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Territorialabtei Tokwon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Territorialabtei Tokwon
BERJAYA
Karte Territorialabtei Tokwon
Basisdaten
Staat Nordkorea
Kirchenprovinz Immediat
Apostolischer Administrator Blasio Park OSB
Abt Sedisvakanz
Gründung 12. Januar 1940
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Koreanisch
Website https://web.archive.org/web/20110811051955/http://www.osb.or.kr/
Territorialabtei Tokwon (Nordkorea)
Territorialabtei Tokwon (Nordkorea)
BERJAYA
Territorialabtei Tokwon
Territorialabtei Tokwon in Nordkorea
Territorialabtei Tokwon
Koreanisches Alphabet: 천주교 덕원자치수도원구
Hanja: 天主敎 德源自治修道院區
Revidierte Romanisierung:Cheonjugyo Deog-wonjachisudowongu
McCune-Reischauer:-

Koordinaten: 39° 11′ 38,4″ N, 127° 22′ 25,8″ O

Die Territorialabtei Tokwon, auch Tokugen (lateinisch Abbatia territorialis Tokvonensis, koreanisch 천주교 덕원자치수도원구), ist eine in Nordkorea nahe der Hafenstadt Wŏnsan gelegene römisch-katholische Territorialabtei der Benediktiner mit Sitz in Tokwon. Die Abtei war von 1927 bis 1949 von Mönchen bewohnt, wobei sie 1940 ihre Unabhängigkeit erlangte. Im Rahmen der Beschlagnahmung durch die nordkoreanische Regierung wurden die dort lebenden Ordensmitglieder gefangen genommen; viele überlebten die Haftbedingungen nicht oder wurden exekutiert.

1927 wurde die 1909 in Seoul gegründete Abtei St. Benedikt in den Norden Koreas nach Tokwon verlegt. Neben der eigentlichen Klosteranlage wurde ein Priesterseminar, ein Krankenhaus, weitere Ausbildungsstätten, eine Druckerei sowie weitere Wirtschaftsbetriebe errichtet. Papst Pius XII. gründete am 12. Januar 1940 die Territorialabtei Tokwon (japanisch und im Kurialstil Tokugen) aus Gebietsabtretungen des Apostolischen Vikariates Wonsan. Das Ende des Zweiten Weltkriegs bereitete der blühenden Missionsstation eine jähes Ende. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1949 wurde das Kloster Tokwon von der kommunistischen Geheimpolizei umstellt und geräumt. Am 12. Juli 1950, kurz nach dem Tod von Abtbischof Bonifatius Sauer, bekam die Abtei ihren heutigen Namen.[1] Seit dem Tod Abtbischof Bonifaz Sauers und der Räumung der Abtei ernennt die Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das heutige Dikasterium für die Evangelisierung, Benediktiner als Apostolische Administratoren der Territorialabtei. Seit 2005 ist dies i. d. R. jeweils der regierende Abt der Abtei Waegwan.

Äbte und Obere von Tokwon

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Märtyrer von Tokwon

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Die kommunistische Volksregierung Koreas eröffnete nach dem Abzug der Roten Armee Ende 1948 einen gezielten Kampf gegen die christliche Religion. Auch die Benediktiner der Abtei Tokwon und die Benediktinerinnen des Priorates Wŏnsan wurden verhaftet. Für sie begann eine schwere Leidenszeit in Gefängnissen und Arbeitslagern, die 36 von ihnen nicht überlebten. Sie wurden zwischen 1949 und 1952 entweder ermordet oder starben im Lager. Am 10. Mai 2007 wurde die Seligsprechung dieser 36 Märtyrer eingeleitet.

Aktuelle Situation

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Auf dem Gelände der Abtei befindet sich heute die Wonsan Universität für Landwirtschaft.[2] Die noch erhaltenen Gebäude wie die ehemalige Kirche und das Priesterseminar werden von der Universität für Lehrzwecke verwendet.[3]

Einige Benediktiner, die die Beschlagnahmung der nordkoreanischen Regierung überlebt hatten, gründeten 1952 das Benediktinerkloster Waegwan nahe Daegu in Südkorea.[4] Heute ist der Abt von Waegwan gleichzeitig der Apostolische Administrator der Territorialabtei Tokwon.[5] Ihm ist es jedoch nicht erlaubt, nach Nordkorea einzureisen. Seit 1950 gibt es weder in Territorialabtei Tokwon noch in einer anderen nordkoreanischen Diözese Priester oder katholische Pfarren / Gemeinschaften.[6]

Viele Christen wurden im Internierungslager Yodŏk (bis zu seiner Schließung 2014) oder anderen Straflagern inhaftiert, wo sie wegen ihres Glaubens gefoltert und unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten müssen.[7] Schätzungsweise sind etwa 50 000 nordkoreanische Christen davon betroffen. Aufgrund der Verfolgung und den drohenden Konsequenzen können Christen ihren Glauben nur im Geheimen ausleben.[8]

Einzelnachweise

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  1. Predigt zum 60. Todestag von Abtbischof Bonifaz Sauer OSB am 7. Februar 2010 im Dom zu Fulda (Memento vom 25. Dezember 2015 im Internet Archive).
  2. Moravius: Wonsan University of Agriculture. 6. März 2008, abgerufen am 6. Mai 2026.
  3. Turn Back the Clock Thursday - Wonsan Agricultural University - Koryo Tours. 1. Juni 2017, abgerufen am 6. Mai 2026 (englisch).
  4. Retreat Center for Order of St. Benedict Waegwan Abbey. In: IROJE. Abgerufen am 6. Mai 2026 (ko-KR).
  5. Father Blasio Park Hyun-dong. In: Catholic-Hierarchy. Abgerufen am 6. Mai 2026.
  6. North Korea's 10,000 secret Catholics - UCA News. Abgerufen am 6. Mai 2026 (englisch).
  7. Christian Solidarity Worldwide (Hrsg.): NORTH KOREA: A CASE TO ANSWER - A CALL TO ACT. Surrey 2007, S. 52 (britisches Englisch, livesiteadmin.com [PDF]).
  8. John Power: Hae Woo’s Story: Finding Faith and Fleeing North Korea. 19. Oktober 2016, abgerufen am 6. Mai 2026 (englisch).
  • Frumentius Renner, Art.: Missionare der Abtei Tokwon (Nordkorea) bzw. der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, in: Helmut Moll (Hrsg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz), Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Paderborn u. a. 1999, 8., erweiterte und aktualisierte Auflage 2024, Band II, S. 1653–1670.
  • Johannes Mahr: Die Märtyrer von Tokwon. Glaubenszeugen in Korea 1950–1952. EOS-Verlag, Sankt Ottilien 2011. ISBN 978-3-8306-7508-2.
Commons: Territorialabtei Tokwon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien