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Obultronius Sabinus

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Obultronius Sabinus war ein römischer Senator und wohl Prokonsul der Provinz Baetica im Jahr 67/68 n. Chr.

Obultronius Sabinus stammte aus Casinum in Latium. Ein Hinweis auf seinen Wohnsitz in Rom findet sich in der Grabinschrift eines ehemaligen Sklaven, Tiberius Claudius Meliphtongus Obultronianus.[1]

Die erste sichere Station seiner senatorischen Laufbahn ist das Jahr 56 n. Chr., als Obultronius Sabinus das Amt eines Quästors des Staatsschatzes (quaestor aerarii) in Rom innehatte. In diesem Zusammenhang erhob der Volkstribun Gaius Helvidius Priscus Anklage gegen ihn, weil Sabinus die bei öffentlichen Versteigerungen erhobenen Abgaben gegenüber den Bedürftigen in rücksichtsloser Weise erhöht habe.[2]

Im Jahr 61 erreichte Sabinus die Prätur. Spätestens in den Jahren 67/68 war er wahrscheinlich als Prokonsul in der Provinz Baetica tätig. Nach dem Tod Neros im Juni 68 verweigerte Obultronius Sabinus offenbar die Anerkennung der Herrschaft Galbas. In den ersten, politisch äußerst instabilen Monaten dieses Jahres wurde er daher in Hispanien auf Befehl Galbas ermordet.[3] Zusammen mit ihm fiel Cornelius Marcellus, der von der Forschung entweder als sein Legat in der Baetica oder als juristischer Legat der Provinz Hispania citerior gedeutet wird.

Der gewaltsame Tod des Obultronius Sabinus wurde in der zeitgenössischen politischen Auseinandersetzung propagandistisch ausgeschlachtet. So verwies der spätere Gegenkaiser Otho Anfang 69 in einer Ansprache ausdrücklich auf dieses Ereignis, um Galba zu diskreditieren.[4]

Einzelnachweise

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  1. CIL 6, 2340.
  2. Tacitus, Annalen 13,28,2–3.
  3. Tacitus, Historien 1,37,2; Sueton, Galba 12,1.
  4. Tacitus, Historien 1,37,2.