
wesentlichen Dinge geraten aus dem Blickwinkel, wozu auch die Empfindungen seines
Sohnes Jonah gehören. Er bekommt keinen Zugang zu dem Jungen, der
seine eigene Art hat, mit dem Tod der Mutter umzugehen. Jonah sucht
Trost bei der Stute, die seine Mutter ihm geschenkt hat. Es ist indes das Tier, mit dem Kelly verunglückte, und aus diesem Grund
will Travis es verkaufen, weil er glaubt, damit die Vergangenheit
hinter sich lassen zu können, obwohl vor allem seine Eltern mit
Unverständnis auf dieses Vorhaben reagieren und an sein Gewissen
appellieren.
Lita
Harris schafft eine Wohlfühlatmosphäre, die nicht im Kitsch
versinkt, sondern trotz einer gewissen Ernsthaftigkeit mit ihrer
Leichtigkeit, Witz und Charme in die gemütliche Weihnachtszeit
passt. Und nebenbei gesagt auch nicht nur am knisternden Feuer Funken
sprühen lässt. Es hätte gerne ein paar Seiten länger brennen
können…
4,5
Sterne
*Werbung*
Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Dienstag, 10. Dezember 2019
Nussalarm
Ich gebe ja zu, die beiden Haselnusssträucher im schwanenweißen Garten haben ihr Laubkleid inzwischen abgelegt. Aber ich wollte euch zeigen, dass sie bereits aufs nächste Jahr vorbereitet sind und vor allem, wie spendabel die zwei waren.
Eine wahrlich reiche Ernte, oder...
Sehen die Nüsse nicht gut aus, perfekt für die Weihnachtsbäckerei!
Montag, 9. Dezember 2019
Solange wir lieben
Julia
und Konstantin lieben sich, seit drei Jahren sind sie ein Paar und
führen trotz getrennter Wohnungen eine harmonische Beziehung. Allerdings ist ihr Zusammensein von Konstantin abhängig, weil dieser
ständig in der Welt unterwegs und nur für wenige Tage zu Hause ist.
Bislang
hat Julia diese Konstellation nicht in Frage gestellt. Die
Siebenunddreißigjährige besitzt seit fünf Jahren eine eigene
Apotheke und schätzt den Umgang mit den Menschen. Erst als eines
Tages ein Brief ihres Jugendfreundes Tom ankommt, wird Julia
angeregt, ihr Dasein in Frage zu stellen. Denn Tom ist krank, er hat
ALS - Amyotrophe Lateralsklerose, eine Krankheit, die die Nerven
zerstört und fortschreitende Muskellähmung verursacht. Tom wird
sterben, möchte zuvor aber die Menschen treffen, die ihn geprägt
haben. Zu diesen gehört Julia.
Gemeinsam
mit seiner Schwester Helke, seiner ehemaligen Freundin Elsa fahren
Tom und Julia in einem alten VW-Bus nach Florenz, der Stadt, mit der
Tom wunderbare Erinnerungen verknüpft. Die Reise wird bedeutsam und entscheidend für
sie alle...
„Solange
wir lieben“ lässt sich gut lesen. Liv Thomas verfügt über einen unbefangenen und angenehmen Erzählton, der es vermag, einige ernste
Themen anzusprechen, ohne sie schwer erscheinen zu lassen. Das ist
lobenswert, indes liegt hierin zugleich ein Problem. In ihrem
Bemühen, ein Augenmerk auf unterschiedliche Erkrankungen zu legen,
überfordert die Autorin mich mit dem Auftreten von ALS, Krebs,
Huntington, Herzinfarkten und Alkoholismus, auch wenn sie nicht bei
allem ins Detail geht.
Liv
Thomas lässt sich Zeit, den Alltag zu schildern und gibt vor allem
ihrer Heldin Julia viel Raum, aus ihrer Ich-Position heraus zu
berichten. Dass eine Beziehung wie die von Julia und Konstantin
Konfliktpotential beinhaltet, ist klar. Es wird gelungen
herausgearbeitet, wie Julia dabei empfindet. Julia ist keine
Autoritätsperson, sondern eine Frau, der viel an Harmonie liegt und
die unfähig ist, Verantwortung abzugeben. Besonders in ihrer
Apotheke. Am liebsten kümmert sie sich um alles selbst.
