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Kanzlergalerie

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Ein heller, moderner Flur im Innenbereich des Bundeskanzleramtes in Berlin. An der rechten, weißen Wand hängen gemalte Porträts ehemaliger deutscher Bundeskanzler.
Erstes Obergeschoss des Bundeskanzleramts mit der Kanzlergalerie an der rechten Wand, 2007, vor der Ergänzung um das Porträt von Gerhard Schröder

Die Kanzlergalerie (auch Ahnengalerie oder Galerie der bisherigen Bundeskanzler genannt) ist eine Gemäldegalerie im Bundeskanzleramt in Berlin. Sie umfasst jeweils ein Porträt der ehemaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland seit 1949.

Geschichte und Konzept

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Die Initiative für eine einheitliche Porträtreihe geht auf Helmut Schmidt zurück. Dieser entschied in seiner Amtszeit als Bundeskanzler, dass das 1976 eingeweihte Bundeskanzleramt in Bonn durch zeitgenössische Gemälde künstlerisch aufgewertet werden sollte. Schmidt wählte das Bild für Adenauer, der zu diesem Zeitpunkt bereits tot war, aus.[1]

Seitdem gilt die Tradition, dass jeder Bundeskanzler nach dem Ausscheiden aus dem Amt einen Künstler für das Porträt auswählt. Finanziert und angekauft werden die Kunstwerke in der Regel durch das Bundeskanzleramt. Helmut Kohl und Angela Merkel dagegen bezahlten ihre Gemälde selbst und gaben sie als Dauerleihgabe in die Galerie.[2][3]

Zusammen mit dem Umzug des Bundeskanzleramtes nach Berlin als Teil der Umsetzung des Hauptstadtbeschlusses wurde die Kanzlergalerie 1999 in das Staatsratsgebäude in Berlin und mit Fertigstellung des Berliner Bundeskanzleramtes 2001 dorthin verlagert.[1] Die Gemälde hängen im Pressesaal-Foyer[4] im ersten Obergeschoss.[5]

Die Gemälde waren im Bonner Bundeskanzleramt von links nach rechts aufgereiht,[6] im Berliner Bundeskanzleramt von rechts nach links. Da nach dem Bild von Schröder nur Platz für ein weiteres Werk war, gab es 2026 Überlegungen vom Bundeskanzleramt, eine Petersburger Hängung zu realisieren.[7]

Die Kanzlergalerie kann am Tag der offenen Tür der Bundesregierung besichtigt werden.[8]

Liste der Gemälde

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Die Galerie umfasst Porträts folgender Amtsinhaber:

  1. Konrad Adenauer (Amtszeit 1949–1963) – porträtiert von Hans Jürgen Kallmann, der vor allem für seine Porträts namhafter Persönlichkeiten bekannt war,[5] im Jahr 1963. Es zeigt den ersten Kanzler sehr dicht an den Vordergrund gerückt, um eine gewisse Nähe und Nahbarkeit zu erzeugen, jedoch auch mit einer gewissen überheblichen Ausstrahlung.[1]
  2. Ludwig Erhard (Amtszeit 1963–1966) – gemalt von Günter Rittner, der bevorzugt Schauspieler und Opernsänger porträtierte, 1974. Erhard ist mit seiner markanten Zigarre abgebildet[5] und sitzt dem Betrachter frontal gegenüber, blickt aber zur Seite.[1]
  3. Kurt Georg Kiesinger (Amtszeit 1966–1969) – 1976 ebenfalls porträtiert von Günter Rittner in einer Inszenierung ähnlich wie Erhard.[1]
  4. Willy Brandt (Amtszeit 1969–1974) – gemalt von Oswald Petersen, dessen bekanntestes Werk es wurde.[5] Ein ursprüngliches, modernistisches Werk wurde 1977 bis 1978 von Georg Meistermann für die Kanzlergalerie gefertigt und 1984 bis 1985 überarbeitet. Helmut Kohl ließ es, da es ihm missfiel, 1985 durch das Bild von Oswald Petersen ersetzen. Johannes Rau übernahm das Meistermann-Porträt als Dauerleihgabe für die Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen.[9] Seit 2011 hängt es, wiederum als Dauerleihgabe, im Willy-Brandt-Forum in Unkel.[10]
  5. Helmut Schmidt (Amtszeit 1974–1982) – porträtiert von Bernhard Heisig im Jahr 1986. Die Wahl des ostdeutschen Künstlers noch vor der Wende und friedlichen Revolution in der DDR galt als Politikum. Das Bild zeigt Schmidt leicht expressiv und mit einer Zigarette vor der Krawatte im Bildzentrum dargestellt.[1]
  6. Helmut Kohl (Amtszeit 1982–1998) – gemalt von Albrecht Gehse, einem Schüler von Heisig, im Jahr 2002. Über Kohls rechter Schulter ist das Brandenburger Tor zu sehen, um sein historisches Wirken als Kanzler der Einheit zu betonen.[1][5]
  7. Gerhard Schröder (Amtszeit 1998–2005) – porträtiert von Jörg Immendorff im Jahr 2007.[1]
  8. Angela Merkel (Amtszeit 2005–2021) – porträtiert von Jérémie Queyras in den Jahren 2025 und 2026. Das großformatige Gemälde zeigt die erste Bundeskanzlerin im Stehen und in einem blauen Blazer vor einem goldbraunen Hintergrund. Am 30. Juni 2026 wurde das Porträt im Bode-Museum vorgestellt und ausgestellt. Im Oktober 2026 soll es in die Kanzlergalerie aufgenommen werden.[11][3][12]

