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Wilfried Blecher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wilfried Blecher (* 8. Mai 1930 in Duisburg-Hamborn; † 1. Dezember 2022 in München[1]) war ein deutscher Holzschneider, Illustrator, Maler, Grafiker und Objektkünstler.

Wilfried Blecher wurde am 8. Mai 1930 im nördlichen Teil der damaligen Doppelstadt Duisburg-Hamborn geboren. Zwischen 1947 und 1950 absolvierte er eine Ausbildung an der Schule für Handwerk und Kunst im hessischen Kassel. Dieser schloss sich 1950 bis 1953 ein Studium an der Staatlichen Akademie der Künste Stuttgart an, wo er unter anderem bei Walter Brudi lernte. Blecher erhielt zwischen 1960 und 1970 einen Lehrauftrag an der Freien Kunstschule Stuttgart, daneben war er als Dozent an der Kunstakademie Stuttgart und der Hochschule Pforzheim tätig.

BERJAYA
Abbildung aus dem Verena-Holzschnittzyklus Blechers an der Pfarrkirche St. Verena in Kehlen

Blecher wurde für seine Illustrationen bereits früh mit Preisen ausgezeichnet. In den Jahren 1966 und 1970 wurde er mit dem Bilderbuchpreis im Rahmen des Deutschen Jugendbuchpreises geehrt. Blecher spezialisierte sich zunächst auf die Bebilderung von literarischen Klassikern, darunter waren Bücher von Christian Reuter, Jean Paul, William Beckford und Montesquieu. Daneben begann er selbst Fabel- und Märchenbücher zu illustrieren. Wilfried Blecher schuf ab den 1970er Jahren auch Trickfilm-Zeichnungen. Immer wieder beschäftigte er sich auch mit Collagen und Objektassemblagen.

Zusammen mit der Autorin Cordula Zickgraf gründete er das Licht- und Schattentheater München. Im Jahr 2008 verlor Blecher nach einer gescheiterten Augenoperation zeitweise das Augenlicht. Seine Erfahrungen verarbeitete der Autor in einem weiteren Buch und engagierte sich in der Folgezeit als Lehrer bei den Südbayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte in München-Giesing.[2] Wilfried Blecher starb am 1. Dezember 2022 in der bayerischen Landeshauptstadt München, wo er seine letzten Lebensjahre in einem Seniorenwohnheim verbracht hatte. Die Sammlung Wilfried Blecher wird vom Bilderbuchmuseum Burg Wissem der Stadt Troisdorf wissenschaftlich erschlossen und 2005 in einer umfassenden Werkschau präsentiert.[3][4]

Werke (Auswahl)

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Wilfried Blecher arbeitete vor allem mit Holzstichen, nutzte aber auch Schabtechnik, Strichätzung, Radierungen, Aquatinta und Lithographie. Zunächst überwogen bei seinen Illustrationen eine dichte Hell-Dunkel-Technik, die besonders dem Inhalt geheimnisvoller Fabeln und Märchen entgegenkam. Ab dem Ende der 1960er Jahre wurden diese Schwarz-Weiß Zeichnungen häufig durch bunte Abbildungen ersetzt. Besondere Bedeutung für sein Werk haben die Suchbilderbücher mit Überraschungs- und Verwandlungseffekten.[5]

Bilderbücher

  • Das unschätzbare Schloß in der afrikanischen Höhle Xa Xa. Ein altes deutsches Volksbuch. Ars Libri Verlag, Frankfurt 1962.
  • Das Märchenbuch der Welt. Diederichs, Düsseldorf 1969.
  • Philipp mit der roten Leiter. Stalling, Oldenburg 1972.
  • mit Alfons Schweiggert: Schwarzweiße Geschichten. Bildergeschichten. Fabbri & Schuler, München 1976, ISBN 3-779-6952-6X.
  • Wo ist Wendelin?. Beltz & Gelberg, Weinheim 1977 ff., ISBN 3-407-8000-29. 6 Auflagen.
  • Das Affodil. Ein Klappbilderbuch. Rowohlt Verlag, Reinbek b. Hamburg 1977, ISBN 3-499-2015-69.
  • Rom. Ein Aufstell-Bilderbuch (= Rororo Bd. 200). Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1978, ISBN 3-49-9202-00X.
  • Theater, Theater!. Sellier, Freising 1980, ISBN 3-871-3775-46.
  • mit Wilfried Schröder: Kunterbunter Schabernack. Ein Durcheinanderbilderbuch zum Scherzen, Spielen, Raten und Verulken. Gleichermaßen geeignet für Kinder und Erwachsene. Bitter Verlag, Recklinghausen 1980 ff., ISBN 3-7903-0090-10. 10 Auflagen.
  • Sieh mal an! Ein Wortbilder-Bilderbuch. Deutscher Bücherbund, Stuttgart und München 1983.
  • Das Schwokodil. Ein Verwandel-Bilderbuch mit über 4000 verschiedenen Tieren und ebensovielen Geschichten. Meisinger, München 1988, ISBN 3-893-3712-49.
  • Das Müll-Monster. Schattenspiele für Kinder (= Dtv Junior Nr. 70232). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1991, ISBN 3-423-7023-2X.
  • Das kleine Buch... für den passionierten Gärtner. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-0763-54.
  • Das kleine Buch... für den zünftigen Bayern. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-0805-99.
  • Das kleine Buch... zum Namenstag. Heyne, München 1996, ISBN 3-453-1155-03.
  • Bindung mit Binde. Allitera-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-869-06085-9.

