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Kempinski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kempinski Hotels S.A.
BERJAYA
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Rechtsform Société Anonyme[1]
Gründung 1986[1]
(1897 Hotelbetriebs-Aktiengesellschaft)
Sitz Kempinski SA Genf, Schweiz, Muttergesellschaft Kempinski AG München
Leitung Barbara Muckermann
(Vorstandsvorsitzende)[2]
Branche Hotellerie
Website kempinski.com
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Weinhaus Kempinski, Cadiner Saal, Berlin
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Hotel Adlon Kempinski Berlin
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Grand Hotel Kempinski Vilnius
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Gedenktafel am Haus Fasanenstraße 21 in Berlin-Charlottenburg
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Aktie über 500 RM der Hotelbetriebs-AG vom 28. April 1927
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Palace Hotel in Portorož

Kempinski Hotels S.A. ist die älteste europäische Luxushotelgruppe, mit Wurzeln in Berlin und heutigem Sitz in Genf in der Schweiz. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Kempinski AG in München, Deutschland. Die Hotelgruppe ist Gründungsmitglied des Hotelnetzwerkes Global Hotel Alliance (GHA).

Größter Anteilseigner der AG sind die Scheichs von Bahrain.[3]

Unternehmensprofil

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Jedes der 5-Sterne-Häuser hat seinen eigenen Stil und Charakter und ist nur schwer mit den anderen Häusern vergleichbar. Zum Portfolio gehören Stadthotels, Grandhotels sowie Ferienresorts und Residenzen.

Die Kempinski-Hotels befinden sich vor allem in Europa, aber auch in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten und Asien. Besonders China ist eine Schwerpunktregion für die Eröffnung neuer Häuser. Kempinski betreibt 75 Fünf-Sterne-Häuser in 30 Ländern (2017).

Mit Ausnahme des Hotels Vier Jahreszeiten in München und des Augustine Hotels in Prag, die sich im Besitz der Gruppe befinden, sowie der geleasten Hotels Adlon in Berlin und Grand Hotel des Bains in St. Moritz liegt der Schwerpunkt der Kempinski Hotels auf dem reinen Management der Luxushotels, die sich meist in Privatbesitz befinden. Die Kempinski-Gruppe will jedoch künftig wieder verstärkt auf eigene Hotelimmobilien setzen.[4]

Das Adlon in Berlin, das Çırağan Palace Kempinski Istanbul sowie das The Capitol Kempinski in Singapur haben den Status «Leading Hotel of the World» (Januar 2023). Das Hotel Bristol in Berlin wurde 2008 für ca. 10 Millionen Euro renoviert, verlor aber 2009 den Status Leading Hotel of the World; die Kempinski-Hotels Taschenbergpalais und Schloss Reinhartshausen traten daraufhin ebenfalls aus.[5]

M. Kempinski & Co

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Der Ursprung der Hotelkette geht auf Berthold Kempinski (1843–1910) zurück, der zunächst ab 1862 bei seinem Bruder Moritz Kempinski in Breslau in dessen Weinhandlung M. Kempinski & Co. tätig war. Nach der Proklamation des Kaiserreiches zog er nach Berlin und gründete dort 1872 unter selbem Firmennamen eine eigene Weinhandlung mit Probierstube und Imbiss in der Friedrichstraße 176.[6] In den Folgejahren baute Kempinski seinen Betrieb zu einer Restaurantkette aus und übernahm auch das ursprüngliche Stammgeschäft seines Bruders in Breslau. Da Berthold und seine Frau Helena Kempinski (1855–1932) keinen männlichen Nachkommen hatten, nahmen sie ihren Schwiegersohn Richard Unger (1866–1947), der ursprünglich Bankier gewesen war, in den Betrieb auf. Später übergaben sie ihm das Unternehmen unter der Voraussetzung, den Namen Kempinski beizubehalten. 1910 starb Berthold Kempinski.