Olaf Scholz (Amtszeit 2021–2025) hat sich Mitte 2026 noch nicht für einen Künstler entschieden.[13] Daher existiert noch kein Porträt von ihm für die Kanzlergalerie.[14]

Commons: Kanzlergalerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Ulrike Knöfel: Offizielle Kanzlerporträts: Adenauer fiel aus dem Rahmen, Schröder wurde zum Goldjungen. In: Spiegel Kultur. Der Spiegel, 30. Juni 2026, abgerufen am 2. Juli 2026.
  2. Peter Richter: Angela Merkels Kanzlerporträt: „Mal ein Bild nur mit mir“. Süddeutsche Zeitung, 30. Juni 2026, abgerufen am 4. Juli 2026.
  3. 1 2 Hanno Rauterberg: Kanzlerinnenporträt von Angela Merkel: Das neue Bild der Angela Merkel. In: Die Zeit. Nr. 28, 2026 (zeit.de [abgerufen am 28. Juni 2026]).
  4. Georg Milde: Führungsstile im Kanzleramt. In: politk & kommunikation. Quadriga Media Berlin, 22. September 2016, abgerufen am 7. August 2026.
  5. 1 2 3 4 5 Fotoreihe: Kanzlergalerie. In: Der Bundeskanzler. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, abgerufen am 2. Juli 2026.
  6. vgl. Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung: Helmut Schmidt: Objekt der Woche - Das Kanzlerporträt (ab 0:00:15) auf YouTube, 7. März 2018, abgerufen am 7. August 2026.
  7. Philipp Wittrock: Kanzlergalerie: Der Platz neben Gerhard Schröder ist noch frei. In: Der Spiegel. Nr. 20, 2026 (spiegel.de [abgerufen am 7. August 2026]).
  8. Antonia Weber: Tag der offenen Tür der Bundesregierung: Die wichtigsten Infos. In: Berliner Morgenpost. 19. Juni 2026, abgerufen am 3. Juli 2026.
  9. Jutta Held: Zum Politikerporträt um 1970: Georg Meistermann malt Willy Brandt. In: Gerhard Johann Lischka, Peter Weibel (Hrsg.): Das Regime des Image: zwischen mimischem Display und Corporate Branding (= Schriften von Jutta Held. Band 137). Wabern/Bern 2003, S. 173–174, doi:10.11588/artdok.00009972, urn:nbn:de:bsz:16-artdok-99729.
  10. Willy Brand-Porträt von Georg Meistermann bald in Unkel zu sehen. Abgerufen am 16. Juli 2026.
  11. Anna Ehlebracht: Blauer Blazer vor goldbraunem Hintergrund: Angela Merkels Porträt für Kanzlergalerie in Berlin enthüllt. In: spiegel.de. Der Spiegel, 30. Juni 2026, abgerufen am 3. Juli 2026.
  12. Marco Nehmer: „Sie ist nicht mehr im Amt, aber sie tut eigentlich noch so“. Angela Merkel hat der Öffentlichkeit am Dienstag ihr offizielles Porträt präsentiert. Ist es gelungen? Ein Gespräch mit Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich. In: ideenfreiheit.wordpress.com. 1. Juli 2026, abgerufen am 12. Juli 2026.
  13. Ex-Kanzlerin im Museum – Merkel leuchtet: Porträt für Kanzlergalerie enthüllt. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 30. Mai 2026, abgerufen am 3. Juli 2026.
  14. Der Bundeskanzler und das Bundeskanzleramt. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Berlin Mai 2026, S. 45 (publikationen-bundesregierung.de [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 3. Juli 2026]).

Koordinaten: 52° 31′ 13,4″ N, 13° 22′ 8,6″ O