Leider
fehlt es mir bei der jungen Frau im Laufe des Geschehens an
Entschlussfreudigkeit. Schließlich habe ich sie von Anfang an als
eine mit beiden Beinen im Leben stehende Persönlichkeit gesehen, die ein
großes Pensum bewältigt und als Chefin einer Apotheke
täglich immer noch neuen Herausforderungen ausgesetzt wird. Keine
klassische Karrierefrau, vielmehr eine, die sich einen Partner
wünscht, den sie liebt, aber auch einen, mit dem sie den Alltag
teilen kann. Konstantin liebt sie – das ist für mich keine Frage.
Doch ihren Alltag teilt er nicht mit ihr. Und auch sonst erfahre ich
zunächst von Konstantin nicht viel.
Mit
Lea und Sebastian setzt Liv Thomas ein weiteres Paar in Szene, und
zwar in der Konstellation ältere Frau, jüngerer Mann. Unerwartet
sympathisch und mit Potential für ausreichend Probleme, sogar für
eine eigene Geschichte. Stattdessen entschließt sich die Autorin für
die Thematisierung einer eventuellen Krebserkrankung, die ich, obwohl
ich den Sinn dahinter verstehe, als eher störend wahrgenommen habe.
Als
Tom in Begleitung seiner Schwester Helke ins Spiel kommt, was
unerwartet spät geschieht, wird die Geschichte sehr gefühlvoll. Meiner Meinung nach gelingt es der
Autorin, überwiegend eine ausgewogene Balance zwischen mitleidigen,
bedrückend-melancholischen und frohen, außerdem sogar humorvollen
Momenten zu finden.
Insgesamt
hätte ich mir intensivere Eindrücke von der Reise gewünscht. Die Einbeziehung von Elsa, der Frau, die Tom nach acht
Jahren Beziehung verlassen hat, kann ich insofern begrüßen, als
hier einiges zum Abschluss gebracht wird.
„Solange
wir Lieben“ hat einen beachtlichen Start, verliert sich im Verlauf der
Handlung etwas, um dann im Schlussteil hinsichtlich der Emotionalität
wieder an Kraft und Ausdruck zu gewinnen.
3,5 Sterne
Sonntag, 8. Dezember 2019
2. Advent
Auch in diesem Jahr ist unser Adventsgesteck eher schlicht und natürlich gehalten.
Tanne, Eibe, Stechpalme und Buchsbaum sind die Grundlage, eine rote
Kerze und silberne Kugeln sowie Rosenhagebutten aus dem Garten finden
sich hier zusammen.
Zugegeben, es ist kein großer Arbeitsaufwand. Aber besonders ich mag es reduzierter...
Ich wünsche euch weiterhin eine frohe Adventszeit!
Freitag, 29. November 2019
Sonnenstrahlen
Bei uns wehte heute ein stürmischer Wind, dadurch fühlten sich die fünf Grad noch kälter an. Ich bin trotzdem auf den Reiterhof gefahren.
Und auf dem Weg dorthin wurde ich dann mit diesen fantastischen Sonnenstrahlen entschädigt.
Dienstag, 26. November 2019
Erfrischend
Unsere Spatzentruppe, die seit letzten
Winter (gefühlt) auf 100 Kameraden angewachsen ist, hat sich pünktlich
zur Versorgung eingefunden und diskutiert täglich in der Schlehenhecke über das Futterangebot.
Zwischendurch wird natürlich die bereit stehende Wassertränke genutzt.
Die kühlen Temperaturen machen den Vögeln scheinbar nichts aus.
Darum hüpfen sie wohl gerne zum Baden ins Wasser.
Nicht nur die Spatzen sind abgehärtet.
Ein Rotkehlchen konnte ich auch bereits beobachten. Leider ohne Kamera...
Sonntag, 24. November 2019
Die lange Reise der Artemis
„Ich
liebe das Weltall. Schon immer konnte ich stundenlang in den
Nachthimmel schauen, und die Sterne betrachten.“ schreibt Kristina
Günak, und da hat sie sicher mit vielen von uns etwas gemein: Die
Sehnsucht nach dem Unbekannten, die die Autorin in ihrer Geschichte
„Die lange Reise der Artemis“ zumindest einen kleinen Teil
verwirklicht.
Im
Jahr 2123 verlässt die Ärztin Milla ihren Heimatplaneten Erde für immer und
und verpflichtet sich auf dem Raumschiff Barrakuda aus einem
einzigen Grund: Ihr jüngerer Bruder Jamie benötigt dringend Hilfe,
er ist lebensbedrohlich verletzt, und sie allein kann ihn retten.
