Samstag, 22. April 2017
Donnerstag, 20. April 2017
Blütenschnee
Bei den Temperatuen möchte man meinen, der Winter ist zurückgekehrt. Sogar geschneit hat es. Gestern fielen auch im schwanenweißen Garten ein paar echte Flocken. Und dann haben wir noch den "unechten" Schnee. Erfreulicherweise sind es die Schlehen, die wie jedes Jahr ihr Frühlingskleid angelegt haben. Wenn ich sie sehe, vergesse ich einfach die Kälte...
Mittwoch, 19. April 2017
Guides - Die erste Stunde
Wollt
ihr mal was Abgefahrenes hören?
„96
Prozent von dem ganzen Zeug im Universum ist dunkles, unerklärliches
Irgendwas.“
Ist
euch egal? Aber was sagt ihr, wenn von diesem dunklen, unerklärlichen Irgendwas
irgendwas in einem gigantischen, zylindrischen Raumschiff kurz in Iowa aufsetzt, dann zweihundertfünfzig
Meilen nördlich von Minnesota entlangschlittert und nebenbei 18.000 Menschen
tötet?
Nichts sagt ihr da. Doch das ist noch nicht alles...
Hi,
ich bin übrigens Alice Goodwin, 17 Jahre alt und zur Hälfte eine Navajo. Von
meiner Mum habe ich die dunkle Hautfarbe und das schwarze Haar geerbt. Leider
ist sie gestorben, als ich acht war. Es ist traurig, aber wahr: Hätte sie weniger geraucht, wäre sie
bestimmt noch am Leben. So habe ich nur noch meinen Dad, der bei der NASA
arbeitet. Sein Job ist der eigentliche Grund, warum ich hier in Minnesota gelandet
bin. Genauso wie dieses Raumschiff mit Aliens. Denn mein Vater soll das Schiff
untersuchen, und deshalb musste ich das sonnige und vor allem warme Florida
gegen Wind und Kälte im mittleren Westen eintauschen.
Ihr könnt euch sicher
vorstellen, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält. Auch wenn ich meinen
Vater liebe, finde ich es ätzend, dass er mich ins Internat dieser – zugegeben
exklusiven, wenn auch sehr „weißen“ – Minnetonka-Schule für Begabte und
Talentierte steckt, weil er vierzwanzig Stunden am Tag arbeiten wird. Dabei
wäre ich gut allein klargekommen, mit Bluebell, meinem
BMW 550i Gran Turismo, meiner Kreditkarte und einem Lieferservive mit
chinesischem Essen irgendwo in Minnesota.
Ehrlich,
ganz so schlimm ist es hier nicht. Rachel und Brynne, meine Mitbewohnerinnen sind
nicht nur sehr nett, sondern außerdem sehr begabt und sehr talentiert, die eine in
Mathematik, die andere in Naturwissenschaften. Und gibt es da noch Kurt, was so deutsch
klingt wie mein Bluebell. Tatsächlich ist er ein in Amerika aufgewachsener Inder und legt ziemlich viel
Wert auf Respekt, Anstand und Würde, wenn man schon das Glück hat, reich zu
sein. Ungewöhnlich, aber irgendwie amüsant.
Zurück
zu den Aliens: Ihr könnt euch sicher denken, was hier nach der Landung los ist.
Auch wegen der getöteten Menschen. Und dann erst seitdem sich das Schiff geöffnet
und einen Blick auf die Aliens freigegeben hat, die erstaunlicherweise wie wir
Menschen aussehen, nur mit sehr, sehr blasser Haut und einer Sprache, die wir
nur mit Hilfe von Übersetzungscomputern verstehen. Sie nennen sich Guides und sagen, dass sie in Frieden und als Lehrer kommen. Ob wir ihnen glauben können?
Und noch ein weiterer aufregender Fakt: Zwei von ihnen sind jetzt bei uns in der Schule untergebracht - Suski und Coya, Bruder und Schwester, und wenn man es so sehen will, sind sie so etwas wie die königliche Familie der Aliens.
Ich will nicht vergessen zu erwähnen, dass meine Freunde und ich das Raumschiff auf Wunsch meines Vaters betreten haben. Die Erinnerung daran ist verstörend. Weil irgendwas nicht stimmt. Plötzlich sind weitere Raumschiffe da, und sie schießen und jagen unsere neuen Freunde und damit uns. Wir müssen fliehen, nichts ist mehr einfach, nichts ist mehr dasselbe, und nirgends sind wir sicher. Unser Abenteuer beginnt...
Und noch ein weiterer aufregender Fakt: Zwei von ihnen sind jetzt bei uns in der Schule untergebracht - Suski und Coya, Bruder und Schwester, und wenn man es so sehen will, sind sie so etwas wie die königliche Familie der Aliens.
