Regjeringskvartalet

Das Regjeringskvartalet (deutsch Regierungsviertel) ist das Stadtviertel in der norwegischen Hauptstadt Oslo, in dem sich der Großteil der Regierungsgebäude befinden. Die Gebäude liegen weitgehend entlang der Akersgata, im Norden des Osloer Stadtzentrums.
In diesem Bereich wurde durch den rechtsextremen Terroristen Anders Behring Breivik der erste Teil der Anschläge in Norwegen 2011 ausgeübt. Im Regierungsviertel starben dabei acht Menschen. Die Regierungsgebäude konnten anschließend teilweise nicht mehr verwendet werden. 2014 wurde ein größerer Umbau beschlossen, der bis 2029 abgeschlossen werden soll.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erstes Regierungsgebäude
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Im 19. Jahrhundert wurden im Bereich des heutigen Regierungsviertels mehrere Krankenhausgebäude errichtet. Das Stadtviertel hieß zu diesem Zeitpunkt Empirekvartalet. Nachdem im Jahr 1883 das Krankenhaus verlegt worden war, wurde das Gebiet als Ort für die Regierungsbüros bestimmt. Ein Grund für die Wahl der Gegend war die Nähe zum Nationalparlament, dem Storting.
Der Architekt Stener Lenschow gewann 1891 den ausgerufenen Architekturwettbewerb für das angedachte Regierungsgebäude. Lenschows Plan war es, ein Gebäude im Stile der Neorenaissance zu errichten. Nachdem der Architekt jedoch erkrankte, übernahm Henrik Bull die Bauarbeiten und er änderte Lenschows Pläne ab, so dass ein Gebäude im Jugendstil entstand. Im Jahr 1906 wurde der Südflügel fertiggestellt. Der Rest der Pläne wurde hingegen nie umgesetzt. Das entstandene Gebäude erhielt den Namen G-blokken (deutsch G-Block).[1][2]
Bau weiterer Gebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1939 wurde ein neuer Wettbewerb ausgerufen, um das Regierungsviertel zu erweitern. Dieses Anliegen wurde allerdings durch den Zweiten Weltkrieg und der Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen unterbrochen. 1946 kürte die Jury einen Entwurf von Erling Viksjø zum Gewinner. Viksjøs Plan sah einen Abriss der ehemaligen Krankenhausgebäude vor, was zu einem Streit führte. Es dauerte in der Folge bis 1954, bis das Storting den Entwurf genehmigte. Der Høyblokken wurde im Jahr 1959 fertiggestellt. In dessen obersten Etage lag der Konferenzraum der norwegischen Regierung.[3]
Im Jahr 1970 wurde der Y-blokken fertiggestellt, der dem UNESCO-Gebäude in Paris nachempfunden wurde. Acht Jahre später folgte der S-blokken, der eine Fassade aus roten Ziegeln bekam. Dieses Gebäude wurde zur Unterbringung des Arbeits- sowie des Gesundheitsministeriums verwendet. Ein sich an der Adresse Møllergata 19 befindliches Gefängnis wurde 1981 zu einem Regierungsgebäude umfunktioniert. Als viertes Regierungsgebäude folgte im Jahr 1988 das Gebäude R4. Das Regierungsgebäude R5 wurde 1996 eröffnet. Seit 2012 besteht auch das R6.[1]
Terroranschlag am 22. Juli 2011
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Am 22. Juli 2011 begann der rechtsextreme Terrorist Anders Behring Breivik sein politisch motiviertes Attentat mit einer Autobombe im Regjeringskvartalet, bevor er einen weiteren Angriff auf der Insel Utøya ausübte. Durch den Anschlag im Regierungsviertel starben acht Menschen und viele Gebäude wurden beschädigt.[4]
Insgesamt konnten infolge der durch den Anschlag ausgelösten Zerstörungen die Büros von etwa 1800 Angestellten nicht mehr genutzt werden. Es mussten deshalb unter anderem sechs Ministerien sowie die Amt des Ministerpräsidenten (Statsministerens kontor) anderweitig untergebracht werden.[4] Das Amt des Ministerpräsidenten zog in die Festung Akershus um.[5]
Eine Untersuchung kam zu dem Schluss, dass es grundsätzlich nicht notwendig gewesen wäre, eines der beschädigten Gebäude aufgrund der Schäden komplett abzureißen.[6]
Neuplanung des Viertels
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die vergleichsweise schwächer beschädigten Gebäude, darunter das R5, wurden schnell wieder in Betrieb genommen. Im Jahr 2012 wurde vom Verwaltungsministerium unter Ministerin Rigmor Aasrud bekannt gegeben, dass ein Plan für die Erneuerung des Regierungsviertels unter Leitung der Baubehörde Statsbygg ausgearbeitet werden solle. Die im Oktober 2013 gebildete Regierung Solberg beschloss 2014, dass die Gebäude S-blokken, Y-blokken und R4 abgerissen, während der Høyblokken und der G-blokken behalten werden sollten.