Als Illustrator

  • Johannes von Tepl: Der Ackermann und der Tod. Mohn, Gütersloh 1963.
  • Nasreddin Hoca Zaman Yolcusu: Schwänke des Hodschas Nasreddin. Insel-Verlag, Frankfurt 1964.
  • William Beckford: Vathek mit 14 Litographien von Wilfried Blecher. Insel-Verlag, Frankfurt 1964.
  • Jean Paul: Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht. Verlag der Goldene Brunnen, Frankfurt am Main 1965.
  • Ernst August Friedrich Klingemann: Nachtwachen. Mit 16 Radierungen von Wilfried Blecher. Mit einem Nachwort von Richard Brinkmann. Hauswedell, Hamburg 1969.
  • Hanne Brenken: Firlefanz. Ellermann, München 1970.
  • William Butler Yeats: Ausgewählte Werke. Nobelpreis 1923. Coron-Verlag, Zürich ca. 1970.
  • Ana María Matute: Juju und die fernen Inseln. Mit Bildern von Wilfried Blecher (= Dtv Junior Nr. 7020). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1971.
  • Thomas Valentin: Schorschi ist Schroschi. Und noch mehr Abenteuer. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1973, ISBN 3-423-0709-86.
  • Elisabeth Stiemert: Die Sammelsuse. Lese- u. Vorlesegeschichten. Mit Bildern von Wilfried Blecher (= Dtv Junior Nr. 7505). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1978, ISBN 3-423-0750-58.
  • Gerda Möhler, Michael Stiegler: Das Buch vom Münchner Oktoberfest. Fabula Verlag, Bad Aibling 1980, ISBN 3-885-3911-04.
  • Günter Spang: Wummauwamm ist in der Stadt. Fabula-Verlag, Bad Aibling 1980, ISBN 3-885-3910-4X.
  • Elisabeth Stiemert: Angeführt! Angeführt! Überraschungs-Geschichten für die ganz Kleinen. Mit Bildern von Wilfried Blecher. Stalling, Oldenburg 1977, ISBN 3-797-9252-63.
  • Günter Spang: Wer braucht wen? Wir blättern hin, wir blättern her, Berufe finden ist nicht schwer. Sellier, Freising 1979, ISBN 3-871-3772-52.
  • Elisabeth Stiemert: Vorhang auf! 8 kleine Geschichten zum Spielen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1980.
  • Günter Spang: Du hast August so verwirrt, daß er sich schon wieder irrt!. Fabula Verlag, Bad Aibling 1982, ISBN 3-885-3911-20.
  • Günter Spang: Mobbelbaum streift durch die Stadt, bis er dich am Kragen hat. Fabula Verlag, Bad Aibling, ISBN 3-885-3911-55.
  • Josef Guggenmos: Das kunterbunte Kinderbuch. Herder, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 3-451-2078-69.
  • Günter Spang: Komm mit zum Weiher! Was zwei Kinder dort erleben. Sellier, Eching bei München 1987, ISBN 3-822-1109-73.
  • Marieluise Bernhard-von Luttitz: Autokarli. Fabula-Verlag, Bad Aibling 1988, ISBN 3-885-3911-63.
  • Hanne Turowski: Waldzauber. Was die kleine Lisa ganz allein im Wald sucht und was sie dort schließlich findet. Sellier, Eching bei München 1988, ISBN 3-822-1111-63.
  • Dirk Walbrecker: ABC, der Teufel sitzt im Tee. Betz Verlag, Wien, München 1989, ISBN 3-219-1045-76.
  • Umberto Eco: Streichholzbriefe. Hanser, München 1990, ISBN 3-446-1593-04.
  • Karlhans Frank: Riesen-Reime-Reiserei. Schleckerschneck ist auch dabei. Betz, München und Wien 1991, ISBN 3-219-1051-65.
  • Karlhans Frank: Das Wunder im Ei. Betz, München 1994, ISBN 3-219-1057-77.
  • Barbara Bartos-Höppner: Weit und breit Weihnachtszeit. Ein Hausbuch für alle, die sich auf das schönste Fest freuen. Bertelsmann, München 1995, ISBN 3-570-1209-45.
  • Maria Linsmann (Hrsg.): Wilfried Blecher. Phantastische Bilderwelt. Bücher, Grafik, Filme, Collagen. Burg Wissem, Troisdorf 2005.
  • Peter Wiench: Blecher, Wilfried. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XI (1995). S. 475 f.
Commons: Wilfried Blecher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Arbeitskreis Jugendliteratur: Wilfried Blecher, abgerufen am 2. Juli 2026.
  2. Katrin Diehl: Gratulation: Bilderbücher voller Leben. In: Literatur-Seiten München Nr. 6 (2020). Digitalisat, abgerufen am 3. Juli 2026.
  3. Stadt Troisdorf: Sammlung Wilfried Blecher, abgerufen am 2. Juli 2026.
  4. Anke Vehmeier: Wilfried Blecher zeigt seine kunterbunte Welt, Generalanzeiger (2005), abgerufen am 3. Juli 2026.
  5. Peter Wiench: Blecher, Wilfried. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XI (1995). S. 475.