- Humboldt-University Berlin | Institute for Cultural Studies | Georgenstr. 47 | D-10117 Berlin | Germany
Email: julia.koehne@culture.hu-berlin.de | Homepage: www.culture.hu-berlin.de/de/institut/kollegium/1688201
- Cultural Studies, Cultural History, Media and Cultural Studies, Visual Culture, History and Philosophy of the Human Sciences, Film and Media Studies, and 12 moreTraumatology, Trauma and shell shock First World War, Mass Psychology, Gender Theory, History of the Body, Feminist film theory, History of Violence, Trauma and Cinema, Genius, Genius loci, The Idea of Genius, and E. Ann Kaplanedit
- Biography Qualifications: 2012/2013 Double-habilitation at the University of Vienna (University lecturing qualifica... moreBiography
Qualifications:
2012/2013
Double-habilitation at the University of Vienna (University lecturing qualification),
venia docendi: “Contemporary History and Cultural History” and
“Film- and Media Studies” (with a thesis on the cult of the genius around 1900)
2009
Doctoral certificate: summa cum laude (with a thesis on ‘war hysterics’ in
military psychiatry-knowledge, 1914–1920)
2001
Magister artium for Cultural Studies and German Literature
Professional Background:
2016-2019
Guest Professorships at Humboldt-University Berlin
2014–2018
Research Scholar/Fellow at the Institute for Cultural Studies at Humboldt-
University Berlin (DFG-Eigene Stelle), “Trauma-Translations. Stagings and
Imaginations in Film and Theory”
2013/2014
Guest Professorship at Humboldt-University Berlin
2010/2011
Chair for History of Knowledge and Genderstudies at Humboldt-
University Berlin, Germany (Stand-in for Prof. Dr. Claudia Bruns)
2009–2010
Post-Doctoral-Fellowship at the Graduate Program “Gender as a Category of
Knowledge” at the Institute for Cultural Studies at Humboldt-University Berlin
2005–2013
Universitätsassistentin (Assistant Professor) at the Institute for Contemporary
History at the University of Vienna (focus: Visual Contemporary and Cultural
History)
2001–2005
Doctoral-Research Fellowship in the DFG-Graduate Program: “Coding Violence
in Medial Progress” (“Codierung von Gewalt im medialen Wandel”) at Humboldt-
University Berlin
Grants:
Minerva-Foundation; Deutscher akademischer Austauschdienst/German-Academic-Exchange-Service
(DAAD); Deutsche Forschungsgemeinschaft/German Research Foundation (DFG), Berliner Programm
zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP); Der
Wissenschaftsfonds/The Austrian Science Fund (FWF); Zukunftsfonds der Republik Österreich; Rosa-
Luxemburg-Foundation/Tel Aviv; Fonte-Stiftung
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Die Monographie zeichnet den Entwurf des „Kriegshysterikers“ im Spannungsverhältnis von Massenpsychologie, militärpsychiatrischer Kriegshysterieforschung und Repräsentationstechniken zur Zeit des Ersten Weltkriegs nach. In der... more
Die Monographie zeichnet den Entwurf des „Kriegshysterikers“ im Spannungsverhältnis von Massenpsychologie, militärpsychiatrischer Kriegshysterieforschung und Repräsentationstechniken zur Zeit des Ersten Weltkriegs nach. In der ätiologischen Interpretation der massenhaften Erscheinungsweise dieser ‚Krankheit‘ erstellten die deutschen Militärärzte – je nach medizinischer Schulrichtung – unterschiedliche Erklärungsmuster: Diese reichten von psychogenen und hereditären Mustern bis zu der Auffassung, die Symptome seien kriegsbedingt beziehungsweise Zeichen degenerativen Kulturverfalls. Die „Kriegshysterie“ wurde als Zeichen für männliche Schwäche gesehen. Sie stellte für die Militärmediziner und die Militär- und Sanitätsamtführung ein wissenschaftliches und kulturelles Rätsel dar, das die Rationalitäts-, Ordnungs- und Männlichkeitsformen des Heeres in Frage stellte.
Die Studie untersucht militärärztliche Wissensstrategien und -techniken, die zur Diagnostizierung beziehungsweise Fabrikation „kriegshysterischer“ Symptome eingesetzt wurden. Dabei umfasste die Repräsentation der „Kriegshysterie“ zwischen 1914 und 1920 unterschiedliche Medialitäten – einerseits Schriften wie Monographien, Fachzeitschriftenartikel sowie Patientenakten und andererseits visuelle Medien wie die wissenschaftliche Photographie und medizinische Kinematographie. Die Analyse folgt diesen Fragen: Inwiefern prägten die jeweiligen Erkenntnisinstrumente und Medien den Darstellungsmodus „kriegshysterischer“ Krankheitsbilder und deren Deutung? Mithilfe welcher Argumentations- und Visualisierungsstrategien wurde die vermeintlich erfolgreiche Heilung der angeblich effeminierten „Hysteriker“ in Szene gesetzt? Wie wurden die Symptome – etwa in den wissenschaftlichen Filmen – zunächst abgebildet, transformiert und dann wieder abgestellt? Und: Inwiefern blieben sie dennoch widerständig?
Neben zeitgenössischen militärmedizinischen Texten und Photographien fokussiert die Studie auf deutsches, britisches und französisches Filmmaterial von 1917/18, einen nach dem Krieg eingesetzten technischen Hysterie-Heilapparat und ausblickend eine Fernsehserie von 2002. Die Studie verknüpft Fragen aus Militärmedizin, Technik- und Mediengeschichte, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie Geschlechterforschung.
Die Studie untersucht militärärztliche Wissensstrategien und -techniken, die zur Diagnostizierung beziehungsweise Fabrikation „kriegshysterischer“ Symptome eingesetzt wurden. Dabei umfasste die Repräsentation der „Kriegshysterie“ zwischen 1914 und 1920 unterschiedliche Medialitäten – einerseits Schriften wie Monographien, Fachzeitschriftenartikel sowie Patientenakten und andererseits visuelle Medien wie die wissenschaftliche Photographie und medizinische Kinematographie. Die Analyse folgt diesen Fragen: Inwiefern prägten die jeweiligen Erkenntnisinstrumente und Medien den Darstellungsmodus „kriegshysterischer“ Krankheitsbilder und deren Deutung? Mithilfe welcher Argumentations- und Visualisierungsstrategien wurde die vermeintlich erfolgreiche Heilung der angeblich effeminierten „Hysteriker“ in Szene gesetzt? Wie wurden die Symptome – etwa in den wissenschaftlichen Filmen – zunächst abgebildet, transformiert und dann wieder abgestellt? Und: Inwiefern blieben sie dennoch widerständig?
Neben zeitgenössischen militärmedizinischen Texten und Photographien fokussiert die Studie auf deutsches, britisches und französisches Filmmaterial von 1917/18, einen nach dem Krieg eingesetzten technischen Hysterie-Heilapparat und ausblickend eine Fernsehserie von 2002. Die Studie verknüpft Fragen aus Militärmedizin, Technik- und Mediengeschichte, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie Geschlechterforschung.
Research Interests:
Die Frage, wem die Auszeichnung „Genie“ gebühre, wurde vor hundert Jahren in unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und in literarisch-philosophischen Texten, unter anderem von Walter Benjamin, Houston Stewart... more
Die Frage, wem die Auszeichnung „Genie“ gebühre, wurde vor hundert Jahren in unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und in literarisch-philosophischen Texten, unter anderem von Walter Benjamin, Houston Stewart Chamberlain, Julian Hirsch, Jakob Wassermann, Otto Weininger und Edgar Zilsel, hitzig debattiert. Die Monographie wirft einen Blick auf die glorifizierenden Zuschreibungen und epistemologischen Funktionen, die der Wissensfigur „Genie“ in der damaligen Scientific Community zugewiesen wurden. Sie untersucht, wie sich Vertreter vor allem neuerer Fachdisziplinen mithilfe der Geniefigur ihrer eigenen intellektuellen und schöpferischen Potenz versicherten, welche politischen, rassistischen und geschlechterspezifischen Implikationen das „Genie“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts transportierte und wie sich der geisteswissenschaftliche Geniekult um 1900 in der späteren Populärkultur, ausgewählten Spielfilmen ab Mitte der 1980er Jahre, widerspiegelt.
Research Interests: Heroes, Walter Benjamin, Procreation, History of Humanities, Genius, and 17 moreMännerbünde, Sokrates, Highly Giftedness, Racial Hygiene, History of Genius, Geniology, The Cult of the Genius, Houston Steward Chamberlain, 1890-1920, Great Men of History, Male Heroes, Light Metaphors, Julian Hirsch, Founder of Religion, Geschlecht und Charakter, Hans Blüher, and Pseudoreligion
Kaum ein anderes Medium scheint besser geeignet, traumatische Verletzungen zu visualisieren und zu speichern, zu kommunizieren und zu transformieren, als der Film. Er macht sie sichtbar, indem er sie als Wunden ausstellt, er öffnet sie,... more
Kaum ein anderes Medium scheint besser geeignet, traumatische Verletzungen zu visualisieren und zu speichern, zu kommunizieren und zu transformieren, als der Film. Er macht sie sichtbar, indem er sie als Wunden ausstellt, er öffnet sie, legt den Finger in sie hinein oder bepflastert sie. Dabei bereichert er um neue Interpretations- und Darstellungsweisen sowie symbolische Deutungsmuster.