Ich will nicht vergessen zu erwähnen, dass meine Freunde und ich das Raumschiff auf Wunsch meines Vaters betreten haben. Die Erinnerung daran ist verstörend. Weil irgendwas nicht stimmt. Plötzlich sind weitere Raumschiffe da, und sie schießen und jagen unsere neuen Freunde und damit uns. Wir müssen fliehen, nichts ist mehr einfach, nichts ist mehr dasselbe, und nirgends sind wir sicher. Unser Abenteuer beginnt...
Robison
Wells erzählt eine Geschichte, die nicht nur aktionsgeladen, mythisch und rätselhaft daherkommt, manchmal erschreckend und trotzdem mit einer beschwingten Note ausgestattet ist, sondern vor allem mit dem erfrischend
modernen Witz seiner Erzählerin Alice Goodwin punktet.
Alice
ist eine auffallende Persönlichkeit und erscheint auf den ersten Blick
sehr von sich überzeugt, weil sie viel Wert auf Statussymbole wie ihren BMW legt. Zudem
ist sie darauf bedacht, was
andere von ihr halten. Sie verfügt allerdings über einen Sarkasmus, der
ungewöhnlich für
eine 17-Jährige ist. Gerade diese ironischen Anmerkungen sorgen bei
den jungen Guides Suski und Coya für Unverständnis und damit für einige
komische Momente.
Der Autor gönnt seiner Heldin außerdem eine kleine Romanze, die wohltuend dezent und sanft in den Ablauf
eingebettet wird und dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnt.
Insgesamt muss die Darstellung der jugendlichen Protagonisten als gelungen angesehen werden. Darüber hinaus geht es nicht nur um die Frage „Was wollen die Aliens?“,
sondern die Außerirdischen erhalten einen
Hintergrund und eine Geschichte. Mit
Suski und Coya bekommen die Aliens sogar Gesichter und Stimmen und eröffnen dem
Leser hiermit Verständnis für die Guides. Lediglich bei der Zeichnung der
wirklichen Gegenseite greift der Autor auf Steriotypen zurück.
Als ein weiteres (kleines) Manko des Romans stellt sich das Ende dar. Während Robison Wells die Handlung
langsam aufbaut und mit geschickten Zwischenspielen den Leser bei der Stange hält, nimmt
das Geschehen ordentlich Fahrt auf und steuert rasant auf den Höhepunkt zu.
Auf diese Weise wirkt es allerdings sehr gehetzt. Ein paar Seiten mehr zum wichtigen Aspekt der Mythologie der Anasazi bzw. ancestral puebloans und damit der
Kultur der First Nation hätten zu einem befriedigenderen Leseerlebnis
beigetragen.
So bleibt es bei einem gut konstruierten Science-Fiction-Abenteuer, in der jugendliche Helden mit Charakter agieren und sich Aktion, witzige und nachdenkenswerte Dialoge sowie ein Hauch von Romatik die Waage halten. Eine Empfehlung auch für Leser, die sonst keine Fans von Science Fiction sind.
Erschienen ist das Buch bei HarperCollins. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Sonntag, 16. April 2017
Ostern 2017
Alle Jahre wieder grüßt zum Osterfest unser "hauseigener" Osterhase mit einer Blumenschale...
... während gleich nebenan die Frühblüher ordentlich Farbe anlegen.
Sie mussten sich gestern gegen einen stürmischen Wind...
... und immer wieder gegen Regenschauer behaupten...
... weshalb sie noch ein wenig die Köpfe hängen lassen.
Dienstag, 11. April 2017
Frau Hummel unterwegs
Sie hat die warmen Sonnenstrahlen am Sonntag zu einem Ausflug genutzt. Hier ist sie schon auf dem Weg in ihr Zuhause. Denn, da sie nur einen Moment in einem Erdloch verschwand, gehe ich davon aus, dass sich dort ihr Nest befindet oder zumindest eines aufgebaut wird.
Mittwoch, 5. April 2017
Nachlese - Teil 1
Im Herbst des letzten Jahres habe ich diese Stadt besucht.
Könnt ihr erraten, wo ich war?
Es gab auch einen Grund, warum ich dorthin gereist bin.
Davon erzähle ich euch demnächst...
Montag, 3. April 2017
Brief aus Finstermoos
***Bitte vor dem Weiterlesen die Fußnote beachten!***
Liebe Oma,
ich gestehe es offen. Als meine Eltern mir gesagt haben, dass wir in Finstermoos Urlaub machen, wollte ich am liebsten heulen.
FINSTERMOOS. Hallo! Wer will denn dahin?!. Der Name sagt doch schon alles: FINSTER und ohne MOOS nichts los.
