Ich erinnere mich noch an einen kurzen Plausch mit Jon Paquette, Writer bei Insomniac Games, auf der gamescom. Ich sprach ihn dort auf das Waffendesign in Resistance 3 an. Jon antwortete mit einem Grinsen: "Wir stehen in einer langen Tradition. Schau dir mal Titel wie Ratchet & Clank an. Unsere Designer haben immer einige schräge Ideen auf Lager. Sie übertreffen sich ständig selbst." Und Recht hat er: In Resistance 3 frieren wir Bestien mit der Cryo-Gun ein. Sprengen sie handelsüblich mit dem Raketenwerfer oder zertrümmern einfach ihre Schädel mit dem Vorschlaghammer.
Aber mal ganz von Vorne: Resistance 3 schließt an den zweiten Teil an. Nathan Hale ist tot. Sein Mörder – und zugleich vorübergehender Retter der Menschheit – Joseph Capelli ist geächtet und lebt mit seiner Familie in einer Kolonie. Denn die Chimera haben sich inzwischen über dem gesamten Erdball breit gemacht. Es sieht ziemlich schlecht für unsere Spezies aus. Zumindest bis Professor Malikov auftaucht. Er hat einen abstrusen Plan. Doch dazu müssen er und John nach New York, um den dort befindlichen Alien-Turm zu vernichten. Ein schwerer Schritt für Capelli, muss er doch Frau und Kind zurück zurücklassen.
Diese Geschichte erstreckt sich über 20 Kapitel und sechs bis sieben Stunden Spielzeit. Die Präsentation wechselt dabei zwischen Ingame- und Rendersequenzen. Tatsächlich gefiel uns die Story recht gut. Die Drehbuchschreiber setzten bewusst auf das Bild eines innerlich zerrissenen Helden. Zwischen den unzähligen Schießereien sehen wir immer wieder einen John Capelli, der im Angesicht des sicheren Todes eigentlich nur zurück zu seinen Lieben möchte. Er ist kein tadelloser Held, sondern wirkt zerbrechlich und zuweilen geradezu melancholisch.
Zu dieser stellenweise durchaus sensiblen Seite von Resistance 3 will das eigentliche Gameplay so gar nicht passen. Denn wie schon die Vorgänger ist auch der dritte Teil ein linearer und ganz klassischer Ego-Shooter. John Capelli ballert sich durch Hundertschaften von Chimera. Ein echtes Cover-System wie etwa in "Deus Ex: Human Revolution" gibt es dabei nicht. John kann springen, sich ducken und … natürlich ballern.
Die Shooter-Mechanismen von "Resistance 3" funktionieren sehr gut. Die Steuerung ist absolut handlich und die Gefechte sind schnell wie actionreich, ohne dabei aber zur puren Banalität zu verkommen. Das liegt großteils an dem tollen Gegner- und Waffendesign. Die Chimera sind garstige Gesellen – aggressiv und wild. Gerade die mutierten Creeps haben offensichtlich ihren Verstand verloren und greifen vollkommen kopflos an. Andere Gattungen wie die Longlegs attackieren mit Scharfschützengewehren aus der Distanz. Die Gegner-KI schwankte im Test aber recht deutlich. Gerade wenn wir häufiger die Position wechselten, gerieten die Monster schnell durcheinander. Sie fokussierten unsere alte Stellung einfach zu lange und ließen sich entsprechend leicht flankieren.
Ähnlich einfältig präsentierten sich unsere gelegentlichen Mitstreiter. Sie sind eigentlich nur Story-Staffage. Im Kampf haben sie keine echte Funktion: Sie schießen miserabel und geraten ständig in Infights, aus denen wir sie dann befreien müssen. Aber egal wie, dem Spielspaß tun diese kleinen Defizite kaum einen Abbruch. Denn das Waffenarsenal mitsamt eines kleinen Upgradesystems sorgt für akzeptablen Tiefgang. Tatsächlich hat jeder der zwölf Schießprügel eine eigene Funktion und daher einen Platz im Spiel verdient. Wir haben uns immer wieder dabei ertappt, wie wir im Gefecht gleich mehrfach die Waffe wechselten, um damit unseren Widersachern Einhalt zu gebieten.
Erfahrt auf der nächsten Seite, mit welchen Waffen ihr den Chimera zu Leibe rückt:









