close
Zum Inhalt springen

Mecachrome

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Mecachrome ist ein französisches Technologieunternehmen und Zulieferer von Teilen für die Automobil- und die Flugzeugindustrie. Der Unternehmenssitz befindet sich seit 2004 in Montreal, Kanada, die Hauptproduktionsstätte weiterhin in Frankreich in Aubigny-sur-Nère (Département Cher). Im internationalen Motorsport wurde Mecachrome vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller Renault bekannt. In der Formel-1-Saison 1998 lieferten sie durch Übernahme und Weiterentwicklung der früheren Renault-Motoren die Antriebe für Williams und Benetton.

BERJAYA
Mit Mecachrome-Motor: Der Williams FW20 von 1998 (hier Jacques Villeneuve beim Großen Preis von Italien)

Als sich Renault nach dem Gewinn von fünf Formel-1-Weltmeisterschaften mit Ablauf der Saison 1997 vorübergehend aus der Formel 1 zurückzog, übernahm Mecachrome die erfolgreichen Renault-Motoren und bereitete sie für das folgende Jahr für zwei Kundenteams vor. 1998 wurden sie bei Williams und von Benetton eingesetzt. Bei Williams behielten die Motoren die Bezeichnung Mecachrome bei, Benetton hingegen benannte sie nach seinem Sponsor Playlife. Die Motoren hatten für die neue Saison nur eine oberflächliche Weiterentwicklung erfahren; ihre Leistungsfähigkeit fiel hinter die der Mercedes- und Ferrari-Motoren zurück. Anders als im Jahr zuvor, als Williams mit den Renault-Motoren noch beide Titel holte, konnte keines der Teams, die die französischen Motoren einsetzten, einen Sieg einfahren. Die Mecachrome-Motoren wurden allgemein als ein wesentlicher Grund für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit von Williams und Benetton angesehen.[1] Williams schloss die Saison 1998 hinter McLaren und Ferrari mit 38 Punkten als abgeschlagener Dritter der Konstrukteurswertung ab, Benetton wurde mit 33 Punkten, einen Punkt hinter Jordan, Fünfter. Beide Teams zusammen erzielten zumindest fünf Podestplätze.

Für 1999 übernahm Supertec, ein von Flavio Briatore gegründetes Unternehmen, die weitere Entwicklung und den Vertrieb der ehemaligen Renault-Motoren. Sie wurden von Williams, Benetton und BAR und eingesetzt; in der Saison 2000 fuhr neben Benetton noch Arrows mit diesen Motoren. Auch in diesen Saisonen erzielten Teams mit diesen Motoren keine Siege, aber einige Podestplätze.

Weitere Rennserien

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
BERJAYA
Mit Mecachrome-Motor: Die Dallara-Chassis der GP2-Serie (hier ein Modell der Saison 2008)

Ab 2005 übernahm Mecachrome den Aufbau und Wartung der von Renault entwickelten Motoren der GP2-Serie. Zudem wurde die Basis dieses Motors auch in Le-Mans-Prototypen eingesetzt. Die französischen Teams von Noël del Bello und Paul Belmondo starteten 2005 und 2006 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und in der Le Mans Series mit einem auf 3,4 Liter Hubraum verkleinerten Version des GP2-Pendants. Während der Vertrag zum Aufbau von GP2-Motoren 2008 verlängert wurde, fanden sich mit dem Rückzug beider Teams im Sportwagensport keine weiteren Abnehmer.

Mecachrome entwickelte für den Peugeot 206 RC 180 den Zylinderkopf und ermöglichte somit für ein Serienauto hohe Drehzahlen.

Saison Teams Fahrer (Punkte) Grands Prix Punkte Siege Zweiter Dritter Poles schn. Runden WM-Platzierung
1998 Williams BERJAYA Jacques Villeneuve (21) 16 38 3 3.
BERJAYA Heinz-Harald Frentzen (17)
Benetton BERJAYA Giancarlo Fisichella (16) 16 33 2 1 1 5.
BERJAYA Alexander Wurz (17)
Gesamt 16 71 2 3 1 1

Flugzeugtriebwerk

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das LEAP-Flugzeugtriebwerk des Herstellers CFM International, eines Joint-Ventures von General Electric (USA) und Safran Aircraft Engines, liefert Mecachrome die Turbinenschaufeln.[2]

  • Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage, St. Sulpice, 2000, ISBN 2-940125-45-7 (französisch)
Commons: Mecachrome – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. S. 579.
  2. Snecma (Safran) and Mecachrome sign TiAl blade contract. In: aero-mag.com. 15. April 2014, abgerufen am 31. Mai 2023 (englisch).