Erinnert ihr euch noch an die Werbekampagne von Call of Duty: Modern Warfare 3?

Teil dieser war unter anderem das prominent besetzte Video „The Vet & The n00b“. Und auch wenn dieses Video von den meisten Gamern äußerst positiv wahrgenommen wurde, meldete sich nun der Schriftsteller und US-Kriegsveteran D.B. Grady diesbezüglich äußerst kritisch zu Wort.

In einem Artikel von The Atlantic schreibt Grady:

„Weil das Spiel in nur 16 Tagen mehr als eine Milliarde Exemplare verkauft hat, scheint dessen Vermarktungsstrategie eindeutig zu funktionieren. Aber nichts davon macht sie akzeptabel oder schwächt ihre Geschmacklosigkeit ab. Die Werbung verharmlost die Kämpfe und verdeckt die negativen Aspekte des Krieges. Wenn wir noch den 10. September 2001 hätten, dann wäre das vielleicht nicht so schlimm. Jene, die zu jung sind sich an Vietnam zu erinnern, geben sich so vielleicht Kriegsfantasien hin, in denen sie ruhigen Herzens inmitten von raketengetriebenen Granaten stehen oder mit blitzenden Lichteffekten ihr Magazin in den Feind entleeren. Aber nach zehn Jahren des permanenten Krieges, nach tausenden Amputierten und mit Flaggen dekorierten Särgen sowie nach hunderten trauernden Gemeinden hat keiner der Verantwortlichen des Werbespots die Hand erhoben und gesagt: ‚Wisst ihr, das ist wohl ein wenig zu krass. Vielleicht sollten wir nur Szenen aus dem Spiel zeigen‘“.

 

Zwar kritisiert Grady nicht das Egoshooter-Genre oder virtuelle Kriegsdarstellungen per se, jedoch bezweifelt er, dass es in Hinsicht auf den Afghanistan-Krieg oder die Veteranen aus dem Irak derzeit der richtige Zeitpunkt sei, Krieg als etwas Unterhaltsames zu präsentieren.

 



[The Atlantic]