Hans Peter Latscha
Hans Peter Latscha (* 1937) ist ein deutscher Chemiker und emeritierter Professor für Anorganische Chemie an der Universität Heidelberg.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hans Peter Latscha studierte Chemie an der Universität Heidelberg und schloss die akademische Ausbildung dort im Jahr 1963 mit einer Dissertation bei Margot Becke-Goehring[1] über Heterocyclen, die Schwefel- und Stickstoff-Atome als Bausteine enthalten ab.[2] Die Lehrberechtigung erlangte er im Jahr 1968 mit der Habilitation an der Uni Heidelberg über das Problem der chemischen Bindung in anorganischen Heterozyklen.[3] Im Jahr 1972 wurde als Professor für Anorganische Chemie an das Anorganisch-Chemische Institut der Universität Heidelberg berufen. Dort lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002.
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Forschungsinteressen von Hans Peter Latscha konzentrierten sich vor allem auf die Synthese, Strukturaufklärung und Spektroskopie von Hauptgruppenelement-Verbindungen.
Im Einzelnen:
- Phosphor-Stickstoff-Chemie: Seine Arbeiten befassten sich intensiv mit neuartigen Ring- und Kettenstrukturen aus Phosphor- und Stickstoffatomen (wie Phosphazenen oder verwandten heterocyclischen Systemen)[4][5]
- Elementorganische Chemie: Ein Schwerpunkt lag auf der Synthese von Kohlenstoff-Heteroatom-Bindungen, insbesondere unter Verwendung von Synthesebausteinen wie Phenylenbis(dichlorphosphan)en zur gezielten molekularen Konstruktion.[6]
- Analytische Spektroskopie: Er leistete wichtige methodische Beiträge zur Strukturaufklärung mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie, speziell der 31P-NMR-Spektroskopie (deutsch:KMR), um Phosphorverbindungen im Detail zu charakterisieren.[7]
- Halogen- und Schwefelverbindungen: Er forschte zudem an Halogenierungsreaktionen sowie gemischten Stickstoff-Halogen- und Schwefelsystemen im Bereich der klassischen präparativen anorganischen Chemie.
- Akademische Lehre: Neben seiner Forschungsarbeit widmete er sich intensiv der Ausbildung von Studierenden. Er erkannte den Bedarf an klar strukturierter Fachliteratur und etablierte die Reihe Chemie-Basiswissen. Auch nach dem Ende seiner aktiven Dienstzeit blieb er der Wissenschaft erhalten und aktualisierte gemeinsam mit Kollegen wie Uli Kazmaier fortlaufend seine Standardlehrwerke für allgemeine, organische und analytische Chemie.
Publikationen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- mit Helmut A. Klein, Klaus Gulbins: Chemie für Laboranten und Chemotechniker. 2. Allgemeine und anorganische Chemie. 2. Auflage. Springer, 1992, ISBN 3-540-55164-6
- mit Uli Kazmaier, Helmut Klein: Chemie für Pharmazeuten. Springer, Berlin, 2002, ISBN 978-3540427551
- mit Martin Mutz: Chemie der Elemente. Chemie-Basiswissen IV, Springer Berlin 2011, ISBN 3-642-16914-7
- mit Helmut Alfons Klein: Anorganische Chemie: Chemie-Basiswissen I. Springer, Berlin 2013, ISBN 3-66205-759-X
- mit Gerald W. Linti, Helmut Alfons Klein: Analytische Chemie: Chemie-Basiswissen III. Springer Berlin Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-642-18493-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- mit Uli Kazmaier, Helmut Alfons Klein: Organische Chemie: Chemie-Basiswissen II. 7. Auflage. Springer Spektrum, Berlin 2016, ISBN 978-3-662-46180-8.
- mit Uli Kazmaier: Chemie für Biologen. 4. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-47784-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Hans Peter Latscha im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Publikationsliste bei ScholarGPS
- Emeritus bei Universität Heidelberg
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Margot Becke‐Goehring, H. P. Latscha: Alkylierte Di‐schwefel(IV)‐nitride. In: Angewandte Chemie. Band 74, Nr. 17, 7. September 1962, ISSN 0044-8249, S. 695–695, doi:10.1002/ange.19620741709 (wiley.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
- ↑ Hans Peter Latscha: Über Heterocyclen, die Schwefel- und Stickstoff-Atome als Bausteine enthalten. Universität Heidelberg, Heidelberg 1963, DNB 481921214 (Dissertation).
- ↑ Hans Peter Latscha: Ein Beitrag zum Problem der chemischen Bindung in anorganischen Heterozyklen. Universität Heidelberg, Heidelberg 1968, DNB 481565086 (Habilitationsschrift).
- ↑ Jürgen Silberzahn, Hans Pritzkow, Hans Peter Latscha: Synthese und Kristallstruktur eines 1(λ 5 ),4(λ 5 )-Diphosphaazulens sowie dreier 1 -Phospha-1,6a-dihydropentalene / Synthesis and Crystal Structure of a 1(λ 5 ),4(λ 5 )-Diphosphaazulene and of Three 1 -Phospha-1,6a-dihydropentalenes. In: Zeitschrift für Naturforschung B. Band 46, Nr. 2, 1. Februar 1991, ISSN 1865-7117, S. 197–201, doi:10.1515/znb-1991-0213 (degruyter.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
- ↑ Hans Peter Latscha: Ein neues sechsgliedriges Ringsystem mit Phosphor, Stickstoff und Kohlenstoff als Ringglieder. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. Band 346, Nr. 3-4, August 1966, ISSN 0044-2313, S. 166–172, doi:10.1002/zaac.19663460308 (wiley.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
- ↑ Hans Peter Latscha, Helmut Alfons Klein: Element-organische Verbindungen. In: Organische Chemie. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1990, ISBN 978-3-540-51496-1, S. 324–336, doi:10.1007/978-3-662-09142-5_26 (springer.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
- ↑ Hans Peter Latscha: Beiträge zur 31 P-KMR-Spektroskopie II. In: Zeitschrift für Naturforschung B. Band 23, Nr. 2, 1. Februar 1968, ISSN 1865-7117, S. 139–144, doi:10.1515/znb-1968-0205 (degruyterbrill.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Latscha, Hans Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chemiker und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1937 |
