Francesco Zoppis
Francesco Zoppis (* um 1715 in Venedig; † nach 1781) war ein italienischer Komponist.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sein Lebenslauf ist bis 1739 nicht dokumentiert. Im Jahre 1739 tritt er auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands in Erscheinung, als die italienische Operntruppe von Pietro Mingotti seine (nicht erhaltene) Oper Lucio Papirio dittatore in Graz aufführte. Ab 1745 war er als Vizekapellmeister am Hof der Kölner Kurfürsten und Erzbischöfe in Bonn angestellt und übte die Tätigkeit bis 1752 aus. Danach schloss er sich 1756 der Operntruppe von Giovanni Battista Locatelli an, die 1757 in Russland unter Hermann Friedrich Raupach in den zaristischen Hofdienst in St. Petersburg übernommen wurde. Zoppis fungierte zunächst als zweiter Dirigent und wurde 1768 als Nachfolger von Baldassare Galuppi Leiter der Hofsängerkapelle. 1781 kehrte er wahrscheinlich nach Italien zurück und starb dort in Venedig. Von ihm sind außer ein Oratorium nur komponierte Opern bekannt.
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lucio Papirio dittatore (Pasticcio; Libretto: Apostolo Zeno; Übersetzung ins Deutsche durch Franz Joseph Carl Pirker) Uraufführung Herbst 1739, Graz, Opernhaus auf dem Tummelplatz
- Artaxerxes (Libretto Pietro Metastasio; Übersetzung ins Deutsche von Heinrich Lindenborn) Uraufführung Karneval 1748, Bonn
- Il Vologeso (Libretto: Apostolo Zeno) Uraufführung Karneval 1753, Prag, Theater an der Kotzen
- Il Vologeso 10. Mai 1753 Leipzig, Reithaus
- Siroe, re di Persia Uraufführung Karneval 1754, Prag, Theater an der Kotzen
- Il sacrificio d’Abramo (Oratorium) Advent 1754, Hamburg, Kaiserhof (Wiederholung 1755 im "Krameramtshof")[1]
- Il retiro degli dei (Pastorale, Libretto: Giovanni Battista Locatelli) 25. November 1757 in St. Petersburg
- Didone abbandonata (Libretto: Pietro Metastasio) Uraufführung am 25. November 1758 in St. Petersburg
- La Galatea (Libretto: Pietro Metastasio) Uraufführung am 5. September 1760 in St. Petersburg
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Inge Forst: Zoppis, Francesco. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 17 (Vina – Zykan). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2007, ISBN 978-3-7618-1137-5 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
- Melania Bucciarelli, Norbert Dubowy, Reinhard Strohm: Italian Opera in Central Europe. Band 1, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8305-0381-4, S. 157.
- Nikolai Findeizen, Malcolm Hamrick Brown: History of Music in Russia from Antiquity to 1800. Volume 2: The Eighteenth Century. Indiana University Press, Bloomington IN 2008, ISBN 978-0-253-34826-5, S. 1795.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Maryam Haiawi: Das Oratorium als konfessionelles Bekenntnis? - Interkonfessioneller Austausch von Oratorien im 18. Jahrhundert (= Beiträge zur Geschichte der Kirchenmusik. Band: 24). Brill, Leiden (NL) 2022, ISBN 978-3-506-79514-4, S. 141 f.; doi:10.30965/9783657795147.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zoppis, Francesco |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Komponist |
| GEBURTSDATUM | um 1715 |
| GEBURTSORT | Venedig |
| STERBEDATUM | nach 1781 |