Der internationale, interdisziplinäre und bilinguale Sammelband mit Beiträgen von Geistes- und MedienwissenschaftlerInnen widmet sich der Paradoxie scheinbar un/sagbarer und un/darstellbarer historischer Traumata. Diese lassen ein bewusstes Erinnern und eine adäquate Repräsentation des traumatisierenden Geschehens zunächst scheitern. Abgesehen von dieser Lücke bildet das „Trauma“ jedoch eine besondere zeitliche Struktur der Nachträglichkeit und Latenz, Indexikalität und Wiederholung aus. Diese ‚traumatische Zeitform‘, die in Alpträumen, Flashbacks, Loops, Halluzinationen und anderen Geisterscheinungen Ausdruck findet, lässt Parallelen zur Zeitlichkeit und Ästhetik des Films erkennen. Entlang klinischer, theoretischer und kultureller Traumakonzeptionen werden Spielfilme aus den letzten Jahrzehnten und unterschiedlichen nationalen Kontexten untersucht, in denen individuelle und kollektive Traumata – unter anderem in Verbindung mit der Shoah/dem Holocaust, dem Vietnamkrieg, den Irakkriegen, dem Israel-Palästina-Konflikt und 9/11 – inhaltlich und strukturell sowie ästhetisch-narrativ gestaltet werden.
Der internationale, interdisziplinäre und bilinguale Sammelband mit Beiträgen von Geistes- und MedienwissenschaftlerInnen widmet sich der Paradoxie scheinbar un/sagbarer und un/darstellbarer historischer Traumata. Diese lassen ein bewusstes Erinnern und eine adäquate Repräsentation des traumatisierenden Geschehens zunächst scheitern. Abgesehen von dieser Lücke bildet das „Trauma“ jedoch eine besondere zeitliche Struktur der Nachträglichkeit und Latenz, Indexikalität und Wiederholung aus. Diese ‚traumatische Zeitform‘, die in Alpträumen, Flashbacks, Loops, Halluzinationen und anderen Geisterscheinungen Ausdruck findet, lässt Parallelen zur Zeitlichkeit und Ästhetik des Films erkennen. Entlang klinischer, theoretischer und kultureller Traumakonzeptionen werden Spielfilme aus den letzten Jahrzehnten und unterschiedlichen nationalen Kontexten untersucht, in denen individuelle und kollektive Traumata – unter anderem in Verbindung mit der Shoah/dem Holocaust, dem Vietnamkrieg, den Irakkriegen, dem Israel-Palästina-Konflikt und 9/11 – inhaltlich und strukturell sowie ästhetisch-narrativ gestaltet werden.
Research Interests: Violence, Posttraumatic Stress Disorder (PTSD), Horror Film, Trauma Studies, Horror Cinema, and 19 moreFalse Memory, Traumatization (Psychology), Psychotraumatology, Collective Identity, Temporality, Trauma and Cinema, War trauma and PTSD, Trauma and shell shock First World War, Witnessing, Memory and Trauma, Palestinian-Israeli conflict, Harun Farocki, Trauma and Memory, Flashback, Traumatic Wounds, Soul Wounds, Trauma Culture, Objects and Memory, Udi Aloni, and Shell Shock Cinema
Research Interests:
Research Interests:
During the First World War, the use of a new form of media technology was applied within French military neuro-psychiatry: scientific cinematography. This visual technique was used to represent and produce symptoms of socalled “war... more
During the First World War, the use of a new form of media technology
was applied within French military neuro-psychiatry: scientific cinematography.
This visual technique was used to represent and produce symptoms of socalled
“war hysteria”. “War hysteria” among soldiers and officers not only seemed
to symbolize the weakness, inefficiency, and vulnerability of the military collective
body, the corps, but challenged the borders of medical cinematography as it was
considered to be able to capture ,real’ symptoms on celluloid. By shivering and
shaking, “war hysterics”, firstly, transgressed the classical image of the brave and
potent warrior and, secondly, mirrored the flaws of the film technique by emphasizing
its limits, twitches, and aesthetical “hysteria”. Analyzing several French medical
films, it can be seen that they contain diverse dramaturgical means, just as aesthetical
and narrative strategies adopted from forms in the field of illusion, including theater,
ballet, cabaret, and feature film. The filmic portrayal of male “hysteria” presented
both a transgression and a phantasmatic regaining of the social and military functionability
of the strong masculine soldier. The theatrical film rhetoric manages to
contrast the shift from the concept of “pithiatisme”, favored by the bulk of the
French physicians, in the first half of what was refered to as “la Grande Guerre”,
towards a “genuine”, somatic, and physiological aetiology of “war hysteria” cases
since 1916.
was applied within French military neuro-psychiatry: scientific cinematography.