Neben einigen großen Restaurants wurde 1927 ein weiteres am Kurfürstendamm 27 eröffnet (dort steht heute das Hotel Bristol). 1928 übernahm Kempinski das Haus Vaterland am Potsdamer Platz. Ab 1932 pachtete Kempinski das Schloss Marquardt und betrieb es als Hotel. Das Weinhaus Kempinski ging am 1. Mai 1937 mit allen seinen Betrieben unter Billigung der zuständigen Partei-Dienststellen in „arische“ Hände über. Erwerber war die M. Kempinski & Co., Weinhaus- und Handels-GmbH, die die Betriebe der nach bisherigen Tradition entsprechend weiterführen werde. Dies teilte der Gauwirtschaftsberater des Gaus Groß-Berlin, Heinrich Hunke, der NSDAP mit.[7]

Richard Unger emigrierte im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit seiner Familie in die USA und M. Kempinski & Co wurde Teil der Aschinger AG. Ein Feuer zerstörte das Restaurant am Kurfürstendamm 27. Viele Angehörige der einst erfolgreichen Kempinskis wurden von den Nazis verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet.[8][9] Berthold Kempinskis Enkel Friedrich Unger errichtete 1951 ein Hotel auf dem rückgeführten Grundstück am Kurfürstendamm 27. Das Hotel Kempinski wurde 1952 eröffnet. Friedrich Unger verkaufte 1953 seine Anteile und den Namen Kempinski an die Hotelbetriebs-AG.

Hotelbetriebs-Aktiengesellschaft

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Das Unternehmen wurde 1897 von Leopold Koppel gegründet. Es entwickelte sich zum führenden Hotelbetreiber in Berlin. Zu den betriebenen Luxushotels gehören das Hotel Bristol Unter den Linden, Hotel Bellevue und Central-Hotel (mit dem Variete Wintergarten), ebenso Cafés der gehobenen Kategorie wie das Café Kranzler und das Café Bauer.

1926 übernahm Aschinger die Mehrheit an der Aktiengesellschaft. 1927 war eine Übernahme der Berliner Hotelgesellschaft mit den Hotels Kaiserhof und Baltic. 1949 erfolgte eine Enteignung durch den Ost-Berliner Magistrat. Es folgen bescheidene Anfänge in West-Berlin und in Westdeutschland. 1953 kam es zur Übernahme des Hotel Kempinski am Kurfürstendamm. Kempinski erwarb 1957 das Hotel Atlantic in Hamburg. Die Hauptversammlung beschloss 1970 die Namensänderung in Kempinski Hotelbetriebs-AG. Kempinski beteiligt sich mit 50 % am Hotel Vier Jahreszeiten in München.

Das Unternehmen wurde 1977 umbenannt in Kempinski AG. Das Hotel Gravenbruch in Neu-Isenburg bei Frankfurt wird als viertes deutsches Hotel ins Portfolio aufgenommen. Lufthansa erwarb 1985 Anteile bei Kempinski und ermöglicht der Hotelgesellschaft, auch im Ausland Hotels zu betreiben. 1986 wurde die Kempinski Hotels SA in Genf als Trägerorganisation geschaffen.[1] Am 9. September 1999 eröffnete das Kempinski Hotel Falkenstein als drittes Haus der Kette im Rhein-Main-Gebiet. Die Hauptaktionäre beschlossen im August 2002, die restlichen 1,8 % der Anteile der Minderheitsaktionäre zu erwerben.

Bis Februar 2017 war Kempinski mehrheitlich im Besitz des thailändischen Crown Property Bureaus, der Vermögensverwaltung des Königshauses. Insgesamt zählen 79 Hotels in 31 Ländern zum Portfolio der Luxushotelgruppe (Stand März 2017). Seit Februar 2017 verfügen die Scheichs von Bahrain über die Mehrheit im Unternehmen.

Kempinski ist in der DACH-Region derzeit mit folgenden Standorten vertreten:

Im türkischen Istanbul gehört der Çırağan-Palast zu Kempinski, im slowenischen Portorož das Hotel Kempinski Palace Portorož und im slowakischen Strbske Pleso das Grand Hotel Kempinski High Tatras.

Ehemalige Kempinski-Hotels

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In der DACH-Region hatten bisher folgende Hotels zu Kempinski gehört:

In Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) wurde das Emirates Palace Hotel von Kempinski betrieben; seit Januar 2020 gehört es zu Mandarin Oriental.[21]

Der Benutzer WhisperToMe wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Der Sitz von Kempinski – 28, Boulevard du Pont-d’Arve, 1205 Geneva
Büro in München – Maximilianstrasse 17, 80539 Munich