Im Jahr 2019 begannen die Abrissarbeiten für das R4. Der geplante Abriss des Y-blokken war am stärksten umstritten, da er als Symbol für die Politik Norwegens nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs galt.[1] Die Arbeiten für den Abriss begannen schließlich im März 2020. Der Beginn der Neubaumaßnahmen war im Jahr 2021, als im Januar 2021 mit der Renovierung am Gebäude Høyblokken gestartet wurde.[7][8]
Die Bauarbeiten wurden in drei Bereiche unterteilt. Im Jahr 2025 sollen der A- und D-blokken fertiggestellt werden. Der zweite Abschnitt umfasst den Bau des C-blokken. Zum dritten Abschnitt gehören die Errichtung des B- und E-blokken sowie die Renovierung des G-blokken. Dabei sollen auch die Kellerbereiche der meisten Regierungsgebäude miteinander verbunden werden. Im Høyblokken ist geplant, zwei Etagen zu entfernen und die restlichen Etagen zu renovieren.[9] Im Jahr 2022 erklärte der damalige Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum, dass die Regierung Støre dafür eintrete, den dritten Bauabschnitt nicht wie geplant auszuführen und die Gebäude B- und E-blokken nicht zu errichten.[10]
Bauphase 1
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste Bauphase dauerte bis Ende 2025 an. Sie umfasste den Bau des A-blokken und des D-blokken sowie die Sanierung des Høyblokken. Der Abschnitt ist der größte der drei geplanten Bauabschnitte und umfasst 101.000 Quadratmeter Neubau und Sanierung. Der Kostenrahmen betrug 24 Milliarden NOK (Juli 2024).[11] Die Tieferlegung und der Wiederaufbau des Ring-1-Tunnels begann am 1. Juli 2024. Auch sie waren Teil der erste Bauphase, jedoch ein separates Projekt mit eigenem Kostenrahmen von Statens vegvesen.[12]
Die Bauarbeiten der ersten Phase wurde Ende 2025 innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens und in der vereinbarten Qualität fertiggestellt. Die voraussichtlichen Endkosten lagen über 2 Milliarden NOK unter dem Kostenrahmen. Alle Gebäude wurden so geplant, dass die Etagen bis einschließlich des zweiten Obergeschosses für Gemeinschaftsfunktionen und die Etagen ab dem dritten Obergeschoss für die Ministerien verwendet werden.[13]
Am 13. April 2026 wurden die Gebäude des ersten Bauabschnitts offiziell durch Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und Digitalisierungs- und Verwaltungsministerin Karianne Tung eröffnet.[14]
- Bauarbeiten im Juli 2025
- Eröffnungsfeier am 13. April 2026
Bauphase 2, Teil I
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zweite Bauphase, Teil 1, umfasst den C-blokken, die Kellerarbeiten, die Sanierung von Gebäuden in der Møllergata, die Gestaltung des Stadtraums sowie große Teile des für den Norden des Viertels geplanten Parks. Insgesamt entstehen 40.000 Quadratmeter Neubau- und Sanierungsfläche, davon 36.700 Quadratmeter Neubau und 3.300 Quadratmeter Sanierung.
Nach dem D-blokken soll der C-blokken mit seinen 21.800 Quadratmetern, verteilt auf elf Etagen, das größte Gebäude im neuen Regierungsviertel werden. Im Erdgeschoss befinden sich verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen wie Besprechungsräume, eine Kantine, ein Servicebereich, ein Café und eine Bibliothek. Die Etagen 3 bis 10 beherbergen typische Büros, während die 11. Etage für technische Einrichtungen vorgesehen ist.