This visual technique was used to represent and produce symptoms of socalled
“war hysteria”. “War hysteria” among soldiers and officers not only seemed
to symbolize the weakness, inefficiency, and vulnerability of the military collective
body, the corps, but challenged the borders of medical cinematography as it was
considered to be able to capture ,real’ symptoms on celluloid. By shivering and
shaking, “war hysterics”, firstly, transgressed the classical image of the brave and
potent warrior and, secondly, mirrored the flaws of the film technique by emphasizing
its limits, twitches, and aesthetical “hysteria”. Analyzing several French medical
films, it can be seen that they contain diverse dramaturgical means, just as aesthetical
and narrative strategies adopted from forms in the field of illusion, including theater,
ballet, cabaret, and feature film. The filmic portrayal of male “hysteria” presented
both a transgression and a phantasmatic regaining of the social and military functionability
of the strong masculine soldier. The theatrical film rhetoric manages to
contrast the shift from the concept of “pithiatisme”, favored by the bulk of the
French physicians, in the first half of what was refered to as “la Grande Guerre”,
towards a “genuine”, somatic, and physiological aetiology of “war hysteria” cases
since 1916.
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests: Military Medicine, Epidemiology, History of Medicine, Hysteria, War neurosis, and 23 moreGabriel Tarde, World War I, First World War, Persuasion, Simulation, Elias Canetti, Neuropsychiatry, Gustave Le Bon, Trauma and shell shock First World War, Mass Psychology, Hysteria, Neurosis, War literature, Collective Body, Trauma and shell shock World War, War psychology, War Hysteria, Male Crisis, Hysterical Symptoms, Mass Phenomenom, Massenseele, Paul Plaut, Around 1900, William Stern, and Otto Lipmann
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests:
Research Interests: Film Studies, Horror Film, Gilles Deleuze, Masochism, Holocaust Studies, and 26 moreSandor Ferenczi, Susan Sontag, Cross-dressing, Re-Enactments, Marlene Dietrich, Shoah, Stockholm Syndrome, Melancholia, Liliana Cavani, Bruno Bettelheim, Anna Freud, Self-Empowerment, Role Reversal, Flashback, The Night Porter, Witness out of Hell, KZ-representation, Identifying with the aggressor, Traumaphilia, Rage Phantasies, Regaining Control, Backstory Wound, Sexualized Violence, Stalags, Holocaust Pornography, and Uniform Fetishism
Research Interests: Film Studies, Death, Depression, Trauma Studies, Mourning, and 16 moreJacques Derrida, Supernatural, Clairvoyance, Maria Torok, Melancholia, Mourning and melancholia, Nicolas Abraham, Introjection, Grieving process, Don't Look Now, Nicolas Roeg, Trigger, Love Object, Loss of a Child, Guilt Feelings, and Crypta
Research Interests:
Research Interests: Love, Secularization, Melancholia (Art), Secularism, Henrik Ibsen, and 15 moreMermaids, Theater and Performance Studies, Faustina, Gender Trouble, Around 1900, Die Frau vom Meer, Stephan Kimmig, Water Metaphors, Laurence A. Rickels, Jakob Wassermann, Love Objects, Love Object, Todessehnsucht, Longing for Death, and Love Models
From the end of the nineteenth century, medicine started to use scientific cinematography as a new visual technology. This novelty — the medical films by Albert Londe in Paris and Gheorghe Marinescu in Bucharest in 1898/99 were among the... more
From the end of the nineteenth century, medicine started to use scientific cinematography as a new visual technology. This novelty — the medical films by Albert Londe in Paris and Gheorghe Marinescu in Bucharest in 1898/99 were among the first moving images of neuropsychiatric patients1 — was widely employed in the field of military psychiatry. It played an i mportant role, especially between 1916 and 1918 when officials at military headquarters and hospitals of the belligerent nations saw themselves confronted with an unexpected phenomenon: ‘Huge numbers’2 of mentally wounded soldiers displayed symptoms of what was medically diagnosed as ‘war hysteria’ — including severe trembling, dizziness, amnesia, and verbal and bodily dysfunctions such as problems with sitting, standing, walking, and speaking, as well as tics, paralysis, and other disabling factors and forms of behavioural disorganization.



