Zur Erinnerung, im Artikel 4 des Grundgesetzes heißt es:
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
Das bedeutet, dass jeder Mensch frei ist, seine Glaubensüberzeugung (das Glauben an einen Gott oder Götter) oder ein weltanschauliches Bekenntnis zu bilden und seine Religion oder Weltanschauung ungestört auszuüben sowie ihren Gesetzmäßigkeiten entsprechend zu handeln, einschließlich dafür zu werben, einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft anzugehören.
Aber es gehört zur Religionsfreiheit auch die Freiheit von der Religion, also die Freiheit eines Menschen, keiner Religion oder keiner bestimmten Religion angehören zu müssen. Oder auch das Recht, nicht an einen Gott zu glauben, also Atheist zu sein.
Atheismus ist zusammenfassend gesagt die Verneinung der Existenz eines oder mehrerer Götter oder anderer transzendentalen Wesen. Im Einzelnen unterscheidet man dabei zwischen der starken und der schwachen Form von Atheismus.
Ich bin (positive) Atheistin. Für mich gibt es keinen einen Gott und keine Götter, an die ich glaube.
Basis meiner Weltanschauung sind zunächst folgende Thesen Ludwig Feuerbachs...
- Religion ist nicht nur eine historische oder transzendente Tatsache, sondern vor allem eine Leistung des menschlichen Bewusstseins, also der Einbildungskraft bzw. Phantasie.
- Alle Religionen unterscheiden sich nur ihrer Form nach, haben aber eines gemeinsam: Sie spiegeln die unerfüllten Bedürfnisse der menschlichen Natur wider. Gott und alle religiösen Inhalte sind nichts anderes als psychologische Projektionen, die ihre materiellen Ursachen in der Natur des Menschen besitzen.
... ergänzt durch Karl Marx (Thesen über Feuerbach), nach dem der Mensch vor allem als konkret-praktisches und damit schon immer vergesellschaftetes Wesen zu begreifen sei:
"Feuerbach löst das religiöse Wesen in das menschliche Wesen auf. Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum inwohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse."
Deshalb spiegele Religion auch nicht irgendwelche abstrakten, individuellen Bedürfnisse, sondern konkrete gesellschaftliche Bedürfnisse der Menschen wider.
Und ich stimme Friedrich Nitzsche zu:
„Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebniss, noch weniger als Ereigniss: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermüthig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloss ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!“
Abschließend sei angemerkt, dass ich alle Menschen achte, die an einen Gott, mehrere Götter und/oder andere transzendentale Wesen glauben. Ich schätze jeden, der sich zu einer Religion - egal welche es ist - bekennt und diese in welcher Kirche oder Gemeinschaft auch immer ausübt, gleichermaßen wie denjenigen, der dies nicht tut. Ich erwarte, dass mir dies ebenfalls zugestanden wird. Denn auch ohne den Glauben an Gott und ohne Religion halte ich mich an die Gebote der Menschlichkeit.
Und Elisabeth meint:


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