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Magic Afternoon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Magic Afternoon ist ein Theaterstück von Wolfgang Bauer. Es zählt zu den Klassikern der österreichischen Moderne. Für Wolfgang Bauer bedeutete dieses Stück seinen internationalen Durchbruch als Dramatiker. Es ist das bis heute am häufigsten aufgeführte Stück Bauers.

Wolfgang Bauer hatte in den Jahren 1962 bis 1967 bereits mehrere, als experimentell wahrgenommene Dramen verfasst. Beginnend mit Magic Afternoon schrieb er von 1967 bis 1973 fünf Dramen, die in Thematik (aporetische Ausbruchsversuche aus Rollenzwängen) und Gestaltung (lockere, normverletzende bis provokative österreichische Umgangssprache) Gemeinsamkeiten aufwiesen.[1]

Die Uraufführung erfolgte am 12. September 1968 unter der Regie von Horst Zankl am Landestheater Hannover unter anderem mit Monika Bleibtreu und Branko Samarovski, nachdem das Stück zuvor von 40 Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum abgelehnt worden war. Für den Autor Wolfgang Bauer bedeutete Magic Afternoon den internationalen Durchbruch.

In Wien erlebte das Stück am 18. Dezember 1968 seine Erstaufführung am Ateliertheater am Naschmarkt unter der Regie von Bernd Fischerauer unter anderem mit Brigitte Swoboda und Bernd Spitzer.

Leopold Huber inszenierte das Stück unter der Oberleitung von Wolfgang Bauer 1978 am Max Reinhardt Seminar in Wien mit Paulus Manker und Ulli Maier in den Hauptrollen.

Vier junge Menschen – zwei unproduktive Schriftsteller und deren Freundinnen – durchleben einen gelangweilten gewitterschwülen Sommernachmittag. Zunächst werden Platten gehört und Drogen konsumiert, nach Polsterschlachten und Sexspielen entladen sich immer mehr Aggressionen, die Situation gerät außer Kontrolle und es wird nicht mehr nur Zeit totgeschlagen.

Am Höhepunkt der Studentenrevolte in Deutschland wurde das Stück als realistisches Drama über das eruptiv gewaltsame Ausbrechen aus der Langeweile in einem Künstler- bzw. Intellektuellenmilieu verstanden.[2]

Anlässlich der zahlreichen Neuinszenierungen wird sowohl in den Ankündigungstexten der Bühnen als auch in Theaterkritiken stets die Aktualität des Stücks hervorgehoben. „Die von Wolfgang Bauer wirkungsvoll eingesetzte szenische Mischung von Banalität und Klamauk, Brutalität und Sadismus entspricht nicht makabrer menschlicher Grenzfälle, sondern zeigt den Leerlauf einer ideenlosen Gesellschaft theaterwirksam auf.“[3]

Einzelnachweise

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  1. Kurt Bartsch: Wolfgang Bauer. In: Gerhard Melzer, Paul Pechmann (Hrsg.): Bauerplay. Droschl, Graz/Wien 2001, ISBN 3-85420-584-8, S. 20.
  2. Kurt Bartsch: Wolfgang Bauer. In: Gerhard Melzer, Paul Pechmann (Hrsg.): Bauerplay. Droschl, Graz/Wien 2001, ISBN 3-85420-584-8, S. 19.
  3. Magic Afternoon. In: Theaterforum Schwechat, zitiert nach: Theaterverband Tirol, veröffentlicht auf: https://www.theaterverbandtirol.at/stuecke/3224, abgerufen am 1. August 2026.