Die Reise ist auch für Milla kein Spaziergang. Fernab der Erde erwarten
die junge Frau fremde Welten und nicht abschätzbare Gefahren,
und
sie muss sich nicht nur ihrer
Furcht vor dem Ungewissen und der damit verbundenen Herausforderung
stellen.
Nachdem
Milla
unerlaubt von
der Barrakuda flieht und mitleidlos gejagt wird, findet sie auf dem
schnellen Langstreckenschiff
„Artemis“ Schutz
und begegnet RIX und Nukati.
Die beiden unterschiedlichen Wesen erweisen sich als Retter in der
Not und darüber hinaus als diejenigen, mit den sie das scheinbar Unmögliche wagen kann.
Kristina
Günak hat in „Die lange Reise der Artemis“ ihre Fantasie ausgeschöpft und eine galaktische Welt mit Raumschiffen, entfernten
Planeten, neuen Technologien, Algenantrieben, Autopiloten und
künstlichen Intelligenzen – KI – geschaffen, aber auch die sich
bereits heute abzeichnenden Veränderungen der Erde durch
Umwelteinflüsse angesprochen. Hormone im Wasser und erhöhte
Strahlung haben dafür gesorgt, dass die gesamte Zukunft der Spezies
Mensch an den wenigen Frauen hängt, die noch empfangen und gebären
können. Mit dem Vordringen ins Weltall und der Erforschungen unbekannter
Galaxien hat sich eine neue Sprache entwickelt. Hingegen ist die
Handschrift nahezu ausgestorben, sie spielt keine große Rolle mehr.
Tatsächlich lernen viele Menschen weder schreiben noch lesen.
Dies schildert die Autorin verständlich, ohne ausufernden wissenschaftlichen Anspruch und mit einer herzlichen Frische, die
vor allem dem Kerngedanken der Geschichte zugute kommt – der
Freundschaft. Denn „Die lange Reise der Artemis“ ist genau das,
eine Geschichte über Kameradschaft, so unterschiedlich ihre Helden auch sein mögen. Hierbei profitiert die Handlung insbesondere von dem ungewöhnlichen Dreiergespann, das nicht dem Standard
entspricht und einem im Verlauf des Geschehens immer mehr ans Herz
wächst.
Milla,
eine Ärztin der Neuzeit, die die uralte Heilmethode des
Handauflegens beherrscht und aus diesem Grund stringent darauf
bedacht, das letzte, außer ihr lebende Familienmitglied zu retten, ist geprägt von außerordentlicher Emotionalität, an der wir stets
teilhaben können, da die junge Frau selbst erzählt.
Sie besitzt zudem einen gewissen trockenen Humor, der sich
mitunter auch in sarkastischen Äußerungen manifestiert.
Hingegen
lassen sich bei einem RIX Gefühle schwer herausfiltern. Die namenlosen
genetisch optimierten Soldaten der Galaktischen Union verfügen
teilweise über menschliche DNA und bestehen ansonsten aus
technischen Implantaten, sind allerdings definitiv keine Menschen. Sie
zeichnen eine enorme Kraft und Zielstrebigkeit aus. Das ist anscheinend
notwendig, leider existiert nämlich ein friedlichen Zusammenleben in
den Galaxien kaum bis gar nicht, Streitigkeiten werden militärisch ausgetragen.
Die Modifikation der RIX – sie wurden zum Töten gezüchtet –,
die das Potential der Feinde übersteigt, hat deshalb das Überleben
der Menschheit gesichert. Doch der RIX ist wie Milla auf der Flucht
und verbirgt eigene Geheimnissen.
Der
Dritte im Bunde darf auf keinen Fall vergessen werden: Nukati, ein
Draxonda, ein echsenähnliches Wesen, für das irdische Auge auf
den ersten Blick extrem hässlich, aber von einer inneren Schönheit und Herzensgüte,
die ihresgleichen sucht. Der Verlust seiner Familie
macht ihm schwer zu schaffen, indes wie Milla ist er verlässlich und
steht mutig für seine Freunde ein.
Die drei Helden
wachsen zusammen, und was auch immer geschieht, sie sind nicht
allein. Vielleicht treffen wir sie eines Tages wieder...
*Werbung*
Ich danke der Autorin und Authors Assistant für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Ich danke der Autorin und Authors Assistant für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Montag, 18. November 2019
Unermüdlch...
... blüht unsere Terrassensonnenblume.
Und an trüben Novembertagen...
... bringt sie so noch kleine Lichtblicke
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