14.900 Quadratmeter des Neubaus liegen unterirdisch. Die Kosten belaufen sich Stand Juli 2025 auf 8,5 Milliarden NOK.[15]
Der letzte Teil von Phase 2 (G-blokken) sowie Phase 3 werden 2026 geplant und sind noch nicht vom Storting genehmigt worden.[13]
Gebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bestehende Gebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]G-blokken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der G-blokken (deutsch G-Block) wurde 1906 eröffnet und ist damit das älteste Regierungsgebäude im Viertel. Es trägt deshalb auch den Namen Gamle regjeringsbygning (deutsch Altes Regierungsgebäude). Henrik Bull übernahm die Leitung als Architekt. Dort untergebracht ist das norwegische Finanzministerium, das Finansdepartementet. Während des Angriffes 2011 wurde das Gebäude nur leicht beschädigt und schnell wieder verwendet. Das Grundstück ist etwa 2900 m² groß, die Adresse ist Akersgata 40.[16]
Høyblokken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Høyblokken (deutsch Hoher Block; auch H-blokken) wurde 1959 fertiggestellt. Als Architekt diente Erling Viksjø.[17] Die ursprüngliche Höhe lag bei 48,5 Metern. In der obersten Etage befand sich der Konferenzraum der norwegischen Regierung. Im Jahr 1990 wurde das Gebäude um zwei weitere Etagen erweitert, so dass eine Höhe von 56 Metern erreicht wurde.[3]
Der Plan für die Renovierung nach dem Bombenangriff auf das Regierungsviertel sah zunächst vor, um weitere vier Etagen aufzustocken. Nachdem allerdings beschlossen wurde, dass das Amt des Ministerpräsidenten (Statsministerens kontor) nicht wieder dort einziehen werde, sondern im neugebauten D-blokken untergebracht werden solle, wurde der Plan geändert. Entsprechend wurde beschlossen, die 1990 angefügten Etagen wieder zu entfernen.[18]
Das Gebäude wurde nach der abgeschlossenen Sanierung im Jahr 2026 durch das Justizministerium und einem Teil des Ministeriums für Digitalisierung und Verwaltung bezogen.[19]
- A-blokken
Der A-blokken ist ein neues Gebäude mit 17.300 Quadratmetern auf elf Etagen. Der Bau begann im Sommer 2022 und wurde im Jahr 2025 abgeschlossen. Zusammen mit dem G-blokken (1906) und dem H-blokken (1958) ist der A-blokken (2025) eines der drei Gebäude mit Blick auf die Akersgata. Der A-blokken ist so ausgerichtet, dass er Ausblick in den Park bietet und gut zur Sonneneinstrahlung liegt sowie ein markantes Profil bietet.[11]
Einer der beiden Haupteingänge des Regierungsviertels befindet sich dann im A-blokken, dieser erhält ein Atrium.[11] In das Gebäude zog das Ministerium für Wirtschaft und Fischerei, das Ministerium für Klima und Umwelt sowie ein Teil des Ministeriums für Digitalisierung und Verwaltung ein.[19]
D-blokken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der D-blokken wurde von Sommer 2021 bis Ende 2025 im Rahmen der ersten Bauphase des Regierungsviertels gebaut und im April 2026 offiziell eröffnet. Im Gebäude sind in den obersten beiden Etagen das Amt des Ministerpräsidenten (Statsministerens kontor) untergebracht. Der Rest des Gebäudes wird vom Außenministerium sowie vom Kultur- und Gleichstellungsministerium verwendet.[19]
Møllergata 19
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1981 wurde das bereits 1866 errichtete Gebäude an der Adresse Møllergata 19 zum Regierungsgebäude umfunktioniert. Dort wurde die Verwaltung für die Regierungsgebäude (Departementenes sikkerhets- og serviceorganisasjon) untergebracht.[3]
Grubbegata 1
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gebäude an der Grubbegata 1 wurde von 1937 bis 1940 als Gericht für Oslo (Oslo tinghus) errichtet. Als Architekt fungierte Ove Bang, der im Jahr 1936 den angesetzten Architektenwettbewerb gewann. 1994 zog das Gericht um und 1998 wurde das Gebäude durch einen Umbau in ein Regierungsgebäude umfunktioniert. Das Gebäude wurde danach vom Fischereiministerium und vom Kulturministerium genutzt.[20][21]