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
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Büro in München – Maximilianstrasse 17, 80539 Munich!/|BW]]
  • Elfi Pracht: M. Kempinski & Co. Nicolai, Berlin 1994, ISBN 3-87584-458-0.
  • Jochen Kleining: M. Kempinski & Co. „Die Arisierung“ eines Berliner Traditionsunternehmens. Diplomica Verlag, Hamburg 2008, ISBN 3-8366-6194-2.
  • Michael Klein: Aschinger-Konzern – Aschinger’s Aktien-Gesellschaft, Hotelbetriebs-AG, M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH. In: Landesarchiv Berlin: Findbücher. Bd. 34. Bestandsgruppe A Rep. 225. Berlin 34.2005 (Einführung, Übersicht und Zusammenfassung, speziell S. XIII ff., umfangr. Lit.-verz.; landesarchiv-berlin.de (PDF; 1,5 MB), Landesarchiv Berlin).
  • Michael Klein: Aschinger – nicht nur ein Name, sondern ein Begriff!. In: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs, Gebr. Mann, Berlin 2004, ISBN 3-7861-2501-5, S. 117–134.
  • Dora Heinze: Kempinski – eine Berliner Chronik. Produktion des SFB[9]
Commons: Kempinski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Eintrag der «Kempinski Hotels SA» im Handelsregister des Kantons Genf
  2. CEO of Kempinski. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  3. Zwei Königshäuser tauschen die Macht bei Kempinski, Welt.de, abgerufen am 27. Februar 2017
  4. Kempinski-Chefin über Luxushotellerie: „Sie bezahlen nicht für Vanillejoghurt“. 18. Mai 2026, abgerufen am 19. Mai 2026.
  5. WELT: Hotellerie: Zwei weitere Kempinski-Hotels verlassen «Leading». 24. Juli 2009 (welt.de [abgerufen am 5. November 2019]).
  6. Der „Erbe“ der Kempinskis. (Memento vom 15. Oktober 2008 im Internet Archive) In: Jüdische Zeitung, Januar 2007
  7. C.V. Zeitung. Allgemeine Zeitung des Judentums. XVI. Jahrg. Nr. 19, Berlin, 13. Mai 1937, S. 18, Notizbuch des Kaufmanns, Allgemeines (pdf (Memento vom 25. März 2014 im Internet Archive))
  8. Marlies Emmerich: Alles verloren – nur der Hotelname blieb – Fritz Teppich kämpft um die Anerkennung des Kempinski-Familienerbes. In: Berliner Zeitung, 8. Juni 2007
  9. 1 2 Christoph Laubscher: Verbrechen aus Habgier – nett verpackt. Kempinski - eine Berliner Chronik à la SFB. In: HaGalil. 14. Dezember 2013, abgerufen am 25. Mai 2022.
  10. Das InterConti Berchtesgaden wird ein Kempinski (Memento vom 14. März 2016 im Internet Archive)
  11. 5 Star Luxury Hotel in Engelberg, Switzerland | Kempinski Palace Engelberg. Abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch).
  12. https://www.tageskarte.io/hotellerie/detail/royal-residence-am-schloss-nymphenburg-unter-kempinski-flagge-offiziell-eroeffnet.html
  13. Tagesspiegel: Bad Saarow: Kempinski verlässt den Kurort. 29. Dezember 2000, abgerufen am 26. Februar 2026.
  14. Hotelgeschichte - 3* Insel Hotel Bonn. Abgerufen am 6. Februar 2021.
  15. Übernahme: Das Grand Hotel Kempinski Geneva wird zum Fairmont. In: Tophotel.de. 5. Dezember 2019, abgerufen am 6. Februar 2021 (deutsch).
  16. Hilton übernimmt das Hotel Frankfurt Gravenbruch. In: Tophotel.de. 5. September 2024, abgerufen am 26. Februar 2025 (deutsch).
  17. Euro Business Communication Verlag GmbH: News. 14. September 2020, abgerufen am 6. Februar 2021.
  18. https://www.tageskarte.io/hotellerie/detail/hotel-fuerstenhof-leipzig-startet-als-boutique-hotel-neu.html
  19. ... Luxushotel zum Verkauf. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  20. Hotelmarkt Weimar: Elephant schließt bis Ende 2018. In: Tophotel.de. 5. Dezember 2017, abgerufen am 6. Februar 2021 (deutsch).
  21. Nach 15 Jahren unter Kempinski-Flagge: Das Emirates Palace wird ein Mandarin Oriental. In: Tophotel.de. 17. Dezember 2019, abgerufen am 6. Februar 2021 (deutsch).

Koordinaten: 46° 11′ 42,8″ N,  8′ 32,8″ O; CH1903: 499941 / 116803