Mich hat weder die Aussicht auf Berge - ich hasse Berge - noch Schnee und Eis im Sommer - ich hasse Schnee - noch die Schmugglerpfadwanderung - ich hasse Wandern - getröstet. Lediglich die Ankündigung einer Rafting-Fahrt ließ mich das Ganze einigermaßen ertragen.
Aber was dann kam, glaubst du in deinen Träumen nicht. Es war der HAMMER. Nicht, dass die Aktionen, die Mama und Papa angeleiert haben, sonderlich anregend waren. NEIN, was hier abgegangen ist...
Als Erstes haben sie 'ne eingebuddelte Babyleiche in einer Baugrube von einem Berliner Unternehmer, der hier ein Ferienhaus errichtet, gefunden. Echt jetzt, die hätte ich mir zu gern angeschaut. (Ich weiß, du hebst die Hände, aber ich finde das mega interessant, schließlich will ich Pathologin oder Anthropologin werden!) Dann hat dieser Baumensch auch noch ordentlich eins auf die Rübe bekommen und ist im Krankenhaus gelandet.
Außerdem ist hier aus unserem Hotel eine Journalistin verschwunden. Die war auf einer Bergtour auf dem Schmugglerpfad, der wohl nicht ungefährlich ist, weil da die eine oder andere versteckte Gletscherspalte lauert. Ihre Tochter Mascha hab ich kennengelernt, und sie hat mir richtig leidgetan. Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass Mama oder Papa oder beide verschwinden und ich nicht weiß, was mit ihnen passiert ist, ob sie überhaupt noch leben. Denn wie sich herausstellte, ist Maschas Mutter nicht nach Berlin zurückgefahren (Logisch, wer lässt auch die Tochter allein in Finstermoos!) Und dann sah das tatsächlich so aus, als ob jemand versucht hat, Mascha um die Ecke zu bringen. Einmal bei einem Ausritt, dann wieder bei einer Rafting-Tour. (Gut, dass ich DIESE Tour nicht mitgemacht habe!) Und nicht nur sie.
Man kann es nur Glück nennen, dass sie ein paar gute Freunde hat. Luzie, Basti, Valentin und Nic. Ich glaube, in Nic ist sie verliebt. Schaut jedenfalls so aus, wenn man die zwei zusammen sieht. Die beiden haben doch wirklich eine Mumie in einer Gletscherspalte gefunden. Mein Gott, wenn das jetzt Maschas Mutter gewesen wäre. Mascha ist da nämlich draufgefallen. Ui, mich schüttelt es, ich vermute, ich hätte ordentlich geschrien. (Natürlich nur vor Schreck!). Letzten Endes war das tatsächlich - du glaubst es nicht - Maschas Großmutter, sie hatte nämlich ein Foto in der Tasche, auf dem Maschas Mutter als Kind zu sehen ist.
Stell dir das mal vor, Omi. Du liegst jahrelang in der Gletscherspalte, und deine Enkelin, also ich, findet dich. Gruselig...
Dass die fünf auf der Suche nach Maschas Mutter im Lift über einem Abgrund festsaßen, ist Pillepalle gegenüber der Tatsache, dass alle - bis auf Luzie - in einem Bunker eingesperrt waren. Und wenn Luzie nicht gewesen wäre, und ihr großartiger Vater, der Förster, von dem das Gerücht umgeht, dass er ziemlich radikal dafür gesorgt hat, dass mal nachgeschaut wird, wäre Schluss mit lustig gewesen.
Hatte ich schon erwähnt, dass der Förster auch ein heldenhafter Bärenretter ist?
Na, jedenfalls habe ich den Eindruck, dass hier jemand alle Beteiligten geschickt an der Nase herumführt. Ich fiebere heftig mit, ob Licht in das grauenvolle, ja Furcht erregende Dunkel von FINSTERmoos gebracht werden kann. Es ist echt gespenstig, doch was für ein Abenteuer. Ich finde es total aufregend und erzähl' dir alles ganz genau, wenn ich wieder zu Hause bin.
Bis dahin mach's gut,
Deine Enkelin S.
***Der Text könnte Spoiler für Leser enthalten, die die Ereignisse in Band 1, Band 2 und Band 3 der Finstermoos-Reihe nicht verfolgt haben.***
Abonnieren
Posts (Atom)


Formed in 2009, the Archive Team (not to be confused with the archive.org Archive-It Team) is a rogue archivist collective dedicated to saving copies of rapidly dying or deleted websites for the sake of history and digital heritage. The group is 100% composed of volunteers and interested parties, and has expanded into a large amount of related projects for saving online and digital history.