Das Regjeringsbygg 5 (deutsch „Regierungsgebäude 5“; kurz R5) wurde zwischen 1994 und 1996 erbaut. Die Bauleitung übernahm das Architekturbüro von Torstein Ramberg. Für den Bau mussten mehrere historische Gebäude abgerissen werden. Das R5 beheimatet das Verkehrs-, das Kommunal- und Modernisierungs-, das Energie- sowie das Kinder- und Familienministerium.[3][22]
Das Regjeringsbygg 6 (deutsch „Regierungsgebäude 6“; kurz R6) wurde in der Zeit von 2009 bis 2012 errichtet. Dazu wurde ein Gebäude in der Keysers gate abgerissen, ein weiteres restauriert und in der Teatergata wurde ein Teil neu gebaut. Die Bebauung wird vom Ministerium für Gesundheit und Pflege sowie vom Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung verwendet.[23]
- G-blokken, 2011
- A-blokken (links) und Høyblokken, Dezember 2025
- Møllergata 19 vom Youngstorget gesehen, 2013
- R5, 2006
- R6, 2012
Abgerissene Gebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Y-blokken
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Der im Jahr 2020 abgerissene Y-blokken (deutsch Y-Block) wurde von 1967 bis 1969 erbaut. Architekt war Erling Viksjø.[2] Den Namen erhielt das Gebäude aufgrund seines Y-förmigen Grundrisses.[24] Das Gebäude wurde mit in die Wände gefrästen und auf Skizzen von Pablo Picasso basierenden Kunstwerken dekoriert.[17] Der Bau wurde auf dem frei gewordenen Platz des 1962 abgerissenen Militärkrankenhauses (Militærhospitalet) errichtet.[3] Durch den Bombenangriff im Jahr 2011 wurde der Y-blokken stärker beschädigt. Der weniger beschädigte Teil des Baus wurde nach einer Grundrenovierung wieder für Büros und als Lager verwendet.
Im Mai 2014 wurde beschlossen, das Gebäude abzureißen. Im Bericht zu diesem Beschluss wurde angemerkt, dass bedeutende kulturhistorische Werte dadurch verloren gingen, aber durch den Abriss des Gebäudes eine insgesamt für die Stadt bessere Lösung gefunden werden könne. Nach einigen gerichtlichen Auseinandersetzungen begannen die Abrissarbeiten im März 2020.[6] Zuvor hatte Valgerd Svarstad Haugland, Fylkesmann von Oslo und Viken, den Abriss erlaubt, die Regierung allerdings gebeten, ihren Beschluss erneut zu überdenken.[25] Beim Abriss wurde das Kunstwerk „Fiskerne“ (deutsch Fischer) von Picasso – eine 100 Tonnen schwere, 1969 in Naturbeton gegossene 14 × 11 Meter große Betonplatte – herausgeschnitten und aufbewahrt. Im Februar 2024 wurde das Kunstwerk am neuen A-blokken angebracht.[11]
S-blokken
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Der 2015 abgerissene S-blokken (deutsch S-Block) wurde von 1976 bis 1978 errichtet, nachdem das Gefängnis an der Møllergata 19 abgerissen wurde. Für das Gebäude mit roter Ziegelfassade war das Architekturbüro von Erling Viksjø verantwortlich. Bis zum Anschlag im Sommer 2011 war dort das Gesundheitsministerium sowie das Arbeitsministerium untergebracht. Das Gebäude wurde schließlich aufgrund der Schäden im Jahr 2015 abgerissen. Die Adresse war Einar Gerhardsens plass 3.[3]
Das Regjeringsbygg 4 (deutsch Regierungsgebäude 4; kurz R4) wurde in den Jahren 1985 bis 1988 gebaut und hatte neun Etagen mit einer Fläche von insgesamt 25.700 m². Im R4 waren das Erdöl- und Energieministerium sowie das Wirtschafts- und Handelsministerium untergebracht.[3] Durch den Bombenangriff im Jahr 2011 wurde das Gebäude stark beschädigt. Im Mai 2014 wurde bekannt gegeben, dass das Gebäude abgerissen werden sollte. Der Abriss wurde 2020 abgeschlossen.[9][26] Die Adresse war Einar Gerhardsens plass 1.
Møllergata 17
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gebäude in der Møllergata 17 wurde 1988 am Einar Gerhardsens plass vom Architekturbüro Viksjø errichtet. Das Gebäude war ein integrierter Teil des R4 und wurde gemeinsam mit diesem im Jahr 2020 abgerissen.[17][26]
- Y-blokken, 2007
- S-blokken, 2009
- R4, 2008
- Møllergata 17, November 2011
Eksternt kontrollsenter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Statsbygg hat das Eksternt kontrollsenter (externe Kontrollzentrum) für Post und Waren im neuen Regierungsviertel fertiggestellt. Das Zentrum befindet sich südlich von Oslo in Mastemyr in der Gemeinde Nordre Follo.
Um das neue Regierungsviertel wurde eine Sicherheitszone, auch Perimeterschutz genannt, eingerichtet. Die Sicherheitszone wurde am 14. Februar 2026 in Betrieb genommen,[27] seitdem ist für die Einfahrt mit Fahrzeugen eine Sondergenehmigung erforderlich. Radfahrer und Fußgänger können sich in einem fußgängerfreundlichen Bereich frei bewegen. Post und Waren, die innerhalb der Zone transportiert werden sollen, müssen zunächst in Mastemyr kontrolliert werden. Es stehen verschiedene Zustelloptionen zur Verfügung.
Das externe Kontrollzentrum für Post und Waren besteht aus drei Gebäuden mit unterschiedlichen Funktionen.
- Fahrzeughalle: 1.100 m², Fahrzeugkontrolle
- Kontrollzentrum: 1.300 m², Verwaltung und Kontrolle von Post und Waren
- Carport: 170 m², Parkplatz für Fahrzeuge des Zentralen Sicherheitsdienstes (DSS)
Die Fahrzeughalle ist in zwei Bereiche unterteilt: eine Scannerhalle mit einem großen Röntgenscanner und ein Bereich für manuelle Kontrollen. Das zu scannende Fahrzeug fährt in die Halle, hält an und bleibt während des Scans stehen. Der Scanner selbst bewegt sich. Der Fahrzeugscanner kann ein Fahrzeug in einer Minute scannen. Fahrer müssen das Fahrzeug während des Scans aus Strahlenschutzgründen verlassen und in einem separaten Raum warten.[28]
Nationale Gedenkstätte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die nationale Gedenkstätte im Regierungsviertel wird am Johan Nygaardsvolds plass entstehen – zwischen Høyblokka, Lindealléen, Akersgata und G-blokken, direkt neben dem neuen Eingangspavillon zum „22. juli-senteret“. Im April 2025 wurde der Entwurf „En opprettholdelse“ von Matias Faldbakken als Sieger des Wettbewerbs zur Gestaltung der nationalen Gedenkstätte für die Ereignisse vom 22. Juli im Regierungsviertel ausgewählt.[29] Die Gedenkstätte wurde rechtzeitig zum 15. Jahrestag fertiggestellt. Die erste Besichtigung fand am 22. Juni 2026 statt.[30]
Die Eröffnung der Gedenkstätte findet am 19. Juli 2026 unter anderem mit Kronprinz Haakon, die Ministerin für Digitalisierung und öffentliche Verwaltung Karianne Tung, die Bildungsministerin Kari Nessa Nordtun sowie Vertretern der Betroffenengruppe und der Parteijugend der Arbeiderpartiet (Arbeidernes Ungdomsfylking) statt.[31]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Regjeringskvartalet. In: Store norske leksikon (norwegisch)
- Regjeringskvartalet. In: Oslo Byleksikon (norwegisch)
- Regjeringskvartalet auf der Website der Regierung (norwegisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Ulf Grønvold: Regjeringskvartalet. In: Store norske leksikon. 13. November 2019 (norwegisch, snl.no [abgerufen am 10. April 2020]).
- 1 2 Regjeringskvartalet, Øvrige Bygg ( vom 10. April 2020 im Internet Archive)
- 1 2 3 4 5 6 7 Regjeringskvartalet. In: Oslo Byleksikon. Abgerufen am 10. April 2020 (norwegisch).
- 1 2 Leif Stang, Marte Ericsson Ryste, Olav Njølstad: Bombeangrepet på regjeringskvartalet. In: Store norske leksikon. 8. November 2017 (norwegisch, snl.no [abgerufen am 10. April 2020]).
- ↑ TV 2 AS: Statsministerens kontor flyttes til Akershus festning. Abgerufen am 10. April 2020 (norwegisch (Bokmål)).
- 1 2 Y-blokken ( vom 10. April 2020 im Internet Archive)
- ↑ Bygging ( vom 13. Mai 2020 im Internet Archive)
- ↑ Byggestart for regjeringskvartalet. In: NRK. 6. Januar 2021, abgerufen am 12. Mai 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
- 1 2 Nytt regjeringskvartal. Statsbygg, abgerufen am 13. November 2020 (norwegisch).
- ↑ Kristian Skårdalsmo: Nytt regjeringskvartal: Skroter to bygg – «vil spare 4–5 milliarder». In: NRK. 11. Mai 2022, abgerufen am 12. Mai 2022 (norwegisch).
- 1 2 3 4 Nå er Picassos «Fiskerne» en del av A-blokken. In: statsbygg.no. 29. Februar 2024, abgerufen am 15. März 2024 (norwegisch).
- ↑ Ring 1-oppgraderingen Hammersborgtunnelen og Vaterlandstunnelen. In: vegvesen.no. Abgerufen am 15. März 2024 (norwegisch).
- 1 2 Pål Weiby: Byggetrinn 1 er ferdigstilt. In: statsbygg.no. Abgerufen am 18. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Det nye regjeringskvartalet offisielt åpnet. In: regjeringen.no. 13. April 2026, abgerufen am 13. April 2026 (norwegisch).
- ↑ Byggetrinn 2 i gang i Regjeringskvartalet. In: statsbygg.no. 14. Januar 2025, abgerufen am 18. Februar 2026 (norwegisch).
- ↑ Regjeringskvartalet, G-blokk ( vom 10. April 2020 im Internet Archive)
- 1 2 3 Kunst, arkitektur og bygninger i regjeringskvartalet. In: regjeringen.no. 12. November 2018, abgerufen am 10. April 2020 (norwegisch).
- ↑ Arve Henriksen Journalist: Høyblokken skal tilbake til 1958-versjon. Abgerufen am 10. April 2020 (norwegisch (Bokmål)).
- 1 2 3 Petter Andreas Lona: Sju departementer flytter inn i nytt regjeringskvartal. In: Altinget. 15. März 2026, abgerufen am 13. April 2026 (norwegisch).
- ↑ Regjeringskvartalet, Grubbegata 1 ( vom 10. April 2020 im Internet Archive)
- ↑ Grubbegata. In: Oslo Byleksikon. Abgerufen am 13. November 2020 (norwegisch).
- ↑ Regjeringskvartalet, R5 ( vom 10. April 2020 im Internet Archive)
- ↑ Regjeringskvartalet, R6 ( vom 21. März 2020 im Internet Archive)
- ↑ Kim Christian Priemel: Regierungsviertel von Oslo: Wie Norwegen um seine Zukunft ringt. In: FAZ.NET. Abgerufen am 27. Juni 2020.
- ↑ Fylkesmannen: Y-blokka kan rives, men tenk dere om én gang til først. In: tu.no. 11. November 2019, abgerufen am 13. April 2020 (norwegisch).
- 1 2 Riving av Regjeringsbygg 4 (R4). (PDF) Statsbygg, abgerufen am 13. November 2020 (norwegisch).
- ↑ Pål Weiby: Veisperrene i regjeringskvartalet settes i drift. In: statsbygg.no. 12. Februar 2026, abgerufen am 3. März 2026 (norwegisch).
- ↑ Pål Weiby: Kontrollsenteret for regjeringskvartalet ferdigstilt. In: statsbygg.no. 18. Dezember 2025, abgerufen am 19. Februar 2026 (norwegisch).
- ↑ Nasjonalt minnested i nytt regjeringskvartal. In: regjeringen.no. 9. April 2024, abgerufen am 16. Juni 2026 (norwegisch).
- ↑ Hege Njaa Aschim: Pressevisning av Det nasjonale minnestedet etter 22. juli. In: statsbygg.no. Abgerufen am 16. Juni 2026 (norwegisch).
- ↑ Stig Pettersen: Åpning av nasjonalt minnested etter 22. juli. In: statsbygg.no. 16. Juli 2026, abgerufen am 18. Juli 2026 (norwegisch).
